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CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXVI): From the Vaults: Staatsschulden

Kritik und Kunst verweisen darauf, dass ein bekannter deutscher Soziologe und Politikberater sich vor längerer Zeit schon recht klar zu diesem Problem geäußert hat:

VIERUNDZWANZIGSTES KAPITEL
Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 23, "Das Kapital", Bd. I, Siebenter Abschnitt, S. 741 - 791, Dietz Verlag, Berlin/DDR 1968

"Das System des öffentlichen Kredits, d.h. der Staatsschulden, dessen Ursprünge wir in Genua und Venedig schon im Mittelalter entdecken, nahm Besitz von ganz Europa während der Manufakturperiode. Das Kolonialsystem mit seinem Seehandel und seinen Handelskriegen diente ihm als Treibhaus. So setzte es sich zuerst in Holland fest. Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats - ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch - drückt der kapitalistischen Ära ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist - ihre Staatsschuld.(243a) Daher ganz konsequent die moderne Doktrin, daß ein Volk um so reicher wird, je tiefer es sich verschuldet. Der öffentliche Kredit wird zum Credo des Kapitals. Und mit dem Entstehen der Staatsverschuldung tritt an die Stelle der Sünde gegen den heiligen Geist, für die keine Verzeihung ist, der Treubruch an der Staatsschuld.

Die öffentliche Schuld wird einer der energischsten Hebel der ursprünglichen Akkumulation. Wie mit dem Schlag der Wünschelrute begabt sie das unproduktive Geld mit Zeugungskraft und verwandelt es so in Kapital, ohne daß es dazu nötig hätte, sich der von industrieller und selbst wucherischer Anlage unzertrennlichen Mühwaltung und Gefahr auszusetzen. Die Staatsgläubiger geben in Wirklichkeit nichts, denn die geliehene Summe wird in öffentliche leicht übertragbare Schuldscheine verwandelt, die in <783> ihren Händen fortfungieren, ganz als wären sie ebensoviel Bargeld. Aber auch abgesehn von der so geschaffnen Klasse müßiger Rentner und von dem improvisierten Reichtum der zwischen Regierung und Nation die Mittler spielenden Finanziers - wie auch von dem der Steuerpächter, Kaufleute, Privatfabrikanten, denen ein gut Stück jeder Staatsanleihe den Dienst eines vom Himmel gefallenen Kapitals leistet - hat die Staatsschuld die Aktiengesellschaften, den Handel mit negoziablen Effekten aller Art, die Agiotage emporgebracht, in einem Wort: das Börsenspiel und die moderne Bankokratie.

Von ihrer Geburt an waren die mit nationalen Titeln aufgestutzten großen Banken nur Gesellschaften von Privatspekulanten, die sich den Regierungen an die Seite stellten und, dank den erhaltnen Privilegien, ihnen Geld vorzuschießen imstande waren. Daher hat die Akkumulation der Staatsschuld keinen unfehlbareren Gradmesser als das sukzessive Steigen der Aktien dieser Banken, deren volle Entfaltung von der Gründung der Bank von England datiert (1694). Die Bank von England begann damit, der Regierung ihr Geld zu 8% zu verleihen; gleichzeitig war sie vom Parlament ermächtigt, aus demselben Kapital Geld zu münzen, indem sie es dem Publikum nochmals in Form von Banknoten lieh. Sie durfte mit diesen Noten Wechsel diskontieren, Waren beleihen und edle Metalle einkaufen. Es dauerte nicht lange, so wurde dies von ihr selbst fabrizierte Kreditgeld die Münze, worin die Bank von England dem Staat Anleihen machte und für Rechnung des Staats die Zinsen der öffentlichen Schuld bezahlte. Nicht genug, daß sie mit einer Hand gab, um mit der andern mehr zurückzuempfangen; sie blieb auch, während sie empfing, ewige Gläubigerin der Nation bis zum letzten gegebnen Heller. Allmählich wurde sie der unvermeidliche Behälter der Metallschätze des Landes und das Gravitationszentrum des gesamten Handelskredits. Um dieselbe Zeit, wo man in England aufhörte, Hexen zu verbrennen, fing man dort an, Banknotenfälscher zu hängen. Welchen Effekt auf die Zeitgenossen das plötzliche Auftauchen dieser Brut von Bankokraten, Finanziers, Rentiers, Maklern, Stockjobbers und Börsenwölfen machte, beweisen die Schriften jener Zeit, z.B. Bolingbrokes.(243b)

