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CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXXVIII): How To Squeeze Greece (VI) - Werden Mercedes, Opel und BMW Steuern zahlen?

Aus vor über einem Jahr in Griechenland gegen deutsche Fahrzeughersteller verhängten Geldstrafen von 600 Millionen Euro wurde bisher kein einziger Euro beigetrieben.
Obwohl seit der Enthüllung des Themas der skandalösen Steuerhinterziehung deutscher Fahrzeughersteller (Daimler Benz – Mercedes, Opel und BMW) in Griechenland mehr als ein Jahr verstrichen ist und das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) Geldstrafen von 600.000.000 Euro verhängte, hat die zuständige Finanzbehörde bisher nicht einen einzigen Euro beigetrieben!
Die von dem SYRIZA-Vorsitzenden Alexis Tsipras bei seinem jüngst erfolgten Besuch bei dem SDOE auf politische “Zweckmäßigkeiten” zurückgeführten Verzögerungen des Beitreibungsmechanismus sind inzwischen auch Gegenstand einer Anfrage des Europa-Abgeordneten der SYRIZA, Dimitris Papadimoulis, an die Europäische Kommission geworden.
Gesamten Artikel lesen »
[Griechenland-Blog]

Needed: A Revolution in Thinking - Denkbewegungen: Cognitive Sophistication

An article by Carroll Quigley in Today’s Education, March-April 1975, originally published in the National Education Association Journal 57 (May 1968).

Ich komme gerade von einer Fortbildung, bei der wir versucht haben, Unterricht als Lern=Denkprozess, d.h. als mögliche Folge(n) möglicher Denkbewegungen, die an und mit Gegenständen ausgeübt werden, zu konzeptualisieren (und das für die Lehrerausbildung fruchtbar zu machen).
Zurück und beim Sichten einiger Seiten (zur Entspannung) stoße ich auf dieses Video:



Das ist ja erstmal ganz faszinierend, wiewohl man sich fragt, ob das nicht irgendwie schräg ist: Die Inhalte, die transportiert werden sollen, stehen doch quer zur Werbeclip-Ästhetik bzw. umgekehrt; der drohend-wabernde Zimmer-Soundtrack vereinnahmt den Text wahrnehmungsmäßig für etwas anderes .... - oder?

Interessant ist, dass sich die Macher von Tragedy and Hope auf Carroll Quigley beziehen:
Tragedy and Hope dot com Welcome and Introduction Video

In dem oben zitierten Artikel schreibt Quigley:
    ... When people or groups with different cognitive systems interact, frictions and clashes occur, in many cases, without anyone's being able to see why. This happens even where there may be a maximum of goodwill on both sides. The difficulty occurs because individuals are unaware that they have a cognitive system of their own and, while seeing fully what other people do that irritates them, they cannot see why anything they are doing should irritate anyone else.
    Cognitive sophistication makes it possible to know both one's own cognitive system and that of the different group with which one works so that one may be able to translate both talk and actions from one such system into the other, while recognizing the conventional and arbitrary nature of both.
    Cognitive sophistication is so rare and so difficult to acquire that interaction across cultural barriers is a frequent cause of conflict. This applies to all relationships across cultural barriers -- not only to those with other nations and major cultures but also to those within a culture, such as relationships between suburbanites and slum dwellers or between races or social classes....
Interessant wäre eine genauere Auseinandersetzung mit der Frage, ob die T&H-Ästhetik einlösen kann, was sie verspricht:
... creating inspiring and thought provoking videos, that change the way people see themselves and the world around them...

Zu überprüfen z B an der Bearbeitung von A MESSAGE FOR ALL OF HUMANITY ~ Charlie Chaplin

Es geht um Denkbewegungen, die von - hier - visuellen Impulsen ausgelöst werden, womit wir wieder oben angekommen wären. Wie die beschaffen sein müssen, um Cognitive sophistication (s.o. Carroll Quigley) zu ermöglichen, bleibt mE vorerst offen ...

Let's kill all the myths

Update Ukraine (XXVI): "NATO attacks! - Let's kill all the myths"

... schreibt Pepe Escobar in seinem Artikel vom 03.09.2014 in der Asian Times:
    First thing we do, let's kill all the myths. The North Atlantic Treaty Organization is nothing but the Security Council of the Empire of Chaos.
    You don't need to be a neo-Foucault hooked on Orwellian/Panopticon practices to admire the hyper-democratic "ring of steel" crossing average roads, parks and even ringing castle walls to "protect" dozens of NATO heads of state and ministers, 10,000 supporting characters and 2,000 journalists from the real world in Newport, Wales - and beyond.
    NATO's summit in Wales also provides outgoing secretary-general Anders "Fogh of War" Rasmussen the chance to display his full attack dog repertoire. It's as if he's auditioning for a starring role in a remake of Tim Burton's epic Mars Attacks!
    Fogh of War is all over the place, talking "pre-positioning of supplies, equipment" - euphemism for weapons; boosting bases and headquarters in host countries; and touting a 10,000-strong, rapid reaction "spearhead" force to respond to Russian "aggression" and deployable in a maximum of five days.

    Meanwhile, in a bad cop-bad cop routine, outgoing president of the European Commission, outstanding mediocrity Jose Manuel Barroso, leaked that Russian President Vladimir Putin told him over the phone later last week he could take Kiev in a fortnight if he wanted.
    Well, Putin could. If he wanted. But he doesn't want it. What matters is what he told Rossiya state TV; that Kiev should promote inclusive talks about the future statute of Eastern Ukraine. Once again, the Western spin was that he was advocating the birth of a Novorossiya state. Here, The Saker analyzes in detail the implications of what Russia really wants, and what the Novorossiya forces really want...
Weiterlesen empfohlen, - und auch seinen neuesten Artikel: Will NATO liberate Jihadistan?

The Vineyard of the Saker ist übrigens eine interessante Quelle für Hintergründe und Analysen (z.T. hier auch auf Deutsch), die man hier sonst so nicht bekommt (Geo-political analysis demonstrating particular expertise on Russia and the Middle East: WikiSpooks; - hier wird spekuliert, wer dahinter stecken könnte!).

Im Übrigen gerade reingekommen:
Die letzten Minuten des Unglücksfluges MH17 über der Ukraine sind durch Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato nicht mehr per Radar erfasst worden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag hervor. Die Stellungnahme ... liegt SPIEGEL ONLINE vor. - Man könnte auch melden: Deutsche Regierung verheimlicht Daten zu MH17 (MMnews)

Und: MH17-Absturz Der Zwischenbericht niederländischer Ermittler zur Flugzeugkatatrophe über dem Donbass bleibt ohne Schuldzuweisung und taugt nicht für neue EU-Sanktionen gegen Russland (Lutz Herden im Freitag, 10.09.2014)

Update Ukraine (XXV)

Gelungener Tabubruch: Russisch-ukrainische Bundeswehrmaschine mit nicht tödlichen Ausrüstungsgegenständen erreicht Erbil - Oder: Der Leasingvertrag

    Wo es knallt auf der Welt, da ist die Ruslan sicher nicht weit. Wenige Tage, nachdem die Franzosen in Mali militärisch intervenierten, wurden Maschinen des Typs An-124 von Volga-Dnepr in Westafrika gesichtet. Die russische Fluggesellschaft ist zusammen mit der ukrainischen Antonov Airlines am SALIS-Programm der NATO beteiligt, mit dem ursprünglich das lange Warten auf den neuen Militärtransporter von Airbus überbrückt werden sollte. In Brüssel hat man inzwischen Gefallen an den sowjetischen Vögeln gefunden, die sich nicht zuletzt während des NATO-Einsatzes in Afghanistan als nützlich erwiesen haben. Im Dezember 2012 wurde der Vertrag zur Anmietung der An-124 um zwei Jahre verlängert. Der Sitz des russisch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmens Ruslan SALIS GmbH ist Leipzig. Am dortigen Flughafen sind seit 2006 zwei An-124 dauerhaft stationiert, der Vertrag mit der NATO beinhaltet darüber hinaus noch eine Option auf vier weitere Flugzeuge. Die Ruslan werden am Flughafen Leipzig/Halle nur stationiert und gewartet. Von dort brechen sie immer leer zu den Einsatzorten auf, wo sie ihre Fracht aufnehmen. - See more at: http://www.mdz-moskau.eu/volga-dnepr/#sthash.fEyv2mtX.dpuf</
Das ist diesmal anders, weil die Antonow An-124 Ruslan (NATO-Codename: Condor) der Volga-Dnepr-Tochter Ruslan gestern in Leipzig mit den defensiven Tabubruch-Militärgütern aus Deutschland beladen wurde, die seit heute in Erbil ausgeladen werden (tagesschau.de, 05.09.2014 09:16 Uhr) - Heute Morgen war in der Meldung noch von einem Transportflugzeug "russischer Bauart" die Rede (das hat man jetzt wohl rausgenommen), das die zunächst nicht tödliche(n) Ausrüstungsgegenstände zu den kurdischen Peschmerga-Kämpfern (Die dem Tod ins Auge Sehenden) im Nordirak bringt.

