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Archäologie (DLV) : Fundgrubner in der Fundgrube Hörspiel Pool: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

http://www.br.de/radio/bayern2/inhalt/hoerspiel-und-medienkunst/zeichnungen-frank-witzel-102~_v-img__3__4__xl_-f4c197f4ebda83c772171de6efadd3b29843089f.jpg?version=bdfd8

Rund 15 Jahre lang schrieb Frank Witzel an seinem kunstvoll gewebten Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969", den der BR als Hörspiel produziert hat. Anhören!!
    "Es ist eine Kunst, den mehr als 800 Seiten umfassenden Roman von Frank Witzel, der im vergangenen Jahr überraschend mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist, in ein nicht mehr als eine Stunde und 40 Minuten dauerndes Hörspiel zu verwandeln, ohne die Substanz dieses ausschweifenden 'hybriden Konstrukts aus Pop, Politik und Paranoia', einer Collage aus unterschiedlichen literarischen Verfahren, anzutasten. Dieses kleine Wunder ist der Tatsache geschuldet, dass der Autor gemeinsam mit dem versierten Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann an der akustischen Umsetzung des Textes gearbeitet hat und außerdem für die Komposition des Soundtracks verantwortlich zeichnet. Entstanden ist ein unglaublich frisches, lebendiges, den Hörer geradezu anspringendes Hörspiel. Weit davon entfernt, eine 'akustische Fassung' zu liefern, gelingt es diesem Hörspiel, den Roman über einen 13-jährigen Schulversager in Wiesbaden-Biebrich, der sich mit Freunden im Sommer 1969 - vor dem Hintergrund der Kaufhausbrandstiftung der späteren RAF - eine paranoide Welt zusammenzimmert, auf ganz eigenständige Weise neu zu erschließen. Wesentlichen Anteil daran hat die durchgehend mitlaufende zweite Tonspur: eine spannende Mixtur aus Tönen, Geräuschen, Musikfetzen und von Witzel komponierten (und gesungenen) Songs, die einen zusätzlichen atmosphärischen Hörraum für 'Die Erfindung der RAF' schafft."
    Hörspiel des Monats Juni 2016, Jurybegründung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, aktuell im Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis der ARD

Der Hörspiel Pool des Bayerischen Rundfunks ist eine Fundgrube an hörenswerten Produktionen!
Es braucht allerdings einen Fundgrubner: Eine kleine Auswahl:

- Theodor W. Adorno - Traumprotokolle. Mit Andreas Dorau / Komposition und Realisation: zeitblom / BR 2016 / Länge: 51'46 //
"Unsere Träume sind nicht nur als 'unsere‘ untereinander verbunden, sondern bilden auch ein Kontinuum, gehören einer einheitlichen Welt an, so etwa wie alle Erzählungen von Kafka in 'Demselben‘ spielen." Adorno notierte diesen Gedanken Anfang 1956. Die Bedeutung des motivischen Zusammenhangs der Träume ließ ihn eine Reihe von ihnen auswählen und für eine Publikation vorbereiten, die zu seinen Lebzeiten nicht mehr erschien. Der Zeitraum der ausgewählten Träume umfasst rund 35 Jahre - von Januar 1934 bis April 1969.
- Arno Schmidt: Nobodaddy's Kinder - Brand's Haide. Mit Ulrich Wildgruber (!!), Juliane Köhler, Jacqueline Macaulay / Bearbeitung und Regie: Klaus Buhlert / BR 1998 / Länge 71'20 //
In dem 1951 entstandenen Prosatext Brand's Haide kehrt der Soldat Schmidt aus der Kriegsgefangenschaft zurück. In Blakenhof, in der Lüneburger Heide, versucht er, sein Leben neu einzurichten.
- Ernst Toller: Eine Jugend in DeutschlandDrei Teile
- Raul Zelik: Marktwirtschaft 3.0 / BR 2010 / Länge: 12'10

Das offene Buch: Georgi Gospodinov - "8 Minuten und 19 Sekunden"

Was tun, wenn der Sonnenuntergang zum Weltuntergang wird und nur noch "8 Minuten und 19 Sekunden" bleiben?

Georgi Gospodinov - "8 Minuten und 19 Sekunden"
radioTexte - Bayern 2 Podcast - 24.04.2016


Leseprobe:


Ganz großartig die Passage:
Sogar der Auftritt zweier globaler Verteranen, des bereits ergrauten Mister Obmama und Frau Merkels, dieser eisernen Alten, brachte keine merkliche Veränderung. Beide versprachen, das Ende der Welt würde möglichst lange kontrolliert aufgeschoben werden. "Ein kontrolliertes Ende der Welt". Lächerlich. Apokalypse tröpfchenweise...

