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Medial

Von den neuen Atennen kamen die alten Dummheiten - Auf den Müllhalden des Netzes

In an office in India, a cadre of Internet moderators ensures that social media sites are not taken over by bots, scammers, and pornographers. The Moderators shows the humans behind content moderation, taking viewers into the training process that workers go through in order to become social media’s monitors.

Der Kurzfilm „The Moderators“ von Ciaran Cassidy und Adrian Chen gibt in 20 Minuten einen kleinen Einblick in das Arbeiten und Lernen von indischen Content-Moderatoren. „The Moderators“ zeigt dabei Menschen, die auf den „Müllhalden des Netzes“ arbeiten, um westliche und indische Dating-Seiten „sauber“ zu halten.


View on YouTube Via Markus Beckedahl / netzpolitik.org

The Listening Post’s project: Media Theorised

Now more than ever, we cannot take news media at face value – we need tools to read media critically, strategies to discern how information works. This is what inspired The Listening Post’s project: Media Theorised.


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The Prisoner - Nummer 1 Abs. 3 NetzDG: Maas und Müller

https://netzpolitik.org/wp-upload/2017/03/zensur-foto-image-730x485.jpg
Foto: CC-BY 2.0 greyhorn

Analyse: So gefährlich ist das neue Hate-Speech-Gesetz für die Meinungsfreiheit
von Markus Reuter am 14. März 2017 bei netzpolitik.org

Karte und Gebiet - The Map Is Not The Territory

... oder: Die Welt unter der Narrenkappe

nosce-te-ipsum

Die einschlägigigen Blogs kümmern sich gestern und heute u.a. um eine Karte der deutsche Medienlandschaft, die ein sog. politischer „think tank“ namens „polisphere“ am Dienstagmorgen veröffentlicht hat.
http://www.ruhrbarone.de/wp-content/uploads/2017/02/medienlandschaft.jpg
Ruhrbarone und Salonkolumnisten nehmen nun Anstoß daran, dass eine ehemalige Mitarbeiterin des „Tagesspiegel“-Verlages dieses Ranking zur Seriösität der deutschen Medienlandschaft erstellt hat: Auf Platz eins: Der „Tagesspiegel“.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Karte bleibt dünn, - so auf der Ebene der Verfasserin:
„Unsere Übersicht ist selbstverständlich nur eine Diskussionsgrundlage und keine wissenschaftliche Ausarbeitung, beruht auf persönlichen Einschätzungen (nicht nur des polisphere-Teams) und ist natürlich nicht abschließend.“

Was mich langsam aus der Welt fallen lässt, ist das offenbar konsensfähige Koordinatensystem als solches - und natürlich auch die Verortung einzelner Marken in demselben. Wieso die persönlichen Einschätzungen so ausfallen, wie sie ausfallen, ist nachvollziehbar, wenn man sich das team von polisphere e.V. – Verein zur Förderung der politischen Kommunikation – ansieht:
Die Generation der Enddreißiger, die meint sich so verkaufen zu müssen:
    ... ist Executive Consultant von Ole von Beust Consulting, sowie Geschäftsführer der CAIDAO Beratungsgesellschaft mbH, Berlin. Inhaltlich leitet ... Projekte an der Schnittstelle von Personal- und Organisationsentwicklung sowie Strategie- und Kommunikationsberatung. Berufserfahrung konnte ... zuvor als Berliner Niederlassungsleiter der Unternehmensberatung ISA CONSULT, als Berater der internationalen Management Consultancy Corporate Value Associates sowie als ausgebildeter Wirtschafts- und Politikredakteur der Axel Springer AG sammeln. ... ist Magister Artium der Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und Latvian Academy of Culture in Riga. Er ist Alumnus der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Karrierenetzwerks e-fellows.net.
Die Eltern sind bestimmt sehr stolz (wahrscheinlich ehemalige oder immer noch SPD-Wähler, die sich den Arsch abgearbeitet haben, um dem Kind das BWL-Studium zu ermöglichen).

