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Ein Erzählen, das in der Sprache versucht, die Biographie der Wörter zu vergegenwärtigen - Uwe Timm (nachträglich) zum 75. Geburtstag

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a1/Uwe_Timm%2C_Frankfurter_Buchmesse_2013_1.jpg/640px-Uwe_Timm%2C_Frankfurter_Buchmesse_2013_1.jpg

Uwe Timm war kürzlich hier zu einer Lesung und es war ein wunderbares Erlebnis, ihn wieder einmal als Freund und Vertrauten (wir kennen uns gar nicht) zu erleben.
Dass ich das so empfinde, liegt einerseits daran , dass wir z.T. die gleichen Bekannten und Freunde haben (wenn ich ein freundschaftliches Verhältnis des Autors zu seinen Figuren unterstellen darf): ich kannte jedenfalls Kerbel recht gut, Ullrich war ich in Teilen selbst, und ich kannte auch Aschenberger – ich darf sagen – sehr gut (er setzt sich aus HP Bastian, der schon 1975 an Krebs verstarb, und Manfred Lauermann zusammen). Thomas Linde ist mir nicht so nah, aber ich muss gestehen, dass ich bei ihm Rat und Hilfe gefunden habe, als ich einmal die Trauerrede für eine langjährige Freundin und Kollegin halten durfte, die mit 52 Jahren an Krebs verstarb ...
Den anderen Grund für dieses Gefühl der Vertrautheit, vielleicht besser: des Vertraut-Seins vermute ich darin, dass ich als Lesender Uwe Timms Entwicklung als Schreibender und als an einer Haltung Arbeitender über 40 Jahre verfolgen konnte.
Das eine hat mir immer Vergnügen bereitet, das andere (aber das ist ja nicht zu trennen) habe ich immer sympathisch gefunden und mich darin auch wiedergefunden:

An einer Haltung arbeiten.
    "Man kann das schon bei Kindern beobachten, wenn sie aus Lust heraus hemmungslos schwindeln. Sie durchbrechen damit ja spielerisch den Druck der Notwendigkeit, dass alles so ist, wie es ist und vor allem: so sein soll. Es ist die phantasievolle Gegenwehr durch Erzählen, und so beginnt der wunderbare Konjunktiv. Es könnte auch anders sein. Darin liegt das utopische Moment von Literatur, und das ist ganz unabhängig von dem jeweiligen Inhalt."

Die Zartheit des Konjunktivs. Von Anahita Babakhani und Christof Hamann im Deutschlandfunk


Wenn Sie Uwe Timm beser kennen lernen wollen oder ihn schon kennen und gern sehen und hören, empfehle ich Uwe Timm - Lesung und Gespräch mit Christof Hamann:


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Interessant und aktuell auch:
Flüchtlingslager - Uwe Timm war eine Woche im Flüchtlingslager Breidjing im Tschad (ARTE)
5 Tage im Lager Breidjing

It's much more fun when you fuck it up

'It's much more fun when you fuck it up,' John Cleese tells a theatre audience in New York. He was speaking on stage at the Beacon Theater in New York City on Friday night alongside the other four surviving members of the Monty Python comedy troupe. Michael Palin, John Cleese, Eric Idle, Terry Jones and Terry Gilliam were reunited for a panel discussion at the Tribeca film festival - via The Guardian + dort anzusehen!

Die Scham nach dem, was sie Gedenken nennen ... Ravensbrück revisited

Vor 70 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Ravensbrück. Sie fanden etwa 2.000 kranke und gebrechliche Frauen, die die Nazis auf ihrer Flucht zurückgelassen hatten. Mindestens 28.000 Menschen sollen in Ravensbrück ermordet worden sein.
An diesem Wochenende wurde der Opfer gedacht. (rbb)

Und zwar so

... am Tisch der Lebensgefährtin des Herrn Gauck:
http://img.welt.de/img/deutschland/crop140120435/7770198099-ci3x2l-w780/ONLINE.jpg
... und so an den Tischen der 89 Ravensbrück-Überlebenden, die zur Feier kamen und Essensmarken bekamen.

"Es gibt zwei Gerüche, die ich nie vergessen werde: Das ist Chlor und wie es riecht, wenn Fleisch brennt."

Die Scham nach dem, was sie Gedenken nennen

... (Zeit / Spiegel)

Mit Scham ist's nicht getan. Es braucht Deserteure. Mein Kompliment an Hannah Rainer!

Les déserteurs

Esther Bejarano mit ihren Kindern und Microphone Mafia von dem Album „Per La Vita"


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"Les déserteurs", c’est le nom fictif d’un café légendaire d’Alger où se seraient croisés un soir, de grands poètes et de grands chanteurs , tels que Georges Brassens, Léo Ferré, Boris Vian, Louis Aragon, Bernard Lavilliers, Jean Ferrat ou encore le Grand Jacques.

HK présente Les déserteurs



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Archäologie (CCCXCI ): Fahrkarten von Thessaloniki nach Auschwitz

http://www.zug-der-erinnerung.eu/Bilder/salonika_holocaust12b.jpg
Foto: Fahrkarten von Thessaloniki nach Auschwitz (C: Staatliches Museum Auschwitz).
    In einem gemeinsamen Schreiben haben sich die deutsche Bürgerinitiative „Zug der Erinnerung“ und die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki an den Vorstand der Deutschen Bahn AG (DB AG) gewandt. Die DB AG wird aufgefordert, sämtliche Einnahmen aus den antisemitischen Massendeportationen im besetzten Griechenland „vollständig zu kompensieren“, da die DB AG historische Erbin der NS-Reichsbahn ist.

    Die NS-Reichsbahn verschleppte 1943 über 58.000 griechische Juden in die Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka, darunter mindestens 12.000 Kinder und Jugendliche. Die Opfer wurden dem sofortigen Tod in den Gaskammern ausgeliefert; nur wenige überlebten.

    Für die Todesfahrten stellte die Reichsbahn mindestens 570 Güterwagen bereit, um die jüdischen Einwohner von Thessaloniki den Massenmorden zuzuführen. Weitere kriminelle Transporte galten den jüdischen Gemeinden von Kreta, Korfu, Rhodos und Ioannina.

    Ihre Mordbeihilfe ließ sich die Reichsbahn bezahlen. Das staatseigene Unternehmen nahm von den Opfern und deren Vertretungskörperschaften mindestens 2,3 Millionen Reichsmark ein, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben an den DB-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube.

    Dies entspräche nach heutiger Kaufkraft und einschließlich der seit 1943 aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 2,5% einem kumulierten Gesamtbetrag von 89.455.280.- Euro (Neunundachtzig Millionen vierhundertfünfundfünzigtausend und zweihundertundachtzig Euro). Er müsse der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki, der rechtmäßigen Vertretung der Ermordeten, vollständig und ohne Umwege zurückgezahlt werden. (trueten.de)
Gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung" und der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki fordere ich von der Deutschen Bahn AG und ihrer Eigentümerin, die verzinsten Fahrtkosten für die Massendeportationen aus Griechenland nach Auschwitz und Treblinka in vollem Umfang, ohne Umwege und unverzüglich an die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki zurückzuerstatten.
Ich unterzeichne

Vgl. Archäologie (CCCLXXVI): Die Enteignung und Ermordung griechischer Juden zur Stützung der inflationsgefährdeten Drachme zur Finanzierung der Besatzungskosten der Wehrmacht - Enteignungen, Deportationen und Massenmorde als Quelle der deutschen Staatsfinanzen

Asaf Avidan - npr Tiny Desk Concert

Asaf Avidan - npr Tiny Desk Concert

My Latest Sin
Different Pulses
Reckoning Song
Download - via E.O.M.S.

