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Demokratieentleerung II: How To Squeeze Greece II

Strategisches Ziel der Spin Doctors für den 17. Juni:
Demoralisieren, so dass statt 65% nur noch 49% wählen, - dann könnte es reichen für eine große Bailout-Coalition ... Ansonsten: Was ist eigentlich aus Gladio geworden? Müsste man nicht über eine neuerliche Operation Prometheus nachdenken?

Der letzte Wurf des Präsidenten
14.05.2012, 19:11 Uhr, aktualisiert 15.05.2012, 06:44 Uhr

Es ist wohl die letzte Möglichkeit, Griechenland doch noch eine Regierung zu geben. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias versucht das Unmögliche: Er will eine Regierung aus Experten formen.
Das Handelsblatt formuliert hier etwas salopp: Unter dem letzten Wurf des Präsidenten stelle ich mir irgendwie was anderes vor, - und dass die Formung einer Regierung aus Experten das Unmögliche sei, will mir nicht recht einleuchten:

eurozone-graphic

Es werden noch Wetten entgegengenommen, dass der Ober-Experte, den der griechische Präsident findet, im Laufe seiner Karriere, die ihn als solchen ausweist, auch mal bei Goldman Sachs beschäftigt war ...

Eine differenzierte Wahlanalyse von Niels Kadritzke finden Sie bei nds.
Vgl. auch: CRISIS , WHAT CRISIS ? (XX): How To Squeeze Greece

If voting changed anything, they'd make it illegal.

Emma Goldman

Demokratieentleerung

Auf der Suche nach Gründen für das Legitimationsdefizit, m. a. W. die anhaltend sinkende Wahlbeteilung (vgl. Splitter: -Parteien):

Brigitte Schumann weist in "Soziale Ungleichheit zersetzt demokratische und inklusive Werte" (im Forum kritische Pädagogik) auf drei Forschungsstudien aus jüngerer bzw. jüngster Zeit (hin), die – unabhängig voneinander – zentrale diagnostische Befunde liefern , die übereinstimmend und sich gegenseitig verstärkend auf eine bedrohliche gesellschaftliche Spaltung und „Demokratieentleerung“ in Deutschland hinweisen. Die Studien weisen nach, dass unter den gesellschaftspolitischen Bedingungen wachsender sozialer Ungleichheit Angehörige der oberen sozialen Schichten zunehmend so-zial schwache Bevölkerungsgruppen ausgrenzen. Die sozial „abgehängten“ Schichten reagie-ren auf den Verlust sozialer Teilhabe und dem daraus resultierenden Mangel an politischen Wirksamkeitsüberzeugungen mit Hoffnungslosigkeit und Desinteresse an politischer Partizipation...

Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Deutsche Zustände. Folge 10, Frankfurt/M. 2010.

Marc Culmbach, u.a.: Wie ticken Jugendliche? (= SINUS-Institut: Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 – 17 Jahren in Deutschland.) Düsseldorf: Verlag Haus Altenberg 2012

Sebastian Bödeker: OBS-Arbeitspapier Nr. 1: Soziale Ungleichheit und politische Partizipation in Deutschland

Prinz Pi - Virus

Archäologie CCIV: Für Freunde älterer Musikwiedergabetechnologien


Miles Ahead – Miles Davis + 19 - Orchestra under the Direction of Gil Evans, so der vollständige Titel, ist ein Jazz-Album von Miles Davis, aufgenommen mit dem Gil-Evans-Orchester in vier Aufnahmesitzungen im Mai und August 1957 und veröffentlicht bei Columbia Records im selben Jahr. Via Jeepeedee Rips

Miles-Davis


Ältere Musikwiedergabetechnologien im GBlog

r2p: collateral damage in Libyen - 76 > 0

Human Rights Watch: Die NATO hat Dutzende zivile Opfer, die durch Luftangriffe* während des Einsatzes in Libyen 2011 verursacht wurden, nicht bestätigt. Zudem wurden möglicherweise rechtswidrige Angriffe nicht untersucht.
Der 76-seitige Bericht „Unacknowledged Deaths: Civilian Casualties in NATO’s Air Campaign in Libya” untersucht im Einzelnen acht Luftangriffe der NATO in Libyen, durch die 72 Zivilisten starben, darunter 20 Frauen und 24 Kinder.
...