Hier sehen Sie die An-124 gestern Abend in Leipzig:

http://blob.freent.de/image/4525726/460x307/460/307/a406772214b134bfc528e54ee0d6c57c/Fx/bundeswehr-setzt-hilfsfluege-in-nordirak-fort-f425fb7f53f65c4797d4c18dd8170a124c564190-jpg.jpg

... und hier die An-124 sowie nicht tödliche Ausrüstungsgegenstände gestern Abend in Leipzig:

http://bilder.t-online.de/b/70/89/13/26/id_70891326/610/tid_da/militaergueter-fuer-die-kurden-keine-waffen-werden-auf-dem-flughafen-leipzig-halle-in-eine-russische-antonow-124-verladen.jpg

Die aufgeklappte An-124 erinnert iÜ ein wenig an den halben Flugzeugträger, den die Franzosen den Russen nun doch nicht liefern:
http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/mistralschiff-100~_v-modPremiumHalb.jpg
... die eine vorne, der andere hinten offen ...

Zusammenfassend: Offensichtlich sind die Leipziger SALIS-Antonows ein Zeichen dafür, dass deutsch-russisch-ukrainische Kooperation und überhaupt NATO-Russland-Ukraine-Zusammenarbeit möglich ist, wenn es ums Geschäft geht. Was die Ästhetik der stärkeren Rolle Deutschlands in der Welt angeht, wäre es natürlich schöner, wir könnten Ursula vor einem Airbus A400M zeigen ...

Ich war ja den Leipziger Antonows schon mal auf der Spur:
Wie kommen 49 ooo Küken in eine Antonow-AN 12? - Planespotting.
Planespotting macht Spaß, auch online bei flightradar24, aber da finde ich den heutigen Flug nicht: Full flights and codeshare flights list of Volga-Dnepr Airlines!?

Schön zu lesen sind iÜ die zZ 65 Kommentare zur Tageschau-Meldung (s. o.), beginnend um 09:33 mit "Beschämend, dass wir keine eigenen Flugzeuge haben" ...
Ja, so ist das mit Leasingverträgen. Der Führer hatte noch gewarnt!

Archäologie (CCCXLV) : John Lennon For President

Photobucket

David Peel & The Super Apple Band (1980)
In case no one remembers, in 1980 the U.S. went nuts. Not that this hadn't happened before, even during some recent campaign years, but this was the first time it coincided with a presidential race in which two incompetents were running against each other, and politics became the medium through which a lot of that nutsiness was expressed.
In that environment, how could David Peel, master satirist, topical songwriter, marijuana advocate, peace activist, and musician provocateur, possibly resist the impulse to join in? The result is more mixed media than is usual for Peel, alternating between music, interviews, and speeches, all of it focused, and assuming that one has the tolerance for absurdity necessary to appreciate it, it's a fine coda to Peel's earlier Lennon-produced and Beatles-inspired work.
Guest artists includes John Lennon, Yoko Ono and Tiny Tim among others. The only thing Tiny Tim does is to whisper "imagine" on track 10.

[Zero G Sound]

Archäologie (CCCXLIV) : Von der Westerplatte zur Wolfsschanze

http://3.bp.blogspot.com/-BfmAr1ICVus/VAdXY14ecKI/AAAAAAAAAHs/0XG_zpMijN8/s1600/FB2.jpg



Eigene Aufnahmen (2011) von der "Wolfsschanze", dem sog. Führerhauptquartier in der Nähe von Kętrzyn: Seit 1941, dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa - !! - ), war die Wolfsschanze der Hauptaufenthaltsort Hitlers. Die Anlage umfasste insgesamt ca. 40 Wohn-, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude sowie 7 massive und 40 leichte Stahlbetonbunker. Die Decken der Bunker waren sechs bis acht Meter dick. Die Anlage verfügte außerdem über einen Bahnanschluss und besaß einen eigenen Flugplatz. Sie war von einem 50 bis 150 Meter breiten Minengürtel und einem 10 km langen Stacheldrahtzaun umgeben ...
Als am 24. Januar 1945 die Rote Armee anrückte, wurden alle Objekte von der zurückweichenden Wehrmacht gesprengt. Es wird angenommen, dass für die Sprengung einzelner Bunker bis zu 8 Tonnen Sprengstoff verwendet wurden. Von 1945 bis 1955 wurden hier ca. 54.000 Minen entschärft ...


Ein monströses Ding, das nicht zu sprengen war und das zu überwuchern auch der Natur nicht gelingen wird.

Der Bundespräsident in seiner Rede vom 1. September hat's versucht, dieses Monstrum und das Unternehmen Barbarossa zu überwuchern, aber ...

"Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

"Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen."

George Santayana

Update Ukraine (XXV): OSZE stellt kein russisches Militär in der Ukraine fest

Ralf Streck, telepolis 02.09.2014
Für die angebliche direkte Einmischung, mit der nun neue Sanktionen gerechtfertigt werden sollen, haben die OSZE-Beobachter keine Hinweise


Über eine Million Ukrainer auf der Flucht

Tagesschau: 02.09.2014 17:08 Uhr
Durch den Konflikt in der Ostukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR inzwischen mehr als eine Million Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben worden. Rund 814.000 suchen demnach Zuflucht im benachbarten Russland, rund 260.000 Menschen seien innerhalb der Ukraine auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen Armee und prorussischen Separatisten. ...

"Die Geschichte lehrt uns, dass ..."

Manuskript der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 2014 in Danzig/Polen.

Ich sehe das auch so: "Präsidialer Fehlgriff ersten Ranges"! - bin aber nicht ganz sicher, ob "Fehlgriff" nicht verharmlost: Das klingt so nach Döllmer, der's nicht besser gewusst hat, versehentlich einen Fehlgriff tat. Heribert Prantl triffts besser "Der unbesonnene Präsident", - obwohl da auch noch zuviel unüberlegt mitschwingt:
Westerplatte '14 war - im Verein mit Tusk und Komorowski schon ein bewusster Zugriff: Endlich spricht er Tacheles: Let Us Beat Plowshares Into Swords!
Vgl. Feynsinns Analyse der unerträglichen Rhetorik!

CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXXVII): Worse than the 1930s: Europe’s recession is really a depression - Und? Ein Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger, ein exkommunizierter Wirtschaftsminister und eine Rede von Mario Draghi ...

Europe's Greatest Depression

As I was arguing last week, it's time to call the eurozone what it really is: one of the biggest catastrophes in economic history.
There have been plenty of those lately. And it's not just the Great Recession. It's the way we've struggled to make up the ground we lost since. The United States, for one, has had its slowest postwar recovery. Britain has had its slowest one, period. But, six and a half years later, Europe has distinguished itself by not having much of a recovery at all. And, as you can see above, that's about to make it worse than the worst of the 1930s...

Worse than the 1930s: Europe’s recession is really a depression. By Matt O'Brien, The Washington Post, August 20


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) posiert in Lindau (Bayern) mit Nobelpreisträgern und Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums, für ein Gruppenfoto

Erstaunlich: Bei ihrem Treffen in Lindau haben die Wirtschafts-Nobelpreisträger Kanzlerin Angela Merkel heftig kritisiert.
Die von ihr verordnete Sparpolitik habe weitreichende Folgen für die Euro-Zone. (Die WELT vom 24.08.14)
Anmerkung von Heiner Flassbeck:
    Angesichts des Ernstes der Lage klang das, was die Bundeskanzlerin bei einem Treffen von Wirtschaftsnobelpreisträgern in Lindau zum Besten gab, wie Realitätsverweigerung. Diese Rede, man muss es sagen, wird in hundert Jahren von den Historikern als bestes Beispiel dafür genommen werden, wie weit abgehoben von der Realität die deutsche Regierung kurz vor dem Höhepunkt der großen europäischen Krise war....
Und wenn in Frankreich der Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am gleichen Wochenende eine Abkehr von der Sparpolitik verlangt und bemängelt, Deutschland habe unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ganz Europa einen solchen Sparkurs aufgezwungen, dann fliegt der raus ...