Mit den Staatsschulden entstand ein internationales Kreditsystem, das häufig eine der Quellen der ursprünglichen Akkumulation bei diesem oder jenem Volk versteckt. So bilden die Gemeinheiten des venetianischen Raub- <784> systems eine solche verborgne Grundlage des Kapitalreichtums von Holland, dem das verfallende Venedig große Geldsummen lieh. Ebenso verhält es sich zwischen Holland und England. Schon im Anfang des 18. Jahrhunderts sind die Manufakturen Hollands weit überflügelt und hat es aufgehört, herrschende Handels- und Industrienation zu sein. Eins seiner Hauptgeschäfte von 1701-1776 wird daher das Ausleihen ungeheurer Kapitalien, speziell an seinen mächtigen Konkurrenten England. Ähnliches gilt heute zwischen England und den Vereinigten Staaten. Manch Kapital, das heute in den Vereinigten Staaten ohne Geburtsschein auftritt, ist erst gestern in England kapitalisiertes Kinderblut.

Da die Staatsschuld ihren Rückhalt in den Staatseinkünften hat, die die jährlichen Zins- usw. Zahlungen decken müssen, so wurde das moderne Steuersystem notwendige Ergänzung des Systems der Nationalanleihen. Die Anleihen befähigen die Regierung, außerordentliche Ausgaben zu bestreiten, ohne daß der Steuerzahler es sofort fühlt, aber sie erfordern doch für die Folge erhöhte Steuern. Andrerseits zwingt die durch Anhäufung nacheinander kontrahierter Schulden verursachte Steuererhöhung die Regierung, bei neuen außerordentlichen Ausgaben stets neue Anleihen aufzunehmen. Die moderne Fiskalität, deren Drehungsachse die Steuern auf die notwendigsten Lebensmittel (also deren Verteuerung) bilden, trägt daher in sich selbst den Keim automatischer Progression. Die Überbesteuerung ist nicht ein Zwischenfall, sondern vielmehr Prinzip. In Holland, wo dies System zuerst inauguriert, hat daher der große Patriot de Witt es in seinen Maximen gefeiert als das beste System, um den Lohnarbeiter unterwürfig, frugal, fleißig und ... mit Arbeit überladen zu machen."

Die moderne Fiskalität: Zu den Folgen der erzwungenen Erhöhung der Mehrwertsteuer in Griechenland vgl. einen aktuellen zustandsbericht aus griechenland bei als-ob-leben?

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXV): Der Krieg der Banken gegen das Volk - S&P, Mephisto & die Medien

Die Nachdenkseiten verweisen dankenswerterweise darauf, dass sich einer der Interessantesten Aufsätze zur Euro-Krise der letzten Monate in der FAZ* findet: interessanterweise im Feuilleton und nicht im Wirtschaftsteil !!! Das könnte zu denken geben im Hinblick auf das, was hierzulande als Öffentlichkeit übrig geblieben ist: Im Wirtschaftsteil kann man lesen, was TINA-mäßig getan werden muss und dann auch getan wird, - im Feuilleton oder im Kommentar von Prantl auf Seite 4 können auch Bedenken geäußert werden ...
Immerhin kann Michael Hudson - Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Missouri ( Im Jahr 2006 sagte er den Kollaps des Immobilienmarktes genau voraus) - in der FAZ seine Analyse veröffentlichen:

... Es gibt einen Weg, wie der Euro gerettet werden kann: Man muss nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet worden sind: Geld drucken. [...]
Die Bezeichnung „Technokraten“ für die Administratoren einer derart undemokratischen Politik ist ein zynischer Euphemismus für Finanzlobbyisten oder Finanzbürokraten, die im Namen ihrer Auftraggeber als nützliche Idioten fungieren. Ihre Ideologie sieht den gleichen Sparkurs vor, der verschuldeten Staaten in der Dritten Welt zwischen den 1960ern und 1980ern vom Internationalen Währungsfonds aufgezwungen wurde. Diese Bürokraten sprachen von Stabilisierung der Zahlungsbilanz, öffneten zugleich den Markt und verkauften Exportbetriebe und Infrastruktur an ausländische Gläubiger. Die Folge war, dass die betroffenen Länder sich bei ausländischen Banken und ihren einheimischen Oligarchen noch weiter verschuldeten. [...]
Die Banken wollen, dass der wirtschaftliche Mehrwert in Form von Zinsen ausgezahlt und nicht für die Anhebung des Lebensstandards verwendet wird, nicht für Staatsausgaben oder auch nur für Investitionen. Forschung und Entwicklung – das dauert viel zu lange. Die Finanzwelt denkt in kurzen Zeiträumen. Diese Sichtweise ist kontraproduktiv, wird aber als der Weisheit letzter Schluss ausgegeben. Die Alternative (staatliche Eingriffe in den „freien Markt“ durch Regulierung und progressive Steuern) führe nur in die Knechtschaft...


Ausgerechnet die Experten der Rating-Agentur Standard & Poor’s – also jene Kreditwächter, die in der deutschen Diskussion so oft als Verfechter eines strikten Sparkurses herhalten müssen – sehen in der Schuldenfixierung eine gefährliche analytische Verengung: Mit Ausnahme Griechenlands, sagt S&P, seien die Staatsdefizite nicht Ursache, sondern Folge der Krise, - was aber in der deutschen Presse kaum zur Kenntnis genommen wird, wo die Downrating-Ankündigung zumeist als Wasser auf Merkozys Mühlen geleitet wird (vgl. nds). Eine Ausnahme macht hier die SZ:

Die vielleicht wichtigste Botschaft der Rating-Agentur ist: Sparen allein wird die Krise nicht lösen, sondern sie wahrscheinlich sogar verstärken. "Während sich die europäische Wirtschaft abkühlt, erwarten wir, dass ein Reformprozess, der allein auf der Säule von Sparanstrengungen ruht, zwecklos ist, wenn die Sorgen der Bürger um Jobs und Einkommen wachsen, die Nachfrage schrumpft und die Steuereinnahmen der Staaten erodieren", schreibt S&P...
Was also ist die Alternative zu einer Sparpolitik, die vom Berliner Kanzleramt so gern als alternativlos ausgegeben wird? Die Antwort von S&P lautet: Eine Politik, welche nicht nur die Staatsverschuldung eingrenzt, sondern auch die ökonomischen Ungleichgewichte in der Euro-Zone behebt. Der abstrakte Begriff der Ungleichgewichte beschreibt die Spaltung Europas in Volkswirtschaften mit Handelsdefiziten und Volkswirtschaften mit Handelsüberschüssen. Erstere konsumieren mehr als sie erwirtschaften und müssen sich die Differenz im Ausland leihen. Letztere erwirtschaften mehr, als sie konsumieren, und verleihen das überschüssige Geld.
Um dieses Ungleichgewicht zu korrigieren genügt es nicht, allein Sparanstrengungen von Defizitstaaten zu fordern. Genauso wichtig ist es, die Wirtschaft, vor allem den Exportsektor der betroffenen Länder mit gezielten Investitionsprogrammen zu stärken. Und auch die Überschussstaaten müssen sich ändern, wenn der Euro Bestand haben soll, allen voran Deutschland. Es gilt, die Binnennachfrage und den Dienstleistungssektor zu stärken...