Fuck me running. Wer nach solchen Karten navigiert, kann nur an der Wand landen.
Vgl. Archäologie (DXXI): War Games 1956 / 2016

Post-factum Investigations: Selbstgespräche - oder: Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht

Am Ende des Jahres blickt Kulturjournalist Konstantin Pfau mit drei außergewöhnlichen Menschen zurück auf die vergangenen Monate. Wer steht hinter dem Sensationserfolg eines deutschen Filmstars in der arabischen Welt? Welche bisher unbekannten Motive machten den heutigen britischen Außenminister Boris Johnson zum Brexit-Befürworter? Und weshalb verlässt ein deutscher Botschafter nach nur achtmonatiger Amtszeit die Türkei? Zu diesen und weiteren wichtigen Fragen dieses Jahres bittet Konstantin Pfau drei Gäste zum Einzelgespräch an seinen Tisch. (Frankfurter Rundschau » Kultur » TV-Kritik 29.12.16)

Gr0ßartig!!! Ansehbefehl!! - Das ist nicht Comedy, das ist eine geniale Analyse des status praesens der medialen Meinungsproduktion - von Olli Dittrich mit bewunderswerten künstlerischen Mitteln:



Zu der in diesem Zusammenhang sich aufdrängenden Frage - die eigentlich lauten müsste : Wie entsteht eine Meinung in einem Kopf? - gibt es einen sehr alten, aber doch immer noch lesenswerten Versuch, die Frage zu beantworten (auch wenn es damals noch kein Internet gab):

E. A. Rauter
Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht . Oder das Herstellen von Untertanen
- 1971 !!! -
Immer noch lesenswert: Text hier: http://tadema.de/thesen/e_a_rauter.pdf
War nicht ganz doof:



Noch älter: Hans Magnus Enzensberger
Einzelheiten I - Bewußtseins-Industrie
von 1964
... als E. feststellte, der gesellschaftliche Auftrag der Bewusstseins-Industrie sei „heute überall derselbe: die existierenden Herrschaftsverhältnisse, gleich welcher Art sie sind, zu verewigen. (…) Materielle Ausbeutung muss hinter der immateriellen Deckung suchen und die Zustimmung der Beherrschten mit neuen Mitteln erwirken. (…) Gepfändet wird nicht bloß Arbeitskraft, sondern die Fähigkeit, zu urteilen und sich zu entscheiden.“

Das verdient die Note "Erstaunlich" (mit der bekanntlich Arnold Hau sein Abitur bestand), dass man schon 1960 wissen konnte, was gerade eben als große Entdeckung gefeiert wird: Dass es so etwas wie Propaganda, Manipulation, Mindfuck - aktuell aka FakeNews - gibt. Es gab auch mal einen interessanten Ansatz von Ideologiekritik: Ideologie wurde da verstanden als falsches Bewusstsein ...
Schon länger gibt es leider kein falsches Bewusstsein mehr:

Vorher: Wenn Zucker draufsteht, muß auch Zucker drinsein. Nachher: Steht Zucker drauf und Salz ist drin, müssen wir umdenken. Forthin ist Zucker das, was man in die Suppe streut. (Wolfgang Pohrt)


Zum Problem sprach Jens Wernicke kürzlich mit dem Politikwissenschaftler und Propagandaforscher Jörg Becker. (Nachdenkseiten)


Naja, es ist halt Krieg da draußen:

Lessons of Qualitätsmedien: Die HAZ berichtet aus Forschung und Leere

Meine Lieblings-HAZ füllt heute ein Viertel der Seite 1 mit diesem Text:



Das nennt sich Content Leadership und wird von einer Volontärin aus diversen Quellen zusammengestückelt - ungenau und lückenhaft übersetzt -. Flüchtige Recherche in der Maschine ergibt als ursprüngliche Quelle das Radaublatt Daily Record (most-read news heute: Woman who had sex with pit bull filmed sickening acts to 'arouse her boyfriend'), wo man immerhin erfährt:
    Now the University of Glasgow is offering a short course entitled D’oh! The Simpsons Introduce Philosophy.
    Promotional material for the course, which costs £30, says: “The Simpsons is one of the modern world’s greatest cultural artefacts, partly because it is so full of philosophy. Aristotle, Kant, Marx, Camus, and many other great thinkers’ ideas are represented in what is arguably the purest of philosophical forms – the comic cartoon.
    “This day-school will explore philosophy’s most inspiring ideas as presented in Matt Groening’s monument to the absurdities of human existence ...
Das ist etwas anderes als die Simpsons demnächst philisophisch zu betrachten, und dass der eintägige Kurs nicht allen Interessierten offensteht, sondern schlappe £30 kostet, erfährt der HAZ-Leser, der schon kurz davor ist, einen Flug nach Glasgow zu buchen, auch nicht ...
Aber das bringt uns immerhin zu wirklich interessanten Einsichten über Prekarität im akademischen Milieu: Der zititierte Dozent, der an meheren Hochschulen in Glasgow als Convenor, Course Designer, Lecturer, Tutor arbeitet und dessen main research interests are in the philosophy of mind, particularly the metaphysics of mind: the problem of mental causation, the mind-body problem, and the prospects for materialist accounts of mental phenomena. I also take an interest in reductive versus non-reductive projects in science more generally, the development of the philosophy of mind in the twentieth century, defending intentionalism in the philosophy of art, and Hume's philosophy of religion, ist vermutlich dringend auf die £30 angewiesen ...

Außerdem erfahren wir heute in der HAZ unter Kurz gemeldet noch:
    Studenten in Thailand lernen den Tod zu studieren
    Bangkok. „Schöner Tod“ – so heißt ein neues Seminar, das die renommierte thailändische Chulalongkorn-Universität in Bangkok im Januar auflegt. Studenten sollen lernen, sich auf den Tod vorzubereiten und keine Angst davor zu haben, wie Dozentin Aim-utcha Wattanaburanon am Donnerstag berichtete.
Auch da frage ich mich, wie man darauf kommt, sowas zu melden. Flüchtige Recherche in der Maschine ergibt auch hier eher seltsame Quellen, voran DER FARANG - Newsportal für Urlauber und Residenten in Thailand! - Stock News USA weiß allerdings mehr:
    ′The classroom activities will be designed to offer the students the opportunity to lament the loss of loved ones and to understand that it’s OK to cry′, said the ′beautiful death′ teacher, Aim-Utchim.
    The purpose of the course is to help the students to prepare for death, which should be seen as a natural event, and not be afraid of it. The professor added that this training should be both a mental and financial one.
Da kann man wenigstens ahnen, wie die Meldung ins Blatt kam: der news-robot merkte bei financial auf, verfasste den Text und setzte ihn unter Culture&Arts ab ... Wenn es noch verantwortungsvolle Redakteure gäbe, müssten die klarstellen:
Leonard Cohen Taught Us How to Die

Der Chief Content Officer der HAZ müsste mir mal erklären, was seine Auswahl von Nachrichten von der von Facebook unterscheidet, - abgesehen davon, dass Facebook individueller ansteuern kann, wo eine HAZ noch von der Idee eines ideellen Gesamtidioten als Adressaten ausgeht, - den man u.a. mit den täglichen Umfragen ausforscht - wo das Programm allerdings bemerkt, wenn man mehrfach abstimmen will. - Schade, ich hätte gern eine Filterblase gebastelt. (Vgl. Kölner hat mit einer 25 Cent-Pfandflasche knapp 45.000 Euro ergaunert (Business Insider -!!))


