Das Weichziel ist der Mensch - Eine Kanone namens Bertha - Ein Messer im Herz des Friedens: Drumbeat to arm Ukraine forces gets louder - "Wir müssen uns ehrlich machen" (?!)
Es lohnt immer mal wieder nachzusehen, was aktuell im Catch-up Service von Alexander Kluges dctp zu sehen ist. Z. B.:
- Das Weichziel ist der Mensch - Oberstleutnant Sanftleben erläutert Kernprobleme der Truppe. Georg Schramm als Oberstleutnant Sanftleben.
- Eine Kanone namens Bertha
Im Krieg gegen die Sowjetunion belagerte im Jahre 1942 die deutsche 11. Armee die Festung Sewastopol auf der Krim. Für den Beschuss wurde die damals mächtigste Kanone der Wehrmacht, die sogenannte "Dicke Bertha" herangeschafft.
Der beliebte Charakterdarsteller und Musiker Helge Schneider spielt den Artillerieoffizier, der den Transport des schweren Geschützes kommandiert. Das Problem liegt darin, nach dem Einsatz eine solche Masse von Stahl, verteilt auf 16 Güterwagen, wieder heim ins Reich zu schaffen. Am Ende dient diese Kanone, ebenso wie die 11. Armee, im April 1945 zur Verteidigung der "Festung Harz". Teile der Handlung spielen auf dem auch heute umkämpften Boden der Ukraine.

+ Und all die bunten Blumen, die haben müden Tod…
Wir sehen Helge Schneider im Jahr 1914, also vor 100 Jahren, in verschiedenen Rollen: als Oberstleutnant der Artillerie, als Detektiv der Agentur Pinkerton in Sarajewo und als Trommler im Trommelfeuer. Anschließend ist er als Mafia-Boss von heute im Drogenkrieg tätig. Schließlich zeigt er sich in Rollen aus dem Jahre 1918, dessen 100jähriges Gedenken erst in vier Jahren auf uns zukommt. Alles dies mit Saxophon.
Der Titel der Sendung stammt aus dem „Gaskampflied“, das im Jahr 1916 entstand. In diesem Lied heißt es: „Und all die bunten Blumen, sie haben müden Tod“, nämlich durch Giftgas. Die Trauer, die in den Worten dieses Liedes liegt, ist intelligenter als alle Tatsachen des 1. Weltkriegs.
+ Ein Messer im Herz des Friedens / 1618 bis 1648: alle bastelten alle an der Aufheizung des Konflikts
Man spricht vom 30-jährigen Krieg. Tatsächlich handelt es sich um mehrere Kriegsszenarien, die aufeinander folgten. Das einzige, was fast 30 Jahre nicht gelang, war, dass man die Kette der Konflikte beendete. Der Brandstifter waren zu viele. Die Jahres dieses mörderischen Krieges sind durch höchst unterschiedliche Protagonisten gekennzeichnet: was für ein Charakter war Generalissimus Graf Tilly, der Magdeburg verbrannte? Wie lässt sich der „Kriegsunternehmer“ Wallenstein beschreiben, der vom Krieg lebte und an ihm starb? Was für ein Bild gibt der Schwedenkönig Gustav Adolf, der im Nebel einer Schlacht kläglich umkam, von Räubern nackt ausgezogen und seines Glanzes beraubt?
Der Historiker Ralf-Peter Fuchs über den 30-jährigen Krieg, dessen verwirrende Fronten (wenn auch nicht im Ausmaß) an die Konflikte in der heutigen Ukraine erinnern. (Vormerken! Montag 23.3.2015)
Wenn es dann nicht zu spät ist.
... I stand astonished we are hurtling toward armed confrontation at this speed, with no one in sight to check what starts to look like an obsessive-compulsive addiction to some kind of regeneration through violence.
“The U.S. has already dragged us into a new Cold War, trying to openly implement its idea of triumphalism,” Mikhail Gorbachev, whose subtle grasp of the divide between East and West is second to nobody’s, said in an interview last week. “Where will that lead all of us? Have they totally lost their heads?”
On this side of the concertina wire, we are amid a propaganda campaign that exceeds itself as we speak. The latest is an old Pentagon “study” leaked to the networks Wednesday —and dutifully reported in grave tones—purporting to establish that Vladimir Putin suffers from Asperger’s syndrome. Any younger reader who does not understand why this column brays regularly about a return to the suffocating absurdities of the 1950s, now you know. Future generations will laugh, but we cannot now...
