Zuweilen so etwas wie überirdischer Trost: Colosseum - Valentyne Suite
Zuweilen (XVIV): He runs away and plays ... In seiner Stimme etwas wie überirdischer Trost: Jack Bruce (1943 - 2014)
Das zweite Stück in Colosseums Konzert - gestern Abend im Pavillon/Hannover - war Morning Story von Jack Bruce, - eine wunderbare Würdigung des Weggefährten und Meisters. Toll, wie sich Mark Clarke (Tenor) und Chris Farlowe (astonishing human voice) Bruce's einzigartigen Gesang teilen ...
Höhepunkte des Konzerts waren (selbstverständlich) Lost Angeles und die Valentyne Suite, die ich so noch nicht gehört habe: gefühlte 30 statt der original 17 Minuten - ein unglaublicher Spannungsbogen, Variationen einzelner Parts, virtuose Soli (vor allem Barbara Thompson und Clem Clemson), aber vor allem ein Zusammenspiel aller, das die lyrischen Melodiebögen, die harten Riffs und die Breaks und Schlagzeugstakkati zu einer musikalischen Idee einer Utopie dessen werden lässt, was Menschen gemeinsam erreichen können. So etwas wie überirdischer Trost eben!
Klingt vielleicht ein wenig abgehoben, ist aber so (vgl. - wenn auch noch in anderer Gestalt - 2003 ab 17'15)!
Es gibt eine sehr schöne Rezension der Veröffentlichung der Deluxe Expanded Edition von 2004 von Manni Hüther (rocktimes.de), die ich nicht vorenthalten möchte:
Das sehr empfehlenswerte neue Album TIME ON OUR SIDE hier bei Ruf Records.

Das zweite Stück in Colosseums Konzert - gestern Abend im Pavillon/Hannover - war Morning Story von Jack Bruce, - eine wunderbare Würdigung des Weggefährten und Meisters. Toll, wie sich Mark Clarke (Tenor) und Chris Farlowe (astonishing human voice) Bruce's einzigartigen Gesang teilen ...
Höhepunkte des Konzerts waren (selbstverständlich) Lost Angeles und die Valentyne Suite, die ich so noch nicht gehört habe: gefühlte 30 statt der original 17 Minuten - ein unglaublicher Spannungsbogen, Variationen einzelner Parts, virtuose Soli (vor allem Barbara Thompson und Clem Clemson), aber vor allem ein Zusammenspiel aller, das die lyrischen Melodiebögen, die harten Riffs und die Breaks und Schlagzeugstakkati zu einer musikalischen Idee einer Utopie dessen werden lässt, was Menschen gemeinsam erreichen können. So etwas wie überirdischer Trost eben!
Klingt vielleicht ein wenig abgehoben, ist aber so (vgl. - wenn auch noch in anderer Gestalt - 2003 ab 17'15)!
Es gibt eine sehr schöne Rezension der Veröffentlichung der Deluxe Expanded Edition von 2004 von Manni Hüther (rocktimes.de), die ich nicht vorenthalten möchte:
- Und dann kommt SIE, die berühmteste Suite der Rockmusik, mit ihrer Sonatenform. Im Vorjahr (1968) nannten die Beatles eine LP "Magical Mystery Tour". Wenn aber zu jener Zeit wirklich ein Song oder eine Platte einen solchen Namen verdient hatte, war es sicherlich die "Valentyne Suite". Das dreiteilige, fast 17 Minuten lange Stück ist pure musikalische Magie.
Der Beginn mit den heftigen Schlagzeugstakkati, dem durchsetzungsfähigen Bass, den einfallsreichen Klängen der Hammond und einem eingearbeiteten Gitarrensolo, über dem die bekannten Tupfer des Vibraphons liegen (das alles schon innerhalb der der ersten 90 Sekunden!) ist so in prallen Farben von Musikalität gezeichnet, dass Worte das gar nicht beschreiben können. Hier kann man ohne mit der Wimper zu zucken, angefangen vom Beherrschen der Instrumente, über das Layout der zugrundeliegenden Struktur bis hin zur Umsetzung durch die jungen Musiker, eigentlich nur ein sehr hochgestochenes Wort benutzen: Genial!
Das erste Thema, "January's Search", wird vom teilweise ruhigen, dann wieder wilden Hammondspiel von Dave Greenslade beherrscht, in den Schnittstellen der Abschnitte innerhalb des Themas dominiert Jon Hiseman mit mächtigen und treibenden Drumsounds, die das Timing geschickt variabel gestalten. Auch das zweite Thema, "February's Valentyne", wird von Dave Greenslades ausgefeilten Keyboards und der überschäumenden Spielfreude der Band bestimmt. "The Grass Is Always Greener" überzeugt mit den virtuosen Soli von Saxophon und Gitarre. Insgesamt von allen fünf Musikern eine atemberaubende Leistung!
Die "Valentyne Suite" ist ohne jeden Zweifel den absoluten Top-Stücken der gesamten populären Musik zuzuordnen. Jeder, der gerne und unvoreingenommen Musik hört, sollte diese rund 1000 Sekunden intensivster, dabei vollkommen ungekünstelter Mixtur aus Blues, Jazz, Rock und Klassik kennen(lernen). Seit ihrem ersten Erscheinen im Winter 1969 ist diese Platte nie alt geworden oder würde gar den Hörer ermüden. Im Gegenteil, sie gewinnt mit jeder weiteren Hörsitzung. Klarer Fall von Album für alle Ewigkeit!
Das sehr empfehlenswerte neue Album TIME ON OUR SIDE hier bei Ruf Records.

gebattmer - 2014/10/29 19:44