Gefangen in der Filterblase?
Im Internet sucht jeder nur Nachrichten, die seine Meinung bestätigen. So die allgemeine Auffassung. Eine neue Studie zeigt, dass es in Wahrheit noch viel schlimmer ist. (FAZ, 08.11.2016, von Boris Holzer)
    ... Es gibt also sowohl eine an politische Unterscheidungen angelehnte Differenzierung der Medienlandschaft als auch ein dementsprechendes, je nach Kanal unterschiedlich stark ausgeprägtes Rezeptionsverhalten. Der Unterschied zwischen „online“ und „offline“ ist aber nicht besonders groß.
    Wer besorgniserregende Ergebnisse sucht, findet sie im Kleingedruckten. So stand zwar ein Datensatz von insgesamt 1,2 Millionen Nutzern zur Verfügung, ausgewertet wurden aber nur die Daten von 50 000, weil lediglich vier Prozent des Samples das Kriterium „aktiver Nachrichtenkonsum“ erfüllen. Und dass die befürchtete Selektivität der sozialen Medien keine große Rolle spielt, hat auch damit zu tun, dass nur jeder dreihundertste Klick auf Facebook zu einer Nachrichtenseite geht. Katzenvideos und andere unterhaltende Inhalte haben wesentliche größere Bedeutung...
Ich fürchte, die Strategie des HAZ-Content-Managements, in Konkurrenz zu sog. sozialen Medien ebenfalls auf mehr Katzenvideos und andere unterhaltende Inhalte zu setzen führt direktemang in die Tonne: Warum soll ich dafür noch 1,70 € ausgeben?

Fuck the Bubble!

9. November 2016 - Bedtime For Bonzo. Oder: Das Heulen und Zähneklappern der liberalen Kleinbourgeoisie - "Kick out the jams"

Jetzt sind alle sehr betroffen, weil Trump Präsident wird. Ich sehe da eher keinen großen Unterschied zu seinen Vorgängern Ronald W. Reagan, Georg H. W. Bush, Richard Nixon, Charles Manson oder George W. Bush.
Aber: in Dallas sind gerade milde 19 Grad, da kann man auch mal im offenen Wagen durch die Stadt kutschieren.

Uwe Becker (bei Facebook)


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.. nicht ganz getroffen: Am 20. Januar um 12 Uhr beginnt die Amtszeit des neuen Präsidenten offiziell. Er leistet seinen Amtseid und hält eine Antrittsrede.

Einer hat es vorhergesehen:
https://www.burks.de/burksblog/pix/2016/11/091116_1.jpg

Ich schließe mich hier Burks' Einschätzung an:
Der kollektive Mittelfinger [Update]
I told you so oder: der Jesse-Ventura-Effekt [Update]
Trump. I told you so. Ich gehe jetzt raus in die sozialen Medien und lach mich kaputt über das Heulen und Zähneklappern der „liberalen“ Kleinbourgeoisie.



Sehr treffend: Burks' Formulierung das Heulen und Zähneklappern der „liberalen“ Kleinbourgeoisie, die massenhaft die weinende Freiheitsstatue bei Facebook teilt. - Und mit der Kanzlerin Werte teilt: Sie nannte Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. "Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an." (SPON 09.11.2016)

Abgesehen davon, dass es das hier früher auch nicht gegeben hätte, dass ein deutscher Regierungschef einen amerikanischen Präsidenten derart abwatscht, könnte man ja mal fragen, wie es um Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung hierzulande bestellt ist.

Ganz furchtbar, was das Niveau der Diskussion angeht: Frau Schwarzer heute Abend bei Maischberger: Der Trump-Schock: Wie verändert er die Welt? Sehr schön dort Eric T. Hansen: (sinngemäß) Jeder bringt seine Probleme von Zuhause mit und stülpt sie Trump über ...

Dispositiv (VIII): Trumpism - Fake Populism



"Kick out the jams"
has also been taken to be a slogan of the 1960s ethos of revolution and liberation, an incitement to "kick out" restrictions in various forms. To quote MC5 guitarist Wayne Kramer from his interview with Caroline Boucher in Disc & Music Echo magazine on August 8, 1970:
People said "oh wow, 'kick out the jams' means break down restrictions" etc., and it made good copy, but when we wrote it we didn't have that in mind. We first used the phrase when we were the house band at a ballroom in Detroit, and we played there every week with another band from the area. [...] We got in the habit, being the sort of punks we are, of screaming at them to get off the stage, to kick out the jams, meaning stop jamming. We were saying it all the time and it became a sort of esoteric phrase. Now, I think people can get what they like out of it; that's one of the good things about rock and roll ...

