... Der linke Populismus scheitert hingegen an dieser Krisendynamik, er dementiert sich selbst, indem er zwangsläufig in den eingefahrenen ideologischen Gleisen des öffentlichen Diskurses bleiben muss, der zunehmend verwildert. Wenn nun das "Volk" sich mit Mauer und Stacheldraht von der Krise abkapseln will, dann muss der Populist dem Rechnung tragen. Sahra Wagenknecht muss sozusagen immer mal wieder "unglücklich formulierte" Kommentare zur Flüchtlingskrise publizieren, um überhaupt noch als populistische Größe wahrgenommen zu werden. Den Ressentiments, die aufgrund zunehmender Krisenkonkurrenz rasch anschwellen, wird so mittels kalkulierter "Tabubrüche" Rechnung getragen. Wenn das "Volk" die Grenzen dichtmachen will, dann verspricht ein Oskar Lafontaine schon mal, die Flüchtlingszahlen zu begrenzen.
Notwendig wäre aber nicht ein Nachplappern der aufsteigenden Ressentiments, die sich aus Verfallsformen kapitalistischer Ideologie speisen, sondern ein klarer Bruch mit der Systemlogik, um eine breite gesellschaftliche Diskussion über Systemalternativen zur kapitalistischen Dauerkrise zu initiieren. Das Festhalten an Kategorien und Begriffen wie Staat, Volk, Nation, Markt, Geld, Kapital, deren reale gesellschaftliche Entsprechungen krisenbedingt in Zerfall übergehen - überdeutlich nachzuvollziehen etwa im arabischen Raum -, kann nur ins Desaster führen. Der radikale Bruch mit dem herrschenden kapitalistischen Krisendiskurs, der rapide verwildert, ist angesichts der Krise eine blanke Notwendigkeit...
Die Linke reagiert darauf zunehmend mit einer Un-Kultur der Belehrung und Moralerziehung sowie einer Vorstellung von Demokratie nach Gutsherrenart. Der italienische Sozialpsychologie Luca Ricolfi bringt diese Haltung auf die Formel: „Souverän ist das Volk, wenn es so wählt, wie es soll“.
„Tut es das nicht, dann muss man intervenieren bzw., wie es etwa vor ein paar Wochen in einem Zeitungsartikel hieß, „das Volk vor sich selbst schützen“ indem man die gesellschaftlichen Mehrheitsverhältnisse parlamentarisch in die richtige Richtung korrigiert. Und, unter Bezugnahme auf Gramsci stellt er fest: „Kulturelle oder politische Hegemonie erringt man mit dieser Haltung in Zeiten des Internets und der sozialen Medien nicht mehr.“ Vielmehr sei nötig: „Ein Ernstnehmen der „einfachen“ Bevölkerung als „Intellektuelle“ ihres eigenen Alltags und die Nutzung des Alltagsverstandes, des „senso comune“ als Sockel eines linken, emanzipatorischen Projekts.
Die heutige Linke sei davon weit entfernt. Die Legitimität der „Alltagsvernunft“ werde schlicht geleugnet und als falsches Bewusstsein diskreditiert. Damit erkläre man die Wähler für dumm und erhebe sich über sie. Wer sollte so jemanden wählen? Mal ehrlich, wer wäre so dumm?“
Dem ist wenig hinzuzufügen. Man kann diese Feststellung durchaus für die Situation in Deutschland übernehmen.
Bruder studierte Psychologie, Soziologie und Politische Wissenschaft in Würzburg und Heidelberg und legte 1972 einen „Entwurf der Kritik der bürgerlichen Psychologie“ an der Universität Hannover bei Peter Brückner als Dissertation vor. Da Brückner wegen des Vorwurfs der Unterstützung der RAF ab 1972 für zwei Semester vom Dienst suspendiert worden war, übernahm Klaus Holzkamp das Verfahren zur Promotion. 1982 habilitierte sich Klaus-Jürgen Bruder mit der Arbeit „Psychologie ohne Bewusstsein: Die Geburt der behavioristischen Sozialtechnologie“. Seit 1971 ist er Hochschullehrer, zunächst in Frankfurt am Main, dann in Hannover und ab 1992 an der Freien Universität Berlin ... Texte
„Ein Ernstnehmen der „einfachen“ Bevölkerung als „Intellektuelle“ ihres eigenen Alltags und die Nutzung des Alltagsverstandes, des „senso comune“ als Sockel eines linken, emanzipatorischen Projekts. Ohne dieses Ernstnehmen wird es keinen radikalen Bruch mit dem herrschenden kapitalistischen Krisendiskurs, der rapide verwildert, geben können ...
