Re: Aleppo und Mossul - Die Guten und die Bösen (II)


Märchen: Eine einseitig ausgerichtete Presse prägt die Deutung der Schlachten von Aleppo und Mossul: Ein Essay von Daniela Dahn
Wunderbar zornig im FREITAG 4816:
- Es war einmal ein militärischer Angriff auf eine islamische Al-Qaida-Hochburg, der war von Anfang an verwerflich, ja ein Kriegsverbrechen. Einfach weil die Muschiks, die russischen Soldaten, machen konnten, was sie wollten, es kam immer ein abscheuliches Verbrechen heraus. In diesem Fall Aleppo, das nun in Assads Hände zu fallen droht. Es war ein Kampf gegen Aufständische mit Anstand, die mit westlichen Waffen wacker gegen den Despoten kämpfen, der unsere Absichten stört. Sicher, auch sie sind Islamisten, die ein Kalifat anstreben, aber ein demokratisches. Es sind nämlich unsere Islamisten. Die wir jederzeit fallen lassen können, wenn sie tatsächlich für ihre Interessen kämpfen und nicht für unsere. Zeugen zum Treiben dieser Glaubensbrüder waren bedauerlicherweise unauffindbar. Diktator Assad und die Russen führen gegen sie dennoch keinen der humanitären Kriege, wie bei uns üblich, sondern einen Krieg ohne Erbarmen. Mit verbrecherischen Bomben.
Es war auch einmal ein militärischer Angriff auf eine IS-Hochburg, der war von Anfang an rechtschaffen, ja eine heldenhafte Großoffensive. Mit humanitären Bomben, deren gezielter Tod nicht so qualvoll ist. Eine echte Alternative zum IS-Alltagsterror im irakischen Mossul. Um diese Einsicht zu befördern, kann man dessen unbezweifelbaren Schrecken nicht anschaulich genug schildern. Reporter konnten sich, im Gegensatz zu Aleppo, auf geflüchtete Augenzeugen berufen, um unsere berechtigte Wut wachzuhalten: brutale Hinrichtungen, Frauen, selbst hochschwangere, werden gefoltert, sie müssen nicht nur Vollschleier, sondern auch Handschuhe tragen. Kinder dürfen nicht mal Ball spielen und erzählen von abgehackten Händen...
Vgl. dazu auch voll auf den Punkt Der Postillon:
Regime-/Regierungstruppen zerbomben/besiegen Opposition/Terroristen in Aleppo/Mossul
Aleppo/Mossul (dpo) - Assads Schergen/irakische Soldaten haben bei der Rückeroberung der Stadt Aleppo/Mossul einen brutalen/bedeutenden Sieg erkämpft...
Vgl. auch Aleppo: Warum gibt es in Deutschland kaum Erleichterung über ein Ende der Kämpfe... (Peter Nowak; Telepolis, 16. Dezember 2016) - mit dem Hinweis auf das n-tv-Interview mit der Journalistin Karin Leukefeld, ... die aber wahrscheinlich wg. RT-Interviews für die Bellizist**innen der HB-Stiftung als Putin-Trollette durchgeht... (mir tut der Böll so leid, dessen Namen und Andenken die da dauernd schänden!) ...
Und vgl. ebenfalls heute bei Telepolis: Dirk Eckert - Waffenfabriken des Islamischen Staats in Mossul
Auch Eckert weist auf die die unterschiedliche Wahrnehmung der Kämpfe in Aleppo und Mossul in der westlichen Öffentlichkeit hin.
Darüber hinaus finden sich interessante Informationen über die hoch moderne Waffenproduktion des IS (vgl. The Badass Jihadis in Black vs. Blackwater)
- Seit ziemlich genau zwei Monaten läuft die Offensive der irakischen Armee, mit der der Islamische Staat (IS) aus Mossul vertrieben werden soll. Das Ziel ist längst nicht erreicht, aber Teile der Stadt sind bereits zurückerobert. Das ermöglicht Einblicke in die Funktionsweise des Dschihadisten-Regimes: Waffenexperten haben jetzt Fabriken untersucht, die den Gotteskriegern zur Rüstungsproduktion dienten. Ihr Befund, veröffentlicht in einem Report der Gruppe Conflict Armament Research (CAR), zeigt: Die Islamisten haben Mörser, Raketen etc. in industriellem Stil hergestellt...
Der IS legt nach den Erkenntnissen der CAR-Experten Wert auf eine einheitliche Qualität der verwendeten Ausgangsmaterialien. Das sollte einheitliche Ergebnisse, also einen gleichbleibenden Standard der produzierten Waffen, garantieren. Der türkische Inlandsmarkt sei dabei die Hauptquelle, die Versorgung laufe von der Türkei über syrisches Gebiet nach Mossul. Sichergestellt wurden verschiedene Säcke und Behälter, etwa für Kaliumnitrat, Zucker oder Schmierfett, die türkische Warenbezeichnungen und Herstellerangaben hatten:
- Neben dem lokal verfügbaren Material wie Stahl bezieht der IS die meisten seiner Produkte zur Herstellung explosiver Waffen aus der Türkei. Das zeigt, dass die Organisation in der Türkei ein größeres Einkaufsnetzwerk hat und dass es zweitens eine Versorgungsroute von der Türkei durch Syrien in den Irak gibt. (CAR) ...
Die Wochenzeitung beruft sich auf ein internes IS-Memo, das in der nordsyrischen Stadt Manbidsch (Manbij) gefunden wurde, als der IS dort im August vertrieben wurde. Dort hätten sich auch Hinweise gefunden, dass der IS an der Entwicklung von Drohnen arbeitet. Der IS sei inzwischen in der Lage, ein komplettes Minenfeld durch fliegende Kameras zu überwachen und die einzelnen Sprengsätze gezielt zu zünden.
Mittelalter ist was anderes!! Wohl doch eher: Geschäftsfeld: Barbarei - Der Islamische Staat als global agierender Terrorkonzern ... (vgl. The Badass Jihadis in Black vs. Blackwater)
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Übrigens: Das erste Bild zeigt gar nicht Aleppo, sondern Sana'a (By Ibrahem Qasim (Own work) [CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)!! Der Krieg des KSA im Jemen: Aushungern der Bevölkerung, akut unterernährte Kinder und das Erstarken von Dschihadisten in der Region. Wie sieht es mit der Verantwortung des Westens aus?
Was wir hier in der Berichterstattung gegenwärtig erleben, ist mit Fake News unzureichend beschrieben: Call it Mindfucking!
gebattmer - 2016/12/16 18:18
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