Warum das so ist
, hat uns Noam Chomsky erklärt: Vortrag an der Durham University, 22. Mai 2014 - (siehe 1:10:50):
Was der exkommunizierte Minister noch sagen wollte:
“Pressekonferenz von Arnaud Montebourg am 25. August 2014 in Bercy”
Ein bemerkenswertes Dokument. Die Presseerklärung von Arnaud Montebourg liegt dank der Übersetzung von Florian Tuczek bei NDS auf Deutsch vor. Siehe hier [PDF - 113 KB].
„Frankreich und Europa durchleben eine Krise ohne Vorläufer seit derjenigen von 1929 – schwer, zerstörerisch und lang.“ Diese Krise sei die Folge falscher politischer Entscheidungen. Montebourg macht klar, dass die Politik des vermeintlichen Sparens, in seinen Worten: Austeritätspolitik, keinen Erfolg haben kann, nicht einmal den Sparerfolg...

Das hat in Jackson Hole auch Herr Draghi angedeutet: Die Wachstumszahlen enttäuschen, EZB-Chef Mario Draghi deutet eine Lockerung des Sparkurses an.

Da hat aber die Kanzlerin gleich bei Draghi angerufen bzw. wegen Ärger über EZB-Konjunkturpläne ... Draghi zur Rede gestellt!!
Interessant: Synonyme für: jemanden zur Rede stellen| Bedeutung

Was - wenn der Spiegel das schon so formuliert - für Chomskys Einschätzung spricht.
Fuck me running ...

Archäologie (CCCXLIII) : Ghost

http://mocholand2.files.wordpress.com/2014/08/ghost.jpg

Via The World Is Only One

Archäologie (CCCXLII) : Berlin (Sommer 1945)

... when “Aryans” didn't gambol any more beneath a Teutonic sun (vgl. gleich unten)



Ohne weitere Worte via vintage everyday
Zum Vergleich: London 1940 und Cities of Germany in Color Photos, 1941, ebd. und denn doch noch einmal: Post-war Photos of Warsaw in Colors in 1947, ebd.

«Die Menschen sind als Krieger unterwegs» - 113ème Cigarette Sans Dormir

Auf der Suche nach einer Erklärung für die Kotzgeburt der sartorially composed Men in Black:

«Die Menschen sind als Krieger unterwegs»
Interview - Der Theatermacher Milo Rau bringt am Zürcher Theater Spektakel «The Civil Wars» zur Uraufführung. Das Stück geht der Frage nach, weshalb sich westlich sozialisierte Menschen als Jihadisten verpflichten lassen. Es geht um Migration, Extremismus und heisslaufenden Neoliberalismus ... (Lesebefehl!! Mit Milo Rau sprach Alexandra Kedves, tagesanzeiger.ch 26.08.2014)


Myth-Making Machinery und Scheißende Angst + x (PAD + SchA + MMM = puG)

http://www.lignet.com/CMSPages/GetFile.aspx?guid=96c61848-93e1-44a6-8734-14e0067cb02d

Die sartorially composed Men in Black in unterschiedlicher Gestalt, jeweils marketingmäßig und modisch auf dem letzten Stand ...

Bei vintage everyday: a long, hard look at the aesthetics of the Reich’s propaganda machinery, from the single swastika to the epic torchlit celebrations during Hitler’s 50th birthday. Here are the almost inconceivably vast Nuremberg rallies, where individuals are subsumed into one Fuhrer-worshiping organism. Here are the gargantuan Nazi banners, towering above a sea of faces that fade into insignificance. Here are thousands of tanned, near-naked youth, re-enacting a manufactured, cobbled-together and thoroughly mythical past when “Aryans” gamboled beneath a Teutonic sun.
The photographs in this gallery were made by one of Hitler's personal photographers, Hugo Jaeger.


«Die Menschen sind als Krieger unterwegs»
In Gerhard Henschels großartigem Bildungsroman findet sich (S. 29) folgende Bemerkung des jugendlichen Ich-Erzählers/Studenten/Viel-Lesers:
    Fast dreißig Mark hatte ich in die zwei bändige Taschenbuchaus-
    gabe von Klaus Theweleits »Männerphantasien« investiert. Ein
    monumentales Werk. Hatte sich vorher überhaupt schon einmal
    jemand die Mühe gemacht, die Literatur der Faschisten zu lesen?
    Also in diesem Fall die Romane, Erlebnisberichte und Tagebücher
    der Freikorpssoldaten, die nach dem Ersten Weltkrieg die Revolu-
    tion niedergeschlagen hatten?
    Die meisten waren an der Front gewesen und nicht ins Zivil-
    leben zurückgekehrt. Sich selbst hatten sie als gepanzerte »Stahl-
    gestalten« beschrieben, aber wie Theweleit nachwies, hatte hinter
    der Fassade eine scheißende Angst gelauert - vor dem Leben, vor
    den Frauen, vor dem Sex, vor dem eigenen Körper und dessen
    Lüsten und Säften, vor der Entgrenzung, vor dem Verlust der an-
    gedrillten Männlichkeit, vor der wimmelnden, die militärische
    Ordnung und die Monarchie über den Haufen werfenden Masse,
    vor der »roten Flut« und der Syphilis und dem Untergang des
    Abendlandes durch den Sexualbolschewismus.
    Wenn diese Krie-
    ger jemals liebevoll einen Körper beschrieben hatten, dann war es
    der eines Reitpferds. Selbst die Ehefrauen kamen nur unter ferner
    liefen vor:
    Am 5. März fand die Trauung, wie vorgesehen, um 11 Uhr am
    Bett meines Vaters statt, der mit EK I von 1870 aufrecht saß, neben
    ihm, im Rollstuhl, meine Mutter.

    So hatte der General Paul von Lettow- Vorbeck seine Vereheli-
    chung geschildert, und Theweleit schrieb dazu:
    Das Opfer dieser preußischen Gruselhochzeit ist die Frau.
    Und genau aus dieser Soldateska hatten die Nazis ihre Truppen
    rekrutiert. ...
    Einige Generationen junger deutscher Männer, geboren etwa
    zwischen 1870 und 1920, fanden es leichter, die halbe Welt in die
    Luft zu sprengen und einige Millionen Menschen zu töten, als den
    Ansprüchen ihrer verschiedenen Erzieher wirklichen Widerstand
    entgegenzusetzen.
    Darüber hätte ich mich gern mit Opa Iever unterhalten, wenn
    er nicht schon tot gewesen wäre.
Ein interessanter Ansatz zur Klärung der Frage, woher die IS-Kämpfer kommen: Die Frage nach der psychischen Disposition, die vielleicht bei den Badass Jihadis in Black gar nicht so anders zu beantworten ist, als Theweleit das für die deutschen Badass SS-Men in Black versucht (alles könnte zutreffen + man ersetze Angst vor dem Untergang des Abendlandes durch den Sexualbolschewismus durch Angst vor dem Untergang des Morgenlandes durch den US-Sexualimperialismus); - zu ergänzen durch die Frage nach den (mangelnden) sozialen und ökonomischen Perspektiven und den (zerfallenden) Integrationskräften der jeweiligen Gesellschaften (1 Beipiel) + die Frage nach den passenden Identifikationsangeboten durch Myth-Making Machineries, die auf dem letzten Stand sein müssen: Der Online-Dschihad. Damals war online eben onstage auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg ...

Die Formel wäre: SchA (Scheißende Angst) + PAD (Perspektivlosigkeit/Armut/Desintegratin) + MMM (Myth-Making Machinery) = puG (potenziell ungehemmte Gewaltbereitschaft). (Heutzutage müsste sich das doch messen lassen?!)