S&Ps Botschaft verdient Gehör, SZ, 06.12.2011, 20:23

... und immer muss mitgedacht werden: The network of global corporate control

________________________________
* NDS weiter: Mitherausgeber Frank Schirrmacher hatte am 15. August mit „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“ einen Stein ins Wasser geworfen. Seitdem ist eine Serie von weiteren Essays im Feuilleton der FAZ und der FAS erschienen. Diese Beiträge sind hier zusammengestellt : u. a. Habermas, Wagenknecht, die i. Ü. auf Mephisto verweist. Das war mir auch schonmal aufgefallen: Faust II revisited!

faust2

Recycled: Supply And Demand

Immer mal wieder sei erinnert an grundlegende Einsichten:

– Angebot & Nachfrage : Lieder Von Brecht / Weill & Eisler


Dagmar-Krause-Angebot-Nachfrage

Tolle Platte von 1986, u. a. mit Accordion – Jack Emblow; Acoustic Guitar, Guitar, Banjo – Richard Thompson; Bass – Danny Thompson
01 Song Von Der Ware by oldshoe

- hier mehr zu der Version von Robyn Archer & The London Sinfonietta

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXIV): Divided We Stand: Why Inequality Keeps Rising

The gap between rich and poor in OECD countries has reached its highest level for over 30 years, and governments must act quickly to tackle inequality, according to a new OECD report, "Divided We Stand", meldet heute auch die Tagesschau!




COUNTRY NOTE: GERMANY

Income inequality in Germany has risen sharply since 2000. In the 1980s, German inequality levels were close to those found in some Nordic countries, but today they are very close to the OECD average. The average income of the top 10% of working-age Germans in 2008 was 57 300 euro (70 000 USD), nearly 8 times higher than that of the bottom 10%, who had an average income of 7 400 euro (9 100 USD). This is up from a ratio of 6 to 1 in the mid 1990s. ...
Key findings:
  • The rise in inequality was largely driven by widening gaps in market income sources: gross earnings, selfemployment income as well as capital income all became more unequally distributed. The wage gap between the 10% best and least paid of full-time German workers has increased by almost a fifth since 1984.
    • Growth in part-time employment also contributed to the upward inequality trend. Since 1984, the share of parttimers doubled in Germany, from 11% to 22%, or from just below 3 million. to more than 8 million people
    .

... Könnten die key findings auf das verweisen, was der Chef-Volkswirt der UNCTAD zuweilen als deutsches Lohndumping und eine der wesentlichen Ursachen der sogenannten Eurokrise bezeichnet?!

"Das Problem sind nicht die Staatsschulden"

Der Chefvolkswirt der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD), Heiner Flassbeck, kritisiert die falsche Diagnose der Finanzkrise und sieht im Auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit das Hauptproblem bei der Finanzkrise in Europa. --> dradio-Interview hier.

Peter Nowak (tp 07.12.) schlussfolgert:
Offensive Lohnpolitik in Deutschland Beitrag zur Eurorettung?


Die Entstehung einer größeren sozialen Bewegung in Deutschland könnte mehr zur Lösung der Euro-Krise beitragen als all die hektischen Projekte des Duos Merkozy. Denn es ist gerade die von der OECD beschriebene Gesellschaft der Ungleichheit, die jetzt als europäisches Modell empfohlen und vielleicht bald sogar oktroyiert wird. Der Soziologe Oliver Nachtwey hat beschrieben, wie das Dogma der Spardiktate die Demokratie immer mehr aushöhlt. Die Sparkommissare verweisen dabei immer auf Deutschland, wo es gelungen sei, den Arbeitsmarkt so weit zu deregulieren, dass die Wirtschaft in der Lage andere EU-Länder nieder zu konkurrieren.
Daher werden die Stimmen lauter, die den Kampf gegen dieses deutsche Niedriglohnsystem als wichtigen Beitrag zur Minimierung der Eurokrise betrachten. Die OECD-Studie hat dafür Argumente geliefert und könnte die Frage auf die Tagesordnung setzen, ob die Gesellschaft der Ungleichheit nicht eher ein Auslaufmodell als ein EU-Exportprodukt sein sollte.