Archäologie (CCCXC ): Stephan Hermlins "Abendlicht" - Die Idee eines menschlichen Sozialismus

Stephan Hermlin war Kommunist und Ästhet. Er bezeichnete sich als einen spätbürgerlichen Schriftsteller, dem die französische Moderne näher lag als Shdanows Realismus-Begriff. Sein Name hatte in der DDR Gewicht. Aufgrund seines politischen Werdegangs - KP-Mitglied und Emigration -, hatte Hermlin Einfluss. Er gehörte zur alten Garde, wahrte aber Distanz zur Macht. Brechts Statement: "In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen", war für ihn Programm. Wenn es notwendig war, bot Hermlin der Macht Paroli. Er war prominent und er genoss Achtung, ein aufrecht Gehender. Doch die Anerkennung, die Hermlin genoss, galt mehr der Person und weniger seinen schriftstellerischen Arbeiten. Die in den DDR-Sozialismus Hineingeborenen konnten mit seinen Texten wenig anfangen. Das änderte sich, als 1979 "Abendlicht" erschien. In dieser Prosaarbeit, die sich durch eine beeindruckende sprachliche Virtuosität auszeichnet, erzählt Hermlin die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, die Parallelen zu seiner eigenen aufweist...

Stephan Hermlins "Abendlicht". Die Idee eines menschlichen Sozialismus. Von Michael Opitz. Deutschlandfunk

Hier zu hören

Africa Beats - Songhoy Blues (Mali)

When Islamist militants captured Timbuktu and banned secular music, the members of Songhoy Blues felt they had no choice but to leave their homes in the north and head south to the Malian capital, Bamako. They were traumatised by having to leave behind loved ones, but they also had some luck. British musician Damon Albarn and his Africa Express collective went to Mali in a gesture of solidarity, and Songhoy Blues was one of the bands they recorded for their Maison des Jeunes album.


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Das aktuelle Album: “MUSIC IN EXILE”


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G36 = nicht letales Material? Peschmerga mit G36 zufrieden! [Die anomische Herrschaft der Rackets und der verwilderte Leviathan (XV)]

Am 05/09/2014 konnten wir melden: Gelungener Tabubruch: Russisch-ukrainische Bundeswehrmaschine mit nicht tödlichen Ausrüstungsgegenständen erreicht Erbil.

Auf der Seite des Deutschen Bundestages kann man unter Waffenlieferungen an Peschmerga lesen:
Auswärtiges/Antwort - 23.02.2015

Berlin: (hib/AHE) Die Bundesregierung beabsichtigt, „anknüpfend an die bisher geleistete Unterstützung und synchronisiert mit der mandatierten Ausbildungsunterstützung“, weitere Waffen und Ausrüstung an die Regierung der Region Kurdistan-Irak für den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ zu liefern. Wie es in einer Antwort (18/4028) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/3828) weiter heißt, werde eine erste Lieferung „nicht letalen Materials (das heißt keine Waffen und Munition)“ noch für Februar 2015 angestrebt. Weitere Lieferungen, einschließlich Waffen und Munition, seien beabsichtigt, die Termine für diese Lieferungen derzeit allerdings noch nicht festgelegt.
Zu den bisherigen deutschen Waffenlieferungen schreibt die Bundesregierung: „Die kurdische Regionalregierung hat sich verpflichtet, die gelieferten Güter nur im Einklang mit dem Völkerrecht und insbesondere dem humanitären Völkerrecht einzusetzen.“ Ferner habe sie erklärt, dass die von der Bundesregierung bereitgestellten Güter nur im Kampf gegen ISIS und zur Verteidigung der Zivilbevölkerung genutzt werden....


Ich verstehe da was nicht: Bisher war doch von der Lieferung nicht letalen Materials, andererseits ist von bisherigen und von weiteren Waffenlieferungen die Rede, - und die Bundeswehr hat schon am 01/09/2014 die Lieferung von Waffen und Munition (in den nächsten Tagen!) an die irakische Regierung und die kurdische Regionalregierung im Detail vorgestellt!!
... Darunter auch das Sturmgewehr G36: 8.000 (Munition: 4.000.000 Schuss)

What Are You, Stupid? Robert De Niro in Goodfellas
Das Sturmgewehr G36: Knapp daneben ist auch vorbei (BlogRebellen, bereits am 3. September 2014)

.... Womit - abgesehen von dem Sprachregelungs-Durcheinander und davon, dass man nicht weiß, wo die Waffen eigentlich geblieben sind - eigentlich schon länger völlig klar ist:

Das Sturmgewehr G36 ist immer als nicht letales Material deklariert worden, so dass die aktuelle Aufregung darüber, dass das Ding nicht richtig trifft, völlig unverständlich ist.
Im Übrigen finde ich es immer besser, wenn Sturmgewehre nicht treffen. Die Bundeswehr fährt aber gerade diese "unser Equipment ist so im Arsch"-Kampagne, um mehr Kohle für den Verteidigungshaushalt klarzumachen, - wie Fefe schreibt und auch auf dies hinweist: Übrigens, ist euch aufgefallen, dass die Peschmerga-Kämpfer keine Probleme mit der G36 hatten?
    Peschmerga mit G36 zufrieden
    Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak erklärten indes, sie haben keine Probleme mit dem G36. "Bei uns hat es keinerlei technische Probleme mit dem G36 gegeben. Im Gegenteil: Die Waffe ist super", sagte der Peschmerga-Minister Mustafa Sajid Kadir der Deutschen Presse-Agentur. "Sie funktioniert einwandfrei. Wir hätten gerne mehr davon."
    Die Bundeswehr hatte den Kurden im vergangenen Jahr zusammen mit anderen Waffen 8000 G36-Gewehre für ihren Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" geschenkt.
    (tagesschau.de, 19.04.2015)
Andererseits wissen wir ja, dass der Kurde nicht sehr wählerisch ist ("Kurden rotzen das Magazin leer."), so dass der das Geschenk möglicherweise gar nicht richtig würdigen kann ...

Also besser: Produktrückruf für deutsche Kleinwaffen
http://i0.wp.com/www.friedenkoeln.de/wp-content/uploads/2015/02/G36.jpg?resize=550%2C838

Interessant:
+ Der Mann in Deckung - Der Kleinwaffenhersteller Heckler & Koch steckt in Schwierigkeiten. Zwar exportiert er Ware in alle Welt – doch macht er dabei Verluste. Welche Rolle spielt der Hauptinvestor Andreas Heeschen? von Hauke Friederichs, DIE ZEIT Nº 35/2013

+ Volker Kauder - Schutzpatron der Waffenfirma Heckler & Koch (Aktion Aufschrei), dort der Hinweis auf

+ Jürgen Grässlin, Sprecher der Aktion Aufschrei und Autor des „Schwarzbuch Waffenhandel“, beschreibt in einem Artikel in der Kontext:Wochenzeitung die Rolle von Volker Kauder als Lobbyist von Heckler & Koch und Co.