Das Kratzen, aber nicht das Jucken (II): Zur Ausbreitung des Unflätigen - Exkurse in den literarischen Untergrund: Goethe sprach zu Schiller / Hohl aus dem Arsch nen Triller / Schiller sprach zu Goethe / Mein Arsch ist keine Flöte ... und Sieger56

Mein Liebchen schickt mir heute einen Link,
Der FAZ ein Gastbeitrag des sehr geschätzten Henschel,
Das Unflätige breite sich aus
, las ich mit Interesse.
Da ward mir seltsam zumute; es war mir als ob

Ein kleines Harfenmännchen sang.
Er sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von seinem Spiele.

Er sang von Feuilletonisten am Teetisch,
Die sprachen von Satire und Stil.
Die Herren waren ästhetisch,
Die Damen von zartem Gefühl.

Satrire muß sein platonisch,
Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:
Sarire sei nicht zu roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit.
Das Fräulein lispelt: Wie so?

Die Friede spricht wehmütig:
Satire ist eine Passion!
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem ...

Mathias Döpfner, wo sie irgendwie auch nicht in den richtigen Händen ist.

Gerhard Henschels FAZ-Gastbeitrag Das Unflätige breitet sich aus - Jan Böhmermanns Zoten sind kein Kunstwerk. Aber er steht in einer jahrzehntelangen Reihe der Degeneration der Sprache ist ja in großen Teilen zuzustimmen, insbesondere was die Verrohung der Sprache in den privaten Fernsehsendern und bei Rappern wie Kollegah und Julien Sewering angeht. Nur ist das da eigentlich nicht ein Problem der Sprache, sondern der menschlichen Verrohung (oder eines Marketings, das darauf setzt, dass sich menschliche und sprachliche Verrohtheit - vielleicht auch nur in dieser oder jener Nische - besser verkauft als Menschenfreundlichkeit und Sprachkunstwerke).

Wenn Henschel aber Böhmermann in diese jahrzehntelangen Reihe der Degeneration der Sprache rückt, macht er den gleichen Fehler, den schon Karl Kraus machte, als er Heine in den Zusammenhang der Journaille seiner Zeit brachte: Ihren besten Vorteil dankt sie jenem Heinrich Heine, der der deutschen Sprache so sehr das Mieder gelockert hat, daß heute alle Kommis an ihren Brüsten fingern können. ( Karl Kraus: Heine und die Folgen) - Ohne dass ich Böhmermann mit Heine gleichsetzten will. Anderseits: Warum probeweise eigentlich nicht: #Göttingen
    Im allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingeteilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Der Viehstand ist der bedeutendste. Die Namen aller Studenten und aller ordentlichen und unordentlichen Professoren hier herzuzählen, wäre zu weitläufig; auch sind mir in diesem Augenblick nicht alle Studentennamen im Gedächtnisse, und unter den Professoren sind manche, die noch gar keinen Namen haben. Die Zahl der Göttinger Philister muß sehr groß sein, wie Sand, oder besser gesagt, wie Kot am Meer; wahrlich, wenn ich sie des Morgens, mit ihren schmutzigen Gesichtern und weißen Rechnungen, vor den Pforten des akademischen Gerichtes aufgepflanzt sah, so mochte ich kaum begreifen, wie Gott nur so viel Lumpenpack erschaffen konnte.
Es waren und sind doch nicht Satiriker wie Heinrich Heine, Monty Python, Serdal Sermuncu und meinetwegen auch Jan Böhmermann, die der Sprache so sehr das Mieder gelockert haben oder lockern, dass heute alle sogenannten Comedians, Rapper und U-tuber an ihren Brüsten fingern können. Sehr verkürzt gesagt reagiert - gute - Satire auf ungerechtfertige und unerträgliche Herrschaftsansprüche und verletzt dazu bewusst Tabus und Geschmacksgrenzen. Comedy macht letzteres auch, bedient aber eher ungerechtfertige und unerträgliche Herrschaftsansprüche, was es der Satire immer schwerer macht, noch mit Tabus zu spielen, wenn alle bereits eingerissen sind.

Hilfreich kann hier ein schönes Buch von 1967 sein: Peter Rühmkorf: Über das Volksvermögen - Exkurse in den literarischen Untergrund. Rowohlt 1967

Volksvermoegen1
Klick to enlarge!

Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, das "Schmähkritik" betitelte Gedicht zur Kenntnis zu nehmen - ausnahmsweise mal ohne den rechtsrelevanten Kontext (bei SPON aus dem Protokoll der kompletten Passage aus der "Neo Magazin Royale"-Sendung vom 31.3. herauszupräparieren), dann könnte auffallen, dass sich der Text auch aktueller Arschkrampen-Unflat-Sprache bedient, aber sich vor allem bezieht auf Elemente der Volks- und Kinderpoesie, wie Rühmkorf sie dokumentiert hat. Wer immer das geschrieben hat, sie/er muss sich ganz gut auskennen in der Volkspoesie.

Frau Wirtin hat auch einen Pastor
Der trug um den Schwanz nen Trauerflor
Er konnt es nicht vergessen
Daß ihm die böse Syphilis
Die Eichel abgefressen

Frau Wirtin hat auch nen Kaplan
Dem hat's der Türspalt angetan
Einst trieb er's durch die Ritze
Da schlug der Wind die Türe zu
Weg war die Pfeifenspitze

Der Pfarrer von Kempten
Der stärkt seine Hemden
Mit eigenem Samen
In Gottes Namen
Amen

Der Pfarrer von Konnersreut
Der maust's Reserl bals ihn freut
Und wenn sich's Reserl nimmer rührt
Dann ist's stigmatisiert

Der Pfarrer von Speyer
Hat blecherne Eier
Beim Beichten der Lackel
Macht er so ein Spektakel

Der Pfarrer von Loretto
Dem seiner wiegt netto
Zwei Kilo ein Pfund
Sonst ist er gesund


oder auch:

Schade, Soraya kriegt kein Kind
Schade, der Schah hat Luft im Pint

Das wär doch auch etwas gewesen für 103, aber der Volksmund war halt schwer zu belangen ...

Nochmal meine These: Die Ziegenficker-Nummer ist nur begrenzt aufklärerisch und eben letztlich unpolitisch, weil sie am politischen Kern der Auseinandersetzung um die Pressefreiheit in der Türkei vorbeigeht, aber sie ist - literarisch - nicht so schlecht, wie allgemein behauptet wird. Was nicht heißt, dass sie nicht auch grauslich, niveaulos und unverschämt ist.
Den Text hat - kommen wir doch darauf zurück - für den Kontext, der vermutlich zuerst da war, keine/r geschrieben, der/die das Handwerk nicht versteht.

Wenn weder Text noch Text/Kontext verstanden werden, muss schon wieder verwiesen werden auf John Cleese on Stupidity - oder (neu!) auf
Das Böhmermann-Paradoxon - Isolde Charim in der Wiener Zeitung vom 15.04.
    Je grauslicher, niveauloser und unverschämter Böhmermanns Gedicht ist - vom Ziegenficker bis zum Genitalgeruch -, desto mehr kippt es in Richtung Satire. Denn je grauslicher, desto unglaubwürdiger. Niemand, auch nicht Böhmermann, unterstellt Erdogan im Ernst solche Praktiken. Die Niveaulosigkeit macht aus dem Schmähen einen Schmäh. Je weniger grauslich, je niveauvoller man sich über Erdogan lustig macht - je mehr man der Forderung nach Sachlichkeit und "ernster" Satire Genüge tut -, desto mehr kippt es in Richtung echter Denunziation. Es ist dies die Unterscheidung zwischen Inhalt der Aussage und Art des Aussagens. Wann sagt einer, der sagt: "Es ist verboten, solch eine Schmähkritik zu machen" die Wahrheit? Dieser Gestus, das, was Juristen den "Kontext" oder die "Einbettung" in die Umstände nennen, verschiebt Böhmermanns Aussage. Was im Inhalt denunziert wird, wird durch die Art des Aussagens zur Satire - zu einer mit dialogischer Ökonomie. Denn erst Erdogans Reaktion produziert Böhmermanns zweiten Grund: die wahre Denunziation...
Das Kratzen, aber nicht das Jucken: Es war die Ratte, und nicht die Ziege, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang ... Oder: Rote Linie, Rattenlinie. Giftgas, Bürgerkrieg und Krieg – Obama, Erdoğan und Syriens Rebellen


(Letzte) Nachträge (und dann soll auch Schluss sein damit):

1. John Oliver - Insulting Erdogan


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2. John Cleese - You can’t make jokes about muslims because they will kill you


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3. Aus den obszönen Kommentarhöllen der Meta-Tagesschau:
Böhmermann war nur das Endglied, aus dem man ersehen kann, wie sich Volksvertreten verbiegen lassen