Im März hatte bereits Amnesty International die NATO für den Tod von 55 Zivilisten verantwortlich gemacht, darunter 16 Kinder und 14 Frauen. Sie starben demnach bei Luftangriffen in der Hauptstadt Tripolis sowie in Sliten, Majer, Sirte und Brega. Die Mitarbeiter von Human Rights Watch hatten für ihren Bericht acht Orte besucht, die von der NATO bombardiert wurden*.

Die NATO erklärte zu dem neuen Bericht, sie bedauere jeden zivilen Todesfall, den sie verursacht haben könnte. NATO-Sprecherin Oana Lungescu erklärte in Brüssel, das Militärbündnis sei Vorwürfen hinsichtlich ziviler Opfer stets nachgegangen. Überprüfungen hätten aber ergeben, dass sich die Angriffe nur gegen "legitime militärische Ziele" gerichtet hätten. Zwar habe die NATO in Libyen alles dafür getan, "um das Risiko für Zivilisten zu minimieren". Es könne in so einem komplexen Einsatz aber nie "auf null" reduziert werden.
der standard.at

Kommt mir irgendwie bekannt vor:
“We regret any loss of life that this may have caused because our policy remains to minimize collateral damage.” Jamie Shea quote
Shea war als NATO-Spokesperson während des sog. Kosovo-Krieges der Erfinder dieses zynischen newspeak für die Tötung von Zivilisten.
Amnesty International - Report - EUR 70/18/00
Nato/federal Republic of Yugoslavia. “Collateral Damage” or Unlawful Killings? Violations of the Laws of War by NATO During Operation Allied Force

Vgl. auch Archäologie C: Kunduz, 4. September 2009
______________________________
* 26.000 Lufteinsätze auf fast 6.000 Ziele

Augen-Blicke: Jacques Tati

Ganz stark hier die Perspektiven-Verschränkung: Wer nimmt wie wessen Blick wahr? Warum meint der Betrachter 2, dass die Skulptur den Betrachter 1, also den Monsieur Tati, ebenso verstört anblickt wie der sie? Warum also möchte der Betrachter 2 einen Blick von der anderen Seite werfen können?

tati1
Photo via The World is Only One

Archäologie CCIII: The Beach Boys - That's Why God Made the Radio - Oder: The Clichés are Having a Ball

So banal und compostiert aus allen verfügbaren Beach-Boys-clichés, aber so wunderschön und so gelungen: "The Clichés are Having a Ball" - wie Eco zu Casablanca bemerkte... Und auch schön, Brian Wilson, Mike Love und Al Jardine als alte Männer doch noch einmal zusammen zu sehen ...



Wenn Sie über den scheinbar unbeholfenen, dicken alten Mann links im Bild gelacht haben, sollten Sie sich schämen: Es ist Brian Wilson, eine der tragischsten Figuren der Rockmusik und einer der genialsten Komponisten des 20. Jahrhunderts (vgl wikipedia)!

Splitter: -Parteien VII

... warten wir also auf De Laputenes Berechnung des aktuellen Legitimations-Index. Es sieht nicht gut aus:

nrw-wahl-2012

Na, da ist er doch schon:
Montag, 14. Mai 2012


Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wählten...

... 40,4 Prozent aller Wahlberechtigten niemanden.
... 23,0 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 15,5 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
... 6,7 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 5,1 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 4,6 Prozent aller Wahlberechtigten die Piraten.
... 1,5 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
... 0,8 Prozent aller Wahlberechtigten ungültig.

Die rot-grüne Koalition hat sich eine absolute Mehrheit gesichert. Sie kann mit dem Rückhalt von 29,7 Prozent aller Wahlberechtigten regieren. Nicht mal ein Drittel. Selbst eine fiktive Große Koalition käme nur auf 38,5 Prozent aller Wahlberechtigten. 25,2 Prozent aller Wahlberechtigten machen die Opposition aus. Der größte Posten mit 40,4 Prozent, findet keine Berücksichtigung.