Auch interessant:
Kürzlich am Bodensee in einem sehr empfehlenswerten Gasthaus waren wir eines abends Zeugen eines netten Beisammenseins der Herren Tillich, Kauder und Lammert nebst ihrer Gattinnen. Man könnte davon bei den höflichen Paparazzi berichten, aber ... so dass ich nicht mehr sagen kann, als dass Herr K. das Gespräch doch schwer dominierte und die Damen kaum etwas beitragen konnten. Vielleicht noch dies: Beim Rauchen draußen traf ich einen Polizisten, der mich - auf meine Bemerkung hin, er sei wohl die Security - fragte, wieviel die Herrschaften denn noch in den Gläsern hätten. Ich musste ihm leider sagen, dass sie gerade noch eine Flasche bestellt hatten ... Lustig war noch, dass wir erst meinten, die 3 Herren, die am Tisch zwischen uns und der illustren Runde saßen, aufgrund ihres sächsischen Dialekts als Tillichs Leibgarde identifizieren zu können, um dann feststellen zu müssen, dass es sich um Monteure auf Dienstreise im Badischen handelte, die gekommen waren, Dächer zu decken. Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Tillich von Tätowierten in T-Shirts bewacht würde, die ziemlich viel trinken ... Aber vielleicht war das ja doch nur Tarnung. Mehr darf ich nun wirklich nicht berichten; - ich hab's dem Harry Heine versprochen:
    Das ist ein Zauberkessel, worin
    Die magischen Kräfte brauen,
    Und steckst du in die Ründung den Kopf,
    So wirst du die Zukunft schauen –

    Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,
    Gleich wogenden Phantasmen,
    Doch schaudre nicht, wenn aus dem Wust
    Aufsteigen die Miasmen!«

    Sie sprach's und lachte sonderbar,
    Ich aber ließ mich nicht schrecken,
    Neugierig eilte ich, den Kopf
    In die furchtbare Ründung zu stecken.

    Was ich gesehn, verrate ich nicht,
    Ich habe zu schweigen versprochen,
    Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
    O Gott! was ich gerochen! – – –

Noch interessanter:
Geheimer Geldgeber rettet deutschen Gewehrgiganten - Heckler & Koch hat ein doppeltes Problem: Die Waffenfirma ächzt unter einem Schuldenberg, zugleich ist die Bundesregierung zögerlicher bei Rüstungsexporten. Doch nun taucht ein anonymer Helfer auf. (Die WELT 12.02.15)

H&K scheint in der gleichen Lage zu sein wie Griechenland. Man hört aber wenig davon. ... Wenn der anonyme Helfer man nicht der Putin ist!!


Die Suche nach »Die anomische Herrschaft der Rackets« bei GBlog hat 30 Resultate geliefert.

SH-H-H-H-H-H ...

Sh-h-h-h-h-h (1955) - A Walter Lantz cartoon, directed by Tex Avery. This was Tex's last theatrical cartoon. The soundtrack used is from "The Okeh Laughing Record" from 1923 - a hilarious yet disturbing recording. Mehr dazu findet sich bei Andreas Michalkes Berlin Beatet Bestes: Die mißglückte Jugendzeit – Original Lach-Aufnahme, 1927.


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SH-H-H-H-H-H ist übrigens ein widerlicher Laut, der in dieser Schreibung gut wiedergegeben wird [ʃ ʃ ʃ ʃ ʃ]. LehrerInnen stoßen ihn häufig aus. In der Regel dann, wenn nicht mehr klar ist, worum es im Unterricht gerade gehen soll, die Schülerinnen und Schüler aber aufmerksam bleiben sollen. Das grenzt meist an Körperverletzung. Ohne gendermäßig verletzend werden zu wollen, muss doch festgestellt werden, dass Lehrerinnen hier vorn liegen, was die Schärfe und das Körperverletzungspotenzial der Ausstoßung dieses Lautes angeht.

Und was passiert dann im Hirn eines pubertierenden Jugendlichen? Dies:

http://www.quickmeme.com/img/28/2836be7d7feea67c19806483efb937696a3febc8d15c84653a0d1c18ac8b586a.jpg

Surfin' NSA - Vertrauenspraktiker oder Verschwörungstheoretiker?

Wenn Sie die wunderbar schrägen Klänge der twangy guitars und die herrlich naiv-optimistischen Harmonien des Surf Rock mögen
    Surf music is a genre of popular music associated with surf culture, particularly as found in Orange County and other areas of Southern California. It was especially popular from 1961 to 1966, has subsequently been revived and was highly influential on subsequent rock music. It has two major forms: largely instrumental surf rock, with an electric guitar or saxophone playing the main melody, largely pioneered by Dick Dale and the Del-Tones, and vocal surf pop, including both surf ballads and dance music, often with strong harmonies that are most associated with The Beach Boys....
    Surf music began in the early 1960s as instrumental dance music, almost always in straight 4/4 (or common) time, with a medium to fast tempo. The sound was dominated by electric guitars which were particularly characterized by the extensive use of the "wet" spring reverb that was incorporated into Fender amplifiers from 1961, which is thought to emulate the sound of the waves. Guitarists also made use of the vibrato arm on their guitar to bend the pitch of notes downward, electronic tremolo effects and rapid (alternating) tremolo picking. Guitar models favored included those made by Fender (particularly the Mustang, Jazzmaster, Jaguar and Stratocaster guitars), Mosrite, Teisco, or Danelectro, usually with single coil pickups (which had high treble in contrast to double coil humbucker pickups). Surf music was one of the first genres to universally adopt the electric bass, particularly the Fender Precision Bass. Classic surf drum kits tended to be Rogers, Ludwig, Gretsch or Slingerland. Some popular songs also incorporated a tenor or baritone saxophone, as on "Surf Rider" and "Comanche". Often an electric organ or an electric piano featured as backing harmony.
sei diese großartige Combo empfohlen: Bang!Mustang!


Kenner kennen das zitierte Cover.

https://38.media.tumblr.com/cca36b74c7aa011105883f5f96ae3e3b/tumblr_nifvorNaq01u0k6deo4_500.gif

... „Misstraust du mir?“, fragte ich. Dann erklärte ich ihm, warum ich nicht verschlüssle, und zwar, weil sich die Metadaten, für die NSA & Co sich inzwischen interessieren, nicht mehr verschlüsseln lassen. „Du musst es ihnen so schwer wir möglich machen“, mahnte mein Freund. „Im Grunde geht es darum“, sagte ich, „ob du Vertrauenspraktiker oder Verschwörungstheoretiker sein willst.“ Alex schaute mich theoretisch an. „Ich habe gehört, dass NSA und Mossad jetzt auf Facebook den sogenannten Stupsnet-Wurm zum Einsatz bringen wollen.“ ...
Verschwörungstheorien in Zeiten von NSA & Co. Von Peter Glaser, StZ 13. April 2015

Update:
Auf den Punkt: Was der BND seit Jahren über die Spionagetätigkeit der NSA verheimlichte ( The Huffington Post, 23/04/2015)

Die anomische Herrschaft der Rackets (XVI): The Badass Jihadis in Black vs. Blackwater - oder: Der Islamische Staat als global agierender Terrorkonzern. - SPIEGEL bestätigt GBlog-Analyse

Ich schrieb hier am 29.06.2014 unter der Überschrift
Die anomische Herrschaft der Rackets (V): Gnadenlos platter, testosterongesättigter, marketingtechnisch zelebrierter Männlichkeitskult: The Badass Jihadis in Black vs. Blackwater:
    Ich halte es für einen fruchtbaren Ansatz, dem Phänomen ISIS beizukommen, indem man es analysiert als neue Erscheinungsform des beinharten ökonomischen Konkurrenzkampfs auf dem Gebiet der privatisierten Kriegführung, - zu charakterisieren durch die Einführung noch brutalerer Varianten in den Markt und durch ein neuartiges Branding, das ISIS als eigene mediale Marke etablieren soll ("Pop-Dschihadismus").
http://diepresse.com/images/uploads_580/3/f/6/1467382/F7FB9965-DFF4-4F8B-AE1C-5045639FB491_v0_h.jpg