Ich komm aus der Wüste aus Stahl und Glas.
Ich komm aus der Wüste aus Angst und Haß,
wo die Menschen verdursten auf der Suche nach Liebe,
krank vor Verzweiflung und vom Warten müde.
Ich komm aus dem Land der vergifteten Straßen,
wo man den Tag verkaufen muß, um sorglos zu schlafen.
Wo das Leben schneller ist als ein Herz schlagen kann
und tausend Lügner sprechen bevor einer die Wahrheit sagen kann.
Ich komm vom Planeten der verzweifelten Götter.
Ich komm vom Planeten der reichen Bettler,
wo die Liebe verkauft wird und der Haß verschenkt,
wo die Mörder belohnt werden und die Heiligen gehenkt.
Hilf mir!
Hilf mir!
Zeig mir den Weg hier raus!
Laß mich nicht hängen,
gib mir 'ne Antwort,
zeig mir den Weg hier raus.
Hilf mir!
A new clip from Ron Howard’s upcoming documentary on The Beatles’ touring years, 1962-1966. There’s a website, of course, which has detailed information about a new re-issue of the Hollywood Bowl tapes, with refurbished sound from a new source and bonus tracks.
Note The Beatles’ company logo… which now publicly uses the corporate name, “Apple Corps.” This began after a series of lawsuits and settlements with Steve Jobs’ Apple Inc., which – believe it or not – resulted in The Beatles now having to license the Granny Smith apple logo from Apple Inc. in order to use it. The negotiations were kept secret, but the prevailing theory is that The Beatles basically sold the trademark to Jobs after endless litigation, and now have to license their old logo for its continued use. Aren’t you glad you don’t have rich people problems? Willard's Wormholes
Als Physiognomik bezeichnet man die Versuche, aus dem unveränderlichen physiologischen Äußeren des Körpers, besonders des Gesichts, auf die seelischen Eigenschaften eines Menschen – also insbesondere dessen Charakterzüge und/oder Temperament – zu schließen.
Die hierzulande ansonsten gefürchtete IS- und al-Qaida-Propaganda darf sich, wenn es um Syrien geht, verbreiten: "Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung" ... erklärte der Spiegel gestern. Das Argument dazu lautet: Die USA und Europa lassen die Bewohner im Stich, weil sie es "dabei belassen, die Abriegelung der von den Rebellen beherrschten Stadtviertel wortreich zu verurteilen". Die Islamisten würden es besser machen: Sie greifen zu den Waffen "und versuchen, die Lage der knapp 300.000 Eingeschlossenen mit militärischen Mitteln zu verbessern"... (Thomas Pany, Telepolis 03.08.2016)
Au dem Jenseits
Der junge Erfinder Crawford Tillinghast hat eine teuflische Maschine entwickelt, die er seinem Freund, unserem Berichterstatter, widerwillig vorführt. Aber es hat einen „;Unfall“; gegeben: Die drei Bediensteten in Tillinghasts Haushalt sind spurlos verschwunden. Er muss seinem Freund erklären, wie es dazu kommen konnte.