Abgesehen vom Legitimationsdefizit ist vielleicht dies interessant: Wenn's nicht recht vorangeht mit dem neuen Projekt oder wenn Hannelore ruft, kehrt der abtrünnige Sozialdemokrat denn doch wieder zur Mutter zurück. Und der Wähler auf der Suche nach dem alternative chic geht dann lieber zu der Johnny-Depp-Truppe. Was aber suchen die 10000 Ex-Linke-Wähler bei Lindner? Dass 20000 einfach zuhause bleiben, kann ich noch verstehen, aber dass die anderen 20000 bei pronrw gelandet sein könnten, macht mir Angst ...

nrw_linke

Rechtsextremismus und gesellschaftliche Selbstentlastung

Wilhelm Heitmeyer - in : Aus Politik und Zeitgeschichte - Nr. 18 / 30.04.2012 - Thema: Rechtsextremismus

Die öffentliche Debatte und die Auseinandersetzung in den politischen Institutionen hat sich anlässlich der Aufdeckung der Morde durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) der sogenannten Zwickauer Zelle aufschlussreich entwickelt. Es sollte daher auch die Frage aufgeworfen werden, ob es sich um einen selbsttäuschenden Duktus handelt, der statt auf Selbstaufklärung eher auf gesellschaftliche Selbstentlastung hinausläuft. Diese wäre etwa gegeben, wenn im öffentlichen und politischen Diskurs eine Abtrennung der verbrecherischen Terrorzelle von einer ansonsten als „intakt“ dargestellten Gesellschaft betrieben würde.

Die erste Frage lautet also: Wird eine solche Abtrennung durch die Betonung eines Kontrollparadigmas betrieben? Eine heute viel gehörte Meinung lautet nämlich: Wären nur die Kontrollen effizienter gewesen, hätten die dramatischen Probleme vermieden werden können. Meine These lautet, dass es in den Diskursen und agierenden Institutionen die Ausrichtung auf ein dominierendes Kontrollparadigma gibt.

Die zweite Frage geht dahin, ob damit eine Vernachlässigung des gesellschaftlichen Entstehungs- und Radikalisierungsparadigmas einhergeht. Meine These lautet, dass es eine solche Vernachlässigung gibt...


Weiterlesen oder runterladen!

K(l)assenjustiz: - 6,5 Milliarden = + 50 Millionen/104

Tagesschau aktuell:
Die Commerzbank muss ehemaligen Londoner Investmentbankern der Dresdner Kleinwort nachträglich umstrittene Boni in Höhe von insgesamt rund 50 Millionen Euro zahlen. Das hat ein Gericht in London entschieden. 104 ehemalige Beschäftigte der Dresdner Kleinwort hatten auf die Auszahlung der Boni geklagt. Die Commerzbank, die im Spätsommer 2008 die Dresdner Bank übernommen hatte, ist Rechtsnachfolger der inzwischen liquidierten Investmentbank...

Der damalige Dresdner-Kleinwort-Chef Stefan Jentzsch hatte seinen Investmentbankern im August 2008 einen Bonus-Pool von 400 Millionen Euro versprochen. Die Frage vor Gericht war unter anderem gewesen, ob dies rechtlich bindend oder nur mündlich in Aussicht gestellt war. Dresdner Kleinwort hatte im Jahr 2008 einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Commerzbank selbst musste 18,2 Milliarden Euro Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen.

Der Richter sagte, er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Kläger ein Anrecht auf Auszahlung der Boni hätten, die ihnen angekündigt worden seien..


Nicht schlecht: 50 Mio durch 104 für 6,5 Milliarden Miese! Ich meine, da hat der Judge mal Recht gesprochen: angekündigt ist angekündigt! Kassenjustiz.