... und empfahl kürzlich Tomasz Konicz: Geschäftsfeld: Barbarei - Der Islamische Staat als global agierender Terrorkonzern

Es freut mich, dass der SPIEGEL jetzt, nach mehrmonatiger Auswertung interner Dokumente der innersten Führung der Miliz (Terrormiliz "Islamischer Staat": Geheimdokumente enthüllen IS-Strategie, 18/04) diese Einschätzung unterstützt:
    In den Plänen, die der SPIEGEL nach mehrmonatigen Recherchen in Syrien exklusiv auswerten konnte, offenbart sich nichts von dem religiösen Fanatismus, mit dem der IS sich nach außen präsentiert. Die Dokumente enthüllen die Methoden eines hochkomplexen Geheimdienststaates, der sich auf flächendeckende Ausspionierung, Überwachung und Morde gründet.
    Unter dem Deckmantel islamischer Missionierungsbüros wurden laut den Plänen in den Städten und Dörfern Nordsyriens als Prediger getarnte Spione ausgebildet. Sie sollten Machtverhältnisse und Schwachstellen der jeweiligen Orte in Erfahrung bringen.
    In einem nächsten Schritt sollten charismatische Führungsfiguren und Rebellenführer von speziell etablierten Einheiten für "Ermordungen" und "Entführungen" beseitigt werden, um potenziellen Widerstand frühzeitig zu ersticken. Erst dann sollten militärische Angriffe erfolgen, unterstützt von "Schläferzellen" mit Waffen und Kämpfern....

Nichts da also mit Mittelalter und mangelnder Aufklärung! Im Gegenteil: Hochkomplexer Geheimdienststaat, HiTec-Governance und virales Marketing at its best ...

Vgl. GBlog: Die anomische Herrschaft der Rackets ...

Sehr schön dazu auch Burks' Blog: Methoden eines hochkomplexen Geheimdienststaates

Eins auf die Presse (III): Im Mittelmeer häufen sich die Dramen. Hier die widerlichste Heuchelei. Erinnerung an Nachrichten über die Exterritorialen Lager der EU. - Oder: Zur Alzheimerisierung der Berichterstattung und Kommentierung

Heute um 13:28 Uhr meldet tagesschau.de: Flüchtlingsboot gekentert - bis zu 700 Tote befürchtet "Eine neue Ebene der Grausamkeit"
Von einem Schiffsunglück ist Rede, von einem gekenterten Boot, das seltsamer Weise erst kentert, als ein portugiesisches Containerschiff zum Rettungseinsatz naht.
Doch anstatt viele retten zu können, wurde die Besatzung der "King Jacob" Zeuge einer Katastrophe, berichtet Carlotta Sami, Sprecherin des UNHCR in Italien: "Als die Migranten und Flüchtlinge an Bord gesehen haben, wie sich diese Schiff nähert, waren sie wahrscheinlich aufgeregt. Und auf einem so vollen Boot reicht schon, wenn sich wenige Menschen bewegen, und das Boot kippt um, und alle fallen ins Wasser. Das passiert leider, denn diese Schleuser stopfen die Boote unwahrscheinlich voll", sagte Sami.

Das passiert, wäre hier klarzustellen, weil die EU die Seenotrettung im Mittelmeer eingestellt hat („Triton“ statt „Mare Nostrum“), - aus Kostengründen und in Verfolgung eines zynischen Prinzips.

Wie die EU Flüchtlinge tötet. Ein Kommentar von Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung, 18. April 2015) - Lesebefehl!!
    Das Rettungsprogramm Mare Nostrum, das Italien nach der Katastrophe von Lampedusa begonnen hatte, ist beendet worden. Die EU hat sich geweigert, es zu finanzieren. Die Kosten für das Rettungsprogramm hätten denen entsprochen, die demnächst für den Gipfel der Staats-und Regierungschefs in Elmau aufgewendet werden müssen. Der dauert zwei Tage. Mit dem Geld könnte man 365 Tage Rettung organisieren. Sind das die Wertigkeiten, die in Europa gelten? Diese Union tötet; sie tötet durch Unterlassen, durch unterlassene Hilfeleistung.

    Einer EU, die dem Sterben zuschaut, sollte der Nobelpreis weggenommen werden


    Bundesinnenminister Thomas de Maizière sperrt sich gegen eine EU-Seenotrettung; damit arbeite man, sagt er, den Schleppern in die Hände. Das ist Zynismus. So werden Menschen verzweckt: Sie müssen sterben, um eine Kriminalität zu bekämpfen, die durch eine falsche EU-Politik produziert wird. Das Schlepperunwesen kann ja nur deswegen grassieren, weil Europa die Schotten dichtgemacht hat - weil es die Flüchtlinge mit allen, auch völkerrechtswidrigen Mitteln fernhält...
So ist das wohl, - und wenn dann Herr Gauck sich erschüttert zeigt und von der EU wirksame Maßnahmen fordert und Herr Steinmeier im "Bericht aus Berlin" der ARD von "unerträglichen Bildern" spricht und meint: Dennoch sei es nicht hilfreich, erneut etwa über mehr Polizeipräsenz im Mittelmeer zu diskutieren - auch diese notwendig sein möge. Er betonte, die politische Lage in Libyen müsse mittels einer Regierung der nationalen Einheit stabilisiert werden, um zu verhindern, dass das Land weiterhin von Schleppern benutzt werde. Zudem müsse diesen durch internationale Zusammenarbeit das Handwerk gelegt werden. (tagesschau.de: Erneutes Drama im Mittelmeer EU-Flüchtlingspolitik unter Druck, 17:29 Uhr)
... dann habe ich - kurz bevor ich kotzen muss - noch die Vision, Steinmeier wird Chef der Regierung der nationalen Einheit in Libyen und legt den Schleppern das Handwerk. Mit einer Agenda L2020 ...
Fuck me running und siehe unten: Eins auf die Presse: BILD-Titel vom 15/04/2015

Und wie formlierte Georg Schramm am 01.10.2013:

"Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen aus diesen ausgeplünderten Staaten im Süden Europas dann auf ein Millionenheer junger Arbeitsloser trifft - dann können wir froh sein, dass wir zwei Flugstunden davon entfernt in tiefstem Frieden leben und damit Gott sei Dank nichts zu tun haben."




Frontex und Exterritoriale Lager

Im Übrigen: Was jetzt wieder als Begrüßungszentren an den Außengrenzen der EU als humanitäre Geste verkauft wird, müsste eigentlich - auch Journalisten - bekannt sein: die exterritorialen Lager der EU u. a. Die Inhaftierungslager in der libyschen Wüste!
Schon vergessen?! Noch gar nicht so lange her! 2008/2009 ...

_______________________________________________

Was in der Berichterstattung und Kommentierung allgemein auffällt, ist deren zunehmende Alzheimerisierung. Was man vor 1, 2 oder auch 5 oder 6 - 7 Jahren wusste oder zumindest wissen konnte, spielt akutell keine Rolle mehr ...

Das (un-)professionelle Gedächtnis reicht dann gerade noch bis Lampedusa 2013, was in Kommentaren dann nicht mehr als Gauck'sches Aufseufzen hergibt, dass nun etwas geschehen müsse...

