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Kompetenzkatastrophe (XII): PISA: Deutsche Schüler sind im internationalen Vergleich gut darin, komplexe Probleme im Team zu lösen, haben aber eigentlich keine Ahnung, worum es geht

Ich zitiere hier mal den WELT-Artikel von heute dazu, weil er der am schlechtesten geschriebene ist (und daher ehrlicher als Süddeutsche, ZEIT und SPIEGEL):
    Sozialkompetenzen sind enorm wichtig für den Arbeitsmarkt. Deutsche Schüler sind im internationalen Vergleich recht gut darin, komplexe Probleme im Team zu lösen. In einer am Dienstag veröffentlichten Pisa-Studie liegt Deutschland bei dieser Sozialkompetenz zwischen dem zehnten und 14. Platz von gut 50 Bildungssystemen...
    Mehr als ein Achtel (13 Prozent) der Schüler in Deutschland erreicht die höchste Kompetenzstufe beim Problemlösen im Team – im OECD-Durchschnitt sind es nur acht Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die schlecht abschneiden, ist vergleichsweise gering. Trotzdem [?!?, der Verf.] können 21 Prozent der Schüler in Deutschland nur leichte Probleme lösen, bei denen die Zusammenarbeit wenig komplex ist.
    Absolut gesehen gebe es sicher noch sehr viel Nachholbedarf, sagte Schleicher. Zudem ist der Abstand zwischen starken und schwachen Schülern in Deutschland größer als im OECD-Schnitt...
    Die OECD hält die Auswertung für wichtig, weil die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme. „Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann“, so Schleicher...
Dass die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme, kann man nicht oft genug sagen, aber zwischen dem Mantra und den Schlussfolgerungen klafft eine riesige Lücke! - Wie der Schleicher problemlösendes Denken sich vorstellt, erschließt sich mir - nicht nur wegen der Lückenhaftigkeit des WELT-Artikels - nicht: Softskillz wie Teamfähigkeit + Google = Problemlösung ??
    PISA 2015 definiert Kompetenz im Bereich Problemlösen im Team als „die Fähigkeit einer Person, sich effektiv in einen Prozess einzubringen, bei dem zwei oder mehr Beteiligte versuchen, ein Problem zu lösen, indem sie gemeinsam das nötige Verständnis und die erforderlichen Schritte für eine Lösung entwickeln und sich mit vereinten Kenntnissen, Kompetenzen und Anstrengungen dafür einsetzen, diese Lösung zu erreichen“.
Also doch Verständnis, das ohne Kenntnisse aka Wissen nicht zu haben ist ...
Was dann allerdings Testaufgaben wie diese mit problemlösendem Denken auf der Basis von Kenntnissen und Verständnis zu tun haben und welche hinreichend validen Ergebnisse ein solcher Test liefern soll, bleibt unklar.
Es bestätigt sich einmal mehr: Die Testbesessenen können kognitive Prozesse und intellektuelle Interaktionen nicht modellieren (noch nicht?) und greifen bei den Versuchen, das zu vertuschen, auf simpelste behavioristische Muster zurück.
Die Lernmotivation wird nicht in der Sache, dem Verstehen-Wollen = Weltaufschluss gesehen, sondern im doofen Wettbewerb. Vor der Lösung des nicht besonders anspruchsvollen Problems droht der chat, um den es hier eigentlich geht:
    Deine Lehrkraft hat die Klasse für einen Wettbewerb in Dreierteams aufgeteilt. Sieger ist das Team, das am schnellsten 12 Fragen über das Land Xandar richtig beantwortet. Die Antworten findest du, indem du die Links auf einer Landkarte von Xandar öffnest.

    2017-11-21-19_45_19-PISA
Raten Sie mal, mit welcher Antwort die/der Geteste in die höchste Kompetenzstufe aufsteigt (was, wenn sie/er an sog. Kompetenztagen teilgenommen hat, kein Ausweis von Kompetenz ist, sondern von Abrichtung, weil sie/er ja weiß, dass man erstmal die Strategie besprechen muss, - auch wenn sie/er nicht weiß, was Strategie bedeutet ... und worum es überhaupt geht: Den Wettbewerb gewinnen? Ein inhaltliches Interesse kann sie/er ja nicht erkennen können: das Land Xandar geht ihr/ihm schnell an der Jacke vorbei, - womit, denken wir noch einen Schritt weiter, tendenziell jegliches Interesse an fremden Ländern ausgelöscht wird, weil die ja eh immer nur Kompetenzerewerbsexempel sind. Bye bye Xanadu).