«Die Menschen sind als Krieger unterwegs»

Hubert-Felix Thiefaine -Dernières Balises Avant Mutation
Année de sortie : 1981 - Paroles 113ème Cigarette Sans Dormir
Da wir gerade in Frankreich sind: Dien Bien Phu – die letzte Schlacht der Waffen-SS?

+ Behemoth und Leviathan, Doom and Goon and Gloom
+ Die anomische Herrschaft der Rackets (V): Gnadenlos platter, testosterongesättigter, marketingtechnisch zelebrierter Männlichkeitskult: The Badass Jihadis in Black vs. Blackwater

Die anomische Herrschaft der Rackets und der verwilderte Leviathan (XI): "Geopolitischer Albtraum - Warum die Energiemacht Kurdistan nicht an den IS fallen darf" Oder: Who's got the Right2Plunder? - WE or IS?

Jetzt weiß ich endlich, wo unser Friedbert Pflüger (Abitur 1973 an der Schillerschule in Hannover) abgeblieben ist. Hatte lange nichts von ihm gehört: Prof. Dr. Friedbert Pflüger leitet seit 2009 das European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) am King’s College London und ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kurdish-German Business Alliances GmbH in Berlin/Erbil (und weiterhin non-resident Senior Fellow des Atlantic Council of the USA).
Friedbert kennt sich also offenbar aus in der Gegend.
http://www.iraqiembassy-berlin.de/images/besuch132011_2.jpg
    Am 01.03.2011 empfing Dr. Hussain M.F. Alkhateeb in der Botschaft Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Staatssekretä,r a.D. und Direktor des Europäischen Zentrums für Energie und Ressourcen Sicherheit.
    Herr Pflüger sprach über seine Aktivitäten im Irak, speziell im Gebiet der Regional Regierung Kurdistan und äußerte seinen Wunsch, auch in andere Provinzen des Irak zu gehen.
    Der Botschafter begrüßte das Engagement seines Gastes und berichtete von dem Potenzial für Deutsche im Irak, ganz besonders weil den Deutschen der gute Ruf vorauseilt...
    (Botschaft der Republik Irak / Berlin)
Die Bundesregierung will ja nun "die Kurden" mit Waffen beliefern und hat es damit so eilig, dass weder der Bundestag (oder doch?) gefragt , noch auf die Qualität der Lieferungen viel Wert gelegt werden kann. Nur eines ist ganz klar: Ausdrücklich ausgenommen werden von der Kanzlerin jene, die Mitte August den Tausenden von Jesiden im nordirakischen Schingal (Sindschar) zur Flucht verhalfen. Das waren Guerillas der Kurdische Arbeiter Partei PKK aus der Türkei und mit ihr verbündete Selbstverteidigungskräfte aus den benachbarten kurdischen Gebieten im Nordosten Syriens.
Waffen werden statt dessen an die bewaffneten Einheiten der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geliefert, deren Peschmergas genannte Soldaten durch ihren mehr oder weniger kampflosen Rückzug erst die Massaker und die Vertreibung ermöglicht haben sollen.
Der Hintergrund könnte in deutschen Öl-Begehrlichkeiten liegen. Einen Hinweis darauf gab kürzlich Friedbert Pflüger in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik...

Ein humanitäres und geopolitisches Desaster drohe, wenn die IS-Kämpfer weiter vorrückten, "denn die Region hat gewaltige Öl- und Gasreserven". Der kurdische Norden Iraks sei eine Energiegroßmacht. Schon ohne die im August erfolgte Eroberung Kirkuks habe die Autonomiebehörde auf Erdölreserven von 45 Milliarden Barrel gesessen. In den nun unter Kontrolle gebrachten Gebieten lagerten weitere rund 14 Milliarden Barrel. Hinzu kommen noch erhebliche Erdgasvorkommen in Kirkuk...

(Waffen gegen Erdöl? Wolfgang Pomrehn, tp 27.08.2014)
Vgl. Irakische Erdölinfrastruktur 2003. Bild: CIA
Pflügers kenntnisreichen Beitrag "Geopolitischer Albtraum ..." finden Sie in: IP-Die Zeitschrift, vom 15.08.14 - Kategorie: Rohstoffe & Energie, Krieg/Kriegführung, Irak, Syrien).

Wie sagte doch ein Herr Köhler am Pfingstwochenende 2010 nach einem Besuch im Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Scharif:

Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.

Dafür ist der Mann damals rausgeflogen, u. a. weil "Köhler schadet der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, Spiegel Online . Deutschland führe in Afghanistan "keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, sondern es geht um unsere Sicherheit". Wer anderes behaupte oder fordere, "redet der Linkspartei das Wort. Wir wollen keine Wirtschaftskriege". (Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? Die ZEIT 27. Mai 2010)

Die Kritik des Herrn Sozialdemokraten an der Äußerung des damaligen Bundespräsidenten mag man sich auf der Zunge (oder sonstwo) zergehen lassen; - immerhin: Jetzt hat er einen Präsidenten, der Krieg um Wirtschaftsinteressen besser verkaufen kann; besser kommunizieren kann sagt man heute wohl. Der Köhler war mit seinem Tabubruch einfach etwas zu früh dran:
"Wichtiger als die Frage, ob und welche Waffe wir am Ende liefern, ist die Bereitschaft, Tabus beiseite zu legen und offen zu diskutieren. An dieser Stelle sind wir gerade", sagte von der Leyen der ZEIT.

So ist das wohl: R2P is now Right 2 Plunder
Die akutelle Frage ist offenbar: Who's got the Right 2 Plunder? - WE or IS?

Al Spx und der kopflose Hektor: Bilder eines Enthaupteten - Oder: Behemoth und Leviathan, Doom and Goon and Gloom

Cold Specks

Alle schwärmen von Al Spx, der Sängerin der Band Cold Specks, und ihrem neuen Album "Neuroplasticity"; jedenfalls der Deutschlandfunk und das Plattenkabinett der Süddeutschen, das auch eine spotify-playlist vorhält. (Wenn Sie sich da nicht anmelden wollen, können Sie auch hier bei Soundcloud reinhören.)

Der Kanadierin Al Spx wird oft nachgesagt, unter ihrem Künstlernamen "Cold Specks" ein neues Musikgenre erfunden zu haben: eine Mischung aus Soul und dunklem Doom Metal... Al Spx' Songs überraschen – sie singt eine Melodie, lässt sie harmlos dahin plätschern, um dann plötzlich Mitten im Song stehen zu bleiben und einen völlig neuen Weg einzuschlagen. (Ina Plodroch DLF)

Das mit den Überraschungen funktioniert in der Tat ganz gut; insofern lohnt das Anhören. Interessanter ist der Bezug zu Doom Metal. Der unterscheidet sich im medialen Auftritt nicht großartig von dem der Badass Jihadis in Black (oder umgekehrt), was die visuelle Kodierung und das mediale Spiel mit dem Tod angeht. (Vgl. Der Islamische Staat ist eine Geburt der digitalen Moderne - So archaisch Ideologie und Ästhetik der Barbarei erscheinen mögen, sie sind Ausgeburt der westlichen Kulturindustrie. Florian Rötzer, tp 22.08.2014 und "Why the Islamic State Is Scarier Than al-Qaeda in Iraq" - Mashable vom 20.08.2014)

Auf Cold Specks' erstem Album findet sich ein Song namens Hector, der rather doomy klingt und in dessen Official Video die hochschwangere Braut (Al Spx) einen kopflosen Bräutigam hinter sich herschleppt und auch rather doomy dreinschaut.
Der Text gibt wenig her zur Erklärung dieser Bebilderung.