Alzheimerisierung der Berichterstattung und Kommentierung

So wie hier: Wolfgang Schäuble und die 100.000 Mark aus dem schwarzen Koffer

Archäologie (CCCLXXXIX): Down the Road a Piece

... is a boogie-woogie song written by Don Raye. In 1940, it was recorded by members of the Will Bradley/Ray McKinley Orchestra as the "Will Bradley Trio" (a misnomer as Bradley does not perform on the song, while a fourth, the song's writer Don Raye, does). Three musicians are mentioned in the lyrics:

The drummer man's a guy they call 'Eight Beat Mack'
And you remember Doc and ol' 'Beat Me Daddy' Slack


"Eight Beat Mack" refers to drummer Ray McKinley, "Doc" refers to bass player Doc Goldberg, and "Beat Me Daddy Slack" refers to pianist Freddie Slack (a reference to "Beat Me Daddy, Eight to the Bar", a hit recorded earlier in 1940 by Slack with the Bradley/McKinley Orchestra). Vocals for "Down the Road a Piece" were provided by McKinley and Raye. ... subsequent recordings of "Down the Road a Piece" usually changed the lyrics that referred to the musicians. Amos Milburn, who recorded the song in 1946, started the tradition by including the reference to "Eight Beat Mack", but changing the next line to "You remember me doggin' old Beat me Daddy Slack." (Wikipedia)

Witzig: Seit 1965, als die Rolling Stones den Titel auf The Rolling Stones No. 2 veröffentlichten, dachte ich immer, der Vers hieße

The drummer man's a guy they call Charlie my boy --> Charlie Watts, aber jetzt habe ich mal genau hingehört und nachgesehen und festgestellt, dass das ein schönes Beispiel für misheard lyrics ist:
The drummer's man's a cat, they call Charlie McCoy
You know, remember that rubber legged boy?
... und Charlie McCoy is an American session musician noted for his work on a wide variety of instruments. In his career, McCoy has backed several notable musicians including Bob Dylan, Johnny Cash, Tom Astor, Elvis Presley, Chet Atkins and Ween. He has also recorded thirty-seven studio albums ...

Interessanter noch finde ich mal wieder das Phänomen der Zeitwahrnehmung, - genauer: der seltsam fokussierten Wahrnehmung vergangener Zeit. Das hat vermutlich etwas zu tun mit eigener Zeitgenossenschaft und mit medialer Vermittlung. Ich war Zeitgenosse von 3, so dass mir das näher ist als 2, obwohl sich die technische Qualität medialer Dokumentation von 2 und 3 nicht wesentlich unterscheidet, so dass hier für Nicht-Zeitgenossen Zeiten ineinander fallen mögen. Das ist schon wieder anders, wenn es um Tondokumente geht. Da klingt ein akuteller Remix der Aufnahme von 1965 nicht weniger frisch als zB Sonic Gypsy "BORN A ROLLING STONE!"

Zwischen 1 und 3 liegen 25 Jahre, zwischen 3 und heute 50 Jahre! (Ain't that strange, Mrs. Mop?)

1.


2.


3

Zuweilen (XX): El derecho a soñar - Eduardo Galeano (1940 - 2015)

Zuweilen bemerkt man erst (wie ich schon häufiger feststellte), wenn man vom Tod eines Menschen erfährt, wie wichtig er einem war. Eduardo Galeano ist am 13. April 2015 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Montevideo an den Folgen einer Erkrankung an Lungenkrebs gestorben.

http://www.neues-deutschland.de/img/o/109433

Roberto De Lapuente schreibt heute in seinem Nachruf auf Galeano, den ich unbedingt zu lesen empfehle:
Am Montag ist ein großer Literat verstorben. Ein wortgewaltiger Mann. Seine Themen waren der Kolonialismus und sein Kontinent. Und die Einsicht, dass der Reichtum Südamerikas die Armut beflügelt. Er war nicht ganz so berühmt wie der, der am selben Tag wie er starb. Schade eigentlich...
(Ich stimme auch ausdrücklich De Lapuente zu, wenn er schreibt: Ich mochte Günter Grass nicht.. Das geht mir in jeder Hinsicht genau so!)

"Die offenen Adern Lateinamerikas" war für mich eines der Schlüsselwerke meiner politischen Sozialisation und ich gestehe, dass ich viel dafür getan habe, dass es das auch für meine Schülerinnen und Schüler wurde (in den 80er und 90er Jahren, als man als Politiklehrer noch politisch unterrichten konnte statt Zentralabiturmodule und Kompetenzen). - Vielleicht haben einige ja so die Kompetenz erworben, das Recht von einer besseren Welt zu träumen für ein Menschenrecht zu halten!




"Es fährt der Seemann zur See, obwohl er weiß, dass er niemals die Sterne berühren wird, die ihn leiten."

Eduardo Galeano, Espejos

Mit „Erinnerung an das Feuer“ will Galeano der Geschichte ihren Atem und ihre Freiheit wieder geben und sie selbst zu Wort kommen lassen. Das perfide an der Geschichtsschreibung ist, dass sie immer von den Siegern aufgeschrieben wird... und so wird den Verlierern nicht nur Land, Bodenschätze, Kultur und Lebensstil geraubt, den Verlierern droht außerdem der Raub des kollektiven Gedächtnisses... und ohne das Bewusstsein eigener Wurzeln, gibt es kein Wachsen und Werden... nur ein Verbleiben im Verlust; während die Sieger immer weiter die Geschichte aufschreiben. Eduardo Galeano versuchte in diesem großen Essay, das ausschließlich aus sogenannten historisch gesicherten Quellen schöpft, eine Chronik seines Kontinents zu erstellen, die – ähnlich wie in den „Offenen Adern...“ – die Geschichte als Lebenswirklichkeit erfahrbar zu machen. Im Laufe der Jahre 1982 bis 1986 entstehen so die drei Bände dieses Projektes: 1982 der Band „Geburten“, 1984 der Band „Gesichter und Masken“ und schließlich 1986 der dritte Band „Das Jahrhundert des Sturms“...

Im ersten Teil des Buches also, der mit dem Untertitel „Erste Stimmen“ versehen ist, lässt Galeano die Mythen der Urbevölkerung über die Entstehung der Welt sprechen; interessant ist, dass auch darin eine Schöpfungsgeschichte gibt – sie dauert allerdings dreizehn Tage. Erstaunlich ist auch, dass die Motive der christlichen Genesis auch in diesen Mythen thematisiert werden; von der Entstehung des Himmels und der Gestirne, bis hin zur ersten Begegnung von Mann und Frau....


Wenn man das gelesen hat, fragt man sich, worauf denn die Hegemonie des christlich-jüdischen Schöpfungsmythos zurückgeht (der Teil der halluzinierten christlich-jüdischen Kultur des Abendlandes ist), wo doch die Mythen des vorkolumbischen Amerika so viel schöner sind. Die Antwort liegt wohl in den offenen Adern Lateinamerikas.