Am 18. April 2016 um 17:47 von Sieger56
    Es geht hier nicht spezifisch um Böhmermann, sondern generell um die Art und Weise wie eine Vertreterin des Volkes kein Rückgrad beweißt. Böhmermann war nur das Endglied, aus dem man ersehen kann, wie sich Volksvertreten verbiegen lassen. Hätten wir in Deutschland einen klaren Standpunkt , könnten sich andere an uns orientieren.
    Orientierungslosigkeit, keinen klaren Standpunkt zum Wohle des deutschen Volkes, (wie im Amtseid erklärt) bedeutet Kuschen auf breiter Front.
    (Rechtschreibung und Zeichensetzung im Original)


Denkbrühe, Phrasenauswurf und Wortkotze, syntaktisch hemmungslos und mit schwach verankerten Sinngeländern


Das ist ein Zauberkessel, worin
Die magischen Kräfte brauen,
Und steckst du in die Ründung den Kopf,
So wirst du die Zukunft schauen –

Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,
Gleich wogenden Phantasmen,
Doch schaudre nicht, wenn aus dem Wust
Aufsteigen die Miasmen!«

Sie sprach's und lachte sonderbar,
Ich aber ließ mich nicht schrecken,
Neugierig eilte ich, den Kopf
In die furchtbare Ründung zu stecken.

Was ich gesehn, verrate ich nicht,
Ich habe zu schweigen versprochen,
Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
O Gott! was ich gerochen! – – –

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen - Kapitel 27

(Medien-)Archäologie (CDLXXI): Werkausgabe Christian Geissler - Wird Zeit, dass wir leben. Entwurf einer ganz anderen Realität

Dieser Autor schreibt unbeirrbar an seinem Programm, an seiner eigenen Autorsprache; er verlangt vom Leser, daß er sich in diese Sprache einarbeitet, daß er zur Schönheit dieser Sprache vordringen muß, die anders nicht zu haben ist - und diese Schönheit ist etwas Schwieriges, das immer neu entsteht und nicht sofort zu erkennen ist.
Helmut Böttiger im Büchermarkt des dlf vom 01.01.1980.

christian-geissler

Heute im Büchermarkt des Deutschlandfunk:
    Christian Geissler provozierte mit seinen analytischen Fernsehfilmen nach dem Zweiten Weltkrieg die Öffentlichkeit. Aber er beleuchtete die BRD auf ungewohnte Weise. Er war eine schillernde Randfigur, die man in ihrer ästhetischen Eigenart erst heute richtig würdigen kann. Dies zeigt der zweite Teil der Werkausgabe.

    Christian Geissler, ein linker und radikaler Einzelgänger im bundesdeutschen Literaturbetrieb, ist im Jahre 2008 im Alter von 79 Jahren gestorben. 1960 debütierte er mit dem Roman "Anfrage", der eine heftige Diskussion auslöste und auch die Grundlage für seine Fernsehspiele war: Der neuberufene Abteilungsleiter Fernsehspiel beim NDR, Egon Monk, machte Geissler sofort das Angebot, den Roman "Anfrage" für das neue Medium zu bearbeiten und gab ihm in den folgenden Jahren weitere Aufträge.

    "Anfrage" hatte Monk elektrisiert, der seine ästhetischen und politischen Vorstellungen bei Bertolt Brechts "Berliner Ensemble" geschärft hatte. Und Geisslers für den NDR konzipiertes Original-Fernsehspiel "Schlachtvieh" knüpft da an, wo "Anfrage" geendet hatte: Es geht um die Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik...
Von Helmut Böttiger (Hier nachzuhören unbedingt empfohlen!)

http://christian-geissler.net/wp-content/uploads/2015/03/Film_Schlachtvieh.jpg

Zum ersten Teil der Werkausgabe:
Entwurf einer ganz anderen Realität
Christian Geissler: "Wird Zeit, dass wir leben. Geschichte einer exemplarischen Aktion"
Von Helmut Böttiger (dradioKultur 17.02.2014)



Anmerkungen:

“Wird Zeit, dass wir leben” – Rezeption 1976
“Wie bringt einer fünfzig Personen auf knapp 230 Seiten zueinander, gegeneinander und miteinander in Aktion? Und das ohne den tragenden und gelegentlich trägen Rahmen, der Familienromane und Sagas zusammenhält? (…) Kein Wunder, kein Trick, es ist der Stil, der Aufbau, das Tempo, die balladenhaft-lyrischen Präzision und Konzentration, mit der hier sozialkritisch-realistisch ausführliche Beschreibungen vermieden werden.” (Heinrich Böll / Die Weltwoche, 16.3.1977)

Interview mit Christian Geissler (2005) - Wolfgang Lettow, damals Mitglied des Freien Senderkombinats Hamburg (fsk); hier eine Kurzfassung bei Radio Flora Hannover (via freie-radios.net), in der es u.a. um sein Verhältnis zur RAF geht (siehe unten Dellwo).

