... und Party für die Lumpenbourgeoisie
Meine LieblingsHAZ berichtet von Maschmeyers Party zum 20jährigen Bestehen seiner Drückertruppe:
Wahrscheinlich hätte man sich nicht mehr groß gewundert. Als am späten Sonnabendnachmittag in der TUI Arena die Filmmusik der Piratenkomödie „Fluch der Karibik“ ertönt, wäre wohl niemand der 9000 in der Halle außer Fassung geraten, wenn Oberpirat Johnny Depp persönlich einmarschiert wäre. Schließlich wusste man: Dies hier ist eine Party der Superlative. Schon im Vorfeld der Feier zum 20. Geburtstag des Finanzdienstleisters AWD war durchgesickert, wen Gründer und Chef «Carsten Maschmeyer» (49) alles auf der Bühne aufbieten würde: «Pink »(28), «Seal »(45), «Nelly Furtado» (29), «Melanie C.» (34) sowie seine hannoverschen Freunde von den Scorpions für die Show und den früheren UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger «Kofi Annan» (70) für die weltumspannende Rede. Tatsächlich entert zum pathetischen Soundtrack statt Kapitän Sparrow Maschmeyer selbst die Bühne. Er hat es geschafft, er hat alle Mann an Bord. Mit den Worten „Danke, danke, danke“, begrüßt er die AWD-Mitarbeiter aus zehn Ländern und die Ehrengäste zur gigantischen Geburtstagsparty auf dem Expo-Gelände, die außer in der TUI Arena auch auf der Plaza, im Deutschen Pavillon und in der Disko „Fun Park“ gefeiert wird. Dann geht es mit ordentlich Pathos weiter. „Wir haben Maßstäbe gesetzt und erfinden ständig neue“, ruft Maschmeyer.
Albrecht Müller im Interview in konkret 0708: Die Finanzindustrie hat wie bei der Entscheidung für die Privatisierung der Altersvorsorge ... - damals war es die Hannover-Connection Schröders zum Finanzunternehmer Maschmeyer von AWD - dafür gesorgt, dass wieder Futter auf die Finanzmärkte kommt. Diese Fremdbestimmung ist das eigentliche große Problem der SPD. Die SPD ist keine eigenständig handelnde Kraft mehr....

Es ging also fröhlich zu auf dieser weißen, leicht erhöht platzierten Ledersitzecke im VIP-Raum, auf der sich neben Ferres, Lauterbach und Gottschalk Altkanzler «Gerhard Schröder »(64), Ministerpräsident «Christian Wulff» (49), Exboxer «Henry Maske» (44) und Scorpions-Sänger «Klaus Meine» (60) niederließen. Wer dort saß, gehörte zur Clique. Oder, wie Maske sagte: „Erfolgreiche Leute kennen sich eben.“
... 1998 hatte der damals 38-jährige Unternehmer Carsten Maschmeyer Schröder unterstützt. Wie er später zugab, schaltete der Chef des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD) in Hannover am Tag vor der Niedersachsenwahl eine von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt gestaltete Anzeige in niedersächsischen Zeitungen: "Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein". Niedersachsens unterlegener CDU-Chef Christian Wulff und der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) zeigten sich am Tag nach der Wahlniederlage empört über die anonyme doppelseitige Zeitungsannonce.
Maschmeyer räumte später ein, er habe 650.000 Mark in die Anzeigenkampagne gesteckt. Quelle
„Erfolgreiche Leute kennen sich eben.“
Nachtrag - Presseshow:
Die Bunte 29/08

In der SuperIllu Nr. 33/2007
erschien ein für unser Thema aufschlussreiches Dokument.