Die Maschine, die ein kränklich violettes Licht sowie ein Spektrum von Tönen erzeugt, wirkt anscheinend auf die menschliche Zirbeldrüse ein und erweitert das Universum der Wahrnehmung erheblich. So kann man plötzlich ultraviolettes Licht sehen, das ja normalerweise unsichtbar ist. Fatalerweise erweitert sich aber auch das Hörspektrum und der Blick erreicht neue Dimensionen, in denen sich unheimliche, schleimige Wesen von relativ gefräßigem Appetit herumtreiben. Offenbar haben sie sich der Verschwundenen bemächtigt. Und genau jetzt sitzt unserem Erzähler eines dieser Dinger auf der linken Schulter… Audio recording of the story at the HP Lovecraft Literary Podcast H.P. Lovecraft - Aus dem Jenseits [Lovecraft|Hörbuch|Horror]
Aus dem Diesseits (NZZ):
Andrew Cuomo hat Niantic Labs in einem offenen Brief aufgefordert, zu verhindern, dass Sexualstraftäter «Pokémon Go» spielen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York schrieb, die Gefahr, dass Kinder in gefährliche Gegenden gelockt würden, sei zu gross. Spieler können andere Nutzer mit sogenannten Lures anlocken. Dementsprechend wurde Niantic aufgefordert, PokéStops in der Nähe von Sexualstraftäterwohnungen zu entfernen...
[Non-Visual Augmented Reality describes an augmented reality system that does not rely or create primarily visual stimulus or images in order to function. Non-visual augmented reality is anything that adds to the user's environment without requesting attention from the user's vision.Rather, other senses are augmented and stimulated in the system.]
„Wir müssen den Klassenkampf wieder auf die Tagesordnung bringen. Und das ist allein dadurch zu bewerkstelligen, dass man auf die globale Solidarität der Ausgebeuteten und Unterdrückten besteht … Vielleicht ist eine solche globale Solidarität eine Utopie. Doch wenn wir nichts tun, dann sind wir wirklich verloren – und wir verdienen es, verloren zu sein“, schreibt Slavoj Žižek in einer Streitschrift (Žižek 2015). Um handlungsfähig zu werden, müsse die Linke mit einigen Tabus brechen. Dazu gehöre die verbreitete Vorstellung, „der Schutz der eigenen Lebensweise sei an sich protofaschistisch oder rassistisch“. Den Sorgen der einfachen Leute, die um die Bedrohung der eigenen Lebensweise kreisten, könne auch von einem linken Standpunkt aus begegnet werden – Bernie Sanders, demokratischer Sozialist und Herausforderer von Hilary Clinton, sei der lebendige Beweis. Der Schutz der eigenen Lebensweise dürfe nicht als solcher zurückgewiesen werden. Vielmehr müsse gezeigt werden, dass eine Verteidigung durch Rechtspopulisten diese Lebensweise in viel größerem Maße bedrohe als „alle Einwanderer zusammen“ (Žižek 2015).
Ich fürchte, Žižek hat Recht. Ohne die Frage nach demokratischer Umverteilung – nicht nur zwischen oben und unten, sondern auch zwischen starkem Exportsektor und abgewerteten reproduktiven Sektoren, zwischen starken und schwachen Ländern in Europa und der Welt, zwischen Klimagewinnern und Klimaverlierern – anzugehen, kann die soziale Frage den Rechtspopulisten nicht mehr genommen werden...
Was bedeutet heute links? Das uneingeschränkte Eintreten für Grund-, Bürger- und Menschenrechte scheint für Sahra Wagenknecht nicht dazuzugehören. Wie sonst könnte sie in der aktuell sehr unübersichtlichen Lage davon sprechen, dass die "Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges 'Wir schaffen das' uns im letzten Herbst einreden wollte"?
Das Pippilotta-Prinzip. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt: Wenn ich in der aktuell sehr unübersichtlichen Lage nicht davon spreche, dass es Probleme gibt, dann gibt es auch keine ... = Non-Visual Augmented Reality oder Neuro-Linguistisches Programmieren oder einfach Arschdenk.