https://i.ytimg.com/vi/NN0M0EcH-FI/mqdefault.jpg



Man könnte die Bilder versuchen zu lesen als mythisch überhöhte, aber nicht unberührende Erzählung von der Grausamkeit des Krieges, vom gnadenlos platten, testosterongesättigten Männlichkeitskult und vom Leid der Frau ... wenn man davon ausgeht, dass sie ihm nicht selbst die Birne abgehauen hat, - was im Doom-oder Death-Metal-Bereich ja immerhin nicht auszuschließen wäre: Hektor, der Held und Heerführer Trojas im zehnjährigen Trojanischen Krieg, der sterbend darum bittet, dass seine Leiche der Stadt zurückgegeben wird - doch Achilleus durchbohrt ihm die Fersen und schleift den Leichnam zwölf Tage um das Grab seines Freundes, - kehrt erst als Toter zurück, nachdem Thetis, allerdings beauftragt von Zeus, interveniert.
    Der Hektor der Ilias ist der Schützling Apolls und wird nicht nur als tüchtiger Kämpfer dargestellt, sondern auch als Sohn, Bruder, liebevoller Ehemann und Vater. Große Teile seiner Beschreibung sind dem Abschied von seiner Frau Andromache und dem Sohn Astyanax gewidmet. Er, wie die anderen Helden auch, wird als Günstling verschiedener Götter dargestellt, die über Sieg und Niederlage, Leben und Tod entschieden haben, noch bevor die eigentliche Tat getan ist.
    Im Verlauf der Schlachten der Ilias gelingt es den Trojanern, die Achäer bis zu ihren Schiffen zurückzudrängen, die Hektor und den anderen trojanischen Helden nichts entgegensetzen können, solange der grollende Achilleus sich weigert, an der Schlacht teilzunehmen. Das Tor zu den Befestigungen zertrümmert Hektor selbst mit einem einzigen Steinwurf. In der bedrohlichen Situation legt Patroklos, der Vetter des Achilleus, mit dem Einverständnis dessen Rüstung an und führt an seiner Stelle die Myrmidonen, die Gefolgsleute des Achilleus, in die Schlacht. Es gelingt, die Trojaner zurückzuschlagen. Patroklos selbst wird aber von Hektor erschlagen. Hektor war im Glauben Achilleus getötet zu haben. Achilleus greift daraufhin erneut in das Geschehen ein und treibt die Trojaner zurück in die Stadt. Hektor bleibt als Einziger vor den Mauern, um sich ihm zu stellen. Dreimal wird er von Achilleus um die Mauern Trojas gejagt, bis er sich durch eine List Athenes stellt und getötet wird. Sterbend bittet Hektor darum, dass seine Leiche der Stadt zurückgegeben wird, doch Achilleus durchbohrt ihm die Fersen und schleift den Leichnam zwölf Tage um das Grab seines Freundes. Um dem ein Ende zu setzen, beauftragt Zeus Thetis, Achilleus' Mutter, ihren Sohn zur Vernunft zu bringen. Dieser lässt sich von König Priamos – der sich als Bittsteller nächtens ins Lager der Griechen schleicht – endlich zum Mitleid bewegen und überlässt ihm den Leichnam.


Will sagen: Die Rede von den guten und den bösen Kriegführenden ist dummes Zeug und z.B. Fleischhauers gefährlich dumme Rede vom Bösen, das in den Badass Jihadis in Black zur Erscheinung komme ( S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Margot Käßmann und das Böse), dient einzig zur Rechtfertigung eines Krieges des Westens, den sie uns als "gerechten" verkaufen wollen und der genauso widerlich und verkommen war und sein wird wie alle Kriege seit dem um Troja ... und die Schlächtereien der IS.

Wollen wir uns probeweise nur dies mal genauer ansehen?

Los desastres de la guerra is a set of 82 aquatint prints created by Francisco Goya in the 1810s, and published in 1863, 35 years after his death. (Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv)

Insofern sei eine genauere Betrachtung von Cold Specks' Hector denn doch empfohlen und es ist - Katharsis - nicht abwegig, dass Al Spx einen Enthaupteten zeigt. Ihr Musikgenre, eine Mischung aus Soul und dunklem Doom Metal ist offenbar der Soundtrack zum letzten Stand des War On Terror und zur Schlacht von Harmagedon.

Aber auch in diesem Narrativ kann uns doch keiner erzählen, es gebe einen "sauberen" Krieg und die anderen führten einen inhumanen.
Wollen wir die Bilder einmal vergleichen?
( - und ich verzichte jetzt auf ältere Aufnahmen):



http://db3.stb.s-msn.com/i/25/F9F5529FA66AB375EEE294536E0_h450_w598_m2_q90_cGOPaemQd.jpg

http://media.news.de/resources/thumbs/30/dd/855659672_540x300/der-us--journalist-james-foley-isis-terroristen-kamera-1408525634.jpg

Dürfen Bilder von der Enthauptung des US-Journalisten gezeigt werden?
Für deutsche Medien scheint das Wort unschuldiger als das Bild zu sein (Florian Rötzer, tp 21.08.2014)

Vgl. auch: IS und soziale Medien Die Waffen sind geladen von Mark Townsend, Toby Helm, FREITAG 35/14, S .15

The killer on the (Saudi) king's highway
By Pepe Escobar
    There's danger on the edge of town
    Ride the king's highway, baby
    Weird scenes inside the gold mine
    Ride the highway west, baby

    The Doors, The End
The killer awoke before dawn. He put his American desert boots on. He took a knife from the ancient gallery. And he walked on down the hall - bathed in desert sunlight.

The killer spoke with a British accent (London's East End?) Father (Saud), I want to kill you. Mother (Langley?) I want to...
yeeeaaahh, c'mon!

Then the sartorially composed Man in Black beheaded American photojournalist James Foley.

This is not the end, beautiful friend. It's just a new beginning in the never-ending Global War on Terror. Now starring Papa Saud's brand new bag - The Caliph and his goons. This is the way Shock and Awe morphs into "Assad must go" morphs into Islamic State of Iraq and Syria, morphs into The Caliph's Black Britannia goon responding to "humanitarian" bombing. I'm my own baby now. Watch me work. Bring it on...

[goon = angeheuerter Schläger]



My own baby now: Goyas ¡Fiero monstruo!
- das stolze Monster - frisst die Opfer und bringt als Kotzgeburt the sartorially composed Man in Black zur Welt, who beheaded American photojournalist James Foley. Und das stolze Monster erinnert an Behemoth: (Hebräisch בהמות Bəhēmôth, Behemot, B'hemot: „Tiere“, „Ungeheuer“; Arabisch بهيموث Bahīmūth oder بهموت Bahamūt) ist der Name eines Ungeheuers aus dem Alten Testament. Nach Hiob 40,19 wurde Behemoth – wie auch sein Gegenstück Leviathan – „als erstes der Werke Gottes“ geschaffen. Dieser habe ihm auch „sein Schwert“ gegeben. Aus diesen biblischen Traditionen schöpfen die Apokryphen das Motiv Behemoths als männliches Fabelwesen, das gemeinsam mit seinem weiblichen Gegenstück Leviathan von Gott zur Züchtigung der Menschen gesandt wird (1. Hen 59,7ff.). Während Letzterer sich auf dem Grund des Meeres wälzt, beherrscht Behemoth die Wüste. In dem Talmud-Traktat Baba Bathra indes kommt es nach der Schlacht von Harmagedon am Ende der Zeiten zu einem Kampf Behemoths mit seinem Gegenstück Leviathan, der seinen Widersacher mit seinen Hörnern aufzuspießen sucht, während Leviathan nach dem Landungeheuer mit seinen Flossen schlägt. Schließlich wird der Herr beide mit seinem mächtigen Schwert erschlagen und das Fleisch der beiden Ungeheuer gemeinsam mit dem des Vogels Ziz den Rechtschaffenen zur Speise geben. (Quelle: Wikipedia: Behemoth)

http://jewishreviewofbooks.com/imgLib/20100220_weingrad1.jpg?396bea
Quelle: Jewish Review of Books: Why There Is No Jewish Narnia - eher zufällig getroffen auf der Bildersuche, aber nicht uninteressant in diesem Zusammenhang!

Erleben wir nun also die Schlacht von Harmagedon am Ende der Zeiten und den Kampf des Wüsten-IS-Behemoth mit seinem Gegenstück, dem verwilderten westlichen Leviathan? Dann müssen wir ja eigentlich nur noch auf den Herrn warten, auf dass er beide mit seinem mächtigen Schwert erschlage und das Fleisch uns Rechtschaffenen zur Speise gebe!