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1a/Xanadu_on_Map_of_Asia.JPG/640px-Xanadu_on_Map_of_Asia.JPG

Setzen, Schleicher. Ungenügend!

__________________________
Fundierter, aussagekräftiger und interessanter scheint mir diese Studie zu sein (über die die Süddeutsche gestern - hinter einer paywall - berichtete:

Wie gut werden Jugendliche in der Schule auf ihre Rolle als Bürger/innen in Demokratien vorbereitet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der International Civic and Citizenship Education Study 2016 (ICCS 2016). Prof. Dr. Hermann Josef Abs und Dr. Katrin Hahn-Laudenberg von der Universität Duisburg-Essen (UDE) leiteten den deutschen Part dieser weltweiten Studie.
[ ... für den Namen kann der Mann ja nichts!]
    Die Ergebnisse im Überblick
    - Beim Test zum politischen Wissen schnitten die NRW-Jugendlichen im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich ab. Es zeigt sich eine starke Abhängigkeit vom Bildungshintergrund der Elternhäuser und von der Schulform.
    - Die 14-Jährigen in NRW identifizieren sich weniger mit Deutschland als die Gleichaltrigen mit den Ländern, in denen sie am Test teilgenommen haben. Die NRW-Jugendlichen unterstützen aber eindeutig die Werte der politischen Gleichstellung von Männern und Frauen und die Rechte von Migrant/innen.
    - Die Achtklässler in NRW vertrauen den staatlichen und politischen Institutionen (z.B. Gerichte, Polizei und Parteien) deutlich mehr als die gleich alten Schüler/innen im Europavergleich. Dem Schulsystem bringen sie weniger Vertrauen entgegen.
    - Die NRW-Jugendlichen beziehen das Konzept Bürgerschaft eher auf den privaten Bereich. Wichtig sind für sie die wirtschaftliche Sicherung der Familie sowie das Respektieren individueller Meinungsfreiheit. Der Beitritt zu einer Partei, die Teilnahme an Wahlen oder an friedlichen Demonstrationen spielt für sie keine große Rolle.
    - Im europäischen Vergleich sind die NRW-Jugendlichen sehr wohl motiviert, politische Themen im Unterricht einzubringen, auch wenn sie sich von ihren Lehrkräften relativ seltener dazu ermutigt sehen. Bedroht sehen sie die Zukunft der Erde vor allem durch Umweltverschmutzung, Klimawandel und Terrorismus. Beinahe alle 14-Jährigen erwarten jedoch, einen sicheren Arbeitsplatz zu finden.

    Fazit
    Politisches Wissen als eine wesentliche Ressource für politische Aktivitäten in der Demokratie steht Jugendlichen in NRW im europäischen Vergleich nur in geringerem Umfang zur Verfügung. Besonders auffällig sind die starke Abhängigkeit von den Bildungsressourcen der Eltern und der geringe Anteil der Achtklässler, die die höchste Kompetenzstufe erreichen.
    Prof. Abs: „In fast keinem anderen teilnehmenden Schulsystem ist das politische Wissen und Argumentieren so stark mit der familiären Herkunft verbunden. In NRW gibt es außerdem große Unterschiede im politischen Wissen bei den Achtklässlern in Gymnasien und anderen Schulformen.“
    Im europäischen Vergleich bestätigte sich, dass die Jugendlichen mit mehr als 25 Büchern zu Hause über ein deutlich größeres politisches Wissen verfügen als diejenigen aus bildungsfernen Haushalten. Die Bücheranzahl gilt bis heute als wichtiger Indikator für das kulturelle und Bildungskapital einer Familie.
2017-11-21-19_38_08-Pressemappe-ICCS2016-pdf

Gender-Nachtrag:
In beiden Studien wird festgestellt, dass Mädchen signifikant bessere Ergebnisse erzielen als Jungen. Das bestätigt meine Erfahrungen in 25 Jahren Unterrichtsbeobachtung:
Gruppenarbeit = 2 Mädchen, 3 Jungen
1. Mädchen diktiert Ergebnisse, die die beiden Mädchen erarbeitet haben, 2. Mädchen fixiert Ergebnisse auf Folie - 3 Jungs kippeln auf Stühlen ...
Zur Präsentation der Gruppenergebnisse gehen alle 5 nach vorne und 1 Junge liest die Folie ab. Die Klasse applaudiert (wg. Wertschätzung von Lernergebnissen.
--> Asoziales Lernen

Hilfreich:

Anke Grotlüschen : Expansives Lernen: Chancen und Grenzen Subjektwissenschaftlicher Lerntheorie.

Trackback URL:
https://gebattmer.twoday.net/stories/1022638828/modTrackback

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

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