Da wird sogar Brechts berühmte Frage obsolet: Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Was ist die Ermordung eines Mannes gegen die Anstellung eines Mannes?" - [Die Dreigroschenoper, Druckfassung 1931, Szene 9; Textstelle ursprünglich aus dem Stück "Happy End" von Elisabeth Hauptmann, 1929] - Vielleicht wird man heute eher im Tatort fündig: Die Ballade von Cenk und Valerie:

Cenk-und-Valerie

Und wie jeder Zocker weiß: am Ende gewinnt immer ...

Cenk2

So ungefähr stell ich mir die ehemaligen Londoner Piraten der Dresdner Kleinwort vor ...
... und empfehle dazu den "Mountain Song" von der Lokomotive Kreuzberg feat. Wolfgang Dauner und Ack van Rooyen:

Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

Aus der Ankündigung der HBS:
commons-buch"Die Gemeingüter erleben angesichts der aktuellen Klima-, Finanz- und Ernährungskrise eine Renaissance. Das ist ein Fazit des 500 Seiten starken Sammelbandes „Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, der von der Commons-Expertin Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird. Über 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Ländern stellen in ihren Beiträgen ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik sein kann.
Commons sind wichtiger denn je. Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern schöpfen aus der Fülle. Sie sind produktiv, ohne in erster Linie für den Markt zu produzieren. Sie existieren für und durch die Menschen und lösen konkrete Probleme."

Das Buch erscheint unter einer Creative-Commons Lizenz (CC-BY-SA) und darf beliebig oft vervielfältigt, bearbeitet und uneingeschränkt verbreitet werden.
Der Download des Buches ist kostenlos.
via keimform.de

Locked In: Pantke, Augen-Blicke, Rotempfindung=pt563 & Johnny Got His Gun

In der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Freitag war eine bewegende Reportage von Charlotte Frank zu lesen: "Pantke lebt". Karl-Heinz Pantke ist einer der wenigen Menschen, die das Locked-In-Syndrom überlebt haben. Ich wusste bis dahin nichts darüber: Eine Existenz, "reduziert auf das nackte, körperlose Ich", schreibt Frank. Nicht einmal als Gedankenexperiment lässt sich das erfassen: Ein waches Bewusstsein in einem nicht mehr vorhandenen Körper ...

Dann ein Bild im Kopf \ Wo gespeichert? \ Als Bild? \ Als Erinnerung an ein Bild?

johnny-gun

Johnny? \ goes to war? \ ein Torso, der spricht \ zu sich selbst \ zu mir?

Das Gehirn des Prothesengotts hilft:
Dalton Trumbo verarbeitet eben dieses Gedankenexperiment in "Johnny Got His Gun" von 1971 zu einem der stärksten Antikriegsfilme überhaupt; - ich muss ihn vor Jahren gesehen haben - im Kino? - im "Free-TV" nachts in einem 3. Programm? - das ist nicht mit gespeichert \ nur das Bild? \ Bilder? \ Teile der Geschichte, die sich nach und nach \ wie? \ zusammenfügen:

Joe, a young American soldier, is hit by a mortar shell on the last day of World War I. He lies in a hospital bed in a fate worse than death --- a quadruple amputee who has lost his arms, legs, eyes, ears, mouth and nose. He remains conscious and able to think, thereby reliving his life through strange dreams and memories, unable to distinguish whether he is awake or dreaming. (Die Traumszenen wurden i. Ü. von Bunuel geschrieben ...)



Jede Nacht ziehen phantastische Geschichten und Erlebnisse an uns vorbei, ohne dass wir sie bewusst erleben. Dann klingelt der Wecker. Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dass das Ich des gestrigen Tages wieder auftaucht und wir einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Anders als im Traum haben wir nach dem durchdringenden Weckton sofort eine persönliche Perspektive auf die Welt. Aber wie schaltet das Gehirn zwischen einer Welt mit und ohne Ich um?
Gebrauchtes Ich, günstig abzugeben - Jörg Wittkewitz tp 05.05.2012

Bei der Erforschung des Bewusstseins ziehen Philosophen und Neurowissenschaftler erstmals an einem Strang. Neuerdings schaffen sie dabei gemeinsam eine alte Gewohnheit namens Ich ab:
  • Das Selbst ist überflüssig (?)

