... and a Postcard from The Golden Age of Wirtschaftswunder & Cold War

Herzliche Grüße aus Berlin 1960. (Das geht übrigens so wie in Midnight In Paris - Talking About Love And Death With Ernest Hemingway, - hier aber mittags um 12: High Noon in Berlin!)
Ich habe gerade im Kranzler den SPIEGEL 27/1960 gelesen: Interessanter Artikel über Castro:
Vor anderthalb Jahren stieg er - den Revolver in der Hand - aus den unwegsamen Bergwäldern der Sierra Maestra hinab in die Ebene, um das Land vom Tyrannen zu befreien.
In diesem Frühsommer kehrte er im Cadillac - eine Maschinenpistole auf dem Schoß, 5000 Soldaten hinter sich aus seiner Hauptstadt Havana in dieselben Dschungelberge zurück, um aufständische Feinde des eigenen Regimes zu töten.
Weniger als zwei Jahre haben ausgereicht, um Kubas Freiheitshelden Fidel Castro zu einem Protagonisten der jahrhundertealten Tragödie aller Revolutionen werden zu lassen: Der Rebell, der auszog, eine Gewaltherrschaft zu stürzen, hat eine neue Diktatur errichtet. Mit 31 Jahren verkörperte er Tugend und Tapferkeit einer Nation. Mit 32 Jahren ist er vom Genuß der Macht bis ins Mark vergiftet.
Das letzte große Abenteuer dieser Generation - der Sieg einer Handvoll verwegener Träumer über die raffinierte Maschinerie eines modernen Polizeistaats - hat sich in ein geschichtliches Drama verwandelt: Aus dem von Menschen Gejagten wurde ein Menschenjäger; aus dem Ritter der Revolution ein Prediger von Haß, Gewalt und Sozialismus; aus dem Idol der Teenager Amerikas ein Flirt des Kreml.
Fidel Castro, unehelicher Sohn einer ehemaligen Haushälterin und geliebter Diktator der kubanischen Massen, hat im Hinterhof der Vereinigten Staaten die erste Volksrepublik der westlichen Erdhälfte etabliert. Durch die kubanische Pforte, hinter der vor fast fünfhundert Jahren Kolumbus die Neue Welt entdeckte, droht heute der revolutionäre Sozialismus in die amerikanische Hemisphäre einzubrechen....
[Erstaunlich, wie sich eine Zeitung über die Jahrzehnte treu bleiben kann. Damals Castro, heute Putin ...]
Ich fürchte, das wird in absehbarer Zeit auch militärisch eskalieren!! I hope we' ll meet again ...
From Stanley Kubrick's "Dr. Strangelove, Or How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" (1964). The song is "We'll Meet Again," introduced in World War II by Vera Lynn.
Vgl unbedingt: Archäologie (CCCI): Dr. Strangelove (1964) - The War Room Scene. Aus akutellem Anlass - zur Erinnerung an Cold War 1.0
gebattmer - 2014/08/01 21:02
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