    I had a dream last night
    I was piloting a plane
    And all the passengers were drunk and insane
    I crash landed in a Louisiana swamp
    Shot up a horde of zombies
    But I come out on top
    What's it all about?
    Guess it just reflects my mood
    Sitting in the dirt
    Feeling kind of hurt

    All I hear is doom and gloom
    All is darkness in my room
    And through the light your face I see
    Baby take a chance
    Baby won't you dance with me

    Lost all the treasure in an overseas war
    It just goes to show you don't get what you pay for
    Battle to the rich and you worry about the poor
    Put my feet up on the couch
    And lock all the doors
    Whats that funky noise?
    It's the tightening of the screws
    Sitting in the dirt
    Feeling kind of hurt

    All I hear is doom and gloom
    But when those drums go boom boom boom
    And through the night your face I see

    The Rolling Stones, Doom And Gloom
Hoffentlich ist es nicht das Angesicht eines HErrn, der aussieht wie Ronald Reagan, das Jagger da sieht:
    "I have talked here, and then I wrote people, because some theologians quite some time ago were telling me, calling attention to the fact that theologians have been studying the ancient prophecies -- What would portend the coming of Armageddon? -- and have said that never, in the time between the prophecies up until now has there ever been a time in which so many of the prophecies are coming together. There have been times in the past when people thought the end of the world was coming, and so forth, but never anything like this."
    --President Reagan revealing a disturbing view about the "coming of Armageddon," December 6, 1983
Damals war das Reich des Bösen noch die Sowjetunion, später unter George W. Bush gab es die Achse des Bösen und heute können wir dem Bösen bei seinem Werk zusehen...

Es gab aber auch eine andere Stimme: Eisenhower's farewell address was the final public speech of Dwight D. Eisenhower as President of the United States, delivered in a television broadcast on January 17, 1961. Perhaps best known for advocating that the nation guard against the potential influence of the military–industrial complex:



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Wenn Sie meinen Assoziationen bisher folgen konnten, könnte Sie auch dies noch interessieren:



Der Wilde von nebenan
Hannover nach dem Krieg: Zwei Jungs spielen Fußball. Der eine singt später "Born To Be Wild", der andere wird Journalist und schreibt über ihr Wiedersehen nach 50 Jahren. von Mathias Greffrath
(Die ZEIT 19. Februar 2008)

Zugabe: JOHN KAY & FRIENDS LIVE AT RENAISSANCE CENTER (2004) --> Empfehlung: 9.Heretics And Privateers

Die anomische Herrschaft der Rackets (X): Nissan vs. Toyota - Ein weiterer Beitrag zur Theorie der Neuen Kriege

Die Bundesregierung will Waffen und Munition an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer (Die dem Tod ins Auge Sehenden) im Nordirak liefern, um deren Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu unterstützen.

https://images.csmonitor.com/csm/2014/06/0625-iraq-security-kurdish-kirkuk.jpg?alias=standard_600x400
Kurdische Peschmerga-Kämpfer auf dem Weg zum Mossul-Damm, den sie von ISIS zurückerobern konnten

http://www.sligotoday.ie/images/1444201331.jpg

Erkennen Sie den Unterschied?
- Die einen fahren Toyota, die anderen Nissan. - The Toyota-Nissan-War ...

- Vermutlich haben wir bei beiden das gleiche Problem: Gnadenlos platter, testosterongesättigter, marketingtechnisch zelebrierter Männlichkeitskult: The Badass Jihadis in Black vs. ...
- Die anomische Herrschaft der Rackets - Why Rebel Groups Love the Toyota Hilux (- und nicht den VW Amarok). Ein Beitrag zur Theorie der Neuen Kriege
+ Ich bleibe dabei: Monotheismus und Gewalt: Das anthropomorph-patriarchalische Scheusal, die Strafe für den Tanz um das Goldene Kalb und das Kalifat - Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend.
+ Gauck: Mehr Verantwortung - notfalls mit Waffen (heute.de) + Gauck: "Auch zu Waffen greifen" (dlf)
Und, Herr Bundespräsident, auf wen schießen wir jetzt? Auf die Verbündeten unserer Shareholder und der Leo-II-Abnehmer??
+ Dazu nochmal zitiert:Der Kommentar von Heribert Prantl - Deutsche Waffen im Irak Falsch, falscher, am falschesten (Süddeutsche, 21. August 2014)

Die GBlog-Suche nach »Die anomische Herrschaft der Rackets« hat 17 Resultate geliefert.

Zur Ästhetik der stärkeren Rolle Deutschlands in der Welt

Keiner legt sich so ins Zeug wie Bundespräsident Joachim Gauck: "Dies ist ein gutes Deutschland", ruft er dem Publikum zu. "Das beste Deutschland, das wir je hatten."
Fast beschwörend wendet sich das deutsche Staatsoberhaupt bei der Eröffnung der 50. Münchner Sicherheitskonferenz an seine Zuhörer. Er fordert Vertrauen in die deutschen Fähigkeiten - und ein Ende der deutschen Zurückhaltung aus Prinzip.
Die Zuhörer sitzen im Plenum: 400 Regierungschefs, Minister und Generäle. Das wahre Publikum, das Gauck anspricht, sitzt jedoch draußen im Land: 80 Millionen Deutsche, die der Pastor vom Schloss Bellevue ermutigen will, den Isolationismus in den Köpfen aufzugeben ...,
berichtete t-online von der 50. Münchner Sicherheitskonferenz am 31.01.2014, mit diesem schönen Photo versehen:

"Das beste Deutschland, das wir je hatten". Aufbruchstimmung: Die Bundeswehr steht vor einigen neuen Aufgaben. (Quelle: Reuters)
... untertitelt Aufbruchstimmung: Die Bundeswehr steht vor einigen neuen Aufgaben.

Und schon gehts los:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/140818_vd_leyen_top_gun.jpg

Henryk M. Broder, der ja nicht doof ist (und in der WELT: "Waffen, Wolken und Gestaltungswille" erwähnt, wie dankbar wir unseren Lehrern sind, dass sie uns im Rahmen des Deutschunterrichts beigebracht haben, wie man Bilder interpretiert. Damals war es der Räuber Hotzenplotz in der Abenddämmerung, heute ist es "Top Gun"-Ursula im Morgengrauen), liefert eine im Ansatz treffende Interpretation der Inszenierung; allerdings deeply embedded in die übliche politically incorrect Pöbelei und Hetze:
    Wir sind beeindruckt. Endlich passiert etwas. Dürfen die Jesiden, die vor den Mörderbanden des IS in die Berge geflohen sind, mit Hilfe rechnen? Irgendwie schon. An Bord der Transall-Maschinen auf dem Flugplatz Hohn in Schleswig-Holstein waren Lebensmittel und Sanitätsmaterial. Das ist nicht viel, aber immerhin mehr als gar nichts. "Weitere Hilfsgüter" sollen geliefert werden, aber vorerst keine Waffen, denn, so die Ministerin, die irakischen Truppen würden vor allem mit Waffen aus der ehemaligen Sowjetunion kämpfen, und "solche Waffensysteme hat Deutschland gar nicht und könnte sie auch nicht liefern."
    Wirklich, sind die Vorräte der Nationalen Volksarmee der DDR schon alle? Wurden sie auf dem Schwarzmarkt von Lugansk gegen Kaviar getauscht, oder hat man das Zeug Friedrich Schorlemmer übergeben, damit er die Schwerter zu Pflugscharen umschmiedet? Wühlen sich jetzt die alten Kalaschnikows durch die fruchtbare Erde in Mecklenburg-Vorpommern? ...
Was das beste Deutschland, das wir je hatten, dazu im Kommentarbereich von PI ablässt, kann eine Ahnung davon vermitteln, was mit der stärkeren Rolle Deutschlands in der Welt gemeint ist.

http://bc03.rp-online.de/polopoly_fs/bundesverteidigungsministerin-ursula-leyen-cdu-15082014-duvenstedt-1.4454812.1408081929!httpImage/571374206.jpg_gen/derivatives/d540x303/571374206.jpg

Broders bornierter Blick verstellt ihm Möglichkeit der Analyse, die schon am 15. August hätte erkennen lassen können, dass der Gestaltungswille, den Broder der von der Leyen abspricht, im Bild wunderbar inszeniert wird und dass am 20. August verkündet werden wird, dass Waffen geliefert werden.
Da sieht sie doch entschlossener aus als Frau Clinton im Angesicht der Hinrichtung Bin Ladens...

http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.1196603.1355499702/640x360/osama-ladens-tod-fotoanalyse.jpg

Wohlauf in Gottes schöne Welt: Heute mal mit Ursula... durchs wilde Kurdistan.