Unbedingt empfehlenswert in diesem Zusammenhang nochmals The Eurozone debt web: Who owes what to whom? und auch ein Rückblick:
Eurokrise (nicht nur) für Dummies
Wie der Euro passierte. Ein Rückblick in zwei Teilen zum besseren Verständnis der aktuellen Probleme der Eurozone - Von Michel Reimon - standard.at

Redaktionelle Anmerkung betr. Amazon-Links

In dem Beitrag In Zukunft lassen wir amazon.de links liegen erklären und bebildern die Notizen aus der Unterwelt das Problem.

amazon-1400

Amazon beschäftigt massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung
Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".

Die Musik-, Film- und Literaturlisten in diesem Blog werden mit Amazon verlinkt. Ich würde sie ungern löschen, weil sie es ermöglichen, Hinweise auf mE Empfehlenswertes einfach zu veröffentlichen. Ich bin nicht sicher, ob meine Distanzierung ("Zum Umgang mit den Listen") ausreicht; andererseits halte ich ehrlich gesagt überhaupt nichts von der "Macht der Verbraucher" ...

4.1.3. Zum Wasserstop ist der Wasserstrahl in voller Stärke unmittelbar auf die Störer zu richten. Der Wasserstoss ist besonders wirksam, wenn er mit kurzen Unterbrechungen oder mit jeweils nur einem Strahlrohr geworfen wird.

Deutschland heute - Castor-Transport und Polizei-Training für den Wasserwerfer-Einsatz - eine wunderbare Reportage heute bei dradio: Man erfährt etwas über die Lüneburger Heide, 26,6 Tonnen schwere, 750 000 € teure Maschinen, Steuermann, Kommandant und Strahlrohrführer, Durchflussregulierung per Joystick, die PDV 122 und Hämatome und gebrochene Rippen ...

Spätestens wenn die Polizei den Wasserwerfer ruft, weiß der erprobte Demonstrant, dass es ungemütlich wird. Der WaWe – wie ihn die Beamten liebevoll nennen – ist gewissermaßen der Joker der Ordnungshüter. Mit nichts kann man sich das wütende Volk einfacher vom Leib halten als mit einem gezielten Strahl. Damit diese Bannmeile aus Wasser erhalten bleibt, setzt die Polizei jetzt auf den WaWe 10.000. (SPON 13.02.2011 - widerlich)

Die den Wasserwerfereinsatz regelnde Polizeidienstvorschrift betrifft die Beschwerdeführer nicht unmittelbar, sondern richtet sich ausschließlich an die Polizeibehörden. Rechtliche Auswirkungen gegen die Beschwerdeführer erlangt sie erst, wenn die Polizei nach ihr verfährt. Gegen derartige Verwaltungsvorschriften kann sich der Einzelne nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht unmittelbar mit der Verfassungsbeschwerde wenden (BVerfGE 18, 1 <15>; 41, 88 <105>).

Aha! - Ich wollte mich noch über Strahlrohrführer lustig machen, muss aber aus dem für diese Zwecke sehr hilfreichen Internet erfahren, dass das eigentlich eine Bezeichnung für sehr qualifizierte und nützliche Feuerwehrleute ist (über die man keine Witze machen sollte. Denn das Feuer wird vom Strahlrohrführer ausgemacht.) und dass Strahlrohrführer auf Ungarisch sugárvezető heißt.

Was mich an Monty Python's Flying Circus' The Dirty Hungarian Phrasebook sketch erinnert ...
"My nipples explode with delight!" - womit wir wieder bei der Durchflussregulierung per Joystick wären ...

... und daher nochmal der Hinweis auf die hörensewerte Reportage!

