Archäologie CCI: Zarah bei Werner Höfer
Seinerzeit verwies ich unter dem Titel "Heute eher von Nachteil" auf diese interessante Notiz:
According to a 2004 book by Anthony Beevor (The Mystery of Olga Chekhova), Leander was in fact working for Soviet intelligence the entire time she was under contract to Goebbels, passing Nazi secrets on to the Russians whenever she visited her home in Stockholm.
Unter dem Titel Zarah Leander, The Shortest Distance from Hitler to The Velvet Underground eine interessante Zusammenstellung bei WFMU's Beware of the Blog .
For the last few years there has been a lot of speculation about Zarah Leander being a spy for Russia. According to Russian journalist Arkadij Waksberg she operated under the name Rosemarie. He also cites the succes of "Rose von Nowgorod" and thinks the song may contain a hidden message... Kluge Frauen sagen nur "vielleicht". Die Akte Zarah Leander - Von Jutta Jacobi; NDR 2004
Nun finde ich endlich - immer auf der Suche nach Filmdokumenten des Internationalen Frühschoppen (mit Rauchschwaden und den bekannten Agenten aus Ost und West) ein Interview von 1966, das Werner Höfer mit Zarah Leander führte. Ab 7:45 ist kurz von "jenen Jahren in Berlin" die Rede bzw. dann doch nicht die Rede ... Höfer, seit 1964 Leiter des 3. Programms des WDR, kannte sich da eigentlich ganz gut aus:
[wikipedia:] 1941 wurde er Pressereferent der Organisation Todt und danach im Rüstungsministerium von Albert Speer. Zeitungsartikel schrieb er danach in freier Mitarbeit. Als die B.Z. am Mittag eingestellt wurde, schrieb Höfer auch für Das 12-Uhr-Blatt. Zudem war er Mitarbeiter der NS-Propaganda-Zeitung Das Reich.
Am 3. September 1943 wurde der junge Pianist Karlrobert Kreiten vom Volksgerichtshof wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und vier Tage später hingerichtet. Kreiten hatte einer Freundin seiner Mutter gegenüber unter anderem seine Zweifel geäußert, dass Deutschland den Krieg gewinnen könne. Am 15. September hatte Das 12-Uhr-Blatt darüber berichtet. Am 20. September kommentierte Höfer die Angelegenheit darin in einem kurzen Artikel unter dem Titel Künstler – Beispiel und Vorbild mit den Worten:
„Wie unnachsichtig jedoch mit einem Künstler verfahren wird, der statt Glauben Zweifel, statt Zuversicht Verleumdung und statt Haltung Verzweiflung stiftet, ging aus einer Meldung der letzten Tage hervor, die von der strengen Bestrafung eines ehrvergessenen Künstlers berichtete. Es dürfte heute niemand Verständnis dafür haben, wenn einem Künstler, der fehlte, eher verziehen würde als dem letzten gestrauchelten Volksgenossen. Das Volk fordert vielmehr, daß gerade der Künstler mit seiner verfeinerten Sensibilität und seiner weithin wirkenden Autorität so ehrlich und tapfer seine Pflicht tut, wie jeder seiner unbekannten Kameraden aus anderen Gebieten der Arbeit. Denn gerade Prominenz verpflichtet!“
Karlrobert Kreiten - Der Fall Werner Höfer

Unter dem Titel Zarah Leander, The Shortest Distance from Hitler to The Velvet Underground eine interessante Zusammenstellung bei WFMU's Beware of the Blog .
For the last few years there has been a lot of speculation about Zarah Leander being a spy for Russia. According to Russian journalist Arkadij Waksberg she operated under the name Rosemarie. He also cites the succes of "Rose von Nowgorod" and thinks the song may contain a hidden message... Kluge Frauen sagen nur "vielleicht". Die Akte Zarah Leander - Von Jutta Jacobi; NDR 2004
Nun finde ich endlich - immer auf der Suche nach Filmdokumenten des Internationalen Frühschoppen (mit Rauchschwaden und den bekannten Agenten aus Ost und West) ein Interview von 1966, das Werner Höfer mit Zarah Leander führte. Ab 7:45 ist kurz von "jenen Jahren in Berlin" die Rede bzw. dann doch nicht die Rede ... Höfer, seit 1964 Leiter des 3. Programms des WDR, kannte sich da eigentlich ganz gut aus:
[wikipedia:] 1941 wurde er Pressereferent der Organisation Todt und danach im Rüstungsministerium von Albert Speer. Zeitungsartikel schrieb er danach in freier Mitarbeit. Als die B.Z. am Mittag eingestellt wurde, schrieb Höfer auch für Das 12-Uhr-Blatt. Zudem war er Mitarbeiter der NS-Propaganda-Zeitung Das Reich.

„Wie unnachsichtig jedoch mit einem Künstler verfahren wird, der statt Glauben Zweifel, statt Zuversicht Verleumdung und statt Haltung Verzweiflung stiftet, ging aus einer Meldung der letzten Tage hervor, die von der strengen Bestrafung eines ehrvergessenen Künstlers berichtete. Es dürfte heute niemand Verständnis dafür haben, wenn einem Künstler, der fehlte, eher verziehen würde als dem letzten gestrauchelten Volksgenossen. Das Volk fordert vielmehr, daß gerade der Künstler mit seiner verfeinerten Sensibilität und seiner weithin wirkenden Autorität so ehrlich und tapfer seine Pflicht tut, wie jeder seiner unbekannten Kameraden aus anderen Gebieten der Arbeit. Denn gerade Prominenz verpflichtet!“
Karlrobert Kreiten - Der Fall Werner Höfer
gebattmer - 2012/04/30 16:41
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