(Ratten-) Hirnforschung stellt Kinderpsychologie auf den Kopf (?!)
Angst wird von ganz kleinen Kindern höchstwahrscheinlich ganz anders im Gedächtnis abgespeichert als von älteren - aber überraschenderweise auch ganz anders, als sich die Kinderpsychologie das bisher vorstellte. Dies legte eine Studie nahe,
die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuroscience veröffentlicht wird.
in Sidney, Jee Hyun Kim und Rick Richardson, testeten das Verhalten von Razten, denen zunächst beigebracht wurde, dass einem bestimmtes Geräusch ein "milder Schock" auf dem Fuß folgte. Später
hörten sie nur das Geräusch, ohne Folgen. Dabei verlernten
sie die Angst wieder.
Das Auslöschen von Gedächnisinhalten, die mit der erlernten Angst verknüpft werden, wird einer bestimmten Gehirnregion zugewiesen, der Amygdala (Mandelkern).
In einer weiteren Runde wurde den Ratten erneut Angst gelehrt, dem Geräusch folgte wieder ein Schock. Danach sollten die Ratten die Angst wieder verlernen. Die beiden Forscher Jee Hyun Kim und Rick Richardson betäubten diesmal aber die Amygdala der Ratten. Es stellte sich heraus, dass nur die mindestens 23 Tage alten Ratten dazu imstande waren, ihre Furcht zu vergessen. Die jüngeren Ratten konnten ihre Angst nur mithilfe des Mandelkerns verlernen.
Kim und Richardson folgerten, dass der Prozess der Angstbewältigung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr von
der Amygdala, sondern von anderen Mechanismen übernommen wird. Im Gegensatz zur bisher in der Kinderpsychologie herrschenden Meinung heisst dies aber nicht, dass Ängste von kleinen Kindern zu
hartnäckigen Traumatisierungen führen müssen, weil der
Löschvorgang über die Amygdala nach Ansicht der beiden
Wissenschaftler im Gegensatz zu dem über die später erlernten
Mechanismen bei den Ratten "vollständiger" zu sein schien.
08.02.2008

Was macht denn der Onkel da?
Ich fänd ja besser:
Kinderpsychologe stellt Hirnforscher auf den Kopf
An dem Text ist dreierlei bemerkenswert:
1. Entweder ist das Forschungsergebnis windig oder die Zusammenfassung schlecht:
2. Der Hypothese/Vermutung ("höchstwahrscheinlich") liegt die Annahme einer Vergleichbarkeit neuronaler Prozesse zwischen Ratten und Menschen zugrunde, oder ?
3. Die Schlussfolgerung, Ängste von kleinen Kindern müssten nicht zu ... Traumatisierungen führen, weil der Löschvorgang über die Amygdala nach Ansicht der beiden Wissenschaftler ... bei den Ratten vollständiger zu sein schien..., ist so zwingend, dass man gefahrlos gleich anfangen kann, "ganz kleine Kinder" (auch ein schöner Begriff im wissenschaftsjournalismus) zu treten.
Vermutlich ist ja schon das doofe Konditionierungsmodell völlig untauglich, die Entstehung von Angst beim Menschen zu erforschen, - un d vermutlich unterschätzt es auch die Psyche der Ratte! Andererseits: Wenn ich "Hirnforschung" lese, kriege ich neuerdings immer Angst!
gebattmer - 2008/02/08 19:21
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