CRISIS , WHAT CRISIS ? (XCIX): "Kinder, die Griechen sind selbst schuld" - Es gibt eine Lobby, die mit richtig viel Geld dieses Material in die Schulen drückt.
In Schulbüchern kommt die Eurokrise kaum vor. Umso umtriebiger versuchen private Initiativen ihr Unterrichtsmaterial in die Klassen zu bekommen. Eine Auswertung zeigt nun: Die darin vermittelte ökonomische Sichtweise ist extrem einseitig. (SPON, 14.08.15)
Die Tendenz zur Privatisierung/Bertelsmannisierung des öffentlichen Schulwesens ist bekannt und unübersehbar; umso wichtiger immer wieder der Nachweis; - zur Warnung insbesondere an die Kolleg/innen des Faches Politik/Wirtschaft. Sehr aufschlussreich:
Philipp Kortendieck, Till van Treeck: Die Eurokrise unterrichten. Was lernen SchülerInnen in Deutschland und Frankreich über die Eurokrise? - in: CIVES Praxistest # 4 (worauf sich auch der SPIEGEL bezieht). Hier zum Download! Empfohlen!
Die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Deutschland und Europa“, herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg*, setzt sich mit der Frage „Bricht Europa auseinander? Reichtum und Armut in Europa“ auseinander.
Till van Treeck beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Debatte um die Ursachen der Eurokrise, der Rolle, die zunehmende Ungleichheit hierbei gespielt hat – sowie der Einseitigkeit, die manche Unterichtsmaterialien in der Auseinandersetzung mit diesem Thema an den Tag legen. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge für Unterrichtsmaterialien geliefert.
Das gesamte Heft 69 von „Deutschland und Europa“ – u. .a. auch mit einem Beitrag des bekannten Eliten-Forschers Michael Hartmann – können Sie hier herunterladen.
Vgl. auch den Blog Verteilungsfrage und
Peter Bofinger, Gustav Horn, Kai Schmid und Till van Treeck. Der Titel: „Thomas Piketty und die Verteilungsfrage – Analysen, Bewertungen und wirtschaftspolitische Implikationen für Deutschland“; - als kostenloses Ebook (PDF) erhältlich!
Und vgl. in diesem Zusammenhang auch: VWL-Studenten kritisieren Theorien: Im Zweifel gegen die Lehre (SPON 16.08.15)
Vgl. dazu unbedingt: Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Designerstaat mit Einbauküche (Titanic)
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* Schön übrigens, dass Baden-Württemberg sich eine Landeszentrale für politische Bildung leistet. Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung (Abkürzung: NLpB) war eine niedersächsische Bildungseinrichtung mit Sitz in Hannover. Sie wurde durch einen Kabinettsbeschluss unter Führung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff zum 31. Dezember 2004 aufgelöst. In der 16. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages forderte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Antrag (Bundestagsdrucksache 16/11201), dass die Bundesregierung auf die niedersächsische Landesregierung einwirken solle, damit wieder eine Landeszentrale für politische Bildung in Niedersachsen errichtet wird.
Im Koalitionsvertrag von 2013 wurde daraus:
„Um der zunehmenden Vielfalt in unserer Gesellschaft gerecht zu werden, braucht die politische Bildung adäquate Instrumente. Insofern war die Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung falsch. Die rot-grüne Koalition wird im Geschäftsbereich des MK eine Koordinierungsstelle für politische Bildung und Medienkompetenz in Niedersachsen schaffen.“ (Koalitionsvertrag, S. 47)
In einer gemeinsamen Entschließung der Fraktionen der SPD und der Grünen zum Verfassungsschutz vom 15.09.2014 heißt es:
Nach der Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung in Niedersachsen - ein bun-desweit einmaliger Vorgang - hat der Verfassungsschutz in Teilen diese Aufgaben übernom-men. Diese Entwicklung war ein gravierender politischer Fehler. Es gehört nicht zu den Aufga-ben eines Nachrichtendienstes, in Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen einen gesell-schaftlichen Bildungsauftrag zu übernehmen. Deshalb wurde dieses Handeln durch die neue Landesregierung von SPD und Grünen korrigiert. Niedersachsen benötigt eine unabhängige politische Bildungseinrichtung, die pluralistische Darstellungen gesellschaftlicher Wirklichkeiten ermöglicht. Die fachlichen Kompetenzen des Verfassungsschutzes sollen auch weiterhin genutzt und auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden können.
Was weiter geschah: Offenbar nichts! Die Seite zur Politischen Bildung des niedersächsischen Kultusministeriums wurde offenbar länger nicht überarbeitet. Die Publikationen der ehemaligen Nds. Landeszentrale für Politische Bildung, auf die verwiesen wird, vermitteln eher den Eindruck, als stammten sie von der Niedersächsischen Landeszentrale für Heimatdienst (1955)!?
