Im Sparadies der Friseure
"In einem Land, in dem BILD als Zeitung durchgeht und die Hitler-Wiederaufbereitungsanlage Guido Knopp als Historiker firmiert, gelten Friseure als Hirnforscher ..." (Wiglaf Droste)
Zu finden u. a. auf der CD "Meine ostdeutschen Adoptiveltern und ihr missratener Sohn aus dem Westen" mit Uschi Brüning und E.- L. Petrowsky, - hier zu hören!
Nachzulesen hier; Leseprobe hier:
... Kopfschüttelnd verließ ich das Geldinstitut und raufte mein Resthaar – das, wie ich feststellte, lang und wallend zu werden drohte, als sei ich ein Jugendlicher, oder, noch bedauernswerter, ein Operettenkünstler. Die Matte muss ab! Die kommt runter! Du gehst zum Putzer!, beschloss ich barsch und machte mich daran, einem Frisörladen aufzusuchen. Ich fand auch gleich einen; er hieß aber “Hair Force One”. Ungläubig las ich das, “Hair Force One” – und floh, Blitzeis im Genick. Ich bin schließlich kein amerikanischer Präsident und möchte auch keiner mehr werden.
Aber wohin mich begeben, wohin mich wenden? “Hairdamit” forderte der nächste Frisör im Stil eines Straßenräubers, Wegelagerers und Raubritters. Dem wollte ich nicht in die Hände fallen, aber auch keine Coiffeurstube namens “Kopfsache” betreten – dagegen war ja das legendäre Gard-Haarstudio aus den 70er Jahren mit Jacques Galèt eine humanistische Angelegenheit gewesen...
Illustrationen bei der flickr-Gruppe "Im Sparadies der Friseure" – Frisöre des Grauens
Vgl. auch Newspeak: rubber&hair&history competence

Nachzulesen hier; Leseprobe hier:
... Kopfschüttelnd verließ ich das Geldinstitut und raufte mein Resthaar – das, wie ich feststellte, lang und wallend zu werden drohte, als sei ich ein Jugendlicher, oder, noch bedauernswerter, ein Operettenkünstler. Die Matte muss ab! Die kommt runter! Du gehst zum Putzer!, beschloss ich barsch und machte mich daran, einem Frisörladen aufzusuchen. Ich fand auch gleich einen; er hieß aber “Hair Force One”. Ungläubig las ich das, “Hair Force One” – und floh, Blitzeis im Genick. Ich bin schließlich kein amerikanischer Präsident und möchte auch keiner mehr werden.
Aber wohin mich begeben, wohin mich wenden? “Hairdamit” forderte der nächste Frisör im Stil eines Straßenräubers, Wegelagerers und Raubritters. Dem wollte ich nicht in die Hände fallen, aber auch keine Coiffeurstube namens “Kopfsache” betreten – dagegen war ja das legendäre Gard-Haarstudio aus den 70er Jahren mit Jacques Galèt eine humanistische Angelegenheit gewesen...
Illustrationen bei der flickr-Gruppe "Im Sparadies der Friseure" – Frisöre des Grauens
Vgl. auch Newspeak: rubber&hair&history competence
gebattmer - 2012/11/18 15:53
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