Cognitive Enhancer - oder: Aus Käse kann man keine Funken schlagen
Jörg Auf dem Hövel: Die Diskussion um Cognitive Enhancer - bei tp
interessant. Zum einen deutet sie auf ein Phänomen hin, das unter
der Bezeichnung "cognitive enhancement" seit einiger Zeit in den USA
und Großbritannien
diskutiert wird (zu ethischen Fragen siehe die
Zusammenstellung von Martha J. Farah).
Die zugrunde liegende Annahme ist, dass weithin nebenwirkungsfreie
Medikamente zur Verfügung stehen, die der Hirnleistung von
gesunden Menschen förderlich sind. Eine Analyse der zur
Verfügung stehenden Studien zeigt allerdings die Unhaltbarkeit
einer solchen These...
Lesenswert! Das Problem scheint mir zu sein, dass Hirnleistung bei den Hirnforschern als etwas ähnliches angenommen wird wie das Übertragungspotential von Funknetzen, bei denen man auch nicht weiß, was sie eigentlich übertragen sollen. Kurz gesagt: wenn einer nicht denken gelernt hat, keine Theorien sich hat aneignen können, die ihm mehr Weltaufschluss ermöglichen als ein Denken ohne, dann ist da auch nichts zu enhancen ... vgl. Schadenfreude ...
Menschen haben das Gleiche im Hirn wie Ratten - txt
(Ratten-) Hirnforschung stellt Kinderpsychologie auf den Kopf (?!)
Zerebral aufgepeppte Reformpädgogik
Die Neurodidaktiker, so der Einwand ihrer Kritiker, fördern Erkenntnisse zutage, die verzichtbar sind. "Zuhauf werden altbekannte reformpädagogische Ideen aufgegriffen und neurowissenschaftlich aufgepeppt", ärgert sich Becker und spricht von einer "Zerebralisierung" der Pädagogik. Dabei sei doch jedem klar, der die Neuro-Metaphorik einmal hinter sich lasse: "Nervenzellen haben keinen Willen, Moleküle können sich nicht für etwas interessieren, und schließlich ist es auch nicht das limbische System, das in Prüfungssituationen Angst hat."
Nikolas Westerhoff über Neurodidaktik im Freitag 46/08
Im April 2008 veröffentlichte Nature die
Ergebnisse einer Online-Befragung,
in der die Teilnehmer Auskunft über ihre Einnahme von Medikamenten
zur kognitiven Leistungssteigerung gaben. Tatsächlich gaben 20 %
der 1400 Befragten an, schon einmal Modafinil (Provigil),
Methylphenidate (Ritalin) oder einen Beta Blocker wie Propranolol
eingenommen zu haben, um sich konzentrierter zu fühlen oder das
Gedächtnis zu unterstützen. Dieser Off-Label-Use hat
unterschiedliche Ausprägungen, 27.3 % der Teilnehmer nehmen ein
solches Arzneimittel nur einmal im Jahr, rund ein Viertel nehmen es
monatlich oder einmal die Woche, wiederum ein Viertel täglich.
interessant. Zum einen deutet sie auf ein Phänomen hin, das unter
der Bezeichnung "cognitive enhancement" seit einiger Zeit in den USA
und Großbritannien
![[extern]](http://www.heise.de/tp/r4/icons/inline/extlink.gif)
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Die zugrunde liegende Annahme ist, dass weithin nebenwirkungsfreie
Medikamente zur Verfügung stehen, die der Hirnleistung von
gesunden Menschen förderlich sind. Eine Analyse der zur
Verfügung stehenden Studien zeigt allerdings die Unhaltbarkeit
einer solchen These...
Lesenswert! Das Problem scheint mir zu sein, dass Hirnleistung bei den Hirnforschern als etwas ähnliches angenommen wird wie das Übertragungspotential von Funknetzen, bei denen man auch nicht weiß, was sie eigentlich übertragen sollen. Kurz gesagt: wenn einer nicht denken gelernt hat, keine Theorien sich hat aneignen können, die ihm mehr Weltaufschluss ermöglichen als ein Denken ohne, dann ist da auch nichts zu enhancen ... vgl. Schadenfreude ...

(Ratten-) Hirnforschung stellt Kinderpsychologie auf den Kopf (?!)
Zerebral aufgepeppte Reformpädgogik
Die Neurodidaktiker, so der Einwand ihrer Kritiker, fördern Erkenntnisse zutage, die verzichtbar sind. "Zuhauf werden altbekannte reformpädagogische Ideen aufgegriffen und neurowissenschaftlich aufgepeppt", ärgert sich Becker und spricht von einer "Zerebralisierung" der Pädagogik. Dabei sei doch jedem klar, der die Neuro-Metaphorik einmal hinter sich lasse: "Nervenzellen haben keinen Willen, Moleküle können sich nicht für etwas interessieren, und schließlich ist es auch nicht das limbische System, das in Prüfungssituationen Angst hat."
Nikolas Westerhoff über Neurodidaktik im Freitag 46/08
gebattmer - 2008/05/28 19:38
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