    Der amerikanische Philosoph Paul M. Churchland ist ein Vertreter des so genannten eliminativen Materialismus. Er vergleicht unser Sprechen vom Subjekt und seinen Empfindungen mit dem Reden über "Hexen" oder über das "Phlogiston". Das ist ein Stoff, den man früher als Ursache für das Feuer angesehen hatte. Erst Antoine Lavoisier konnte 1785 nachweisen, dass alle Verbrennungsprozesse auf eine Oxidation, also letztlich auf Sauerstoff, zurückzuführen sind. Churchland und andere eliminative Materialisten behaupten daher, dass Begriffe wie Seele oder Gedanken nur unser Unvermögen dokumentieren, präziser über neuronale Vorgänge zu sprechen, weil unser Alltagswissen im Kern über 2000 Jahre altes Denken repräsentiert. Er wirft uns auch vor, dass wir, wenn wir über uns und unsere Gedanken und Empfindungen sprechen, gar nicht objektiv erforschen können, was wir denn meinen.

    Insofern könnte man mit dem amerikanischen Philosophen Daniel C. Dennett annehmen, dass es Qualia eigentlich gar nicht gibt. Doch soweit geht Churchland nicht, er betrachtet sie einfach als rein physikalisches Geschehen, das sogar vorhersagbar ist. Denn die Naturwissenschaften können in einer Gehirnregion namens V4 ein Areal identifizieren, das bei der Unterscheidung von Farben eine essenzielle Rolle spielt. Es sei nur eine Frage der Zeit, das ganze Geschehen besser zu beschreiben ohne den Rückgriff auf eine subjektive "Rotempfindung". In Zukunft bedeutet dann Karminrot einfach pt563, weil wir den neuronalen Prozess dieses speziellen Rottons dann kulturübergreifend beschreiben können mit dem Aktivitätsmuster pt563 im Gehirn.

    Damit ist er nahe an der Theorie, die chemischen und elektrischen Vorgänge im Hirn mit den Gedanken und Empfindungen gleichzusetzen...


Das Bemühen der Hirnforscher, das ganze Geschehen besser zu beschreiben ohne den Rückgriff auf eine subjektive "Rotempfindung", ist so albern wie hilflos, weil pt563 nie erfassen kann, was Karl-Heinz Pantke, als er endlich ein Auge wieder öffnen konnte, beim Blick auf Christine Kühns Bilder empfunden und gedacht haben mag \ Rotempfindung = pt563 \ oder was des Torsos Johnny verbliebenes Hirn erinnert, wenn es körper- und wahrnehmungslos die Synapsenverbindung abruft zu diesem Bild des roten Schals seiner ersten Liebe ...

johnny-war-2
  • „Sie fragen: Was ist das, was Philosophen ‚qualitative Zustände‘ genannt haben? Und ich antworte, nur halb im Scherz: Wie Louis Armstrong schon sagte, als man ihn fragte, was Jazz sei: Wenn du erst fragen musst, wirst du es nie verstehen.“ – Ned Block: Troubles with Functionalism

Splitter: -Parteien VI

Roberto J. De Lapuente hat wieder nachgerechnet. Das ist angenehm, weil verlässlich; - man muss nicht jedesmal selbst umrechnen.
Bei der Landtagswahl in Schleswig Holstein wählten...

... 39,9 Prozent aller Wahlberechtigten niemanden.
... 18,2 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
... 18,0 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 7,8 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 4,9 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 4,9 Prozent aller Wahlberechtigten die Piraten.
... 2,7 Prozent aller Wahlberechtigten die SSW.
... 1,3 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
... 1,2 Prozent aller Wahlberechtigten ungültig.

