"I believe in the god of carnage" - MH 17 und der Gott des Gemetzels: "Mutmaßlich" war es Putin. Die Akte Lockerbie ist geschlossen.
Wenn Sie heute Abend (nochmal) Polanskis genialen Film Der Gott des Gemetzels im Ersten gesehen haben, ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass sich das Drama als Parabel lesen lässt - auf das, was gegenwärtig z.B. in der Ukraine abgeht:
Ein sehr interessantes Modell zur Konflikteskalationsanalyse: Setzen Sie für die Figuren die Akteure ein, die gegenwärtig von außen in der Ukraine mitmischen, - dann haben Sie einen ersten Erklärungsansatz dafür, warum es keinen Versuch der Deeskalation gibt: Politiker/innen verhalten sich offenbar nicht anders als alte Ehepaare, - was tief eingelagerte Verletzungen und ihre Reaktionen darauf angeht. Müssten sie aber!
Wie aber geht man hier mit dem Absturz der MH 17 um ( vgl. Kritik und Kunst: MH 17)?
Angesichts des Leids der Opfer des Flugzeug-Absturzes und dem ihrer Angehörigen sollten eigentlich alle Propagandamaschinen schweigen. Doch der Medienmainstream schweigt zumeist vornehm nur von den vielen, vielen zivilen Toten, die der "Kampf gegen den Terror" der Poroshonko-Regierung in der Ost-Ukraine hinterlässt. So kann, schon der widerlichen Instrumentalisierung der Opfer des Flugzeugabsturzes wegen, nicht geschwiegen werden. Zumal es in diesem Propaganda-Kampf auch um künftige Tote geht: Unmittelbar nach dem Absturz hat der "Rechte Sektor", jene ukrainische Faschisten-Organisation, von der die Strukturen der "Nationalgarde" und der Milizen bestimmt werden, dem ukrainischen Präsidenten ein Angebot gemacht: Wenn man 5000 Maschinengewehre und Munition erhalte, würde man den Krieg in zwei Wochen beenden (Link sieh unten) Der Präsident hat bisher nicht nein gesagt. Auch hat die FAZ noch keine Mutmaßungen über das Angebot angestellt. Überhaupt wird diese großzügige Geste des Nazi-Sektors - am 19. 07. 2014 von der staatlichen Nachrichten-Agentur UKRINFORM publiziert - in den deutschen Medien bisher beschwiegen. Wahrscheinlich der Ausgewogenheit wegen. (Rationalgalerie)
Hartmut Finkeldey hat sehr schön dokumentiert, wie die deutschen Medien mit dem - bisher selten seriös hier und da noch noch Absturz genannten - Vorfall umgehen.
Was man heute wissen bzw. einigermaßen verantwortlich vermuten kann:
... So sind jetzt erst die niederländischen Experten an der Unglücksstelle eingetroffen. Angeblich sind sie, wie Roland Oliphant, ein Journalist des Telegraph berichtet, positiv von den Bergungsarbeiten angetan. Auch andere Journalisten berichten ähnliches.
Man muss sich auch fragen, was die Separatisten, wenn sie, wie manche unterstellen, auch im Auftrag von Moskau Spuren beseitigen würden, denn tatsächlich verschleiern könnten. Die Flugschreiber scheinen gefunden zu sein, sie sollen einem internationalen und unabhängigen Untersuchungsteam übergeben werden. Das scheint angesichts der weiterhin stattfindenden Kämpfe und den Versuchen aller Seiten, die Verantwortung der jeweils anderen Seite zuzuschieben, nicht unvernünftig zu sein. Dass Leichen und Leichtenteile in einen Kühlzug verbracht wurden, ist angesichts des warmen Wetters auch nicht unvernünftig. Auch hier ließe sich fragen, was die Separatisten verbergen könnten. Man könnte jedenfalls viele der Aktionen auch als getrieben von Angst verstehen, dass andere etwas manipulieren könnten. Der Separatistenführer Borodai begründete dies aus durchaus nachvollziehbaren Gründen so: "Wir können unseren Feinden, die an einer objektiven Untersuchung der Tragödie nicht interessiert sind, keine Beweisstücke übergeben."