Inzwischen gibt es eine Christian Geissler Gesellschaft, auf deren Seiten Sie mehr über Christian Geissler und seine Arbeit erfahren können. Lesebefehl!!

Zu Geisslers Tod 2008 schrieb ich hier: Zuweilen (VIII) bemerkt man erst, wenn man vom Tod eines Menschen erfährt, dass er einem eigentlich schon länger gefehlt hat., - und ich zitierte da eines der berührendsten Gedichte überhaupt:
geradezu ungeheuerlich sind seine Gedichte 80/82 "spiel auf ungeheuer" und dort unter "lieder aus dem altersheim" dies:
    zutraulich

    als dein jagender atem
    niedergemacht hatte klein
    all meine wörter

    zum trösten

    sind um
    dich her
    ins bersten

    geflogen

    flüsternamen
    aus deiner liebe
    viele

    jeder

    hat seinen gesagt
    leise
    als wind

    unter die last deiner geflügelten angst


Zum Tod von Christian Geissler
(BellaStoria Film)

Buchinfos:

Christian Geissler: "Schlachtvieh. Kalte Zeiten", Mit einem Nachwort von Michael Töteberg, Verbrecher Verlag, Berlin 2015, 245 Seiten, Preis: 24,00 Euro

Zugabe:
Ein seltenes Fundstück: "Wir sind bereit den NDR so wie er ist zu übernehmen" ist ein Text des Schriftsteller und Kommunisten Christian Geissler, ehmals freier Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk. Der Text wurde von Knarf Rellöm vertont und zusammen mit Nixe (Diana Diamond) gesungen zum Erinnerungsabend am Werk von Christian Geissler am 6. Oktober 2008 in der Vers- und Kaderschmiede beim Polittbüro in Hamburg. (hochgeladen übrigens von Karl-Heinz Dellwo)


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"wir haben nie wieder den traum von unserer befreiung zu träumen, ohne die ungeheuer auch.
aber desweiteren nie haben wir die ungeheuer zu nennen, ohne den traum von unserer befreiung auch. nein. wir sind nicht zu retten.
aber wehe denen, die aufhören, unsere rettung zu suchen, an ihr zu arbeiten, um sie zu kämpfen. (...) es bleibt der schmerz."

BANKSPEAK - The Language of World Bank Reports: Die Inflation des "und" zur Koppelung von Begriffen ohne erkennbaren Zusammenhang

Eine unglaublich spannende Analyse der Sprache der Weltbank. Erstaunlich, was quantitative linguistic analysis ans Licht bringen kann. (Hätte ich nicht gedacht):

New Left Review 92, March-April 2015
Franco Moretti & Dominique pestre
BANKSPEAK
The Language of World Bank Reports
    What can quantitative linguistic analysis tell us about the operations and outlook of the international financial institutions? At first glance, the words most frequently used in the World Bank’s Annual Reports give an impression of unbroken continuity. [1] Seven are near the top at any given time: three nouns—bank, loan/s,development—and four adjectives: fiscal, economic, financial, private. This septet is joined by a handful of other nouns: ibrd, countries, investment/s, interest, programme/s, project/s, assistance, and—though initially less frequent—lending, growth, cost, debt, trade, prices. There is also a second, more colourless set of adjectives—other, new, such, net, first, more, general—plus agricultural, partly replaced from the 1990s by rural. [2] The message is clear: the World Bank lends money for the purpose of stimulating development, notably in the rural South, and is therefore involved with loans, investments and debts. It works through programmes and projects, and considers trade a key resource for economic growth. Being concerned with development, the Bank deals with all sorts of economic, financial and fiscal matters, and is in touch with private business. All quite simple, and perfectly straightforward.

    And yet, behind this façade of uniformity, a major metamorphosis has taken place. Here is how the Bank’s Report described the world in 1958:

    The Congo’s present transport system is geared mainly to the export trade, and is based on river navigation and on railroads which lead from river ports into regions producing minerals and agricultural commodities. Most of the roads radiate short distances from cities, providing farm-to-market communications. In recent years road traffic has increased rapidly with the growth of the internal market and the improvement of farming methods.

    And here is the Report from half a century later, in 2008:

    Countries in the region are emerging as key players on issues of global concern, and the Bank’s role has been to support their efforts by partnering through innovative platforms for an enlightened dialogue and action on the ground, as well as by supporting South–South cooperation.