Die Tendenz zur Privatisierung/Bertelsmannisierung des öffentlichen Schulwesens ist bekannt und unübersehbar; umso wichtiger immer wieder der Nachweis; - zur Warnung insbesondere an die Kolleg/innen des Faches Politik/Wirtschaft. Sehr aufschlussreich:
Philipp Kortendieck, Till van Treeck: Die Eurokrise unterrichten. Was lernen SchülerInnen in Deutschland und Frankreich über die Eurokrise? - in: CIVES Praxistest # 4 (worauf sich auch der SPIEGEL bezieht). Hier zum Download! Empfohlen!
Die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Deutschland und Europa“, herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg*, setzt sich mit der Frage „Bricht Europa auseinander? Reichtum und Armut in Europa“ auseinander.
Till van Treeck beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Debatte um die Ursachen der Eurokrise, der Rolle, die zunehmende Ungleichheit hierbei gespielt hat – sowie der Einseitigkeit, die manche Unterichtsmaterialien in der Auseinandersetzung mit diesem Thema an den Tag legen. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge für Unterrichtsmaterialien geliefert.
Das gesamte Heft 69 von „Deutschland und Europa“ – u. .a. auch mit einem Beitrag des bekannten Eliten-Forschers Michael Hartmann – können Sie hier herunterladen.
Vgl. auch den Blog Verteilungsfrage und
Peter Bofinger, Gustav Horn, Kai Schmid und Till van Treeck. Der Titel: „Thomas Piketty und die Verteilungsfrage – Analysen, Bewertungen und wirtschaftspolitische Implikationen für Deutschland“; - als kostenloses Ebook (PDF) erhältlich!
Und vgl. in diesem Zusammenhang auch: VWL-Studenten kritisieren Theorien: Im Zweifel gegen die Lehre (SPON 16.08.15)
Voodoo Economics - "diese nüchternen, beanzugten, ernsten Menschen, die sich selbst als die einzigen Erwachsenen im Raum betrachten, und die doch in Wahrheit verrückte utopische Fantasten sind, die einem fanatischen ökonomischen Kult anhängen"
Aus einem lesenswerten Essay von Sebastian Schoepp: Hilfe, bin ich links? (Süddeutsche 13.08.15)Vgl. dazu unbedingt: Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Designerstaat mit Einbauküche (Titanic)
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* Schön übrigens, dass Baden-Württemberg sich eine Landeszentrale für politische Bildung leistet. Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung (Abkürzung: NLpB) war eine niedersächsische Bildungseinrichtung mit Sitz in Hannover. Sie wurde durch einen Kabinettsbeschluss unter Führung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff zum 31. Dezember 2004 aufgelöst. In der 16. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages forderte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Antrag (Bundestagsdrucksache 16/11201), dass die Bundesregierung auf die niedersächsische Landesregierung einwirken solle, damit wieder eine Landeszentrale für politische Bildung in Niedersachsen errichtet wird.
Im Koalitionsvertrag von 2013 wurde daraus:
„Um der zunehmenden Vielfalt in unserer Gesellschaft gerecht zu werden, braucht die politische Bildung adäquate Instrumente. Insofern war die Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung falsch. Die rot-grüne Koalition wird im Geschäftsbereich des MK eine Koordinierungsstelle für politische Bildung und Medienkompetenz in Niedersachsen schaffen.“ (Koalitionsvertrag, S. 47)
In einer gemeinsamen Entschließung der Fraktionen der SPD und der Grünen zum Verfassungsschutz vom 15.09.2014 heißt es:
Nach der Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung in Niedersachsen - ein bun-desweit einmaliger Vorgang - hat der Verfassungsschutz in Teilen diese Aufgaben übernom-men. Diese Entwicklung war ein gravierender politischer Fehler. Es gehört nicht zu den Aufga-ben eines Nachrichtendienstes, in Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen einen gesell-schaftlichen Bildungsauftrag zu übernehmen. Deshalb wurde dieses Handeln durch die neue Landesregierung von SPD und Grünen korrigiert. Niedersachsen benötigt eine unabhängige politische Bildungseinrichtung, die pluralistische Darstellungen gesellschaftlicher Wirklichkeiten ermöglicht. Die fachlichen Kompetenzen des Verfassungsschutzes sollen auch weiterhin genutzt und auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden können.
Was weiter geschah: Offenbar nichts! Die Seite zur Politischen Bildung des niedersächsischen Kultusministeriums wurde offenbar länger nicht überarbeitet. Die Publikationen der ehemaligen Nds. Landeszentrale für Politische Bildung, auf die verwiesen wird, vermitteln eher den Eindruck, als stammten sie von der Niedersächsischen Landeszentrale für Heimatdienst (1955)!?
gebattmer - 2015/08/16 15:26
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