Zu Gast bei der reichen Frau (V): Miteinander? Gegeneinander? Nebeneinander!
Roberto J. De Lapuente leitet seinen heutigen Blog-Eintrag so ein:
Ein Widerstreit dominiert die Presseerzeugnisse. Die, die politisch rechts stehen, betonen nun, wie unmöglich sich das Zusammenleben zwischen den Alteingesessenen und den Flüchtlingen gestaltet. Und die, die eher links sind, zeigen Szenen aus einem Idyll. Beides ist unzutreffend.
Das ist erstmal zutreffend, finde ich. In der ZEIT (nicht verlinkt) kritisiert ein gewisser Sarrazin die "völlig einseitige Berichterstattung der Medien" über Flüchtlingspolitik. Da fordert er ein Recht auf Asyl nur noch "für politische Aktivisten gilt oder für Menschen, die im Rahmen eines Völkermords verfolgt werden, aber nicht für jeden, der in einer Diktatur oder einer unvollkommenen Demokratie irgendwie unterdrückt wird" (Florian Rötzer, tp 10.09.2015). Damit hätten wir schonmal ein aktuelles Beispiel für Presseerzeugnisse, die politisch rechts stehen, von heute. Presseerzeugnisse, die eher links sind, wie die WELT, zeigen auch heute Szenen aus einem Idyll:

Klar, hier stimmt irgendetwas nicht (vgl. hier und hier) und wir müssten uns dringend noch einmal den Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements zuwenden, aber hier soll mit Blick auf die Überschrift erstmal die Lektüre des Artikels von De Lapuente empfohlen werden, der fortfährt:
Vielleicht doch noch dies - ab 5'50 zum Japaner in Düsseldorf:
Ein Widerstreit dominiert die Presseerzeugnisse. Die, die politisch rechts stehen, betonen nun, wie unmöglich sich das Zusammenleben zwischen den Alteingesessenen und den Flüchtlingen gestaltet. Und die, die eher links sind, zeigen Szenen aus einem Idyll. Beides ist unzutreffend.
Das ist erstmal zutreffend, finde ich. In der ZEIT (nicht verlinkt) kritisiert ein gewisser Sarrazin die "völlig einseitige Berichterstattung der Medien" über Flüchtlingspolitik. Da fordert er ein Recht auf Asyl nur noch "für politische Aktivisten gilt oder für Menschen, die im Rahmen eines Völkermords verfolgt werden, aber nicht für jeden, der in einer Diktatur oder einer unvollkommenen Demokratie irgendwie unterdrückt wird" (Florian Rötzer, tp 10.09.2015). Damit hätten wir schonmal ein aktuelles Beispiel für Presseerzeugnisse, die politisch rechts stehen, von heute. Presseerzeugnisse, die eher links sind, wie die WELT, zeigen auch heute Szenen aus einem Idyll:

Klar, hier stimmt irgendetwas nicht (vgl. hier und hier) und wir müssten uns dringend noch einmal den Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements zuwenden, aber hier soll mit Blick auf die Überschrift erstmal die Lektüre des Artikels von De Lapuente empfohlen werden, der fortfährt:
- Hier Idyll, dort Katastrophenszenario. Zwischendrin scheint es wenig zu geben. Aber Abbild der Wirklichkeit ist wohl beides nicht. Nicht der linke Wunsch; nicht die rechte Untergangsstimmung. Nicht das feine Miteinander; nicht das beängstigende Gegeneinander. Überhaupt erinnert mich dieses Dilemma zwischen Miteinander und Gegeneinander stark an Volker Pispers. Der hat mal im Rahmen der allgemeinen Islamophobie und der dauernden Forderungen nach endgültiger Integration auf Düsseldorf verwiesen. Dort lebten viele Japaner. In eigenen Stadtteilen mit eigenen Apotheken und Supermärkten und was es da alles noch so gibt. Deutsche und Japaner lebten nicht gesellig zusammen, aber sie hätten ein gutes Nebeneinander geschaffen. Denn das, so Pispers, sei doch eigentlich richtig. Man muss andere Menschen oder Gruppen ja nicht lieben oder auch nur in allen Facetten verstehen; sie aber neben sich leben zu lassen, das sei schon zivilisatorische Leistung...
Insofern ist natürlich ein Straßenfest mit Flüchtlingen toll. Aber eben eine Ausnahme. Und gar nicht notwendig, um einer Gesellschaft friedliche Strukturen zu gewähren. Miteinander ist eine gute Angelegenheit. Aber nicht die Voraussetzung schlechthin. Da sind Linke und Liberale vielleicht etwas zu romantisch.
Wir müssen jetzt nicht hoffen, dass die Deutschen (trotz vieler Bemühungen im Umgang mit den Flüchtlingen) nun nachhaltig einen auf gelungenes Miteinander machen. Und die Integration ganzer Volksgruppen muss ja auch nicht sein. Jedenfalls nicht im Sinne einer Leitkultur. Jeder kommt wo her und hat seine Herkunft auf die eine oder andere Art gerne. Nebeneinander zu leben – so kann man es aushalten. Ohne Ansprüche an Anpassung. Ohne Ansprüche an Straßenfeste. Wenn es sie trotzdem gibt, na dann schenkt ein und trinkt und nehmt euch noch was vom Couscous. Feiert den Augenblick, da man sich versteht. So wird es ja auch nicht immer sein.
Dieses Nebeneinander ist übrigens die Normalität in Einwanderungsländern. Mit dieser Haltung lässt es sich aushalten. Meistens jedenfalls.
Vielleicht doch noch dies - ab 5'50 zum Japaner in Düsseldorf:
gebattmer - 2015/09/10 19:09
Trackback URL:
https://gebattmer.twoday.net/stories/1022472694/modTrackback