Was für ein widerlicher Begriff im Übrigen: Gestaltungswille ... In newspeak ist das die Fähigkeit, etwas willensstark zu gestalten (Kompetenzatlas), wogegen ja erstmal nichts zu sagen ist. Wenn der 'Gestaltungswille' freilich in Zusammenhänge gerät, die einen Triumph des Willens nicht explizit propagieren, aber doch sympathisierend mit ansehen mögen, dann kann vermutet werden, dass Leni Riefenstahl nicht weit ist.

http://www.frauen-genial.de/pics/abenteuer-und-entdeckungen/02-01-03-Leni-Riefenstahl-archiv.jpg

Binnen einer Woche solle nun geprüft werden, welche Waffen für die Kurden zweckmäßig seien. Auch eine Entsendung von Bundeswehrsoldaten in das Kurdengebiet zur Ausbildung von Kämpfern wird nicht ausgeschlossen.
+ Waffenlieferung an die Kurden: "Politik allein mit dem Scheckbuch ist vorbei"
Dagegen:
+ Jan van Aken: Mangel an allem, aber nicht an Waffen! FREITAG 19.08.2014
+ Wenn man gegen ISIS kämpfen will… (LabourNet Germany, 18. August 2014)
+ Ske-Dat-De-Dat - Nonsens-Debatten

So ist immer mal wieder anzufügen: Kurt Tucholsky, 1931

Die Militaristen irren. Es ist gar nicht die Aufgabe der Pazifisten, sie zu überzeugen - sie sollen vielmehr in einem Kampf, der kein Krieg ist, besiegt, nämlich daran gehindert werden, über fremdes, ihnen nicht gehöriges Leben zu verfügen.
Man mache sie unschädlich; einzusehen brauchen sie gar nichts.
Ich bin für militaristischen Pazifismus.

Ich auch. Aber wo ist dieser militaristische Pazifismus??
Prantl weiß es auch nicht, aber er stellt zumindest die richtigen Fragen: Deutsche Waffen im Irak: Falsch, falscher, am falschesten (Süddeutsche, 21. August 2014)

... ich könnte versuchen, mich flach auf den Bauch zu werfen, aber ich habe Angst, dann vielleicht ohne Beine leben zu müssen. Ich habe nur mein Notizbuch und den Bleistift behalten. Ich werde sie wegwerfen, bevor ich mich auf das andere Bein stelle, und das muß ich, weil ich den Krieg satt habe und weil mir die Ameisen kommen ...

CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXXVI): Ferguson/Missouri = Tottenham revisited? Desintegration und Unruhezyklen

riots-Google-Suche

Können Sie die Bilder unterscheiden? - Los Angeles, Tottenham, Kairo, Athen, Odessa, Ferguson ... = Riots!?

Wo Ordnungen zerfallen, Eliten versagen, Beziehungen sich auflösen und Wertschätzung ausbleibt, wird Gewalt zu einer höchst attraktiven Quelle der Anerkennung. Die Botschaft .... lautet: "Uns gibt es noch!", schreibt WILHELM HEITMEYER (in der taz vom 25.08.2011), seinen klugen Artikel über Mechanismen der Eskalation einleitend.
Heitmeyer fragt: Wie sind solche Unruhezyklen zu analysieren und zu erklären?
Es sind immer drei zentrale Faktoren zu untersuchen: die gesellschaftlichen Hintergründe, das Agieren politischer Eliten und die Mechanismen der Eskalation. (Klingt banal, ist aber offenbar nicht Standard!) Weiter hier: Mechanismen der Eskalation

Können Sie die Bilder unterscheiden? - Ferguson or Iraq? Photos Unmask the Militarization of America's Police (Mashable)

Vgl. ... Der verwilderte Leviathan.
In Betrachtung der akutellen Krisen- und Kriegsverläufe kann man feststellen, dass einiges für Tomasz Konicz' These spricht:

Die mit der Krise des Kapitals immer stärker um sich greifende Barbarisierung könnte somit den Zivilisationsprozess zwischen zwei Mühlsteinen, die bereits jetzt oft genug in Wechselwirkung treten, zermalmen: dem verwildernden Leviathan und dem blindwütig um sich schlagenden Racket...

... and another Postcard from The Golden Age of Wirtschaftswunder & Cold War

Herzliche Grüße von unserer Urlaubsreise in den 50ern. (Das geht übrigens so wie in Midnight In Paris - Talking About Love And Death With Ernest Hemingway, - hier aber mittags um 12: High Noon in Großenbrode!)
Vgl. ... and a Postcard from The Golden Age of Wirtschaftswunder & Cold War

Mit dem Autoreisezug (jetzt eingestellt):




Der Service war nicht zu beanstanden


Wie sehr vermisst man auf heutigen Bahnhöfen diese früher selbstverständlichen Buffetwagen mit Angeboten von Schokolade über Zeitungen bis zur Bockwurst mit Brot mit Service, hier am D 148 im Bahnhof Flensburg. (02.08.1957)

Wir hätten auch mit der Eisenbahnfähre reisen können


... oder mit dem Schnellbus der Deutschen Reichsbahn auf der neuen Reichsautobahn
(schwer aktuell!)


Alle Photos von Walter Hollnagel - siehe unten: Archäologie (CCCXXXX) : Trainspotting - Der entleert-gerichtete Blick des Direktionsfotografen

Archäologie (CCCXXXX) : Trainspotting - Der entleert-gerichtete Blick des Direktionsfotografen. Oder: Ukraine revisited

Es finden sich viele Photographien von Walter Hollnagel im Netz; - immer geht es um Eisenbahnen, was nicht verwundert, weil er ein deutscher Fotograf im Dienste der Deutschen Reichsbahn war:
Nur auf wenigen der u. a. im Bildarchiv der Eisenbahnstiftung dokumentierten Photographien sind Zeitbezüge erkennbar, - und wenn, dann geraten die den Kommentatoren des Archivs zum zeitgenössischen Schmuck oder gar Festgewand:


Zeitgenössischer Schmuck anlässlich des Staatsbesuchs des ungarischen Reichsverwesers Miklós Horty am Hamburger Hauptbahnhof. (24.08.1938)


Der Bahnhof Hamburg-Dammtor im zeitgenössischen Festgewand anlässlich des Staatsbesuchs des ungarischen Reichsverwesers und Regenten Miklós Horty. (vgl. auch Berlin 1936 in Farbe)


... Die Abordnung als Bildberichter ins Reichsverkehrsministerium stellt eine bemerkenswerte Etappe in Hollnagels beruflichen Werdegang dar. Er gehörte damit zu dem kleinen Kreis der Direktionsfotografen, die den Kriegsalltag des Eisenbahnbetriebs auch im besetzten Ausland dokumentierten. Wie alle Berichterstatter hatte er eine klare Order: Für Propagandazwecke sollte der Auslandseinsatz der Reichsbahn ausschließlich positiv dargestellt werden, die Schattenseiten des Krieges waren auszublenden. In Hollnagels Nachlass finden sich keine Aufnahmen von Lazarettzügen, Verwundeten oder Toten, vielmehr konzentrierte er sich, neben seinem offiziellen Auftrag, auf Motive, die sich mit Land und Leuten beschäftigten...
, weiß Wikipedia und so sehen die Photos denn auch aus.

