CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXIII): The Body Economic
Alex Rühle: Wenn Sparen tötet
Prekärer Drogenkonsum, Millionen ohne Versicherungsschutz und Krankenhäuser, die an Drittewelthospitäler erinnern: Was derzeit in Griechenland zu beobachten ist, gilt auch für andere Länder und andere Zeiten. Sparprogramme kosten Menschenleben. Zwei Epidemiologen treten den Beweis an. [SZ vom 03.07.2013]
Was in Rühles Rezension und in den online verfügbaren Materialien der Forscher überzeugt:
"Recessions can hurt. But Austerity kills" - Rezessionen können schmerzhaft sein, aber die Austeritätspolitik tötet, so die Kernthese ihres Buchs "The Bodys Economic", in dem die beiden Gesundheitsökonomen und Statistiker ihre jahrelange Recherche zusammengefasst haben
"The Body Economic" ist deshalb so stark, weil es den Feind mit seinen eigenen Waffen schlägt: Die beiden Epidemiologen argumentieren nicht sozial oder verantwortungsethisch, sondern streng volkswirtschaftlich. Sie rechnen die ökonomischen Langzeitschäden durch, die durch all die Selbstmorde, Infektionen, Krankheiten, Depressionen und die Arbeitslosigkeit entstehen und entlarven die Austeritätspolitik, die ja stets im Gewand wissenschaftlich kühler Sachlogik daherkommt, als destruktive "Ideologie, die immer noch aus dem Glauben herrührt, dass ein schlanker Staat und freie Märkte automatisch besser sind als jede staatliche Intervention."
Zaubervariablen im vermeintlich glasklaren Kalkül
Besonders peinlich wird es immer dann, wenn sie nachweisen können, dass der IWF, der ja nur so um sich wirft mit vermeintlich unumstößlichen Zahlen, Quoten, Prozentangaben, immer wieder irgendwelche Zaubervariablen in sein vermeintlich glasklares Kalkül hineinmischt: Wer hat festgelegt, dass Griechenland nur noch sechs Prozent seines Bruttosozialprodukts für den Gesundheitssektor ausgeben darf? Die Zahl ist reine Willkür, kein Arzt, kein Gesundheitsexperte wurde vom IWF bei der Festlegung zu Rate gezogen.
"Hätte man an die Austeritätsprogramme dieselben strengen Standards angelegt, mit der klinische Studien betrieben werden, wären sie längst ausgesetzt worden", schreiben die beiden Autoren am Ende. "Die Nebenwirkungen der Behandlung sind katastrophal und oftmals tödlich. Es konnte kein positiver Nutzen festgestellt werden." ...
Vgl. auch : The Body Economic: Why Austerity Kills, The Irish Examiner Thursday, May 30, 2013
Healthcare cuts and unemployment cause a host of societal ills, yet Europe refuses to save its citizens, says Richard Fitzpatrick. Er berichtet die Geschichte vom Tod des Brian McArdle....

Ich frage mich allerdings immer, wenn ich solch gut recherchierte und hilfreiche Texte lese wie den oben zitierten von Rühle oder den mehrfach zitierten von Hagelüken (Die Blutspur des Geldes), wie die das aushalten, dass die Grundlinie ihrer Zeitung, was die Ökonomie angeht, von einem Beise vorgegeben wird. Shit I Dont Like ...
Prekärer Drogenkonsum, Millionen ohne Versicherungsschutz und Krankenhäuser, die an Drittewelthospitäler erinnern: Was derzeit in Griechenland zu beobachten ist, gilt auch für andere Länder und andere Zeiten. Sparprogramme kosten Menschenleben. Zwei Epidemiologen treten den Beweis an. [SZ vom 03.07.2013]
Was in Rühles Rezension und in den online verfügbaren Materialien der Forscher überzeugt:
"Recessions can hurt. But Austerity kills" - Rezessionen können schmerzhaft sein, aber die Austeritätspolitik tötet, so die Kernthese ihres Buchs "The Bodys Economic", in dem die beiden Gesundheitsökonomen und Statistiker ihre jahrelange Recherche zusammengefasst haben
"The Body Economic" ist deshalb so stark, weil es den Feind mit seinen eigenen Waffen schlägt: Die beiden Epidemiologen argumentieren nicht sozial oder verantwortungsethisch, sondern streng volkswirtschaftlich. Sie rechnen die ökonomischen Langzeitschäden durch, die durch all die Selbstmorde, Infektionen, Krankheiten, Depressionen und die Arbeitslosigkeit entstehen und entlarven die Austeritätspolitik, die ja stets im Gewand wissenschaftlich kühler Sachlogik daherkommt, als destruktive "Ideologie, die immer noch aus dem Glauben herrührt, dass ein schlanker Staat und freie Märkte automatisch besser sind als jede staatliche Intervention."
Zaubervariablen im vermeintlich glasklaren Kalkül
Besonders peinlich wird es immer dann, wenn sie nachweisen können, dass der IWF, der ja nur so um sich wirft mit vermeintlich unumstößlichen Zahlen, Quoten, Prozentangaben, immer wieder irgendwelche Zaubervariablen in sein vermeintlich glasklares Kalkül hineinmischt: Wer hat festgelegt, dass Griechenland nur noch sechs Prozent seines Bruttosozialprodukts für den Gesundheitssektor ausgeben darf? Die Zahl ist reine Willkür, kein Arzt, kein Gesundheitsexperte wurde vom IWF bei der Festlegung zu Rate gezogen.
"Hätte man an die Austeritätsprogramme dieselben strengen Standards angelegt, mit der klinische Studien betrieben werden, wären sie längst ausgesetzt worden", schreiben die beiden Autoren am Ende. "Die Nebenwirkungen der Behandlung sind katastrophal und oftmals tödlich. Es konnte kein positiver Nutzen festgestellt werden." ...
Vgl. auch : The Body Economic: Why Austerity Kills, The Irish Examiner Thursday, May 30, 2013
Healthcare cuts and unemployment cause a host of societal ills, yet Europe refuses to save its citizens, says Richard Fitzpatrick. Er berichtet die Geschichte vom Tod des Brian McArdle....

Ich frage mich allerdings immer, wenn ich solch gut recherchierte und hilfreiche Texte lese wie den oben zitierten von Rühle oder den mehrfach zitierten von Hagelüken (Die Blutspur des Geldes), wie die das aushalten, dass die Grundlinie ihrer Zeitung, was die Ökonomie angeht, von einem Beise vorgegeben wird. Shit I Dont Like ...
gebattmer - 2013/07/22 12:48
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