- Der Tag, an dem die Welt zerfiel. (FAZ 07.02.2015, von Mathias Müller von Blumencron)
Vorwürfe, Anschuldigungen, unverhohlene Drohungen: Niemals zuvor in den vergangenen zwanzig Jahren lagen Ost und West so weit auseinander, traten die Differenzen so offen zu Tage wie auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Der Ukraine-Konflikt droht zur Weltkrise zu werden...
In einer wüst heruntergerappelten Tirade stellte der russische Außenminister Sergej Lawrow die Ukraine-Krise als den Endpunkt einer langen Liste von Enttäuschungen dar, die vor 25 Jahren mit einem großen Missverständnis des Westens begann ...
... was allerdings Michail Sergejewitsch Gorbatschow in einem Interview last week (s. o.) auch schon gesagt hatte, aber vielleicht nicht so heruntergerappelt ...
- The Real Reason Washington Feels Threatened by Moscow. The Fallujah Option for East Ukraine - by MIKE WHITNEY, CounterPunch Weekend Edition February 6-8, 2015)
... Powerbrokers in the US realize that the present system must either expand or collapse. Either China and Russia are brought to heel and persuaded to accept a subordinate role in the US-led global order or Washington’s tenure as global hegemon will come to an end.
This is why hostilities in East Ukraine have escalated and will continue to escalate. This is why the U.S. Congress approved a bill for tougher sanctions on Russia’s energy sector and lethal aid for Ukraine’s military. This is why Washington has sent military trainers to Ukraine and is preparing to provide $3 billion in “anti-armor missiles, reconnaissance drones, armored Humvees, and radars that can determine the location of enemy rocket and artillery fire.” All of Washington’s actions are designed with one purpose in mind, to intensify the fighting and escalate the conflict. The heavy losses sustained by Ukraine’s inexperienced army and the terrible suffering of the civilians in Lugansk and Donetsk are of no interest to US war-planners. Their job is to make sure that peace is avoided at all cost because peace would derail US plans to pivot to Asia and remain the world’s only superpower...
Wenn man dann noch liest, wie Nuland und McCain in München Frau Merkel wegen ihrer Ukraine-Diplomatie attackiert haben (Forderung zum Pistolenduell - Stefan Kornelius, der sich ja sonst auch gern mal kriegsgeil zeigt, in der Süddeutschen von heute, S. 2)
und dann noch zur Kenntnis nehmen muss
Osteuropa-Expertin der Grünen kritisiert prinzipielles Nein zu Waffenlieferungen (SZ 8. Februar) :
... Womöglich liege es daran, dass wir Deutschen "auf keinen Fall Partei werden" wollten, mutmaßt die 62-Jährige. Dies sei jedoch keine verantwortbare Position. "Wir müssen uns ehrlich machen", so Beck. Es gebe nicht zwei gleichermaßen schuldige Kriegsparteien in der Ukraine. "Es gibt Angreifer und Verteidiger. Aus meiner Sicht darf man das nicht länger leugnen", sagt sie der Süddeutschen Zeitung...
Und so krabbeln sie - die terribles simplificateurs - auf dem Morgenstern-bewehrten kleinköpfigen Söldner herum und debattieren ohne eine Ahnung davon, wer das Pferd ist, auf dem sie alle sitzen und in den Krieg reiten.

... oder: "Da stimmt etwas an der Rollenverteilung nicht", so Max Uthoff, "früher haben die Journalisten Journalismus gemacht und wir Satire. Und jetzt dreht sich das ein bisschen um."
For more information please reread
- Das Weichziel ist der Mensch - Oberstleutnant Sanftleben erläutert Kernprobleme der Truppe. Georg Schramm als Oberstleutnant Sanftleben.
- Eine Kanone namens Bertha
Im Krieg gegen die Sowjetunion belagerte im Jahre 1942 die deutsche 11. Armee die Festung Sewastopol auf der Krim. Für den Beschuss wurde die damals mächtigste Kanone der Wehrmacht, die sogenannte "Dicke Bertha" herangeschafft.
Der beliebte Charakterdarsteller und Musiker Helge Schneider spielt den Artillerieoffizier, der den Transport des schweren Geschützes kommandiert. Das Problem liegt darin, nach dem Einsatz eine solche Masse von Stahl, verteilt auf 16 Güterwagen, wieder heim ins Reich zu schaffen. Am Ende dient diese Kanone, ebenso wie die 11. Armee, im April 1945 zur Verteidigung der "Festung Harz". Teile der Handlung spielen auf dem auch heute umkämpften Boden der Ukraine.