Anders als beim entleerten Blick hinter der Kamera vor den Grubenrändern bei Massenerschießungen oder von nackten Frauen, die eine »Straße« im Lager Auschwitz hinuntergehetzt werden, oder beim entleert-gerichteten Blick hinter der Kamera im Ghettofilm, stellt sich hier die Frage, wie einer fast alles ausblenden kann und nur Eisenbahnen photographiert, - freilich nicht verhindern kann, dass ab und an Opfer oder Zerstörungen ins Bild kommen. Opfer und Zerstörungen werden erst dann wieder in den Blick genommen, wenn sie eigene sind. Das kann man dann wohl auch einen entleert-gerichteten Blick nennen:


Bis zur Weiterfahrt des Nachschubtransports vertreiben sich diese Eisenbahner beim Karten kloppen die Zeit. Der Einsatz an der Ostfront bedeutete auch, sich in Müßigang zu üben, waren doch die über weite Entfernungen führenden Zugfahrten allzu häufig mit endlos langen Wartezeiten in Unterwegs- und Kreuzungsbahnhöfen verbunden. Er brauchte oft Tage, bis die Züge an ihr Ziel gelangten. (1943)

Sommer in der Ukraine

Eine pr. P 8 befördert zusammen mit einer pr. G 8.1 einen Sonderzug, besteht aus einem Speisewagen aus der Serie WR 901 ff (ex Nummernreihe 2000 bis 2400 der CIWL) durch den russischen Sommer bei Nikolajew (Ukraine). (08.1943)

Die in der südlichen Ukraine gelegene Stadt Kriwoj Rog war Zentrum des ukrainischen Eisenerzbergbaus. Vor der fotogenen Kulisse eines Regensbogens holt 55 2609 einen gemischten Güterzug im Bahnhof Kriwoj Rog ab. (07.1943)

Neben Eisenerz aus Kriwoj Rog und Maganerz aus Nikopol gehörte die Kohle aus dem Donezbecken zu den begehrten Bodenschätzen der Ukraine, deren Ausbeutung nach der deutschen Besetzung vorrangig betrieben wurde, denn Kohle war der alles entscheidende Energieträger. Ob zur Versorgung der Truppen, der Eisenbahn, der Kraftwerke oder anderweitiger Bedarfsträger - ohne Kohle hätte man die Kriegsmaschinerie in diesem Ausmaß nicht in Gang halten können. (1943)

Dumm gelaufen

Im Brückenbaubüro der RVD Dnjepropetrowsk schaut ein blau uniformierter Reichsbahner der am Zeichenbrett stehenden Ukrainerin über die Schulter. (1943)

Einweihung der Dnjeprbrücke bei Saporoshje unter Teilnahme allerlei Naziprominenz. Die Freude über die neue Brücke hielt jedoch nur wenige Monate, da sie bereits im Herbst 1943 angesichts der vorrückenden russischen Front von den Deutschen wieder gesprengt wurde. (07.1943)

Blick auf den völlig zerstörten Bahnhof Charkow. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt ein sehr wichtiges strategisches Ziel, und zwar nicht nur wegen seiner zentralen Verkehrsanbindungen, sondern auch wegen der dort vorhandenen Rüstungsindustrie. Dort wurden z.B. die Panzer T-34 erfunden, entwickelt und produziert. Im Oktober 1941 wurde die viertgrößte Stadt der Sowjetunion von deutschen Truppen erobert, im Mai 1942 scheiterte ein sowjetischer Rückeroberungsversuch (Schlacht bei Charkow). Die Rückeroberung gelang erst im Februar 1943, doch schon im März 1943 fiel die Stadt nach schweren Gefechten wieder an die Deutschen. Dabei wurden große Teile der Stadt durch die Kämpfe zerstört. Erst nach der Schlacht bei Kursk wurde die Stadt am 23. August 1943 endgültig von der Roten Armee zurückerobert

Nach der Niederlage in der Schlacht von Stalingrad Anfang 1943 drohte der gesamten südlichen deutschen Ostfront der Zusammenbruch. Dabei gelang es der Roten Armee auch, Charkow im Februar 1943 vorübergehend zu befreien. Im März wurde die Stadt durch die Deutsche Wehrmacht zurückzuerobert. Walter Hollnagel nutze die kurze Zwischenzeit bis zur endgültigen Einnahme durch die Rote Armee am 23. August 1943, um dieses Bild des völlig zerstörten Charkower Hauptbahnhofs zu machen, von dem nur noch die Außenfassade übrig ist. Immerhin macht der Platz vor dem Bahnhof einen aufgeräumten Eindruck und man hat es geschafft, ein neues Schild am Bahnhof festzumachen. (05.1943)

Das ist prima, dass die Wehrmacht auch nach Stalingrad dafür sorgt, dass der Bahnhofsvorplatz aufgeräumt wird und dass noch neue Schilder angebracht werden; - dann kann man sich auch besser zurechtfinden und weiter deportieren:

Im Bahnhof Dolinskaja treffen sich ukrainische Zwangsarbeiter, die unter militärischer Bewachung in gedeckten Güterwagen die lange Reise nach Deutschland antreten müssen. Innerhalb der Sowjetunion stellte die Ukraine den größten Anteil von Zwangsarbeitern. (08.1943)

Das war doch nochmal erwähnenswert, oder?! Und i. Ü. brilliant formuliert: ... treffen sich ukrainische Zwangsarbeiter ... : vermutlich haben die sich bei facebook in der Gruppe Wir wollen in die EU und Zwangsarbeiter in Deutschland werden verabredet ...
Es braucht nicht den unsäglichen Begleittext des Archivs um zu bemerken, dass des Photographen entleert-gerichteter Blick etwas photographiert, aber nichts sieht.
Die kursiv gesetzten Kommentare zu den Fotos sind Originaltexte des Bildarchivs der Eisenbahnstiftung.

Quellen:

- Bildarchiv der Eisenbahnstiftung. Gesucht nach: Walter Hollnagel
+ Photos of Railways in Hamburg, 1959 taken German photographer Walter Hollnagel - vintage everyday
+ Ukrainian Railways in 1943 Through a German's Camera - vintage everyday
+ Украинские железные дороги 1943 г. глазами немцев

Archäologie (CCCXXXIX) : Am 15. August 1964 neu in den UK Top 40 Official Singles Charts: The Greatest Rock Song Ever: You Really Got Me - Oder: The Story Of The Little Green Amplifier

... eingestiegen auf Platz 34, ab 10. September 1964 zwei Wochen auf Platz 1 der UK-charts (und am 28. November auf Platz 7 der US-Billboard-charts).



The Kinks' You Really Got Me remains a touchstone for all that followed. It is rock at its most raw and pure. At 50, it retains all the furious aggression of its prime, an agelessness that comes with perfection. (The Kinks' You Really Got Me was released on August 4, 1964. Neil McCormick reflects on its significance. - The Telegraph)

http://www.7inchrecords.com/Discography/TheKinks/SyoureallygotmeITA.jpg

In seinem Buch X-Ray und in seinen Storyteller-Shows erzählt Ray Davies die wunderbare Geschichte vom front room der Familie Davies (ab 27:00), vom little green amplifier und den Stricknadeln seiner Mutter, also die Vor-Geschichte von You Really Got Me (ab 37:00):
= Ray Davies - (live) Theatre Of Living Arts Philadelphia,Pa 10-27-01
+ Dave Davies - Little Green Amp
+ Van Halen - You Really Got Me
+ Ray Davies of The Kinks with Metallica @ Madison Square Garden (10/09)
+ G3 - You Really Got Me [31.07.2012 Prague] - Joe Satriani, Steve Vai and Steve Morse playing a Kinks cover
+ sowieso und überhaupt: Dave Emlen's Unofficial Kinks Web Site

... Interessant wären genauere Vergleiche der Darbietung des Songs: Sicherlich hatten alle diese Songs in den 60ern eine sexuelle Konnotierung (das Kreischen im Hintergrund lässt es erahnen); in den 80ern wurde das von David Lee Roth männlick-körperlich schwer ausgestellt - und später wieder zurückgenommen: James Hetfield taugt nicht zum zum Sexobjekt - Metallica ist asexuell und scheiße („Torturing James Hetfield“). Es sei Ray Davies verziehen, dass er mit denen gespielt hat, - immerhin begleiten sie ihn mit dem Riff ganz passabel.

Ich muss im Übrigen gestehen: Eigentlich finde ich bis heute All Day And All Of The Night besser!

Die GBlog-Suche nach »the Kinks« hat 28 Resultate geliefert.
Die besten Aufnahmen beider Songs - siehe links unter GBlog&listen - To The Bone

Archäologie (CCCXXXVIII): Otis Redding, Eric Burdon & Chris Farlowe - Shake (Live, 1966) + Chris Farlowe, Mike dÁbo & Klaus Voormann - Handbags And Gladrags (Live, 2012)



Eine unglaubliche Energie! Tolle Stimmen und unglaublich, was der Drummer da hinlegt!!

IMG_0792
Picture shows another drummer many years later. Passt visuell (musikalisch will ich mir das nicht anmaßen) eher in dieses Line-Up:

Update 2012
- still going strong: Handbags and Gladrags - Live 32. Lahnstein Bluesfestival 2012
Chris Farlowe - Gesang
Mike dÁbo - Piano, Gesang
Klaus Voormann - Bass

Stefan Stoppok - percussion
Michael Lutzeier - Saxophon
Danny Dziuk - Hammond B3

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

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