Ein Beispiel für die Schönheit dieser Mythen sei noch gegeben:

Die Liebe

Im Amazonas-Urwald sahen die erste Frau und der erste
Mann einander neugierig an. Merkwürdig, was sie da zwi-
schen den Beinen hatten.
- Ist es dir abgehackt worden? fragte der Mann.
- Nein, sagte die Frau. - Ich war immer so.
Er musterte sie aus der Nähe. Er kratzte sich am Kopf. Da
war eine offene Wunde. Er sagte:
- Iß keine Yucca und keine Bananen und überhaupt keine
Frucht, die reif geraspelt wird. Ich kurier dich. Leg dich in
die Hängematte und ruh dich aus.
Die Frau gehorchte. Sie schluckte geduldig Kräutertee und
ließ sich Salben und Tinkturen auftragen. Aber sie mußte
doch die Zähne zusammenbeißen, um nicht zu lachen, als er
sagte:
- Sei unbesorgt.
Das Spiel gefiel ihr, obwohl sie das Fasten und In-der-Hänge-
matte-Liegen schon ein wenig satt bekam. Wenn sie an Obst
dachte, floß ihr das Wasser im Mund zusammen.

Eines Abends stürzte der Mann durch den Wald heran.
Er hüpfte vor Freude und rief:
- Ich hab's! Ich hab's!
Er hatte eben gesehen, wie der Affe die Äffin im Baumwipfcl
kurierte.
- Es geht so, sagte der Mann und trat zu der Frau.
Als ihre lange Umarmung zu Ende war, erfüllte schwerer
Blumen- und Früchtegeruch die Luft. Ein ungeahntes Duften
und nie gesehenes Schimmern ging von den beieinanderlie-
genden Leibern aus, und sie waren so schön, daß die Sonnen
und die Götter sich zu Tode schämten. (59)

Eine wunderbare Vorstellung, dass die Götter sich zu Tode schämten, weil die Menschen entdeckten, was von beieinanderliegenden Leibern alles ausgehen kann. Eine Vorstellung im Übrigen, die Aufklärung eigentlich überflüssig macht. Womöglich ist das, worauf wir so stolz sind, ja nur Produkt eines die Welt quälenden historischen Irrwegs.


Ich schrieb schon einmal (und das passt dann gut zum unten folgenden Beitrag!): Es gibt keine Rechtfertigung für einen westlichen, schon gar nicht für einen deutschen Aufklärungsdünkel, der keine Idee von instrumenteller Vernunft hat.

Eins auf die Presse (II): Der Kurde besucht einen Kurs, PK berichtet: "Kurden rotzen das Magazin leer." - Die nicht tödlichen Ausrüstungsgegenstände erreichten Erbil mit einer russisch-ukrainischen Bundeswehrmaschine

Zum Abschluss des zweiten Kurses - weitere rund 500 kurdische Peschmerga-Kämpfer haben im Nordirak ihre Ausbildung durch die Bundeswehr und andere Nationen abgeschlossen und bekommen heute ein Zeugnis(!) - berichtet sehr engagiert ein Jan Kuhlmann, dpa, für das sog. Nachrichtenportal von T-online:
    Der Feind lauert im Haus nebenan. Zwei Etagen, Fenster ohne Glas, auf dem Dach könnten sich Scharfschützen verschanzt haben. Der Auftrag des deutschen Oberfeldwebels ist klar: "Das Gebäude mit zwei Sturmgruppen nehmen", befiehlt er dem kurdischen Zugführer Mohammed, einem Mann mit kantigem Gesicht, der etwas unschlüssig schaut. Der Bundeswehr-Soldat spricht langsam, deutlich, aber mit entschiedenem Ton. Im Krieg muss jede Anweisung passen.

    Wenig später stürmen die kurdischen Peschmerga auf das Gebäude zu, erobern den ersten Stock, dann den zweiten. Der Angriff läuft schleppend, aber immerhin: Das Ziel ist erreicht. Der Oberfeldwebel ist trotzdem nicht zufrieden ...

    An Willen mangelt es den Kurden nicht. "Die Arbeit mit ihnen ist völlig unkompliziert", sagt der Leiter der deutschen Trainingsgruppe, ein Oberleutnant aus Bayern, dessen Name wie die der anderen Bundeswehrausbilder nicht an die Öffentlichkeit soll - zu groß ist die Angst vor Angriffen von IS-Extremisten. "Die Peschmerga sind hoch motiviert und sehr praktisch orientiert", sagt der 26-Jährige....
    Ein Ausbilder formuliert es flapsig: "Wenn die Kurden angreifen, legen sie sich auf einem Hügel in eine Reihe und rotzen das Magazin leer." ...

    Das größte Problem, das die Bundeswehrsoldaten sehen, ist jedoch ein anderes: mangelnde Führungsqualitäten der Peschmerga. Unteroffizieren und Offizieren fehlt es an der Fähigkeit, eine Lage zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen...</cite
Das ist das alte Problem mit den nicht so zivilisierten Stämmen: An Willen und Motivation mangelt es in der Regel nicht, aber was die höheren kognitiven Kompetenzen angeht, hapert's dann doch: Sollen sie ein Gebäude nehmen, dann geht's zwar schleppend voran, immerhin wird das Ziel erreicht, aber wenn sie richtig angreifen sollen, dann legen sie sich auf einem Hügel in eine Reihe und rotzen das Magazin leer...
Was ist das? Die „Abteilung für Wehrmachtpropaganda“ unter Admiral Canaris, respektive deren (Ur-)Enkel, am Werk? Wer schreibt sowas? Und welcher leitende Redakteur kuckt da nochmal drauf? Und merkt nichts? Oder will das so?

Und was war das?

CC-BY-SA - Sturmtrupp in Flandern - In Reihe auf einen Hügel gelegt und das Magazin leergerotzt. Und: - Verloren!!

Wir. Können. Das. Heute. Besser. - Lage analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen und ab geht die Ursel!
Fuck me running ...

+ Der Ein-Wort-Satz hat Konjunktur. Bis zum Komma komma gar nicht mehr. Georg Seeßlen (konkret 3 / 2015 via Getidan)
+ Zur Ästhetik der stärkeren Rolle Deutschlands in der Welt
+ Gelungener Tabubruch: Russisch-ukrainische Bundeswehrmaschine mit nicht tödlichen Ausrüstungsgegenständen erreicht Erbil - Oder: Der Leasingvertrag

Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ... (VII): Eins auf die Presse: BILD-Titel vom 15/04/2015

BILD

... aber es waren keine Deutschen unter den Opfern und kein Selbstmord zu vermelden. (via BlogRebellen)
+ Ein Trainer ist ihnen wichtiger als 400 Tote im Mittelmeer. Robert D. Meyer (nd, 16.04.2015)
+ Ein gut bewachtes Massengrab - Im Mittelmeer sinkt ein Flüchtlingsboot. Etwa 400 Menschen ertrinken. Wieder heißt es: Es ist unmöglich, alle Flüchtlinge zu retten. Doch das stimmt nicht (ZEIT Online, 17/04)
+ Les Métèques morts und Frontex bei GBlog.
+ Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ...