Noch ist es nur eine These, wenn auch eine hochwahrscheinliche, dass das Flugzeug abgeschossen wurde. Dass keine Probleme mit der Maschine vorlagen, könnten die Flugschreiber beweisen, mehr aber nicht. Um herauszufinden, wer für den Abschuss verantwortlich ist, müsste man Teile der Rakete finden und diese zurückverfolgen können. Fragt man, welche Motive diejenigen gehabt haben können, die für den Abschuss verantwortlich sind, so wäre wohl der wahrscheinlichste Grund, dass das Flugzeug von den Separatisten oder den ukrainischen Streitkräften irrtümlich abgeschossen wurde, weil sie es für eine Militärmaschine oder etwa eine russische Drohne hielten. Oder aber das Flugzeug wurde in barbarischen Anschlag gezielt abgeschlossen, um den Konflikt anzuheizen, eine Partei zu beschuldigen und/oder Verbündete mit hineinzuziehen. Aber solche Spekulationen sind müßig, solange nicht klar ist, was geschehen ist....
(Kämpfe in Donezk, Waffenstillstandszone um den Absturzort, Florian Rötzer, tp 21.07.2014)
Im Übrigen empfehle ich einen Rückblick:
Die Akte Lockerbie ist geschlossen (ZEIT ONLINE 22.8.2009):

(3SAT Todesflug Pan Am 103 – Das Rätsel von Lockerbie)
... Wenige Monate vor Lockerbie wurde eine 16 Mann starke Zelle der Terrororganisation in Deutschland verhaftet; bei der Razzia entdeckte die Polizei etliche Zeitzünderbomben, versteckt in Kassettenrekordern. Wenige Wochen vor Lockerbie ließ das Bundeskriminalamt die meisten der Terroristen aber wieder frei. Die Gründe dafür sind unbekannt.
Doch der abrupte Kurswechsel dürfte auf die veränderte geostrategische Interessenlage des Westens zurückgegangen sein. Ende 1990 waren die USA und Großbritannien dabei, eine Allianz gegen Saddam Hussein zu schmieden, unter Einschluss Syriens. Auch brauchte man Teheran und Damaskus, um westliche Geiseln im Libanon frei zu bekommen. Libyen unter Oberst Gaddafi war da der ideale Sündenbock, ohne Freunde, isoliert selbst in der arabischen Welt.
Hinzu kommen andere Gründe, um den wahren Ablauf der Ereignisse nicht zu enthüllen. Über Frankfurt liefen offenbar verdeckte Drogenoperationen der US-amerikanischen Drug Enforcement Agency. Laut Time Magazin habe es sich dabei um eine Gegenleistung gehandelt für die Befreiung westlicher Geiseln, die von Ahmed Jibril allerdings unterlaufen und dazu benutzt worden sei, um einen Sprengsatz an Bord zu schmuggeln. In den Trümmern des Pan-Am-Jets fand man große Mengen von Drogen und Geld. Niemand weiß, was in den Papieren stand, nach denen CIA- und FBI-Agenten in Lockerbie fieberhaft suchten und sie schließlich vom Tatort wegbrachten....
Die deutsche Spur
Rund zwei Monate vor dem Attentat durchsuchte die deutsche Polizei 18 Wohnungen und Geschäfte in Neuss, Hamburg und Berlin und nahm 13 mutmaßliche Terroristen einer Splittergruppe der Volksfront zur Befreiung Palästinas fest.
In Neuss wurde eine Bombe gefunden, die genauso konstruiert war wie die in Flug Pan Am 103. Bei späteren Durchsuchungen fand die Polizei drei weitere Sprengsätze – einen fünften, von dem der Bombenbastler sprach, tauchte nie auf. Es könnte die Lockerbie-Bombe gewesen sein.
- That's different! Your son brutalized our son!
They're young, they're kids,
kids roughhouse in the playground.
Always have always will, it's a rule of nature.
- No it isn't!
- Sure it is.
It takes a little education to substitute
the rule of law for violence.
The origin of law, of course you know,
is brute force.
Maybe for cavemen, not in this world.
- Tell me about this world!
- Boring! This conversation is boring.
Penelope, I believe in the god of carnage.
The god whose rule has been
unchallenged since time immemorial.
You're interested in Africa, right?
- What's the matter?
- Don't worry about me.
- Nancy!
- I'm just fine.