    It’s almost another language, in both semantics and grammar. The key discontinuity, as we shall see, falls mostly between the first three decades and the last two, the turn of the 1990s, when the style of the Reports becomes much more codified, self-referential and detached from everyday language. It is this Bankspeak that will be the protagonist of the pages that follow....
    (Open as a PDF/ Save a PDF file)
Eines der interessantesten Ergebnisse:

Das am häufigsten vorkommendes Wort überhaupt ist nicht, wie sonst in der englischen Sprache, das "the". Es ist das "and", das eine stetig wachsende Zahl von abstrakten Begriffen auch dann zu Aufzählungen koppeln muss, wenn die Glieder keinen erkennbaren Zusammenhang haben.
"Bankspeak", so das Fazit der Autoren, ist eine Sprache. in der alle ökonomischen und politischen Prozesse der Welt, an denen die Weltbank Anteil hat, vor allem eins sind: alternativlos.
(Das Verblassen der physischen Welt, Süddeutsche Zeitung pay)


How the language you speak changes your view of the world - via Mrs BBH

Ein Erzählen, das in der Sprache versucht, die Biographie der Wörter zu vergegenwärtigen - Uwe Timm (nachträglich) zum 75. Geburtstag

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/Uwe_Timm_Frankfurter_Buchmesse_2013_1JPG.jpeg/640px-Uwe_Timm_Frankfurter_Buchmesse_2013_1JPG.jpeg

Uwe Timm war kürzlich hier zu einer Lesung und es war ein wunderbares Erlebnis, ihn wieder einmal als Freund und Vertrauten (wir kennen uns gar nicht) zu erleben.
Dass ich das so empfinde, liegt einerseits daran , dass wir z.T. die gleichen Bekannten und Freunde haben (wenn ich ein freundschaftliches Verhältnis des Autors zu seinen Figuren unterstellen darf): ich kannte jedenfalls Kerbel recht gut, Ullrich war ich in Teilen selbst, und ich kannte auch Aschenberger – ich darf sagen – sehr gut (er setzt sich aus HP Bastian, der schon 1975 an Krebs verstarb, und Manfred Lauermann zusammen). Thomas Linde ist mir nicht so nah, aber ich muss gestehen, dass ich bei ihm Rat und Hilfe gefunden habe, als ich einmal die Trauerrede für eine langjährige Freundin und Kollegin halten durfte, die mit 52 Jahren an Krebs verstarb ...
Den anderen Grund für dieses Gefühl der Vertrautheit, vielleicht besser: des Vertraut-Seins vermute ich darin, dass ich als Lesender Uwe Timms Entwicklung als Schreibender und als an einer Haltung Arbeitender über 40 Jahre verfolgen konnte.
Das eine hat mir immer Vergnügen bereitet, das andere (aber das ist ja nicht zu trennen) habe ich immer sympathisch gefunden und mich darin auch wiedergefunden:

An einer Haltung arbeiten.
    "Man kann das schon bei Kindern beobachten, wenn sie aus Lust heraus hemmungslos schwindeln. Sie durchbrechen damit ja spielerisch den Druck der Notwendigkeit, dass alles so ist, wie es ist und vor allem: so sein soll. Es ist die phantasievolle Gegenwehr durch Erzählen, und so beginnt der wunderbare Konjunktiv. Es könnte auch anders sein. Darin liegt das utopische Moment von Literatur, und das ist ganz unabhängig von dem jeweiligen Inhalt."

Die Zartheit des Konjunktivs. Von Anahita Babakhani und Christof Hamann im Deutschlandfunk


Wenn Sie Uwe Timm beser kennen lernen wollen oder ihn schon kennen und gern sehen und hören, empfehle ich Uwe Timm - Lesung und Gespräch mit Christof Hamann:


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Interessant und aktuell auch:
Flüchtlingslager - Uwe Timm war eine Woche im Flüchtlingslager Breidjing im Tschad (ARTE)
5 Tage im Lager Breidjing

Hannover. Jetzt haben wir auch mal einen Preisträger: Tex Rubinowitz

..., der in Hannover geboren wurde, hat mit dem Text "Wir waren niemals hier" den 38. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. (Dirk Wesenberg lebte allerdings nicht lange in Hannover, war Aktenträger bei der Bezirksregierung Lüneburg, zog 1984 nach Wien, wo er ein Kunststudium begann, dieses jedoch nach einer Woche abbrach und für den Falter zu zeichnen begann.)
"Eine wilde, schöne und sehr seltene Liebesgeschichte", begründete die Jury ihre Wahl. Darin beschreibt der Ich-Erzähler eine lang vergangene Beziehung mit einem Mädchen aus Litauen, einem "durch und durch pragmatischen Menschen", wie es im Text heißt. Sie leckt an Batterien und lernt Koreanisch, er studiert Kunst.