Und immer wieder:

Archäologie (CCCLXXXVIII): Vertreibung und Verfolgung

Menschenrechtsverletzungen der Weltbank
Im vergangenen Jahrzehnt haben etwa 3,4 Millionen Menschen ihr Land oder einen Teil ihrer Lebensgrundlage verloren. Tausende wurden aus ihren Häusern vertrieben, viele leiden bis heute unter den Folgen großer Mammut-Projekte. Eine Übersicht.
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2015

Archäologie (CCCLXXXVII): Der Vietnamkrieg. When will they ever learn ...

http://41.media.tumblr.com/841db7b6c08b3c47467ea70947d76888/tumblr_nk1ut9S9ko1s7e5k5o1_500.jpg
A US marine suffering severe shell shock waits to be evacuated from the battle zone during the Têt offensive, Hué, Vietnam, February 1968 - by Don McCullin. (via HistoryPorn)

Empfehlenswert:
Der Vietnamkrieg - Gesichter einer Tragödie
Regie: Christel Fromm; WDR 2015 --> Arte+7: 14.04 - 13.07.2015

Der Vietnamkrieg war der längste Konflikt des 20. Jahrhunderts. Mit ihm brachten zum ersten Mal die Medien einen Krieg in die Wohnzimmer. Das hatte Folgen: Seine Bilder haben sich tief in das Gedächtnis eingebrannt: der flächendeckende Abwurf von Napalmbomben, das nackte Mädchen, das schreiend vor einer Feuerwolke flieht. Vor 40 Jahren, am 1. Mai 1975, ging dieser Krieg zu Ende.
Vgl. auch Archäologie XVII - 16. März 1968

When will they ever learn ...

On July 26, 1956, the House of Representatives voted 373 to 9 to cite Pete Seeger and seven others (including playwright Arthur Miller) for contempt, as they failed to cooperate with House Un-American Activities Committee (HUAC) in their attempts to investigate alleged subversives and communists. Pete Seeger testified before the HUAC in 1955.
In one of Pete's darkest moments, when his personal freedom, his career, and his safety were in jeopardy, a flash of inspiration ignited this song. The song was stirred by a passage from Mikhail Sholokhov's novel "And Quiet Flows the Don". Around the world the song traveled and in 1962 at a UNICEF concert in Germany, Marlene Dietrich, Academy Award-nominated German-born American actress, first performed the song in French, as "Qui peut dire ou vont les fleurs?" Shortly after she sang it in German. The song's impact in Germany just after WWII was shattering. It's universal message, "let there be peace in the world" did not get lost in its translation.




Was sie gelernt haben ...

Unter anderem dies: Die widerlichsten Teile des Krieges zu privatisieren: Die anomische Herrschaft der Rackets: Blackwater im Irak - The Contractors
Akutell dazu: Ein US-Bundesgericht verurteilt vier ehemalige Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater zu hohen Haftstrafen. Sie hatten 2007 in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein Blutbad unter Zivilisten angerichtet. (Süddeutsche Zeitung, 14/04)
Immerhin!

Konstruktion oder Dekonstruktion?

http://41.media.tumblr.com/0e75b359f32a21c856d17ec825c465d1/tumblr_nejtupg7JW1s7e5k5o1_500.jpg

Auflösung: Building of the Atomium in Brussels for the World’s Fair 1958
Zugabe: B-57B observing a nuclear test during Operation Redwing, Bikini Atoll, 12 July 1958 (via HistoryPorn)

http://41.media.tumblr.com/077f9940f9e9b6d3d778fd9489580cff/tumblr_nk01jewo7h1s7e5k5o1_500.jpg

Rekonstruktion: Tribute to Billie Holiday - Ein Abend mit Cassandra Wilson

- nochmals zum Ansehen und Anhören empfohlen:



The Tribute to Billie Holiday - Ein Abend mit Cassandra Wilson ( Arte Concert - bis 12/07/2015 ) Seh- und Hörbefehl!!

Ein phantastisches Konzert mit unglaublich guten Musikern, - über die Band findet sich leider nirgendwo eine Information ...



Mein Lieblingslied (ab 51:40) : These Foolish Things (auch schön von Bryan Ferry, - ein wenig schräg hier).
Ganz großartig auf ihrem neuem Album Coming Forth by Day (hier probehören) auch Just The Way You Look Tonight und All Of Me
(hier mit Udo Jürgens, Manfred Krug & Klaus Doldinger
).

"Du kannst nicht drogenabhängig sein und dann einfach so diese Musik erschaffen", sagt Cassandra Wilson über Billie Holiday, die vielleicht bedeutendste und ungebrochen populäre Jazz-Sängerin des 20. Jahrhunderts. "Irgendwie existiert diese Vorstellung, dass Leute wie Holiday rein zufällig zur Musik kamen und es einfach so aus ihnen rausfließt. Ich aber glaube das nicht. Es braucht eine Menge Disziplin." Wilsons Ärger gilt der stereotypen Zeichnung von Jazz-Sängern, die - im Gegensatz zu Instrumentalisten - oft als Randfiguren der Geschichte betrachtet werden. Dabei gilt Billie Holiday als Begründerin des modernen Jazz-Gesangs. Tatsache ist, dass Holiday ein tragisches Leben führte und an ihrer Drogenabhängigkeit letztlich zugrunde ging.
Billie Holiday - A Sensation (Arte +7 bis 19/04/2015)

Siehe unten: Revisited am 7. April: Archäologie CCXLXIII : Abel Meeropol und Billie Holiday - "Strange Fruit". Geschichte eines Liedes - A National Pattern

Schuld und Schulden - Athens Reparationsforderungen als Chance für Europa: Das Ende der Bundesrepublik Deutschland, wie wir sie kannten - Reichsdeputationhauptschluss und Gründung der Vereinigten Staaten von Europa

Reparationsforderungen Griechenlands begegnet die Bundesregierung stets mit der Behauptung, das Thema sei abgeschlossen. Doch Differenzen lassen sich nicht einseitig mit dem Recht des Stärkeren “abschließen”. Die deutsche Argumentation ist unredlich....
Beim haircut der deutschen Auslandsschulden im Londoner Abkommen (LSA) aus dem Jahr 1953 wurde daher die "Prüfung" aller aus dem "Krieg herrührenden Forderungen" gegen Deutschland mit der schwammigen Formulierung: "bis zur endgültigen Regelung der Reparationsfrage" zurückgestellt...
Unter den damaligen Vorzeichen einer permanenten Ost-West-Konfrontation erwartete das Auswärtige Amt der Bundesrepublik (AA), "diesen Zwischenzustand des Nichtzustandekommens eines Friedensvertrages so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, um die Forderungen unserer einstigen Gegner durch Zeitablauf einer Verwirkung oder Verjährung zuzuführen".
Dieser Strategie blieb Bonn treu bis zur Wiedervereinigung 1990, welche die fast 40 Jahre alten Ansprüche reaktivierte. Bereits im Mai schickte der damalige Außenminister Genscher allen betroffenen Botschaften Argumentationshilfe, wie mit Hinweis auf die verflossenen Jahre solche Forderungen abzublocken seien.
Unredlich ist daher die Argumentation des AA, die Opfer bis 1990 auf den Zeitpunkt der deutschen Einigung zu vertrösten und zugleich auf jenen Zeitablauf hinzuarbeiten, auf den man von 1990 an dann achselzuckend verweist.

Hagen Fleischer (in der Süddeutschen Zeitung vom 25.03.2015)

Vgl. auch

+ Archäologie (CCCLXXVI): Die Enteignung und Ermordung griechischer Juden zur Stützung der inflationsgefährdeten Drachme zur Finanzierung der Besatzungskosten der Wehrmacht - Enteignungen, Deportationen und Massenmorde als Quelle der deutschen Staatsfinanzen
+ Archäologie (CCCLXXV): Humpty-Dumpty 1990: „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ heißt jetzt „Vorschlag zur unverzüglichen Einführung der D-Mark in der DDR im Austausch gegen Reformen“ - Und: Friedensvertrag heißt jetzt 2+4-Vertrag

Ähnlich rekonstruiert Ralph Bollmann heute in der FAS die Strategie der BRD (Muss Deutschland zahlen? Die griechische Regierung verlangt 279 Milliarden Euro Kriegsentschädigung für die Verbrechen der Nazis. Die Bundesrepublik wehrt sich mit allen Tricks. Damit hat sie Erfolg - seit 70 Jahren, FAS 12.04.2015, S. 22). Gestützt wird die Annahme, die griechischen Forderungen seien berechtigt und Klagen hätten Aussicht auf Erfolg im Übrigen durch Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages (vgl. dazu aktuell 11.04.2015, FOCUS-Online-Experte Jorgo Chatzimarkakis - ach da ist der jetzt!)

