Lords Of War
ngoc faßt mit der linken hand den daumen des mannes und trieb die nadel mit der rechten hand unter den daumennagel ins nagelbett. mit der flachen bajonettklinge tippte er leicht auf den nadelkopf. der gefangene schrie gellend. ngoc wartete. er griff nach dem bajonett, schaute den gefangenen fragend an und klopfte dann mit langsamen, genau berechneten schlägen die nadel direkt ins daumengelenk. das schrille geheul, das jeden schlag begleitete, schien nicht aus der kehle, sondern aus dem innersten des häftlings zu kommen. ngoc ließ die rolle des geduldigen fragestellers fallen und begann hemmungslos zu brüllen, denn den gefangenen verließen offenbar die kräfte. seine augen glänzten irr, als er das bajonett über dem nadelkopf pendeln und mit klatschendem schlag zuschlagen sah. die nadel durchbohrte das daumengelenk. der gefolterte stieß einen schrei aus. auf dieser basis würden dir kosten für den vietnamkrieg im haushaltsjahr 1967 19,3 milliarden dollar betragen. manche tonne reis und viele zementsäcke werden zwei bis drei mal umgesetzt, ehe sie dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. die fährleute winken den hübschen mädchen in den kleidsamen ao-dai zu. die pazifizierung darf nicht so radikal sein, daß die bevölkerung nicht mehr in den genuß des friedens kommt. sie können das gesicht des weißen mannes nicht mehr ertragen. aber noch lächeln sie uns an. ein langgedehnter trostloser schrei der verzweiflung kommt aus der kleinen kehle. jederzeit ist dieses liebenswerte volk bereit zu lachen. in ihm hat amerika einen feind für immer. die granaten versuchen, die in panischer angst fliehenden bauern am gegenüberliegenden höhenrücken zu fassen. es könnten vietcong sein. lyndon b. johnson, wieviele kinder hast du heute getötet? das endziel der usa ist eine friedliche und ehrenvolle lösung….
Für die Novemberausgabe 1966, zur Zeit der Studentenbewegung, schrieb der Schriftsteller Peter O. Chotjewitz einen seiner ersten Texte für KONKRET: eine Textcollage über den Vietnamkrieg. Man könnte heute an die Stellen, wo "Vietnam" steht, Irak, Somalia, Afghanistan setzen. Andererseits: Warum kann man über die Kriege in diesen Ländern heute keinen solchen Text mehr schreiben? Chotjewitz' Antwort: Weil über sie keine Romane geschrieben werden wie "The green baretts" und weil dort keine Scholl-Latours eingebettet werden. Weil wir alle irgendwie einsehen, daß im Irak auch unsere Freiheit verteidigt wird. Nicht wie in Vietnam, wo sie ebenfalls verteidigt wurde, aber erst 30 Jahre später.
Andererseits: Offenbar kann man – in den USA(!) – Filme darüber drehen wie
Lord Of War

jetzt erst gesehen - und empfohlen!
Nicolas Cage spielt Juri Orlov, einen Waffendealer, einen jener Funktionäre der Globalisierung. Gut ist der Film, weil er analysiert und nicht moralisiert. Man hat hinterher einen Begriff davon, was Blutdiamanten sind, was ein Warlord ist und was Bürgerkriegsökonomien sind. Und man hat Bilder dazu im Kopf.
Und: Der Gute siegt nicht
... Ziemlich genial, wie Cage-Orlov Hawke-Valentine, der sagt, was wir denken und für richtig halten, ins Leere laufen lässt. Klassischer Fall asymmetrischer Kommunikation.
Yuri Orlov: There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That's one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11?
Andre Baptiste Sr.: They say that I am the lord of war, but perhaps it is you.
Yuri Orlov: I believe it's "warlord."
Andre Baptiste Sr.: Thank you, but I prefer it my way.
Yuri Orlov: Enjoy it.
Jack Valentine: What?
Yuri Orlov: This. Tell me I'm everything you despise. That I'm the personification of evil. That I'm what- responsible for the breakdown of the fabric of society and world order. I'm a one-man genocide. Say everything you want to say to me now. Because you don't have long.
Nachtrag:
Vgl. Under Fire
Vgl. Wag The Dog --> das Script hier!
Vgl. Ememy of the State
Vgl.
Für die Novemberausgabe 1966, zur Zeit der Studentenbewegung, schrieb der Schriftsteller Peter O. Chotjewitz einen seiner ersten Texte für KONKRET: eine Textcollage über den Vietnamkrieg. Man könnte heute an die Stellen, wo "Vietnam" steht, Irak, Somalia, Afghanistan setzen. Andererseits: Warum kann man über die Kriege in diesen Ländern heute keinen solchen Text mehr schreiben? Chotjewitz' Antwort: Weil über sie keine Romane geschrieben werden wie "The green baretts" und weil dort keine Scholl-Latours eingebettet werden. Weil wir alle irgendwie einsehen, daß im Irak auch unsere Freiheit verteidigt wird. Nicht wie in Vietnam, wo sie ebenfalls verteidigt wurde, aber erst 30 Jahre später.
Andererseits: Offenbar kann man – in den USA(!) – Filme darüber drehen wie
Lord Of War

jetzt erst gesehen - und empfohlen!
Nicolas Cage spielt Juri Orlov, einen Waffendealer, einen jener Funktionäre der Globalisierung. Gut ist der Film, weil er analysiert und nicht moralisiert. Man hat hinterher einen Begriff davon, was Blutdiamanten sind, was ein Warlord ist und was Bürgerkriegsökonomien sind. Und man hat Bilder dazu im Kopf.
Und: Der Gute siegt nicht
... Ziemlich genial, wie Cage-Orlov Hawke-Valentine, der sagt, was wir denken und für richtig halten, ins Leere laufen lässt. Klassischer Fall asymmetrischer Kommunikation.
Yuri Orlov: There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That's one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11?
Andre Baptiste Sr.: They say that I am the lord of war, but perhaps it is you.
Yuri Orlov: I believe it's "warlord."
Andre Baptiste Sr.: Thank you, but I prefer it my way.
Yuri Orlov: Enjoy it.
Jack Valentine: What?
Yuri Orlov: This. Tell me I'm everything you despise. That I'm the personification of evil. That I'm what- responsible for the breakdown of the fabric of society and world order. I'm a one-man genocide. Say everything you want to say to me now. Because you don't have long.
Nachtrag:
Vgl. Under Fire
Vgl. Wag The Dog --> das Script hier!
Vgl. Ememy of the State
Vgl.

gebattmer - 2006/12/25 17:15
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