... (III): Zur Dialektik der Satire
Wilfried Schmickler in Mitternachtsspitzen: Mitternachtsspitzen EXTRA, Samstag, 17. Januar 2015, 21.45
„Zugegeben, ich bin zurzeit ziemlich verwirrt und tue mich ein wenig schwer mit der Satire. Und das vor allem, seitdem diese Satire so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und selbst der reaktionärste Hansel einen auf Charlie macht und einfällt in den Chor der westlichen Werteverteidiger. Und jetzt alle: die Satire darf alles! ...
... Kurt Tucholsky gab kurz vor seinem Freitod im Übrigen noch eine andere Antwort:

Bedenkenswert auch Heinrich Heine am 9. Juli 1848 (Brief an Campe)
Und noch ein Fundstück:
Unbedingt nachsehen: Jürgen Becker und Wilfried Schmickler (ab 42:05) , die Gäste: Enissa Amani, Thomas Reis und Serdar Somuncu
(oder hier: Thomas Reis 14:00, Enissa Amani 22:00, Serdar Somuncu 32:25, Wilfried Schmickler 42:05)
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„Zugegeben, ich bin zurzeit ziemlich verwirrt und tue mich ein wenig schwer mit der Satire. Und das vor allem, seitdem diese Satire so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und selbst der reaktionärste Hansel einen auf Charlie macht und einfällt in den Chor der westlichen Werteverteidiger. Und jetzt alle: die Satire darf alles! ...
Wenn die Satire alles darf, dann darf man sie auch fragen , ob sie im Endeffekt auch alles muss, was sie darf. - Ich denk mal drüber nach - und dann melde ich mich wieder, in alter Schärfe."
Danke, Wilfried Schmickler, für die Klarstellung, dass die Antwort auf die Frage: Was darf die Satire? nicht lautet: Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen!... Kurt Tucholsky gab kurz vor seinem Freitod im Übrigen noch eine andere Antwort:

Bedenkenswert auch Heinrich Heine am 9. Juli 1848 (Brief an Campe)
Über die Zeitereignisse sage ich nichts; das ist Universalanarchie, Weltkuddelmuddel, sichtbar gewordener Gotteswahnsinn! Der Alte muß eingesperrt werden, wenn das so fortgeht.
Und noch ein Fundstück:
- Die Satire ist ein ideeller Sieg - beim Fehlen eines
materiellen. Daher ist unschwer zu folgern, daß die
Satire ihre maximale Größe dort erreichen wird, wo eine
sich neu herausbildende Klasse oder eine soziale Gruppe,
welche eine Ideologie hervorgebracht hat, die erheblich
die herrschende Ideologie der herrschenden Klasse über-
ragt, noch nicht entwickelt genug ist, den Feind mate-
riell zu besiegen. Daher gleichzeitig ihre gigantische
Sieghaftigkeit, ihre Verachtung für den Rivalen und
ihre heimliche Angst vor ihm, daher ihre Giftigkeit,
daher die gewaltige Energie ihres Hasses, daher -
sehr oft - der Gram, der die vor Heiterkeit funkelnden
Gestalten der Satire mit einem schwarzen Rand umrahmt.
hierin liegt der Widerspruch der Satire, hierin ihre
Dialektik.
Lunatscharski, Anatoli; Jonathan Swift und sein "Märchen von einer Tonne", in: Das Erbe, Dresden 1965, p. 132
Unbedingt nachsehen: Jürgen Becker und Wilfried Schmickler (ab 42:05) , die Gäste: Enissa Amani, Thomas Reis und Serdar Somuncu
(oder hier: Thomas Reis 14:00, Enissa Amani 22:00, Serdar Somuncu 32:25, Wilfried Schmickler 42:05)
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gebattmer - 2015/01/18 15:32
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