+ Und all die bunten Blumen, die haben müden Tod…
Wir sehen Helge Schneider im Jahr 1914, also vor 100 Jahren, in verschiedenen Rollen: als Oberstleutnant der Artillerie, als Detektiv der Agentur Pinkerton in Sarajewo und als Trommler im Trommelfeuer. Anschließend ist er als Mafia-Boss von heute im Drogenkrieg tätig. Schließlich zeigt er sich in Rollen aus dem Jahre 1918, dessen 100jähriges Gedenken erst in vier Jahren auf uns zukommt. Alles dies mit Saxophon.
Der Titel der Sendung stammt aus dem „Gaskampflied“, das im Jahr 1916 entstand. In diesem Lied heißt es: „Und all die bunten Blumen, sie haben müden Tod“, nämlich durch Giftgas. Die Trauer, die in den Worten dieses Liedes liegt, ist intelligenter als alle Tatsachen des 1. Weltkriegs.
+ Ein Messer im Herz des Friedens / 1618 bis 1648: alle bastelten alle an der Aufheizung des Konflikts
Man spricht vom 30-jährigen Krieg. Tatsächlich handelt es sich um mehrere Kriegsszenarien, die aufeinander folgten. Das einzige, was fast 30 Jahre nicht gelang, war, dass man die Kette der Konflikte beendete. Der Brandstifter waren zu viele. Die Jahres dieses mörderischen Krieges sind durch höchst unterschiedliche Protagonisten gekennzeichnet: was für ein Charakter war Generalissimus Graf Tilly, der Magdeburg verbrannte? Wie lässt sich der „Kriegsunternehmer“ Wallenstein beschreiben, der vom Krieg lebte und an ihm starb? Was für ein Bild gibt der Schwedenkönig Gustav Adolf, der im Nebel einer Schlacht kläglich umkam, von Räubern nackt ausgezogen und seines Glanzes beraubt?
Der Historiker Ralf-Peter Fuchs über den 30-jährigen Krieg, dessen verwirrende Fronten (wenn auch nicht im Ausmaß) an die Konflikte in der heutigen Ukraine erinnern. (Vormerken! Montag 23.3.2015)
Wenn es dann nicht zu spät ist.
Drumbeat to arm Ukraine forces gets louder. Even Brookings and Times "liberals" (und FAZ et al. sowieso) are on board. Alle basteln alle an der Aufheizung des Konflikts. That means danger...
- The New York Times does what it’s told: What the media’s not telling you about our next likely foreign intervention (Patrick L. Smith, in: Salon, Feb 6, 2015)... I stand astonished we are hurtling toward armed confrontation at this speed, with no one in sight to check what starts to look like an obsessive-compulsive addiction to some kind of regeneration through violence.
“The U.S. has already dragged us into a new Cold War, trying to openly implement its idea of triumphalism,” Mikhail Gorbachev, whose subtle grasp of the divide between East and West is second to nobody’s, said in an interview last week. “Where will that lead all of us? Have they totally lost their heads?”
On this side of the concertina wire, we are amid a propaganda campaign that exceeds itself as we speak. The latest is an old Pentagon “study” leaked to the networks Wednesday —and dutifully reported in grave tones—purporting to establish that Vladimir Putin suffers from Asperger’s syndrome. Any younger reader who does not understand why this column brays regularly about a return to the suffocating absurdities of the 1950s, now you know. Future generations will laugh, but we cannot now...
- Der Tag, an dem die Welt zerfiel. (FAZ 07.02.2015, von Mathias Müller von Blumencron)
Vorwürfe, Anschuldigungen, unverhohlene Drohungen: Niemals zuvor in den vergangenen zwanzig Jahren lagen Ost und West so weit auseinander, traten die Differenzen so offen zu Tage wie auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Der Ukraine-Konflikt droht zur Weltkrise zu werden...
In einer wüst heruntergerappelten Tirade stellte der russische Außenminister Sergej Lawrow die Ukraine-Krise als den Endpunkt einer langen Liste von Enttäuschungen dar, die vor 25 Jahren mit einem großen Missverständnis des Westens begann ...
... was allerdings Michail Sergejewitsch Gorbatschow in einem Interview last week (s. o.) auch schon gesagt hatte, aber vielleicht nicht so heruntergerappelt ...