Bollmann resümiert: So bleibt es aus Sicht der Historiker wie der Berliner Politik am Ende bei dem Argument von 1945: Förmliche Zahlungen an Griechenland würden vielfach höhere Ansprüche anderer Opfergruppen auslösen, die am Ende unbezahlbar wären - selbst für die Bundesrepublik von heute mit ihrer vielfach größeren Wirtschaftskraft...
"Wenn Griechenland 300 Milliarden fordert, was könnte dann Russland fordern? 100 Billionen?"...
"Dann müssten Sie Deutschland schließen"
, sagt der Historiker Aly. "Das wäre der größte anzunehmende Schaden für die Weltwirtschaft."
Wollen wir das einmal konsequent zu Ende denken?

Das Ende der Bundesrepublik Deutschland, wie wir sie kannten, - Reichsdeputationhauptschluss und Gründung der Vereinigten Staaten von Europa

Ob das der größte anzunehmende Schaden für die Weltwirtschaft wäre, sei mal dahingestellt (angenommen, die ökonomische Potenz der BRD wäre auch anders in die europäische und die Welt-Wirtschaft zu integrieren ...), aber wenn denn alle seit 1953 suspendierten Forderungen an den Nachfolgestaat des faschistischen Deutschland sich als rechtmäßige und völkerrechtlich durchsetzbare Titel erweisen würden, müsste man zu dem Schluss kommen, dass dies Konstrukt Bundesrepublik Deutschland nicht länger haltbar ist, weil auf falschen Voraussetzungen gegründet (Insolvenzverschleppung) und nachhaltig zahlungsunfähig.
Wäre das nicht eine einmalige Chance für Europa? Ein Reichsdeputaionshauptschluss, der die BRD als völkerrechtliches Subjekt liquidiert und deren ggfs. neu geordnete Verwaltungseineinheiten in die zu gründenden Vereinigten Staaten von Europa einbringt. In einem europäischen Verfassungskonvent wird beraten, wie die Verwaltungseinheiten aller bisherigen Nationalstaaten in die neue Union integriert werden; - nach den Grundsätzen der Europäischen Sozialcharta. Die Verträge von Maastricht, Nizza etc. erweisen sich im Wesentlichen als untauglich zu regeln, was nun zu regeln ist ...

Man wird ja wohl noch mal träumen dürfen ...

Katharsis: Die Anstalt - Das Kind - κάθαρσις

Sie können sich gern die gesamte Sendung ansehen, die ja seinerzeit wegen des Absturzes von Flug 4U9525 abgesetzt wurde - es lohnt sich -; ich möchte Ihre Aufmerksamkeit lenken auf den Schluss - ab 45:55

Die Inszenierung der Schlussszene folgt der aristotelischen Wirkungsästhetik der Tragödie; indem sie »Jammer« und »Schaudern« (griechisch »éleos« und »phóbos«) bewirkt, löst sie eine »Reinigung« des Zuschauers »von eben derartigen Affekten« aus. »Jammer« und »Schaudern« waren für Aristoteles in erster Linie psychische Erregungszustände, die sich in heftigen physischen Prozessen äußern. - Die neuzeitliche Diskussion des Katharsisbegriffs setzte mit dem Humanismus ein. Bei der üblichen Wiedergabe von griechisch »éleos« und »phóbos« durch lateinisch »misericordia« (Mitleid) und »metus« (Furcht; neben »terror« Schrecken) handelte es sich im Ansatz um eine Neuinterpretation. Der Begriff wurde ethisch gedeutet als Reinigung von den Leidenschaften, die in der Tragödie zur Darstellung kommen. Diese Umdeutung der aristotelischen Tragödientheorie wurde durch P. Corneille aufgegriffen. G. E. Lessing (»Hamburg. Dramaturgie«, 1768, 73.-78. Stück) übte deshalb wie auch J. C. Gottsched Kritik an der Katharsistheorie des französischen Klassizismus. Der entscheidende Affekt, den die Tragödie beim Zuschauer auslöst, ist nach Lessing das Mitleid; Furcht wird diesem subsumiert, unter Katharsis versteht er die »Verwandlung« der durch die Tragödie erregten Affekte »in tugendhafte Fertigkeiten«. (Universal-Lexikon)



Die Szene - ab 45:55 - vermag einen in der Tat zu Tränen zu rühren und den Wunsch auslösen, dass sich die solchermaßen erregten Affekte »in tugendhafte Fertigkeiten« verwandeln mögen. Allein: Wie könnten die sich konkret äußern? Was folgt daraus?

ZDF, Reparationen, Schuldenkrise, Griechenland
Die Entschädigungsansprüche von Argyris Sfountouris, der als Vierjähriger 30 Verwandte in Distomo verlor, habe die Deutsche Botschaft in Athen abgelehnt, weil das Massaker als „Maßnahme im Rahmen der Kriegsführung zu werten“ sei. (Focus)


Einstweilen bleibt es beim Mitleid ...

... eigentlich das leichteste der Welt



... oder - wenn nichts anderes übrig bleibt - bei einem Trinklied:



Nächtens ward ich trunken
In einem selten Loch
Bin gleich darin versunken
Weiland, trink ich wohl immer noch

Beider Arme Kraft wollt` stemmen
Mich aus des Loches Rund
Wollten trotzig Händ nicht fallen sehen
Lust`gen Becher in den Grund

Aus Loches Schmutz kroch bös Getier
Und eh ichs mir recht beseh
Nagts weg derweil all Fleisch von mir
Blieb nur der blanke Knochen stehen
[ These are Trinklied Lyrics on http://www.lyricsmania.com/ ]

Forms & Feelings (IX): Holz, kürzlich am Bodensee







Forms & Feelings (VI): Kürzlich am Bodensee

The Fine Art Of Playing The Guitar (XX): Der Meister (inzwischen 70) und die Damen Ball, Hart und Wilkenfeld




Jeff Beck
ruled the evening from his very first note. Dressed in black and white, he was joined by the fantastic Tal Wilkenfeld on bass, violinist Lizzie Ball, and drummer Jonathan Joseph. First tune was “Mna Na Heireann,” a beautiful Irish melody with fantastic interplay between Beck and Ball. Next up was a killer version of the Mahavishnu classic “You Know, You Know” that solidified that at age 68 Beck is at the top of his game. This was also Tal’s time to shine as she launched into a smoking solo with great playing by Joseph to back her up. The blues kicked in when Beth Hart came out to rock out the classics “I Ain’t Superstitious” and “Going Down.” The general consensus in the room was this was the pinnacle of the show. (20 Best Moments of Crossroads 2013)

Zugaben:
+ The Rolling Stones - Jeff Beck - I'm Going Down - O2 Arena - Live - London - 25th November 2012
+ Tal Wilkenfeld - Solo Bass: Cause We've Ended As Lovers - Jeff Beck & Tal Wilkenfeld (Crossroads - 2007 Live)

The Fine Art Of Playing The Guitar

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

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