See, I just got back from the Congo. They got
kids there, trained to kill at the age of eight.
In the course of their childhood, they might
kill hundreds of people.
They'll kill with a machete, a shotgun,
a Kalash, a thumper.
So obviously when my kid busts some other
kid's tooth, even two teeth,
with a bamboo switch by the sandbox,
I'm not quite as shocked and indignant as you are.
- Well you should be.
- Thumper.
- Yes, that's why they call a grenade launcher.
- That's what I call it.
- You all right?
- Just fine.
- What's wrong with her?
- It's bile, nothing.
Don't you tell me about Africa! I know
all about suffering in Africa.
I don't doubt it.
That's all I've been thinking about for months!
Don't get her started on this, please!
- You know I'm actually starting to like you.
- Shut up!
- Talk about commitment to world peace and stability.
- Shut the fuck up, Michael!
- You sure about that?
- Very sure. Do me some good.
We live in New York. We don't live in Kinshasa!
We live in New York City!
With the customs of western society.
What happens in a Brooklyn playground is
about western values!
Ein sehr interessantes Modell zur Konflikteskalationsanalyse: Setzen Sie für die Figuren die Akteure ein, die gegenwärtig von außen in der Ukraine mitmischen, - dann haben Sie einen ersten Erklärungsansatz dafür, warum es keinen Versuch der Deeskalation gibt: Politiker/innen verhalten sich offenbar nicht anders als alte Ehepaare, - was tief eingelagerte Verletzungen und ihre Reaktionen darauf angeht. Müssten sie aber!
Wie aber geht man hier mit dem Absturz der MH 17 um ( vgl. Kritik und Kunst: MH 17)?
Angesichts des Leids der Opfer des Flugzeug-Absturzes und dem ihrer Angehörigen sollten eigentlich alle Propagandamaschinen schweigen. Doch der Medienmainstream schweigt zumeist vornehm nur von den vielen, vielen zivilen Toten, die der "Kampf gegen den Terror" der Poroshonko-Regierung in der Ost-Ukraine hinterlässt. So kann, schon der widerlichen Instrumentalisierung der Opfer des Flugzeugabsturzes wegen, nicht geschwiegen werden. Zumal es in diesem Propaganda-Kampf auch um künftige Tote geht: Unmittelbar nach dem Absturz hat der "Rechte Sektor", jene ukrainische Faschisten-Organisation, von der die Strukturen der "Nationalgarde" und der Milizen bestimmt werden, dem ukrainischen Präsidenten ein Angebot gemacht: Wenn man 5000 Maschinengewehre und Munition erhalte, würde man den Krieg in zwei Wochen beenden (Link sieh unten) Der Präsident hat bisher nicht nein gesagt. Auch hat die FAZ noch keine Mutmaßungen über das Angebot angestellt. Überhaupt wird diese großzügige Geste des Nazi-Sektors - am 19. 07. 2014 von der staatlichen Nachrichten-Agentur UKRINFORM publiziert - in den deutschen Medien bisher beschwiegen. Wahrscheinlich der Ausgewogenheit wegen. (Rationalgalerie)
Hartmut Finkeldey hat sehr schön dokumentiert, wie die deutschen Medien mit dem - bisher selten seriös hier und da noch noch Absturz genannten - Vorfall umgehen.
Was man heute wissen bzw. einigermaßen verantwortlich vermuten kann:
... So sind jetzt erst die niederländischen Experten an der Unglücksstelle eingetroffen. Angeblich sind sie, wie Roland Oliphant, ein Journalist des Telegraph berichtet, positiv von den Bergungsarbeiten angetan. Auch andere Journalisten berichten ähnliches.
Man muss sich auch fragen, was die Separatisten, wenn sie, wie manche unterstellen, auch im Auftrag von Moskau Spuren beseitigen würden, denn tatsächlich verschleiern könnten. Die Flugschreiber scheinen gefunden zu sein, sie sollen einem internationalen und unabhängigen Untersuchungsteam übergeben werden. Das scheint angesichts der weiterhin stattfindenden Kämpfe und den Versuchen aller Seiten, die Verantwortung der jeweils anderen Seite zuzuschieben, nicht unvernünftig zu sein. Dass Leichen und Leichtenteile in einen Kühlzug verbracht wurden, ist angesichts des warmen Wetters auch nicht unvernünftig. Auch hier ließe sich fragen, was die Separatisten verbergen könnten. Man könnte jedenfalls viele der Aktionen auch als getrieben von Angst verstehen, dass andere etwas manipulieren könnten. Der Separatistenführer Borodai begründete dies aus durchaus nachvollziehbaren Gründen so: "Wir können unseren Feinden, die an einer objektiven Untersuchung der Tragödie nicht interessiert sind, keine Beweisstücke übergeben."
