»Quasikristalle« (II): We are all facets of someone else’s internalization
Ganz wunderbar: gestern Abend im Literarischen Salon der Universität Hannover:
Joachim Otte und Eva Menasse
Ein sehr anregendes Gespräch über Perspektiven, Verweise und über das Erzählen überhaupt, das auch Aufschluss darüber gab, warum so viele Rezensenten den Roman für "gescheitert" erklären ... - und doch die einzelnen Kapitel als Erzählungen für gelungen bis große Kunst halten. Das sind sie zweifellos, insbesondere das Auschwitz-Kapitel. Aber warum werden dennoch viele Rezensionen dem Text nicht gerecht?
Ich vermute, es liegt an einer Vorstellung vom Individuum, das das Zentrum eines Romans, der eine Lebensgeschichte erzählt, zu sein habe. Diese Vorstellung eines Zentrums aber zerstört Eva Menasse mit ihrer Erzählweise und gerade das ist das Faszinierende an dem Roman.
Ray Davies hat das in X-Ray schon einmal - ähnlich, mit anderen Metaphern - sehr schön formuliert:
Gesprächsmitschnitt [110 Min.]
Visions of what they want us to be sind das in den Quasikristallen ja nicht, eher Wahrnehmungssplitter von einer Person, die sich erst beim Leser zusammenfügen und zum Bild eines Indiviuums verdichten müssen. Das kann gelingen. Viele Rezensionen lassen darauf schließen, dass es häufig nicht gelingt, - was aber nicht am Text liegt ... Problematischer eher: Der Text ist merkwürdig zeitenthoben. Wo würden Sie Xane jeweils historisch verorten?: Das würde mich schon interessieren, um etwas rauszukriegen nicht nur über die Wahrnehmung bzw. das Wahrgenommen-Werden eines Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch darüber, was da eigentlich gesellschaftlich s0 abgeht. Das ist aber wohl nur oder eher den jeweiligen Perspektiven eingeschrieben und muss herausgelesen werden ...
Die Frage, woran sich Erzählweisen zu bewähren haben ...
»Quasikristalle« - Eva Menasse liest
Quasikristallmäßig erhellend auch der Bruder: Wozu Europa? - Robert Menasse.
Joachim Otte und Eva Menasse
Ein sehr anregendes Gespräch über Perspektiven, Verweise und über das Erzählen überhaupt, das auch Aufschluss darüber gab, warum so viele Rezensenten den Roman für "gescheitert" erklären ... - und doch die einzelnen Kapitel als Erzählungen für gelungen bis große Kunst halten. Das sind sie zweifellos, insbesondere das Auschwitz-Kapitel. Aber warum werden dennoch viele Rezensionen dem Text nicht gerecht?
Ich vermute, es liegt an einer Vorstellung vom Individuum, das das Zentrum eines Romans, der eine Lebensgeschichte erzählt, zu sein habe. Diese Vorstellung eines Zentrums aber zerstört Eva Menasse mit ihrer Erzählweise und gerade das ist das Faszinierende an dem Roman.
Ray Davies hat das in X-Ray schon einmal - ähnlich, mit anderen Metaphern - sehr schön formuliert:
Perhaps everyone exists half in somebody else’s imagination. No one is totally human. We are all facets of someone else’s internalization. Visions of what they want us to be.

Gesprächsmitschnitt [110 Min.]
Visions of what they want us to be sind das in den Quasikristallen ja nicht, eher Wahrnehmungssplitter von einer Person, die sich erst beim Leser zusammenfügen und zum Bild eines Indiviuums verdichten müssen. Das kann gelingen. Viele Rezensionen lassen darauf schließen, dass es häufig nicht gelingt, - was aber nicht am Text liegt ... Problematischer eher: Der Text ist merkwürdig zeitenthoben. Wo würden Sie Xane jeweils historisch verorten?: Das würde mich schon interessieren, um etwas rauszukriegen nicht nur über die Wahrnehmung bzw. das Wahrgenommen-Werden eines Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch darüber, was da eigentlich gesellschaftlich s0 abgeht. Das ist aber wohl nur oder eher den jeweiligen Perspektiven eingeschrieben und muss herausgelesen werden ...
Die Frage, woran sich Erzählweisen zu bewähren haben ...
»Quasikristalle« - Eva Menasse liest
Quasikristallmäßig erhellend auch der Bruder: Wozu Europa? - Robert Menasse.
gebattmer - 2013/05/17 23:19

























































Seit dem 6. Dezember - das kann ich genau sagen - stand der Schuh auf meinem Tisch. Den langen Winter und den kalten Frühling über veränderte er sich nicht. Wurde weder grau noch ranzig weißlich. 






Wie Großbritannien schaut, vermag ich dem Beitrag nicht zu entnehmen... 

Ich habe Hanns Martin Schleyer gut gekannt. Ich habe ihn geschätzt; denn er war ein Mann, der sich um einen fairen sozialen Ausgleich bemüht hat. Sein Leben bis 1977 spiegelt die deutsche Nachkriegsgeschichte ...