Der Name Claudia Roth wird in "König von Deutschland" zum Beispiel kein einziges Mal erwähnt. Sie war zwischen 1982 und 1985 die Managerin der Ton Steine Scherben und manövrierte die Band einigermaßen aus ihren 300 000-Mark-Miesen. Reiser fühlte sich aber zunehmend unwohl damit, ständig für die Grünen eingespannt zu werden. Weswegen er Roth 1985 nahelegte, sich auf die vakante Stelle der Pressesprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion in Bonn zu bewerben. Auch war er pikiert darüber gewesen, wie sich nach einer Grünen-Wahlkampfveranstaltung in Frankfurt, bei der er aufgetreten war, Otto Schily und Joschka Fischer schnell "in ein besseres Frankfurter Lokal" absetzten und ihn "allein beim spärlichen Catering" zurückließen. "Rio rief mich am nächsten Tag an und meinte, er wolle nie wieder der Pausenclown für diese machtbesessenen Politiker sein", schreibt Gert Möbius.
That’s one of the first lyrics on “The Revolution Will Be Televised”, the heavy shuffle that opens the album. I’m not sure if a truer statement could be made in regards to how visceral and explorative Beck sounds. Even at first listen, Hailer comes across as a supreme guitar album with Beck’s trademark whammy bends, trills, and screams around every corner. Kinda strange from someone who doesn’t want to be typecast as a guitar hero. Jeff Beck is playing some of the best guitar of his life. He is completely at the top of his game and there’s nobody even close.
(Album Review: Jeff Beck’s Bigger, Better, Badder "Loud Hailer", Jason Shadrick, PremierGuitar July 12, 2016)
Es gibt Dinge, die erst begreifbar werden, wenn man sie mit eigenen Augen sieht. Die so drastisch sind, dass sie wirklich etwas auslösen, weil es unmöglich ist, nur stumm zuzuschauen. Wer einmal Flüchtende auf dem offenen Meer in einem sinkenden Schiff gesehen hat, weiß das. Die Angst in ihren Augen, das Klatschen des Gummiboots gegen die viel zu hohen Wellen, die Schreie der Kinder – es sind schwer beschreibbare Szenen. Szenen, ähnlich existenziell wie Flüchtende, versteckt in einem dunklen Lastwagen zwischen hoch gestapelten Paletten. Oder das eigene Kind mit Behinderung durch strömenden Regen schiebend, über ein Matschfeld nahe der ehemals grünen Grenze bei Ungarn. Es gibt einige Menschen, die diese Szenen miterlebt und gesehen haben: Schmuggler. Freiwillige Helferinnen und Helfer, Journalistinnen und Journalisten. Und die Flüchtenden selbst, natürlich. Die meisten Menschen jedoch kennen diese Situationen höchstens aus Erzählungen...
Und wenn sie sie aus Erzählungen kennen, wollen sich die meisten Menschen damit nicht weiter befassen.
Stattdessen befassen sie sich lieber mit ihrer eigenen Befindlichkeit angesichts der Bedrohung. - Der Bedrohung durch die Flüchtenden, nicht durch Bürgerkrieg, Verfolgung und Krieg. Oder sie wollen die Erzählungen gar nicht erst hören.
Oder sie stricken eine eigene Erzählung, in der eine Phrase Geschichte macht: "Wir schaffen das".
Deshalb wäre es gut, wenn das hiesige ÖRFernsehen die BBC-Dokumentation unverzüglich zur Hauptsendezeit ausstrahlte.
Ich gehe nicht davon aus, dass das geschieht. - The Revolution Will Not Be Televised.
Twelve months ago, the production team began giving camera phones to people attempting to reach Europe, escaping war, poverty or persecution. They were prepared to film where regular film crews could not go: on the inflatable dinghies crossing from Turkey to Greece, in the back of lorries entering the Eurotunnel, or on open trucks driven by people smugglers across the Sahara.
This first episode begins as hundreds of thousands of refugees from Syria arrive in the Turkish port of Izmir. We meet eleven-year-old Isra'a, selling black-market cigarettes so that her extended family can pay smugglers to take them across the Mediterranean on a dinghy. But as they hear stories of more and more people drowning, her father Tarek is no longer sure if he can risk his children's lives...