Noch ist es nur eine These, wenn auch eine hochwahrscheinliche, dass das Flugzeug abgeschossen wurde. Dass keine Probleme mit der Maschine vorlagen, könnten die Flugschreiber beweisen, mehr aber nicht. Um herauszufinden, wer für den Abschuss verantwortlich ist, müsste man Teile der Rakete finden und diese zurückverfolgen können. Fragt man, welche Motive diejenigen gehabt haben können, die für den Abschuss verantwortlich sind, so wäre wohl der wahrscheinlichste Grund, dass das Flugzeug von den Separatisten oder den ukrainischen Streitkräften irrtümlich abgeschossen wurde, weil sie es für eine Militärmaschine oder etwa eine russische Drohne hielten. Oder aber das Flugzeug wurde in barbarischen Anschlag gezielt abgeschlossen, um den Konflikt anzuheizen, eine Partei zu beschuldigen und/oder Verbündete mit hineinzuziehen. Aber solche Spekulationen sind müßig, solange nicht klar ist, was geschehen ist....
(Kämpfe in Donezk, Waffenstillstandszone um den Absturzort, Florian Rötzer, tp 21.07.2014)
Im Übrigen empfehle ich einen Rückblick:
Die Akte Lockerbie ist geschlossen (ZEIT ONLINE 22.8.2009):

(3SAT Todesflug Pan Am 103 – Das Rätsel von Lockerbie)
... Wenige Monate vor Lockerbie wurde eine 16 Mann starke Zelle der Terrororganisation in Deutschland verhaftet; bei der Razzia entdeckte die Polizei etliche Zeitzünderbomben, versteckt in Kassettenrekordern. Wenige Wochen vor Lockerbie ließ das Bundeskriminalamt die meisten der Terroristen aber wieder frei. Die Gründe dafür sind unbekannt.
Doch der abrupte Kurswechsel dürfte auf die veränderte geostrategische Interessenlage des Westens zurückgegangen sein. Ende 1990 waren die USA und Großbritannien dabei, eine Allianz gegen Saddam Hussein zu schmieden, unter Einschluss Syriens. Auch brauchte man Teheran und Damaskus, um westliche Geiseln im Libanon frei zu bekommen. Libyen unter Oberst Gaddafi war da der ideale Sündenbock, ohne Freunde, isoliert selbst in der arabischen Welt.
Hinzu kommen andere Gründe, um den wahren Ablauf der Ereignisse nicht zu enthüllen. Über Frankfurt liefen offenbar verdeckte Drogenoperationen der US-amerikanischen Drug Enforcement Agency. Laut Time Magazin habe es sich dabei um eine Gegenleistung gehandelt für die Befreiung westlicher Geiseln, die von Ahmed Jibril allerdings unterlaufen und dazu benutzt worden sei, um einen Sprengsatz an Bord zu schmuggeln. In den Trümmern des Pan-Am-Jets fand man große Mengen von Drogen und Geld. Niemand weiß, was in den Papieren stand, nach denen CIA- und FBI-Agenten in Lockerbie fieberhaft suchten und sie schließlich vom Tatort wegbrachten....
Die deutsche Spur
Rund zwei Monate vor dem Attentat durchsuchte die deutsche Polizei 18 Wohnungen und Geschäfte in Neuss, Hamburg und Berlin und nahm 13 mutmaßliche Terroristen einer Splittergruppe der Volksfront zur Befreiung Palästinas fest.
In Neuss wurde eine Bombe gefunden, die genauso konstruiert war wie die in Flug Pan Am 103. Bei späteren Durchsuchungen fand die Polizei drei weitere Sprengsätze – einen fünften, von dem der Bombenbastler sprach, tauchte nie auf. Es könnte die Lockerbie-Bombe gewesen sein.
gebattmer - 2014/07/21 22:02
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