Die anomische Herrschaft der Rackets und der verwilderte Leviathan (XI): "Geopolitischer Albtraum - Warum die Energiemacht Kurdistan nicht an den IS fallen darf" Oder: Who's got the Right2Plunder? - WE or IS?
Jetzt weiß ich endlich, wo unser Friedbert Pflüger (Abitur 1973 an der Schillerschule in Hannover) abgeblieben ist. Hatte lange nichts von ihm gehört: Prof. Dr. Friedbert Pflüger leitet seit 2009 das European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) am King’s College London und ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kurdish-German Business Alliances GmbH in Berlin/Erbil (und weiterhin non-resident Senior Fellow des Atlantic Council of the USA).
Friedbert kennt sich also offenbar aus in der Gegend.
Waffen werden statt dessen an die bewaffneten Einheiten der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geliefert, deren Peschmergas genannte Soldaten durch ihren mehr oder weniger kampflosen Rückzug erst die Massaker und die Vertreibung ermöglicht haben sollen.
Der Hintergrund könnte in deutschen Öl-Begehrlichkeiten liegen. Einen Hinweis darauf gab kürzlich Friedbert Pflüger in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik...
Ein humanitäres und geopolitisches Desaster drohe, wenn die IS-Kämpfer weiter vorrückten, "denn die Region hat gewaltige Öl- und Gasreserven". Der kurdische Norden Iraks sei eine Energiegroßmacht. Schon ohne die im August erfolgte Eroberung Kirkuks habe die Autonomiebehörde auf Erdölreserven von 45 Milliarden Barrel gesessen. In den nun unter Kontrolle gebrachten Gebieten lagerten weitere rund 14 Milliarden Barrel. Hinzu kommen noch erhebliche Erdgasvorkommen in Kirkuk...
(Waffen gegen Erdöl? Wolfgang Pomrehn, tp 27.08.2014)
Vgl. Irakische Erdölinfrastruktur 2003. Bild: CIA
Pflügers kenntnisreichen Beitrag "Geopolitischer Albtraum ..." finden Sie in: IP-Die Zeitschrift, vom 15.08.14 - Kategorie: Rohstoffe & Energie, Krieg/Kriegführung, Irak, Syrien).
Wie sagte doch ein Herr Köhler am Pfingstwochenende 2010 nach einem Besuch im Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Scharif:
Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.
Dafür ist der Mann damals rausgeflogen, u. a. weil "Köhler schadet der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, Spiegel Online . Deutschland führe in Afghanistan "keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, sondern es geht um unsere Sicherheit". Wer anderes behaupte oder fordere, "redet der Linkspartei das Wort. Wir wollen keine Wirtschaftskriege". (Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? Die ZEIT 27. Mai 2010)
Die Kritik des Herrn Sozialdemokraten an der Äußerung des damaligen Bundespräsidenten mag man sich auf der Zunge (oder sonstwo) zergehen lassen; - immerhin: Jetzt hat er einen Präsidenten, der Krieg um Wirtschaftsinteressen besser verkaufen kann; besser kommunizieren kann sagt man heute wohl. Der Köhler war mit seinem Tabubruch einfach etwas zu früh dran:
"Wichtiger als die Frage, ob und welche Waffe wir am Ende liefern, ist die Bereitschaft, Tabus beiseite zu legen und offen zu diskutieren. An dieser Stelle sind wir gerade", sagte von der Leyen der ZEIT.
So ist das wohl: R2P is now Right 2 Plunder
Die akutelle Frage ist offenbar: Who's got the Right 2 Plunder? - WE or IS?
Friedbert kennt sich also offenbar aus in der Gegend.

- Am 01.03.2011 empfing Dr. Hussain M.F. Alkhateeb in der Botschaft Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Staatssekretä,r a.D. und Direktor des Europäischen Zentrums für Energie und Ressourcen Sicherheit.
Herr Pflüger sprach über seine Aktivitäten im Irak, speziell im Gebiet der Regional Regierung Kurdistan und äußerte seinen Wunsch, auch in andere Provinzen des Irak zu gehen.
Der Botschafter begrüßte das Engagement seines Gastes und berichtete von dem Potenzial für Deutsche im Irak, ganz besonders weil den Deutschen der gute Ruf vorauseilt... (Botschaft der Republik Irak / Berlin)
Waffen werden statt dessen an die bewaffneten Einheiten der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geliefert, deren Peschmergas genannte Soldaten durch ihren mehr oder weniger kampflosen Rückzug erst die Massaker und die Vertreibung ermöglicht haben sollen.
Der Hintergrund könnte in deutschen Öl-Begehrlichkeiten liegen. Einen Hinweis darauf gab kürzlich Friedbert Pflüger in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik...
Ein humanitäres und geopolitisches Desaster drohe, wenn die IS-Kämpfer weiter vorrückten, "denn die Region hat gewaltige Öl- und Gasreserven". Der kurdische Norden Iraks sei eine Energiegroßmacht. Schon ohne die im August erfolgte Eroberung Kirkuks habe die Autonomiebehörde auf Erdölreserven von 45 Milliarden Barrel gesessen. In den nun unter Kontrolle gebrachten Gebieten lagerten weitere rund 14 Milliarden Barrel. Hinzu kommen noch erhebliche Erdgasvorkommen in Kirkuk...
(Waffen gegen Erdöl? Wolfgang Pomrehn, tp 27.08.2014)
Vgl. Irakische Erdölinfrastruktur 2003. Bild: CIA
Pflügers kenntnisreichen Beitrag "Geopolitischer Albtraum ..." finden Sie in: IP-Die Zeitschrift, vom 15.08.14 - Kategorie: Rohstoffe & Energie, Krieg/Kriegführung, Irak, Syrien).
Wie sagte doch ein Herr Köhler am Pfingstwochenende 2010 nach einem Besuch im Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Scharif:
Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.
Dafür ist der Mann damals rausgeflogen, u. a. weil "Köhler schadet der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, Spiegel Online . Deutschland führe in Afghanistan "keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, sondern es geht um unsere Sicherheit". Wer anderes behaupte oder fordere, "redet der Linkspartei das Wort. Wir wollen keine Wirtschaftskriege". (Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? Die ZEIT 27. Mai 2010)
Die Kritik des Herrn Sozialdemokraten an der Äußerung des damaligen Bundespräsidenten mag man sich auf der Zunge (oder sonstwo) zergehen lassen; - immerhin: Jetzt hat er einen Präsidenten, der Krieg um Wirtschaftsinteressen besser verkaufen kann; besser kommunizieren kann sagt man heute wohl. Der Köhler war mit seinem Tabubruch einfach etwas zu früh dran:
"Wichtiger als die Frage, ob und welche Waffe wir am Ende liefern, ist die Bereitschaft, Tabus beiseite zu legen und offen zu diskutieren. An dieser Stelle sind wir gerade", sagte von der Leyen der ZEIT.
So ist das wohl: R2P is now Right 2 Plunder
Die akutelle Frage ist offenbar: Who's got the Right 2 Plunder? - WE or IS?
gebattmer - 2014/08/27 19:29
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