GBlog: Zur Dialektik der Rebellion

Nachtrag:

Dazu heute auch Bersarin: Ein paar Worte zu Trump (AISTHESIS) mit einem weiteren erhellenden Zitat von Zizek aus der „Zeit“:
    „Der gleiche Volkszorn, der Trump gebar, brachte auch Sanders hervor, und während beide der weitverbreiteten sozialen und politischen Unzufriedenheit Ausdruck verleihen, tun sie es auf entgegengesetzte Weise: der eine mit rechtem Populismus und der andere mit der linken Forderung nach Gerechtigkeit. Und hier ist der Trick: Der linke Ruf nach Gerechtigkeit geht häufig Hand in Hand mit den Kämpfen um die Rechte von Frauen und Homosexuellen, für Multikulturalismus und gegen Rassismus und so weiter. Das strategische Ziel des Clinton-Konsenses besteht darin, all diese Kämpfe von der linken Forderung nach Gerechtigkeit abzutrennen – weshalb das lebende Symbol dieses Konsenses Tim Cook ist, der Apple-Chef, der stolz einen offenen Brief gegen die Diskriminierung von LGBT-Personen unterzeichnet und jetzt problemlos Hunderttausende Foxconn-Arbeiter in China vergessen kann, die Apple-Produkte unter Sklavenbedingungen montieren. Er hat ja seine große Geste der Solidarität mit den Unterprivilegierten gemacht und die Abschaffung jeglicher Geschlechtersegregation gefordert. Wie so oft stehen die Großunternehmen stolz vereint mit der politisch korrekten Theorie.“
Das ist keine VT, sondern ein schöner Deutungsansatz.
Den gleichen Trick hat übrigens Julian Reichelt (Bild.de-Chefredakteur) gestern bei Maischberger (Der Trump-Schock: Wie verändert er die Welt?) versucht, als er Sanders/Lafontaine mit Trump/AfD gleichsetzte, weil sie Angebote für Enttäuschte machen ... Das ist vermutlich der gemeinsame Kern des Clinton-Merkel-Konsenses (auf den Reichelt wie die Mehrheit der Qualitätsmedien verpflichten wollen): TINA.

...
Ansonsten: 7 Things We Must Do as Trump Prepares for the White House
We have no interest in compromising with racists and misogynists.
By Michael Moore / AlterNet
November 10, 2016

Archäologie (DLII) : Das Millionenspiel / Moralstufen

Fefe weist noch darauf hin, dass es das in der ARD in ähnlicher Weise schon mal vor 46 Jahren gab: Das Millionenspiel


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Aufschlussreich: Der interviewte Bewerber löst das moralische Dilemma so wie ein Zweijähriger the trolley problem.

Kohlberg: Moralstufe 1.
Kohlberg_moral_stages_vop

Augmented Reality: Pokémon players don't understand the forces they're dealing with

“This shit is real, baby.”


View on YouTube - Gefunden bei jwz.

Aus dem Jenseits
(From Beyond) schrieb H.P. Lovecraft im Jahre 1920
. Die Verfilmung von 1986 ist wie bei Lovecraft-Verfilmungen üblich etwas trashig. Und H.P. sieht tatsächlich aus wie ein heutiger Pokemon-Sucher, allerdings ohne Bart.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a2/Howard_Phillips_Lovecraft_in_1915.jpg

Au dem Jenseits
Der junge Erfinder Crawford Tillinghast hat eine teuflische Maschine entwickelt, die er seinem Freund, unserem Berichterstatter, widerwillig vorführt. Aber es hat einen „;Unfall“; gegeben: Die drei Bediensteten in Tillinghasts Haushalt sind spurlos verschwunden. Er muss seinem Freund erklären, wie es dazu kommen konnte.
Die Maschine, die ein kränklich violettes Licht sowie ein Spektrum von Tönen erzeugt, wirkt anscheinend auf die menschliche Zirbeldrüse ein und erweitert das Universum der Wahrnehmung erheblich. So kann man plötzlich ultraviolettes Licht sehen, das ja normalerweise unsichtbar ist. Fatalerweise erweitert sich aber auch das Hörspektrum und der Blick erreicht neue Dimensionen, in denen sich unheimliche, schleimige Wesen von relativ gefräßigem Appetit herumtreiben. Offenbar haben sie sich der Verschwundenen bemächtigt. Und genau jetzt sitzt unserem Erzähler eines dieser Dinger auf der linken Schulter…