Die als möglich erachtete Koalition aus SPD, Grünen und SSW hätte somit einen Rückhalt von 28,5 Prozent. Sie stützte sich damit auf etwas mehr als ein Viertel aller Wahlberechtigen. Selbst eine denkbare Große Koalition deckte mit 36,2 Prozent nur etwas mehr als ein Drittel ab und hätte weniger Wahlberechtigte hinter sich stehen, als die Partei der Nichtwähler. Diese ist in Schleswig-Holstein so groß wie nie.


I.Ü.: Die CDU hat im Vergleich zu 2009 fast 100 000 Zweitstimmen verloren ( = - 0,7!!), die SPD fast 4000 dazugewonnen (= + 5% !!!!)!?

In Griechenland ist es ähnlich:
Hier wählten
... 34,9% aller Wahlberechtigten niemanden;
... ca 12% aller Wahlberechtigten die Nea Dimokratia ... ca 8,5% aller Wahlberechtigten die PaSoK
  • die sich damit von 3.012.542 Stimmen im Jahre 2009 auf 833.036 geschreddert hat. Ein schöner Fall für Parteienforscher!
... und dies ist kein Spielplan für Fang den Hut, sondern das griechische Wahlergebnis!
griech-wahl

Fang-den-Hut-Das-Originalspiel-Ravensburger-Nr334c-kpl

Wo ist das Problem?
"Wenn du erst fragen musst, wirst du es nie verstehen.“ (s. o.)

Augen-Blicke: (Voss-) Straße, Hannover

Herr G. hat mir ein wunderbares Bild zum Geburtstag geschenkt. Zu sehen ist u.a. das hier schon mehrfach erwähnte "Plümecke", das dem Bild den Titel gibt, aber interessanter - fasziniernd ist die Perspektive - der Blick! Den der Füßgänger so eigentlich nicht hat: selten hat er den Blick auf ein Ensemble der Fassaden einer Straße, weil er seinem Weg folgt, der in Erdgeschossen sich verfängt; selten fällt der Blick auf das Ensemble, eher schon einmal auf eines dieser Fenster, hinter denen sich ja auch auf den ersten Blick nichts verbergen würde, - hätte man nicht das Bild, das einen fragen lässt, was hinter schwarzen Fenstern der Gründerzeitbauten der List (die i.Ü. undifferenziert warum eigentlich als irgendwie schön wahrgenommen werden) zu sehen sein mag, und das gleichzeitig den Blick zurückführt in den öffentlichen Raum der Straße, die - obwohl es Autos gibt - als begehbarer, zu erobernder Raum erscheint, den eine Figur probeweise betritt: eine kleine Utopie eines freien öffentlichen Raums, - von dem der Anwohner - bzw. der regelmäßige Besucher - weiß (oder immerhin eine Ahnung davon hat), wie "Brot Henke", das "Plümecke" und die anderen Läden in dieser Straße mit je unterschiedlicher Klientel diesen Raum ausfüllen ...
Pluemecke-fuer-Gerd_SG-2012

Archäologie CCII: Nazi Concentration Camps (Nuremberg Trial Film)

The file entitled "Nazi Concentration Camps" was entered as evidence at the 1945 Nuremberg Trials of Hermann Göring, Rudolf Hess, and 22 other Nazi officials at the end of World War II. It presented a stark picture of the atrocities of the Holocaust and ensured than no one would ever doubt the meaning of the charge "crimes against humanity."



This film is the official documentary report compiled from over 80,000 feet of film shot by Allied military photographers in the German concentration camps immediately after liberation. The footage is a camp-by-camp record taken in order to provide lasting objective proof of the horrors the liberators witnessed. Some emphasis is also placed on the humanitarian work done in the camps by the liberators. Remarkably, the narration refers to the camp victims according to their country of origin only, and no mention of Jews is made. ( National Center for Jewish Film)

Siehe auch: An Alfred Hitchcock documentary on the Nazi Holocaust

Wenn Sie den Film gesehen haben und auch wieder diesen furchtbar hilflosen Zorn spüren, dann sollten Sie aus dem gerade erschienen Album Billy Bragg + Wilco: Mermaid Avenue: The Complete Sessions: All You Fascists hören:

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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