Brain Capers: Neuroparasiten
In der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende findet sich ein faszinierender Bericht über neue Forschungsergebnisse der Verhaltensbiologie:
Herrscher über die Zombies
Neuroparasiten dringen in die Körper anderer Lebewesen ein und kapern deren Nervensystem. Dann manipulieren sie das Verhalten ihrer Opfer, um eigene Ziele zu erreichen. Eine bizarre Choreografie des Grauens
Von Sebastian Herrmann
Wespen einer Glyptapanteles-Art legen ihre Eier im Körper von Raupen der Mottenart Thyrinteina leucocerae ab. Nachdem die Parasiten durch die Haut der Raupe geschlüpft sind, verpuppen sie sich. Die Raupe wird nun zum "Zombie-Leibwächter": Sie schwingt immer wieder ihren Kopf über den Kokons.
(Foto: José Lino-Neto / CC-by-sa-2.5)
Wenn man also wissen möchte, wie die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Doha zustande gekommen sind, müsste Frank Schätzig nochmal ran oder Dietmar Dath müsste die Vorgeschichte zur Abschaffung der Arten neu schreiben ...
Interessante Anmerkung zum heutigen Parteitag einer sozialdemokratischen Partei in Hannover: Gibt man beigoogle "Neuroparasiten" ein, wird recht weit oben = "vor drei Stunden" dies zur Bebilderung angeboten!
PS: Brain Capers war übrigens der Titel des 1971er Albums von Mott The Hoople.
Herrscher über die Zombies
Neuroparasiten dringen in die Körper anderer Lebewesen ein und kapern deren Nervensystem. Dann manipulieren sie das Verhalten ihrer Opfer, um eigene Ziele zu erreichen. Eine bizarre Choreografie des Grauens
Von Sebastian Herrmann
- "Es ist faszinierend, dass Parasiten das Verhalten ihrer Wirte so effektiv ändern können", sagt Michael Dickinson von der Universität Washington, Mitherausgeber des Journal of Experimental Biology. Es sind nüchterne Worte für einen schauderhaften Vorgang. "Es hat auch etwas Grausiges und Wunderliches, dass so kleine ,Implantate' in der Lage sind, sogar große Tiere wie Maschinen zu kontrollieren", sagt der Biologe immerhin.
In 18 Übersichtsarbeiten beleuchtet das Fachjournal das Wirken bizarrer Wesen, die das Verhalten ihrer Opfer manipulieren oder sogar vollständig steuern. Viren, Pilze, Würmer, Ein- oder Mehrzeller - das Reich der Neuroparasiten ist eine Welt, die gegenwärtiger ist, als einem lieb sein kann. Die Rolle der winzigen Schmarotzer werde stark unterschätzt, heißt es in der Sonderausgabe des Journal of Experimental Biology.
Diese Organismen hätten wahrscheinlich stärkeren Einfluss auf Ökosysteme, Physiologie, evolutionäre Prozesse sowie das Verhalten von Tieren und sogar Menschen, als man anzunehmen wage...

Wespen einer Glyptapanteles-Art legen ihre Eier im Körper von Raupen der Mottenart Thyrinteina leucocerae ab. Nachdem die Parasiten durch die Haut der Raupe geschlüpft sind, verpuppen sie sich. Die Raupe wird nun zum "Zombie-Leibwächter": Sie schwingt immer wieder ihren Kopf über den Kokons.
(Foto: José Lino-Neto / CC-by-sa-2.5)
Wenn man also wissen möchte, wie die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Doha zustande gekommen sind, müsste Frank Schätzig nochmal ran oder Dietmar Dath müsste die Vorgeschichte zur Abschaffung der Arten neu schreiben ...

PS: Brain Capers war übrigens der Titel des 1971er Albums von Mott The Hoople.
gebattmer - 2012/12/09 19:42
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