Meanwhile, 27-year-old Hassan, who is fleeing imprisonment and torture in his native Damascus, is desperate to make the crossing at all costs. He puts his life, and those of his travelling companions, in the hands of smugglers and boards a dinghy. As the over-crowded boat begins to take on water, the passengers face a life-and-death decision.
In Syria, we film 24-year-old Anas as he prepares to leave the shattered city of Aleppo, with snipers firing at his departing taxi as he heads towards the Turkish border.
And we meet Ahmad who, having left his wife and young family behind, is racing to get to Britain so he can get them out of their besieged town in Syria. But he's stalled on Kos as the Greek island is overwhelmed and the authorities struggle to cope.
Filmed by both production and the refugees themselves, the result is a terrifyingly intimate yet uniquely epic portrait of the biggest movement of people that Europe has seen since World War II.
Vielen Dank für die Klarstellung, worum es bei den drei Wörtern eigentlich geht!
Entscheiden drei Wörter darüber, ob Merkel nach den nächsten Wahlen weiter regiert? Fast scheint es so, wenn man die aktuellen Pressemeldungen nach der vorgezogenen Sommerpressekonferenz der Kanzlerin verfolgt. So beschreibt ein Politikredakteur in der konservativen Tageszeitung "Die Welt", wie die der Satz "Wir schaffen das" zur Parole des Anti-Merkel-Lagers wurde, das seit einem Jahr die Kanzlerin von rechts kritisiert. Am 31.August 2015 hatte Merkel diesen Satz, der eher als eine inhaltslose Phrase bezeichnet werden kann, in einen Kontext eingefügt, der eigentlich Kritik von Links geradezu herausgefordert haben müsste.
Der Absatz, in dem die 3 Wörter, die jetzt Gegenstand von politischen Kontroversen enthalten sind, lautet:
Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft - wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.
... Welches "Wir" ist denn eigentlich gemeint, das was genau schaffen soll? Und welche Hindernisse müssen überwunden werden, die dem gar nicht genauer definierten Ziel im Wege stehen? Da dieser Absatz völlig beliebig ist, kann er für jede Situation herangezogen werden. Wenn Wirtschaftsverbände anmahnen, dass man die Mindestlohnregelungen angesichts der Zuwanderer flexibler gestalten soll, können sie sich ebenso darauf berufen, wie Wohnungsbauunternehmen, die vielleicht einige ihnen lästigen Formalien bei der Ausweisung von Bauland überwinden wollen.
Was sich ein Jahr nach der Merkel-Rede zeigt und was auch niemanden überraschen dürfte: Eine Auslegung der Merkel-Phrase im Sinne der Aufhebung von Einwanderungsbeschränkungen, die einer schnellen Integration von Migranten im Wege stehen, war nicht gemeint. Im Gegenteil, in dem einen Jahr zwischen den beiden Merkel-Sommerpressekonferenzen wurde gleich mehrfach das Asylrecht verschärft und mehrere Länder, aus denen viele Migranten stammen, wurden in die Liste der sicheren Herkunftsstaaten aufgenommen.
Zudem hat Merkel mit den Hürden, die im Wege stehen, auch nicht die Schuldenbremse oder eine Wohnungs- und Sozialpolitik gemeint, die die gesellschaftliche Ungleichheit immer weiter verschärft. So forderten soziale Initiativen und Mieterverbände, dass die Zuwanderung Anlass sein sollte, einen neuen kommunalen Wohnungsbau zu fördern, der bezahlbare Wohnungen für alle Menschen gewährleisten soll.
Damit wäre auch die Trennung in Geflüchtete und die einheimische Bevölkerung tendenziell aufgehoben, die immer wieder für rassistische Spaltungen sorgt. Solche Forderungen hatten aber in der weiterhin wirtschaftsliberalen Atmosphäre keine Durchsetzungschance.
Statt hier die Kritik anzusetzen, liefert sich die parlamentarische Linke einen internen Streit um eine Pressemeldung ihrer Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht, in der sie nicht pflichtschuldig die drei Merkel-Worte zum unkritisierbaren Credo erklärte...