Es ist eine Doppelseite mit einer als Bericht aufgemachten Werbung für die Privatvorsorge. In der Mitte sehen wir auf einem Foto, wie sich Walter Riester und Bert Rürup kräftig lachend die Hand reichen. Carsten Maschmeyer, Freund von Bundeskanzler außer Dienst Gerhard Schröder und Chef des Finanzdienstleisters AWD, legt gönnerhaft lächelnd seine Hand drauf. Links unten erfahren wir, dass dies eine gemeinsame Aktion von SuperIllu, FocusMoney und AWD ist. Und an den Seiten werben die Herren Riester und Rürup jeweils für die nach ihnen benannte Rente. Und mit was werben sie in der Schlagzeile? Nicht mit den angeblichen Vorteilen dieser Produkte. Sie weisen auf die staatliche Förderung hin. Abzocke nennt man das in anderem Zusammenhang. - Der Chef von AWD, Carsten Maschmeyer, hat übrigens gut lachen. Nach seiner Meinung steht die Finanzdienstleistungsbranche nach der Verlagerung von der staatlichen zur privaten Altersvorsorge „vor dem größten Boom, den sie je erlebt hat“. „Sie ist ein Wachstumsmarkt über Jahrzehnte.“ „Es ist … so, als wenn wir auf einer Ölquelle sitzen. … Sie ist angebohrt, sie ist riesig groß und sie wird sprudeln.“ (NETZEITUNG vom 8.6.2005) ....
Nachtrag:
Der Begriff Lumpenbourgeoisie geht auf André Gunder Frank zurück; - es wäre interessant den Ansatz im Hinblick auf Entwicklungsblockaden und Tendenzen zu populistischen Regimen hier und heute zu verfolgen!
Wahrscheinlich hätte man sich nicht mehr groß gewundert. Als am späten Sonnabendnachmittag in der TUI Arena die Filmmusik der Piratenkomödie „Fluch der Karibik“ ertönt, wäre wohl niemand der 9000 in der Halle außer Fassung geraten, wenn Oberpirat Johnny Depp persönlich einmarschiert wäre. Schließlich wusste man: Dies hier ist eine Party der Superlative. Schon im Vorfeld der Feier zum 20. Geburtstag des Finanzdienstleisters AWD war durchgesickert, wen Gründer und Chef «Carsten Maschmeyer» (49) alles auf der Bühne aufbieten würde: «Pink »(28), «Seal »(45), «Nelly Furtado» (29), «Melanie C.» (34) sowie seine hannoverschen Freunde von den Scorpions für die Show und den früheren UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger «Kofi Annan» (70) für die weltumspannende Rede. Tatsächlich entert zum pathetischen Soundtrack statt Kapitän Sparrow Maschmeyer selbst die Bühne. Er hat es geschafft, er hat alle Mann an Bord. Mit den Worten „Danke, danke, danke“, begrüßt er die AWD-Mitarbeiter aus zehn Ländern und die Ehrengäste zur gigantischen Geburtstagsparty auf dem Expo-Gelände, die außer in der TUI Arena auch auf der Plaza, im Deutschen Pavillon und in der Disko „Fun Park“ gefeiert wird. Dann geht es mit ordentlich Pathos weiter. „Wir haben Maßstäbe gesetzt und erfinden ständig neue“, ruft Maschmeyer.
Albrecht Müller im Interview in konkret 0708: Die Finanzindustrie hat wie bei der Entscheidung für die Privatisierung der Altersvorsorge ... - damals war es die Hannover-Connection Schröders zum Finanzunternehmer Maschmeyer von AWD - dafür gesorgt, dass wieder Futter auf die Finanzmärkte kommt. Diese Fremdbestimmung ist das eigentliche große Problem der SPD. Die SPD ist keine eigenständig handelnde Kraft mehr....

Es ging also fröhlich zu auf dieser weißen, leicht erhöht platzierten Ledersitzecke im VIP-Raum, auf der sich neben Ferres, Lauterbach und Gottschalk Altkanzler «Gerhard Schröder »(64), Ministerpräsident «Christian Wulff» (49), Exboxer «Henry Maske» (44) und Scorpions-Sänger «Klaus Meine» (60) niederließen. Wer dort saß, gehörte zur Clique. Oder, wie Maske sagte: „Erfolgreiche Leute kennen sich eben.“
... 1998 hatte der damals 38-jährige Unternehmer Carsten Maschmeyer Schröder unterstützt. Wie er später zugab, schaltete der Chef des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD) in Hannover am Tag vor der Niedersachsenwahl eine von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt gestaltete Anzeige in niedersächsischen Zeitungen: "Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein". Niedersachsens unterlegener CDU-Chef Christian Wulff und der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) zeigten sich am Tag nach der Wahlniederlage empört über die anonyme doppelseitige Zeitungsannonce.Maschmeyer räumte später ein, er habe 650.000 Mark in die Anzeigenkampagne gesteckt. Quelle
„Erfolgreiche Leute kennen sich eben.“
Nachtrag - Presseshow:
Die Bunte 29/08

In der SuperIllu Nr. 33/2007
erschien ein für unser Thema aufschlussreiches Dokument.

Es ist eine Doppelseite mit einer als Bericht aufgemachten Werbung für die Privatvorsorge. In der Mitte sehen wir auf einem Foto, wie sich Walter Riester und Bert Rürup kräftig lachend die Hand reichen. Carsten Maschmeyer, Freund von Bundeskanzler außer Dienst Gerhard Schröder und Chef des Finanzdienstleisters AWD, legt gönnerhaft lächelnd seine Hand drauf. Links unten erfahren wir, dass dies eine gemeinsame Aktion von SuperIllu, FocusMoney und AWD ist. Und an den Seiten werben die Herren Riester und Rürup jeweils für die nach ihnen benannte Rente. Und mit was werben sie in der Schlagzeile? Nicht mit den angeblichen Vorteilen dieser Produkte. Sie weisen auf die staatliche Förderung hin. Abzocke nennt man das in anderem Zusammenhang. - Der Chef von AWD, Carsten Maschmeyer, hat übrigens gut lachen. Nach seiner Meinung steht die Finanzdienstleistungsbranche nach der Verlagerung von der staatlichen zur privaten Altersvorsorge „vor dem größten Boom, den sie je erlebt hat“. „Sie ist ein Wachstumsmarkt über Jahrzehnte.“ „Es ist … so, als wenn wir auf einer Ölquelle sitzen. … Sie ist angebohrt, sie ist riesig groß und sie wird sprudeln.“ (NETZEITUNG vom 8.6.2005) ....
Nachtrag:
Der Begriff Lumpenbourgeoisie geht auf André Gunder Frank zurück; - es wäre interessant den Ansatz im Hinblick auf Entwicklungsblockaden und Tendenzen zu populistischen Regimen hier und heute zu verfolgen!
gebattmer - 7. Jul, 17:00

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