- Hier gibt es den Vortrag als Video, hier die Aufzeichnung der Diskussion und hier gibt's den Text zum Download vom ORF:
+ Tage der deutschsprachigen Literatur 2014
+ Ein schönes Portrait von Tex Rubinowitz


Rubinowitz' Figurern erinnern mich immer an die von John Lennon; vgl. zB. Jahresendfiguren III: Season's Greetings and thank you for the fish
I. Ü. hat er den Gegenwind sehr sensibel wahrgenommen, wenn man z:B. liest, wie es (in der WELT) zur schlimmsten Niederlage der deutschen Geschichte kam:

Augen-Blicke: Hohwachter Bucht - verstört: Abiturvorbereitung für Lehrer mit Günter Grass

Es war wieder einmal wunderbar in der Hohwachter Bucht.

Hohwacht0514
Dieses wunderbare Aquarell von Frau S. (von gestern) mag einen Eindruck vermitteln von einem Blick auf die Bucht, - die Stimmung, die Farben und die Formen, die man dort wahrnehmen kann, - ein möglicher Blick - anders als jedes Foto (das eben keinen möglichen, sondern den Augen-blicklich verbindlichen Blick abbilden würde)

Leider gibt es dort auch die Kieler Nachrichten - und die meldeten an diesem Wochenende:
Abiturvorbereitung für Lehrer mit Günter Grass
Literaturnobelpreisträger Günter Grass (86) will Deutschlehrern bei der Vorbereitung von Abituraufgaben helfen. Bei einer Lehrerfortbildung am 7. Juli werde er Fragen der Pädagogen zu seiner Novelle "Im Krebsgang" beantworten, teilte das Günter-Grass-Haus am Mittwoch mit.

Ich hätte da zwei bis drei Fragen:
- Wie fanden Sie Nacht fiel über Gotenhafen, 1959, Regie Frank Wisbar?
- Wie war's so in der SS??
- Wer sucht sowas für das Zentralabitur aus??

Na gut: Man muss ja die Kieler Nachrichten nicht lesen, wenn man die Hohwachter Bucht genießen will, - was sehr empfohlen sei ...

"Verborgen hinter blauäugiger Nettigkeit trinke ich, in der Hitze der Nacht, Blut." Zum 100. Geburtstag von George Tabori

Autodafé. Erinnerungen

tabori „Was ich immer erzählen muss, immer sagen muss: dass ich keine Heimat habe, dass ich ein Fremder bin, und das meine ich nicht pathetisch, sondern als gute Sache. Weil ein Schriftsteller, nach meinem Geschmack, muss ein Fremder sein.“
– George Tabori: Deutschlandfunk, 23. Oktober 2002

Anlässlich seines 100. Geburtstages rezensiert DLF noch einmal "Autodafé/Exodus", Wagenbach Verlag, Berlin 2014 , 156 Seiten, 19,90 Euro:
Ein melancholischer Clown in finsteren Zeiten

sowie Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag.

Dazu das Kalenderblatt: "Fremdsein gehört zu meinem Beruf"
Allesamt hörenswert!

Hommage an George Tabori zum 90. aus dem Berliner Ensemble vom 24.05.2004, - hier ein Auszug mit der großartigen Senta Berger, die aus des Dichters "Der siebente Akt" liest:

Abschreckend : Heike Schmoll über Christian Kracht. Edgar Wibeau und Friedrich Karl Kaul hohnlachen: "Die quantitative Übergewichtigkeit der Zentralfigur führt zur qualitativen Begrenztheit des realistischen Wirklichkeitsgehalts"

Das Zitat stammt von Rainer Kerndl: Junger Werther in Blue Jeans. Zur Uraufführung von Ulrich Plenzdorfs »Die neuen Leiden des jungen W.« im Landestheater Halle. In: Neues Deutschland, 8.Juni 1972. S. 4,- zitiert nach Georg Jäger: Ein Werther der DDR - Plenzdorfs Neue Leiden des jungen W. im gespaltenen Deutschland:
Friedrich Karl Kaul, der mit massiven Anwürfen die Diskussion um Plenzdorf in der Akademie der Künste (31.Okt. 1972) und in der führenden Literaturzeitschrift Sinn und Form auslöste, vermißte das »sozial-politische Gegengewicht« in Gestalt einer positiven Figur und lastete dem Werk eine »gewichtsmäßige Verfälschung« des »sozialistischen Seins und Werdens« der DDR an, die einhergehe mit einer Art Verhunzung der überlieferten klassischen Kultur ... vor allem in Gestalt eines Fäkalienvokabulars (in: Sinn und Form 25 (1973), H. 1, S. 220)