... besteht aus einfachen Grundzutaten: Erzeugung eines Nebels von Harmonie, egal wie erkauft, gelogen, geträumt. Darunter: Stärkung der staatlichen Gewalt, Polizei, Überwachung, Militär, Geheimdienst. Darunter: Abbau des Staates als fürsorgendes und beschützendes Instrument der Gemeinschaft, Übereignung des Geschehens an die großen Spieler des Marktes. Darunter (und da schließt sich der Kreis): Erzeugung eines neuen Wir-Gefühls, in dem die Politik des Neoliberalismus als Schicksal angesehen wird, dem gegenüber nur familiäre Wärme und gleichzeitig Härte helfen kann.
Wer meint, die Nebel-Marke "Wir schaffen das" kapern zu können und nicht begriffen hat, wie sie gemeint ist, ist bestenfalls naiv. Dispositiv: "Unterworfenes, verarbeitetes und aufgelöstes Wissen"
Zuweilen bemerkt man erst (wie ich schon häufiger feststellte), wenn man vom Tod eines Menschen erfährt, wie wichtig er einem war. Am 9. Juni 2016 ist - wie ich erst jetzt erfahren habe - Hans Jürgen Krysmanski in Hamburg gestorben.
Wenn ich das richtig sehe, ist die (s.o.) viel gescholtene Sahra Wagenknecht die einzige deutsche Politikerin, die auf den Tod Hans Jürgen Krysmanskis reagiert hat - mit einem lesenswerten Nachruf: Kritische Reichtumsforschung – so dringend wie nie
Ich habe viel gelernt von ihm und seine Bücher und seine großartige Website (Power Structure Research, siehe rechts: LINKS) waren immer eine Fundgrube fürs Nachlesen und Nachdenken und für guten Politikunterricht. Ich hoffe, die Uni Münster führt sie weiter und sie bleibt uns erhalten.
Die Lach&Schießgesellschaft schreibt: Unser 60. Gerburtstag in den Münchner Kammerspielen war ein mitreißender, bewegender, langer Abend mit großartig gelaunten Künstlern und Publikum!
Danke an alle Mitwirkenden für diesem unglaublichen Abend, allen voran dem Moderator Christan Ehring,
Claus von Wagner, Ecco Meineke und Andi Luther, Das Ensemble der Lach&Schießgesellschaft Caroline Ebner, Norbert Bürger, Sebastian Rüger und Frank Smilgies, Georg Schramm, Luise Kinseher,Rainer Basedow, Josef Hader, Max Uthoff, Konstantin Wecker, Henning Venske, Werner Schneyder, Lisa Fitz, Michi Mittermeier, Dieter Hanitzsch, Pigor & Eichhorn, Pino Spaltro
Für alle, die nicht dabei sein konnten: Das Bayerische Fernsehen sendet am 29.07. um 20.15 Uhr einen 90-minütigen Mitschnitt des Abends --> hier).
Meine Generation ist irgendwie mit der Lach- und Schießgesellschaft aufgewachsen (in schwarz/weiß!) und an manche der alten Programme kann ich mich sogar erinnern. Auch daran, dass mir zunehmend Zweifel kamen, ob das politisches Kabarett war, wenn die durch den Kakao gezogenen Regierenden Bürgermeister oder Mitglieder der Bundesregierung im Publikum saßen und herzlich lachten und applaudierten. Andererseits: Schon gut gemacht.
Ein schönes Beispiel - auch dafür, dass die Parteienlandschaft in Deutschland sich ebenso wenig weiter entwickelt hat wie ihre Kritik im Kabarett. Mal ehrlich: Von diesen Gags leben die Schreiber der Heute Show: Dieter Hildebrandt (Lach + Schiess) und Wolfgang Gruner (Stachelschweine) - 1963
View on YouTube - Im Publikum: Axel Springer, Hansjörg Felmy, Walter Giller, Nadja Tiller, Herbert Wehner, Willy Brandt, Günther Pfitzmann, Mario Adorf und weitere bekannte Schauspieler und Politiker ...
