Archäologie (DIV): Kunst und Politik - Als damals die Cops Jim das Mikro abnahmen ..
... hatten sie was falsch verstanden: Er hatte nur gesagt, sie seien small cops (und nicht, sie hätten small cocks).

Via Planet Mocho
- Grenzkontrolle beim Neo Magazin Royal
- Was war. Was wird. Vom Löschen, Tauschen, Spielen. (heise online, 03.04.2016, Hal Faber
- Den Narren nicht verstanden. Ein Kommentar von Alexander Kühn (SPON 01.04.2016)

[Photo via Ferienhaus-Biggi, Norderney]
Während der Wal in Noderney einfach nur tot am Strand lag und gar nichts sagte und evtl. nur Ferienhaus-Biggi was einbringt, ist das Ai-Weiwei-Event Kunstmarkt und bringt offenbar richtig was ein:
Leo & Gutsch konnten helfen: Komm zurück, Ai Weiwei, und lass die Flüchtlinge in Ruhe! (Berliner Zeitung, 27.03.16)
Ich habe mir mal - so 1986 - in Istambul die Haare schneiden lassen. Ich hatte versucht zu sagen, dass es nicht so kurz werden sollte, aber der örtliche Frisör hatte wohl nur kurz verstanden. Aus heutiger Sicht war das keine gute Idee, dort zum Frisör zu gehen, - so menschenrechtlich gesehen, also wegen der Bedenken, die man da haben kann. Andererseits sehe ich jetzt auch, dass das eine Aktion war, die bedeutete, dass ich meine Haare an diesem Ort gelassen habe und dass meine Haare niemals zu mir zurückkehren würden.
Das hat sich im Übrigen bestätigt: Die Haare sind nie zurück gekommen. Im Gegenteil: die damals verbliebenen sind heute auch nicht mehr da. Und Erdogan scheint meine damalige Aktion auch nicht so beeindruckt zu haben. Fuck me running!

Via Planet Mocho
- Grenzkontrolle beim Neo Magazin Royal
- Was war. Was wird. Vom Löschen, Tauschen, Spielen. (heise online, 03.04.2016, Hal Faber
- Den Narren nicht verstanden. Ein Kommentar von Alexander Kühn (SPON 01.04.2016)
- Als neulich Ai Weiwei wie ein toter Wal in der Brandung lag und später erklärte, es gehe darum, die vielen Opfer nicht zu vergessen, ...
... schändete er, der hier als dissidenter Künstler durchgeht, als er da am Strand von Lesbos Anfang Februar das Foto des kleinen Jungen nachstellte, dessen Leiche in Bodrum ans Ufer gespült worden war, das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Ailan Kurdi .
[Photo via Ferienhaus-Biggi, Norderney]
Während der Wal in Noderney einfach nur tot am Strand lag und gar nichts sagte und evtl. nur Ferienhaus-Biggi was einbringt, ist das Ai-Weiwei-Event Kunstmarkt und bringt offenbar richtig was ein:
- Entstanden sei das Foto im Rahmen eines Interviewtermins auf der griechischen Insel Lesbos. Dort arbeitet Ai zurzeit an einem Projekt, für das er Fetzen der Gummiboote sammelt, mit denen Flüchtlinge am Strand anlanden.
Ai und sein Team hätten "aktiv geholfen, dieses Foto für uns zu arrangieren", so Chawla. "Ich bin sicher, es war nicht sehr bequem, sich so auf die Kieselsteine zu legen. Aber das weiche Abendlicht fiel auf sein Gesicht, als er sich niederlegte."
Dem Bericht zufolge sei das Foto ein Blickfang der Kunstmesse; Besucher würden sich drängen, um es zu sehen.
"Es ist ein Foto von ikonischer Qualität, weil es sehr politisch, menschlich und ein unbeschreiblich wichtiger Künstler wie Ai Weiwei beteiligt ist", sagte Sandy Angus, Mitbesitzern der India Art Fair, der "Washington Post". (Die WELT: Ai Weiwei posiert als ertrunkener Flüchtlingsjunge)
Leo & Gutsch konnten helfen: Komm zurück, Ai Weiwei, und lass die Flüchtlinge in Ruhe! (Berliner Zeitung, 27.03.16)
- Man konnte Ai Weiwei nur schwer übersehen, weil er sehr groß und dick ist, außerdem schwirrten ständig ein paar seiner sehr dünnen Assistentinnen, etliche Kameraleute und ein ordentlicher Pulk Schaulustiger um ihn herum. Ai Weiwei stapfte mit großen Schritten und bedeutsamer Miene durch das Flüchtlingslager. Er legte Kindern seine fleischige Hand auf den Kopf, schloss Frauen, die sich vergeblich wehrten, in die Arme. Dann erblickte er ein kleines Zelt, in dem eine Flüchtlingsfamilie gerade beim Tee zusammensaß. Ai Weiwei beugte sich zu ihnen hinunter, wollte sich offenbar dazusetzen, verlor dabei aber das Gleichgewicht und stürzte in das Zelt, das dabei fast zusammenbrach.
Die Flüchtlingsfamilie betrachtete Ai Weiwei mit vor Schreck geweiteten Augen. Ich meine, man muss sich nur mal kurz in diese Leute hineinversetzen, die vor dem Krieg flüchteten, monatelang unterwegs waren, schließlich hier ankommen, und beinahe unter einem riesigen Chinesen begraben werden. Ai Weiwei bat um Verzeihung, zog dabei jedes einzelne Familienmitglied an seine mächtige Brust, was die Furcht der Flüchtlinge noch zu vergrößern schien. Dann zog Ai Weiwei weiter und sprach in eine Kamera, wie wichtig es für die Flüchtlinge sei, dass er hier bei ihnen weile.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Flüchtlinge von Idomeni mittlerweile ganz schön genervt sind von Ai Weiwei. Weil der fast jeden Tag kommt und immer so seltsame Dinge macht. So ließ er vor einer Woche einen weißen Flügel in das vom Regen aufgeweichte Lager bringen, auf dem eine 24 Jahre alte Syrerin spielen durfte. Die Aktion bedeute, sagte Ai Weiwei, dass Kunst den Krieg besiege.
An einem anderen Tag ließ er sich von einem Flüchtling die Haare schneiden. Die Aktion bedeute, sagte Ai Weiwei, dass er seine Haare an diesem Ort lasse und dass seine Haare niemals zu ihm zurückkehren werden...

Ich habe mir mal - so 1986 - in Istambul die Haare schneiden lassen. Ich hatte versucht zu sagen, dass es nicht so kurz werden sollte, aber der örtliche Frisör hatte wohl nur kurz verstanden. Aus heutiger Sicht war das keine gute Idee, dort zum Frisör zu gehen, - so menschenrechtlich gesehen, also wegen der Bedenken, die man da haben kann. Andererseits sehe ich jetzt auch, dass das eine Aktion war, die bedeutete, dass ich meine Haare an diesem Ort gelassen habe und dass meine Haare niemals zu mir zurückkehren würden.
Das hat sich im Übrigen bestätigt: Die Haare sind nie zurück gekommen. Im Gegenteil: die damals verbliebenen sind heute auch nicht mehr da. Und Erdogan scheint meine damalige Aktion auch nicht so beeindruckt zu haben. Fuck me running!
gebattmer - 2016/04/03 17:51
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