Wie der Kaul, so das Mietmaul, das die Schmoll da bemüht

Sie merken: Es geht um Literaturkritik. Heike Schmoll (verantwortlich für die Seite „Bildungswelten“ der FAZ), die das Gymnasium liebt, sich dabei allerdings metaphernmäßig zuweilen voll in die Ruine setzt, hat kürzlich einen gefunden, der als früherer Deutschlehrer und Didaktiker durchgeht und der ihr dem Kracht sein Faserland einer abstrusen Kritik unterzieht, die letztlich nur beweisen soll - weil "Faserland" in Niedersachsen heuer Abiturthema war - , dass die Nordländer kein ordentliches Abitur können (vgl. die Debatte dazu auch in der Süddeutschen Zeitung).
Was der an "Faserland" auszusetzen hat, können Sie hier nachlesen: Schmähkritik (544): “Faserland” von Christian Kracht; interessante Anmerkungen zu dem Artikel finden Sie auch bei den Gleisbauarbeiten: Kanon-Bildung: ABSCHRECKEND .

Abschreckend-Schmoll

Abgesehen von den recht durchsichtigen unmittelbar politischen Hintergründen (dazu müsste man etwas sagen über die Hildesheim-Connection in der niedersächsischen Bildungspolitik und darüber, wem hier ans Bein gepinkelt werden soll - was aber hier nicht so interessant ist), stellt sich die Frage nach dem Niveau der Auseinandersetzung:

Wenn man die unsägliche Popliteratur der 90er Jahre kritisieren will, kann man das machen auf dem Niveau eines Georg Seeßlen: Bedeutis und Wixis - Was kann die Popliteratur, und was meint sie zu können - oder man sollte es lassen, sonst muss man sich gefallen lassen (siehe oben) mit der Literaturkritik des Neuen Deutschland à la Kerndl in einem Boot zu sitzen. Darüber hinaus wäre ja auch noch zu fragen, für wie blöde man eigentlich Schülerinnen und Schüler hält, wenn man ihnen nicht zutraut, sich kritisch mit einem Protagonisten auseinanderzusetzen, der ein nicht gerade menschenfreundlicher Zyniker mit einer Vorliebe für fäkalsprachliche Ausdrücke und abartige Phantasien ist. Haben die in den (verbleibenden) zwei Jahren gymnasialen Deutschunterrichts nicht gelernt, zwischen Verfasser und Erzähler zu unterscheiden und - wenn sie denn unterschieden haben - nicht nur die Erzählfigur, sondern auch einen Verfasser-Flachkopf wie Kracht mit seiner und anderer schnöseliger "Tristesse Royale" kritisch wahrzunehmen?

Würde man Goethes Werther mit dem verkniffenen Blick des von Frau Schmoll bemühten Rezensenten lesen, müsste man das Werk wohl als ungeeignet für die Schullektüre verwerfen. Ich habe - das gebe ich zu - in Deutschkursen sogar ein Werk behandelt, in dem ein offensichtlich Verwirrter sich mit Gustaf Gründgens einlässt, eine Minderjährige vögelt (um es mal auf den Schmollpunkt zu bringen!), die er verlässt, als sie schwanger und daran irre wird, und in dem der Autor die Figuren sich so äußern lässt:

Faust (mit der Jungen tanzend):

Einst hatt ich einen schönen Traum
Da sah ich einen Apfelbaum,
Zwei schöne Äpfel glänzten dran,
Sie reizten mich, ich stieg hinan.

Die Schöne:

Der Äpfelchen begehrt ihr sehr,
Und schon vom Paradiese her.
Von Freuden fühl ich mich bewegt,
Daß auch mein Garten solche trägt.

Mephistopheles (mit der Alten):

Einst hatt ich einen wüsten Traum
Da sah ich einen gespaltnen Baum,
Der hatt ein ungeheures Loch;
So groß es war, gefiel mir's doch.

Die Alte:

Ich biete meinen besten Gruß
Dem Ritter mit dem Pferdefuß!
Halt Er einen rechten Pfropf bereit,
Wenn Er das große Loch nicht scheut.


....

Ganz offensichtlich ist [zumindest einer] der Protagonist[en] ein nicht gerade menschenfreundlicher Zyniker mit einer Vorliebe für fäkalsprachliche Ausdrücke und abartige Phantasien ...
.

Abschreckend!

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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