Highlights aus der Geburtstagsfeier - meine Empfehlungen (Ausschnitte in nicht so guter Qualität --> Hören! Oder den kompletten BR-Mitschnitt ansehen, aber ich finde, der Moderator bekommt das Thema nicht in den Griff ...):
1. Josef Hader: Jogurt in einer gemäßigten Diktatur
Komisch: ich würde auch auf 1968 zurückgreifen, aber auf dieses One-Hit-Wonder, das mir seitdem (!) nicht mehr aus dem Kopf geht: Cupids Inspiration - Yesterday has gone (# 4 in UK 1968)
View on YouTube
Jemand, der mehr versteht von Musik als ich, könnte wahrscheinlich erklären, warum dieses Lied so unglaublich anrührend, mitreißend, optimistisch wirken kann; - vielleicht weil es musikalisch hemmungslos trivial und kitschig ist. Ich find's toll. Kein falsches Gefühl! (- wie auch dies, das man für Operette halten könnte: cupids inspiration - my world).
Eher traurig: Cupids Inspiration Live at the Blackpool savoy Hotel - 11/04/14 ... Und insofern würde ich Burks emfehlen, zum 80sten nicht die Bands zu buchen, sondern lieber die Platten bis dahin aufzuheben! Am besten sie wie Dr. Ebbetts originalverchweißt einzufrieren ...
Ich antwortete:
Immer wieder toll! Aber wieso ist diese Haltung so ganz verschwunden, oder : wird nicht mehr gehört?? ...
Er antwortete:
tja, das ist die frage
Nowadays it’s much easier to see famous paintings because you can just google them, but there are some paintings that require a particular approach. ’’The Tower of Babel’’ by Pieter Bruegel the Elder is one of them. This masterpiece was painted in 1563, and now to admire the original you need to visit the Kunsthistorisches Museum in Vienna. When we look at the painting it seems to us that we can see everything, but actually it’s not that easy! Bruegel is known and loved for his fancy for detail.
With the permission of blogger Anton Afanas’ev, Bright Side wants to share his post to help you discover some details that aren’t that easy to notice at first gaze.
View on YouTube Andere sehen das anders (ich auch): „Clinton ist nicht das kleinere Übel. Sanders hätte selbst kandidieren müssen, jedenfalls keine Wahlempfehlung aussprechen dürfen.“ ZB deshalb: "Robert Kagan and Other Neocons Are Backing Hillary Clinton"
Die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton werde sich im November offenbar auch auf die Wahlunterstützung der Neokonservativen in Washington verlassen können, schreibt Rania Khalek. "'I would say all Republican foreign policy professionals are anti-Trump,' leading neoconservative Robert Kagan told a group gathered around him, groupie-style, at a 'foreign policy professionals for Hillary' fundraiser I attended last week. 'I would say that a majority of people in my circle will vote for Hillary.' As the co-founder of the neoconservative think tank Project for the New American Century, Kagan played a leading role in pushing for America’s unilateral invasion of Iraq, and insisted for years afterwards that it had turned out great. Despite the catastrophic effects of that war, Kagan insisted at last week’s fundraiser that U.S. foreign policy over the last 25 years has been 'an extraordinary success.'" (The Intercept vom 25.07.2016)
Zur Convention der anderen US-Volkspartei empfiehlt Fefe: Schaut euch mal bitte den John Oliver über den RNC an. Der hat da ein Interview mit Newt Gingrich ausgegraben, das einen Haufen von Fragen darüber beantwortet, wie Politik heutzutage funktioniert. In der Tat eine sehr gute Darstellung dessen, was postdemokratische Politik auszeichnet (ab 6'10):
PRIVATISIERUNG UNTER DER TROIKA - Milliarden-Immobilien werden verschleudert, Wasserwerke gegen den Willen der Bevölkerung an Konzerne vertickt, ganze Banken gehen zum Billigpreis an dubiose Käufer – in den Krisenländern Europas steht das öffentliche Eigentum zum Verkauf. Oligarchen und Finanzinvestoren spielen ein gigantisches Monopoly. Die Gläubiger haben die Regeln zu Gunsten der Zocker geändert: Im Europoly stehen die Verlierer von Beginn an fest. Eine Anleitung in drei Kapiteln. Tagesspiegel
Despite the rise of far-right nationalism in Europe, the more insidious sentiments of xenophobia underlying "Brexit" in his own country, and the thinly-veiled demagoguery of Donald Trump's ambitions to "Make America Great Again," musician Billy Bragg remains optimistic.
