Newspeak gambit: "Transformationspartnerschaft mit Ägypten" - Oder: The military coup orchestrated by the Pinochet-esque Abdel Fattah al-Sisi
THE ROVING EYE: Hi, I'm your new Axis of Evil. By Pepe Escobar - auf den Punkt und brillant formuliert wie immer:
Meanwhile back in Germany:
Der Vorsitzende der deutsch-ägyptischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Klaus Brandner, sieht durch den Umsturz Chancen zur Befriedung des Landes. Er wertete es als Zeichen der Versöhnung, dass Mursi seine Anhänger aufgerufen habe, keine Gewalt anzuwenden, sagte der SPD-Politiker dem SWR. Die weitere Entwicklung hänge unter anderem davon ab, ob die geplante Übergangsregierung für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen könne.
Zudem müssten die politischen Eliten Ägyptens auch vom Westen ermahnt werden, dass "überzogene Egoismen" in die falsche Richtung führten, sagte Brandner. Nur Kompromisse bildeten die Grundlage für eine dauerhaft friedliche Entwicklung...
(Die ZEIT, Westerwelle nennt Mursis Sturz Rückschlag für die Demokratie, 4. Juli '13)
Herr Brandner aus Gütersloh ist Sozialdemokrat und eben Vorsitzender der deutsch-ägyptischen Parlamentariergruppe im Bundestag, so dass man annehmen müsste, er wisse ein bisschen was über die Lage in Ägypten, aber er lag mit seiner Einschätzung offensichtlich voll daneben. Aber als Sozialdemokrat hofft man eben immer erstmal auf den wirtschaftlichen Aufschwung und liebt Kompromisse:
Zuletzt veröffentlichte er unter der Überschrift Gewalt schafft keine Sicherheit, sondern setzt den Demokratisierungsprozess aus (was immer das heißen soll!?) den flammenden Appell an die Bundesregierung, die Transformationspartnerschaft mit Ägypten trotz aller Rückschritte fortzusetzen.
Brillante Analyse: Westen ermahnt, dass überzogene Egoismen eher schädlich (besser: moderate Egoismen!), dann Kompromiss (also ägyptische Agenda 2020 = Aufschwung) und Fortsetzung der Transformationspartnerschaft ... also Westerwelle: Deutschland stehe in dem Konflikt nicht auf der Seite einer der politischen Kräfte. "Wir stellen uns auf die Seite der Menschen, die auf Freiheit und demokratische Werte setzen und die eine offene Gesellschaft wollen", sagte Westerwelle. (Die Bundesregierung will angesichts der Straßenkämpfe in Ägypten keine neuen Waffenexporte mehr in das Land genehmigen. Die ZEIT, 17. August '13).
- I have argued that what has just happened in Egypt is a bloodbath that is not a bloodbath, conducted by a military junta responsible for a coup that is not a coup, under the guise of an Egyptian "war on terror". Yet this newspeak gambit - which easily could have been written at the White House - is just part of the picture.
Amid a thick fog of spin and competing agendas, a startling fact stands out. A poll only 10 days ago by the Egyptian Center for Media Studies and Public Opinion had already shown that 69% were against the July 3 military coup orchestrated by the Pinochet-esque Abdel Fattah al-Sisi.
So the bloodbath that is not a bloodbath cannot possibly be considered legitimate - unless for a privileged coterie of Mubarakists (the so-called fulool), a bunch of corrupt oligarchs and the military-controlled Egyptian "deep state".
The Muslim Brotherhood (MB) government led by Mohamed Morsi may have been utterly incompetent - trying to rewrite the Egyptian constitution; inciting hardcore fundamentalists; and bowing in debasement in front of the International Monetary Fund. But it should not be forgotten this was coupled with permanent, all-out sabotage by the "deep state".
It's true that Egypt was - and remains - on the brink of total economic collapse; the bloodbath that is not a bloodbath only followed a change in the signature on the checks, from Qatar to Saudi Arabia (and the United Arab Emirates). As Spengler has demonstrated on this site (see Islam's civil war moves to Egypt, Asia Times Online, July 8, 2013), Egypt will remain a banana republic without the bananas and dependent on foreigners to eat any ... (Weiter hier: Asia Times Online, Aug 16, '13)
Meanwhile back in Germany:
Der Vorsitzende der deutsch-ägyptischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Klaus Brandner, sieht durch den Umsturz Chancen zur Befriedung des Landes. Er wertete es als Zeichen der Versöhnung, dass Mursi seine Anhänger aufgerufen habe, keine Gewalt anzuwenden, sagte der SPD-Politiker dem SWR. Die weitere Entwicklung hänge unter anderem davon ab, ob die geplante Übergangsregierung für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen könne.
Zudem müssten die politischen Eliten Ägyptens auch vom Westen ermahnt werden, dass "überzogene Egoismen" in die falsche Richtung führten, sagte Brandner. Nur Kompromisse bildeten die Grundlage für eine dauerhaft friedliche Entwicklung...
(Die ZEIT, Westerwelle nennt Mursis Sturz Rückschlag für die Demokratie, 4. Juli '13)
Herr Brandner aus Gütersloh ist Sozialdemokrat und eben Vorsitzender der deutsch-ägyptischen Parlamentariergruppe im Bundestag, so dass man annehmen müsste, er wisse ein bisschen was über die Lage in Ägypten, aber er lag mit seiner Einschätzung offensichtlich voll daneben. Aber als Sozialdemokrat hofft man eben immer erstmal auf den wirtschaftlichen Aufschwung und liebt Kompromisse:
Zuletzt veröffentlichte er unter der Überschrift Gewalt schafft keine Sicherheit, sondern setzt den Demokratisierungsprozess aus (was immer das heißen soll!?) den flammenden Appell an die Bundesregierung, die Transformationspartnerschaft mit Ägypten trotz aller Rückschritte fortzusetzen.
Brillante Analyse: Westen ermahnt, dass überzogene Egoismen eher schädlich (besser: moderate Egoismen!), dann Kompromiss (also ägyptische Agenda 2020 = Aufschwung) und Fortsetzung der Transformationspartnerschaft ... also Westerwelle: Deutschland stehe in dem Konflikt nicht auf der Seite einer der politischen Kräfte. "Wir stellen uns auf die Seite der Menschen, die auf Freiheit und demokratische Werte setzen und die eine offene Gesellschaft wollen", sagte Westerwelle. (Die Bundesregierung will angesichts der Straßenkämpfe in Ägypten keine neuen Waffenexporte mehr in das Land genehmigen. Die ZEIT, 17. August '13).
Phrasenauswurf und Wortkotze, syntaktisch hemmungslos und mit schwach verankerten Sinngeländern: Don't fret the Saudis! - Hi, I'm your new Axis of Evil!
gebattmer - 2013/08/17 21:36
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