Eine Anmerkung zum "Rechtsterror"

Ich habe 1979 mit zwei Kollegen aus damals aktuellem Anlass Faschismus in Deutschland und Neonazismus oder: Warum die "Holocaust"-Diskussion nicht ausreicht veröffentlicht (- erstaunlicherweise findet sich das immer noch antiquarisch im Netz, s. o.).
Wohl deshalb war ich damals Teilnehmer einer Podiumsdiskussion (im Raschplatz-Kino in Hannover), in deren Verlauf aufgeregt ein Mitarbeiter ankündigte, dass Michael Kühnen und sein Tross sich dem Veranstaltungsort näherten. Kühnen war damals die wohl attraktivste Führungsfigur der Neofaschisten. Ich erinnere mich nur noch an die beklemmende Atmosphäre im Veranstaltungsraum, als die Truppe reinkam und versuchte, die Veranstaltung zu übernehmen. Ich meine mich zu erinnern, dass Worch und andere von der ANS auch dabei waren ... Mehr mag ich dazu nicht sagen, jeder Link auf diese Namen fördert einen unglaublichen Dreck zutage (Sie können es ja probeweise einmal hier ausprobieren ...). Am Ende eskortierte die inzwischen eingetroffene Polizei die Nazitruppe zum nahe gelegenen Bahnhof.



- So what?
Wir können alles wissen seitdem, - oder schon seit 1969: Reinhard Kühnl: Die NPD. Struktur, Ideologie und Funktion einer neofaschistischen Partei ..., wenn man etwas wissen will über den braunen Sumpf, dann muss man - s. o. - nur einen Namen eingeben und man hat die Unterstützerszene : wenn man das denn will. Kann man aber wohl nicht wollen, weil mittlerweile die passive Unterstützerszene in der Mitte der Gesellschaft sitzt, weshalb es mich wundert, dass Jakob Augstein sich wundert, dass es keinen Aufstand der Anständigen mehr gibt. Warum das so ist, kann Gremliza erklären:

Da und dort kursiert der Verdacht, der »Nationalsozialistische Untergrund« könnte auch den bis heute natürlich unaufgeklärten Anschlag auf die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht« im März 1999 in Saarbrücken verübt haben. Anläßlich der Eröffnung der Ausstellung 1995 hatte ein früherer Offizier der Wehrmacht, der an der Blockade Leningrads (1,1 Millionen Hungertote) beteiligt war, später zum Referenten in Hermann Görings Reichsluftfahrtministerium avancierte, für das er den Prozeß gegen die Männer des 20. Juli vor dem Volksgerichtshof beobachten durfte, bevor er als Batteriechef an die Westfront kommandiert wurde, dieser Oberleutnant also hatte davor gewarnt, die 19 Millionen deutschen Soldaten als Angehörige einer verbrecherischen Organisation zu bezeichnen und damit "die Leute in eine Ecke zu treiben, wo sie anfangen, sich vehement zu wehren«. Keiner, "der ernsthaft um die historische Wahrheit bemüht ist«, könne "die Wehrmacht als ganze und kollektiv als eine verbrecherische Organisation ansehen.« Der Offizier hieß übrigens Helmut Schmidt, ist jedoch mit dem gleichnamigen Bambi-Preisträger weder verwandt noch verschwägert, sondern bloß identisch. (Konkret 12/2011, S. 8)

Tomas Cook und die Deflationsspirale - oder: Wer soll eigentlich sparen?

Gestern meldeten Matt Scuffham und Nadine Schimrozik in der HAZ: Die Börse schreibt Thomas Cook ab. Ich finde, das hat der alte Baptist und Abstinenzler nicht verdient, immerhin organisierte Cook am 5. Juli 1841 die Eisenbahnreise von 570 Aktivisten der Abstinenzbewegung von Leicester ins nahegelegene Loughborough zum Sonderpreis von einem Schilling pro Person, was laut wikipedia den Beginn des Massentourismus markierte! (Ein schöner Beitrag für den Erdkundeunterricht; - das können Schüler dann abschreiben und auswendig lernen für das Zentralabitur!)
Interessanter aber, was Matt und Nadine über die Hintergründe rausgefunden haben:

Das Unternehmen hat in diesem Jahr schon mehrmals seine Prognosen gesenkt. Nach dem dritten Mal Anfang August trat Konzernchef Manny Fontenla-Novoa zurück. Banken fordern von Unternehmen bei Großkrediten meistens, dass sie bestimmte Bedingungen – etwa ein bestimmtes operatives Gewinnniveau – einhalten. Gelingt das nicht, können die Banken den Kredit sofort kündigen. Das droht jetzt offenbar. Der hoch verschuldete Konzern kämpft an mehreren Fronten. So sparen vor allem die Kunden in Großbritannien wegen der schlechten Wirtschaftslage dort. Die für Thomas Cook wichtigen Familien mit kleinen Kindern können sich Urlaub häufig nicht mehr oder nur zu Dumpingpreisen leisten.

Da machen die Kunden in Großbritannien das, was Merkel, Sarkozy und Cameron empfehlen bzw. erzwingen: sie sparen - und nun ist es auch wieder nicht recht!? (Und wieso eigentlich schlechte Wirtschaftslage dort?! Möglicherweise werden demnächst auch die griechischen, portugiesischen, spanischen und italienischen Familien mit kleinen Kindern weniger verreisen ...

Im Sog von Thomas Cook fielen gestern auch die Papiere der TUI AG um fast 10 Prozent. Der hannoversche Konzern musste zwar jüngst ein Sparprogramm auflegen, das Hunderte Arbeitsplätze kosten wird. Das bei der britischen TUI Travel angesiedelte Reisegeschäft lief in diesem Jahr bisher aber deutlich besser als beim Konkurrenten Cook.

Was aber, wenn die wichtigen deutschen Familien mit kleinen Kindern sich Urlaub nicht mehr leisten können? Dann wird wohl die Börse die von Herrn Frenzel von der Preussag zum Reisebüro geshredderte TUI abschreiben ...

Ausgangspunkt einer Deflationsspirale, also einer wirtschaftlichen Abwärtsbewegung, sind sinkende Nachfrage und verstärkte Sparneigung bei den Konsumenten. Die Unternehmen versuchen zwar mit Preissenkungen den Konsum anzukurbeln, bleiben dabei aber erfolglos. Bald müssen sie Produktion und Investitionen herunterfahren und Teile des Personals freisetzen. Damit kommt die Abwärtsbewegung und somit die Deflationsspirale aber erst richtig in Gang. Denn trotz sinkender Preise und tiefer Zinsen bleibt der Konsum niedrig, weil die Bürger Arbeitslosigkeit fürchten bzw. bereits arbeitslos sind. Dadurch verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation aber immer weiter, die Wirtschaftspolitik hat ihr Pulver verschossen - und die Falle der Deflationsspirale schnappt zu. (Wirtschaftsblatt.at)

CRISIS, WHAT CRISIS (XXIII): The BBC-Eurozone debt web: Who owes what to whom?

Wo wir schon bei Schaubildern sind: The circle below shows the gross external, or foreign, debt of some of the main players in the eurozone as well as other big world economies. The arrows show how much money is owed by each country to banks in other nations. The arrows point from the debtor to the creditor and are proportional to the money owed as of the end of June 2011. The colours attributed to countries are a rough guide to how much trouble each economy is in.

Click on a country name to see who they owe:

eurozone-debt-web


Nachtrag: Kritik und Kunst - Euro-Bonds! Euro-Bonds?