"I've been coming to America for 35 years and I think it's a pretty great place," Bragg says in his conversation with Takeaway Host John Hockenberry. "It's changed over that time, but mostly it's changed for the positive."
Bragg has mixed "pop and politics" over his three-decade career, and his blend of folk, minimalist punk, and populist activism has solidified him as a leftest guardian of the everyman. Bragg says the biggest enemy to American democracy this election cycle isn't ISIS, or some foreign threat, but cynicism within ourselves.
"These are strange times," Bragg says. "It's not just you, and it's not just us. But together, hanging onto each other — those of us who believe in internationalism and empathy and curbing our cynicism — we're gonna get through this."
While money is at the heart of almost every copyright case, the lawsuits over “We Shall Overcome” and “This Land” also have a decidedly political tinge — they seek to decide who gets to co-opt the message of songs that were written in service of a particular point of view.
According to Nora Guthrie, a daughter of Woody Guthrie, having the copyright for “This Land” has let her prevent the song from being exploited in ways that her father — well known for his Communist sympathies — would never have approved of, including what she said were attempted uses by Ronald Reagan, the National Rifle Association and the Ku Klux Klan.
“Our control of this song has nothing to do with financial gain,” Ms. Guthrie, the longtime keeper of her father’s cultural legacy, said in an interview. “It has to do with protecting it from Donald Trump, protecting it from the Ku Klux Klan, protecting it from all the evil forces out there.” (NYTimes, JULY 12, 2016)
Wenn Sie Billy Bragg nicht kennen, hören Sie hier mal rein. Mein Lieblingslied: Billy Bragg & Wilco - "Hesitating Beauty" from "Mermaid Avenue", a 1998 album of previously unheard lyrics written by Woody Guthrie, put to music written and performed by Billy Bragg and Wilco. Ansonsten ist er bekannt für A New England.
Nachtrag:
Four years ago Ry Cooder sang about the Republican Convention in Tampa. With only a few little tweaks in the lyrics, he could have sung the same song for Cleveland:
Goodbye my honey, farewell my baby
Don’t look for me around convention time
I’m bound for Tampa, in the great state of Florida
To see some distinguished friends of mine
Mitt and Rick and the pitbulls, the jolly ride and step forth
To the highest bidder each will guarantee
I’d give all my money sir if Palin calls me honey
And shakes the pizzas on my tree
‘Cause I’m goin’ to Tampa in the morning
Got my credentials in my overalls
But I can’t take you with me little darling
I’m going down to get my ashes hauled
Well here’s a proposition to entertain a motion
Bring back Willie Horton to us now
We’ll spook the congregation and petrify the nation
And blame the folks from Mexico somehow
And let me introduce a man who all know well
He can play a very important role
State rights is his game, Jim Crow is his name
And Jim’s our little ace in the hole
‘Cause I’m goin’ to Tampa in the morning
Saints of latter days will heed the call
We’ll shout hallelujah in the evening
I’m going down to get my ashes hauled
Well the NRA woman told the tea party man
Gonna make love to you with a gun in my hand
That tea party man said, ‘that’s all right
Got a smoking bomb under my pillow at night
Well we’re all going to Tampa in the morning
Honey will you miss me when I’m gone
Now hope you pack my old bed sheet
I’m going down to get my ashes hauled
Yes, I’m goin’ to Tampa in the morning
Honey will you miss me when I’m gone
Now hope you pack my old bed sheet
‘Cause I’m going down to get my ashes hauled
"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt."
Charles Lewinsky, Der A-Quotient
Wise Man Says II
"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater."
Frank Zappa
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