Audio recording of the story at the HP Lovecraft Literary Podcast
H.P. Lovecraft - Aus dem Jenseits [Lovecraft|Hörbuch|Horror]

Aus dem Diesseits (NZZ):
Andrew Cuomo hat Niantic Labs in einem offenen Brief aufgefordert, zu verhindern, dass Sexualstraftäter «Pokémon Go» spielen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York schrieb, die Gefahr, dass Kinder in gefährliche Gegenden gelockt würden, sei zu gross. Spieler können andere Nutzer mit sogenannten Lures anlocken. Dementsprechend wurde Niantic aufgefordert, PokéStops in der Nähe von Sexualstraftäterwohnungen zu entfernen...

Roger Willemsen: «Ich will das innere Ausland finden» - Dieser Blick - Leider ist die Sendezeit zu Ende

Zuweilen bemerkt man erst (wie ich schon häufiger feststellte), wenn man vom Tod eines Menschen erfährt, wie wichtig er einem war. Roger Willemsen ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren. Im August 2015 hatte Willemsen seine Krebserkrankung öffentlich gemacht.

Warum Willemsen so wichtig war, wird deutlich im folgenden historischen Dokument. An die Sendung im Dezember 1997 erinnere ich mich häufig, wenn es um Medienkritik i.w.S. geht (wusste allerdings nicht mehr, dass das schon so lange her ist): Roger Willemsen und Friedrich Küppersbusch erklären uns, was wir seitdem im ÖRFernsehen sehen:


View on YouTube Genial! Ansehbefehl!!

Wir sehen Willemsen und Küppersbusch bei einem Akt von Medienpiraterie während der letzten Ausgabe von Küppersbuschs „Privatfernsehen“ – einem Politmagazin vor „basisfundamentalistischem Publikum mit politischem Interesse“ (F.K.), das die ARD Ende 1997 absetzte.
Friedrich Küppersbusch (ARD) ließ sich mit Willemsens Woche (zeitgleich im ZDF) zusammenschalten und die beiden überzogen einfach so lange, bis die ARD nach einer knappen Viertelstunde den Hinweis „Leider ist die Sendezeit zu Ende“ ein- und die Sendung ausblendete. Roger „Willemsens Woche“ sollte nur ein halbes Jahr später aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbannt werden. Großes Fernsehen.

Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier:
Willemsens Woche: Late-Night-Talkshow mit Roger Willemsen
    Nach einigen Jahren als hochgelobter, aber kaum gesehener Interviewer in 0137 und „Willemsen. der Talk.“ auf Premiere engagierte das ZDF den promovierten Germanisten für den Versuch einer intelligenten Gesprächssendung. Zu den Gästen gehörten Gerhard Schröder, Sting, Yoko Ono, Billy Joel, Jeanne Moreau, Isabelle Huppert, David Copperfield, Isabelle Allende, Jassir Arafat und Joan Baez.
    In der ersten Ausgabe interviewte er Madonna und fragte sie u. a., ob sie gut küssen könne – was gleich einen Eindruck von seinem zwischen Intellektualität und Flirt changierenden Gesprächsstil vermittelte. Willemsen wagte anspruchsvolle Interviews, etwa mit Daniel Goldhagen über die Deutschen als „Hitlers willige Vollstrecker“, und lud den psychisch kranken australischen Pianisten David Helfgott ein, Fragmente aus Rachmaninovs 3. Klavierkonzert vorzutragen.
    Sondersendungen mit nur einem einzigen Interviewgast gab es mit Isabella Rosselini, Michail Gorbatschow und Peter Ustinov. Er sprach mit seinen Gästen vor Publikum an einer Art Küchentisch, anfangs, je nach Thema, auch in einer Couchecke. Zwischen den Gesprächen spielte der an der Glasknochenkrankheit leidende Jazz-Pianist Michel Petrucciani.