- The Real Reason Washington Feels Threatened by Moscow. The Fallujah Option for East Ukraine - by MIKE WHITNEY, CounterPunch Weekend Edition February 6-8, 2015)
... Powerbrokers in the US realize that the present system must either expand or collapse. Either China and Russia are brought to heel and persuaded to accept a subordinate role in the US-led global order or Washington’s tenure as global hegemon will come to an end.
This is why hostilities in East Ukraine have escalated and will continue to escalate. This is why the U.S. Congress approved a bill for tougher sanctions on Russia’s energy sector and lethal aid for Ukraine’s military. This is why Washington has sent military trainers to Ukraine and is preparing to provide $3 billion in “anti-armor missiles, reconnaissance drones, armored Humvees, and radars that can determine the location of enemy rocket and artillery fire.” All of Washington’s actions are designed with one purpose in mind, to intensify the fighting and escalate the conflict. The heavy losses sustained by Ukraine’s inexperienced army and the terrible suffering of the civilians in Lugansk and Donetsk are of no interest to US war-planners. Their job is to make sure that peace is avoided at all cost because peace would derail US plans to pivot to Asia and remain the world’s only superpower...
Wenn man dann noch liest, wie Nuland und McCain in München Frau Merkel wegen ihrer Ukraine-Diplomatie attackiert haben (Forderung zum Pistolenduell - Stefan Kornelius, der sich ja sonst auch gern mal kriegsgeil zeigt, in der Süddeutschen von heute, S. 2)
und dann noch zur Kenntnis nehmen muss
Osteuropa-Expertin der Grünen kritisiert prinzipielles Nein zu Waffenlieferungen (SZ 8. Februar) :
... Womöglich liege es daran, dass wir Deutschen "auf keinen Fall Partei werden" wollten, mutmaßt die 62-Jährige. Dies sei jedoch keine verantwortbare Position. "Wir müssen uns ehrlich machen", so Beck. Es gebe nicht zwei gleichermaßen schuldige Kriegsparteien in der Ukraine. "Es gibt Angreifer und Verteidiger. Aus meiner Sicht darf man das nicht länger leugnen", sagt sie der Süddeutschen Zeitung...
- Die Tauben, die Falken und der Krieg
Da sind auf beiden Seiten des Ukrainekonfliktes Tauben und Falken.
Westliche Falken: Washington, Kiew, Nato, ukrainische Oligarchen, Ostküstenoligarchen
Westliche Tauben: Paris und Berlin
+ jeweils nachgeordnete Länder
Bei den Falken sind das: Polen und Balten bei den Tauben: Italien oder Tschechien.
Aber diese sind keine entscheidenden Spieler auf dem Brett.
Östliche Falken: die Führung der Volksrepubliken von Donezk und Lugansk sowie die russische Kriegspartei (verkörpert durch großrussische Nationalisten wie Strelkow oder Dugin)
Östliche Tauben: der Kreml und die russische Friedenspartei (verkörpert durch Leute wie Gorbatschow)…
Wichtig: Man sollte die Tauben nicht für Neutrale halten, erst recht nicht für Pazifisten, noch weniger für Agenten der Selbstaufgabe oder gar für Lämmchen, die sich bereitwillig dem Wolf hingeben.
Sie verfolgen lediglich keine versteckte Kriegs- und Eskalationsagenda und versuchen stattdessen, auf einen friedlichen Ausgleich von Interessen hinzuwirken. Selbst Pat Buchanan, eine amerikanischer Konservativer (nicht zu verwechseln mit einem Neocon) hat sich dieser Tage in dieser Richtung geäußert…
Ein Dugin will den Westen bekämpfen, ein Gorbatschow will dem Westen die Offensive ausreden und mit ihm kooperieren, sobald die Panzer, Artillerie und Feindregierung aus dem russischen Vorgarten abgezogen sind. Das ist der Unterschied. Wladimir Putin gehört übrigens zu den russischen Tauben, auch wenn Spiegel, Bild und Co agendapflichtgemäß das Gegenteil behaupten.
Quelle: der Freitag via nds
Und so krabbeln sie - die terribles simplificateurs - auf dem Morgenstern-bewehrten kleinköpfigen Söldner herum und debattieren ohne eine Ahnung davon, wer das Pferd ist, auf dem sie alle sitzen und in den Krieg reiten.

... oder: "Da stimmt etwas an der Rollenverteilung nicht", so Max Uthoff, "früher haben die Journalisten Journalismus gemacht und wir Satire. Und jetzt dreht sich das ein bisschen um."
For more information please reread
gebattmer - 2015/02/09 18:45
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