... Alle westlichen Staaten, Japan und die USA übrigens vorneweg, sind pleite, sind de facto und nach heutiger Kaufkraft bankrott. 15 Billionen Dollar sind, wenn wir die heutige Kaufkraft zugrunde legen, eine Summe, die die USA im Ernst nicht mehr werden schultern können, und das wissen auch alle. Pleite sind alle – letztlich selbstverständlich auch die Bundesrepublik -, weil seit eh, in verstärktem Maß aber seit etwa 40 Jahren die erwirtschafteten Gewinne nach oben durchgeschossen werden, während die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen bleibt. Seit Jahren hören wir von Maßnahmen – in Deutschland, wohlgemerkt, nicht in Griechenland -, deren klägliche Hilflosigkeit anzeigt, wie dramatisch die finanzielle Situation der öffentlichen Hand ist: Hier wird die Temperatur der öffentlichen Bäder um 1 Grad abgesenkt, dort jede zweite Straßenlaterne abgeschaltet… Dass sich die Probleme durch solch hilfloses Treiben nicht werden lösen lassen, liegt auf der Hand.

Die massive Unwucht zwischen privaten Vermögen in Händen weniger, also zwischen Kapital, welches, mit Marx gesprochen, nach Mehrwert heischt, und der desolaten Situation der öffentlichen Kassen wird ausgeglichen werden. Fragt sich nur, wie.
Durch eine Inflation zum Beispiel, also eine massive Privilegierung der Sachwertebesitzer (die ganzen, verzeihung, Riester-Idioten werden auf ihren erarbeiteten Forderungen sitzenbleiben*). Durch einen Währungs-Crash (dito). Oder dadurch, dass man das Geld, welches in den letzten Jahrzehnten nach oben durchgeschossen wurde, erbarmungslos wieder einsammelt. Das wäre keine Enteignung. Es wäre ein payback. Da dies – man nennt so etwas auch eine Revolution – das Vernünftigste wäre, wird es, fürchte ich, so nicht kommen. Und es wird deswegen so nicht kommen, weil nicht nur die oberen 5-10 % – das kann ich verstehen -, sondern merkwürdigerweise auch der gesamte Mittelbau eine Umgestaltung aka Revolution fürchtet wie das Weihwasser den Teufel.


So ist es wohl, solange der sog. Mittelbau annimmt, er sei die squeezed middle class, und denkt, wie google übersetzt ...

Mein Kollege Geoff Pullum hat die Auswahl der gepressten Mitte als Oxford-Wörterbücher "widersprochen 2011 Wort des Jahres mit der Begründung, " das "Wort des Jahres" ein Wort sein sollte . " Erlauben Sie mir, einen Kontrapunkt zu dieser Ansicht sind...
Alle Dinge gleich sind, kann ich generell lieber, dass ein "Word of the Year" werden, was allgemein als ein Wort erkannt, das heißt, eine einzige geschriebene Einheit wie locavore, App oder nom. Für den Anfang sind solche Auswahl viel leichter, an die breite Öffentlichkeit zu erklären. Als Jesse Sheidlower schrieb in seinem Rückblick von 2004 ADS Woty Auswahl für Slate , "Es ist nicht wirklich 'Word' des Jahres, es kann eine Verbindung, eine Phrase, Präfix oder so weiter, aber wir wissen, wir können nicht weg mit der Förderung einer "lexikalischen Einheit" des Jahres. " Aber ob es die ADS oder ein Wörterbuch-Programm wie der Oxford machen die Wahl ist, sind lexikalische Einheiten in der Tat, was sollte angemessen berücksichtigt werden, auch wenn diese Elemente Verbindungen oder Sätze zu bilden.
Ich stimme mit Geoff, dass die Pressemitteilung vom Oxford-Wörterbücher für die Erklärung drückte Mitte als eine Verbindung geirrt...

99% v 1%: The data behind the Occupy movement

It has been the rallying cry of the Occupy movement for the past two months - but is the US really split 99% v 1%? As poverty and inequality reach record levels, how much richer have the rich got? This animation explains what the key data says about the state of America today








Explore the data behind this animation and read the script beim Guardian DataBlog - "Facts are sacred"
via Chefarztfrau

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

The music featured on this blog is, of course, for evaluation and promotion purposes only. If you like what you hear then go out and try and buy the original recordings or go to a concert... or give money to a down on his luck musician, or sponsor a good busker, it may be the start of something beautiful. If your music is on this blog and you wish it removed, tell us and it shall be removed.

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