    Willemsens Woche polarisierte Zuschauer und Kritiker: Die einen lobten die sonst im Fernsehen fast völlig abwesende Intelligenz der Unterhaltung, andere waren von der Eitelkeit des Gastgebers genervt. Die Quoten waren nur selten gut, fielen aber ins Bodenlose, als das ZDF die Sendung Anfang 1997 vom späten Freitag- auf den noch späteren Donnerstagabend verlegte. Im September des gleichen Jahres machte der Sender den Schritt rückgängig und erklärte, Willemsen von der Quotenvorgabe zu befreien: „Ich bin kein Entertainer mehr, sondern Subkultur“, kommentierte der. Kein Jahr später war dennoch Schluss; im Juni 1998 lief noch ein Best-of.
    Willemsen war innerhalb des ZDF auch wegen seiner häufigen Kritik am Medium Fernsehen umstritten. Nachdem er die Doktorarbeit von Bundeskanzler Helmut Kohl als „Leistungsverweigerung“ verspottet hatte, bekam er ebenso Ärger wie nach einem Interview mit der Mutter der RAF-Terroristin Birgit Hogefeld. Schon bald durfte Willemsen keine aktiven deutschen Politiker mehr in die Sendung einladen...
    Helmut Markwort konfrontierte Willemsen 1995 mit einem Fehler nach dem anderen aus dessen Zeitschrift „Focus“. Die Abmoderation lautete: „Fakten, Fakten, Fakten. Das war unser Geschenk für zwei Jahre Focus. Herr Markwort, vielen Dank fürs Hiersein.“ Es gab eine Rüge vom Fernsehrat dafür...

Weiterführende Informationen:
- Roger Willemsen (1955 – 2016) - 08/02/2016 von allerlei2013riffmaster
- Roger Willemsens Interview mit Helmut Markwort
- Roger Willemsen über Heidi Klum und Germanys next Topmodel
- Roger Willemsen in seinem letzten Interview mit der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA):
    Wenn Sie nicht gläubig sind, worin besteht für Sie der Sinn des Lebens?
    Willemsen: Der Sinn besteht darin, die gegebene Frist sinnvoll zu nutzen. Nicht nur Spaß zu haben.

    Und wenn die Frist dann um ist - was ist mit einem Leben nach dem Tod?
    Willemsen: Darüber kann ich nichts wissen, und das betrübt mich nicht.

    Und wie wollen Sie die Frist nutzen, die Ihnen noch bleibt?
    Willemsen: Da für mich zu den größten Glückszuständen der Zustand der Produktivität gehört, also etwas hervorzubringen, richtet sich meine Glücksvorstellung in erster Linie auf das, was ich noch werde hervorbringen können. Das heißt, Bücher, die ich im Kopf habe, Dinge, die ich sinnvoll oder notwendig finde
    .
+ Roger Willemsen über die Masseneinwanderungsinitiative* und Reisen (Roger Willemsen «Ich will das innere Ausland finden», TagesWoche 27.2.2014)

"Wahrscheinlich steht die Vorstellung einer weitestgehend ungestörten Kultur dahinter. Doch die ist für alle Staaten verloren. ... ich glaube schon, dass hier die Vorstellung von einem umfriedeten europäischen Land gezüchtet wird, die antiquiert ist. Wir haben uns auf Migrationsbewegungen ganz anderer Art einzurichten." - Roger Willemsen im Feburar 2014

+ Sehr schön: Willi Winkler über Roger Willemsen. Er konnte alles besser als alle (Süddeutsche Zeitung, 8. Februar 2016)

http://www.deutschlandradiokultur.de/media/thumbs/2/2a887549e4c28dba2d9e91ce43815edcv1_max_635x357_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg

Dieser Blick
- nehmen wir mal an, er richtet sich auf die Bilder aus Homs (unten) - zeichnet sich aus durch ein gelungenes Verhältnis von Nähe und Distanz: Empathie, verstehen wollen und verstehen können, Wissen, Zweifel und eine feine ironische, aber nicht arrogante Distanz zum Gegenstand der Betrachtung. Eine gelebte Haltung ...

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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