Demokratieentleerung II: How To Squeeze Greece II
Strategisches Ziel der Spin Doctors für den 17. Juni:
Demoralisieren, so dass statt 65% nur noch 49% wählen, - dann könnte es reichen für eine große Bailout-Coalition ... Ansonsten: Was ist eigentlich aus Gladio geworden? Müsste man nicht über eine neuerliche Operation Prometheus nachdenken?
Eine differenzierte Wahlanalyse von Niels Kadritzke finden Sie bei nds.
Vgl. auch: CRISIS , WHAT CRISIS ? (XX): How To Squeeze Greece
14.05.2012, 19:11 Uhr, aktualisiert 15.05.2012, 06:44 Uhr
Es ist wohl die letzte Möglichkeit, Griechenland doch noch eine Regierung zu geben. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias versucht das Unmögliche: Er will eine Regierung aus Experten formen.
Das Handelsblatt formuliert hier etwas salopp: Unter dem letzten Wurf des Präsidenten stelle ich mir irgendwie was anderes vor, - und dass die Formung einer Regierung aus Experten das Unmögliche sei, will mir nicht recht einleuchten:

Es werden noch Wetten entgegengenommen, dass der Ober-Experte, den der griechische Präsident findet, im Laufe seiner Karriere, die ihn als solchen ausweist, auch mal bei Goldman Sachs beschäftigt war ...
Update 08.06.:
Die Absahner - Who's who in Hochfinanz und Politik
von Geoffrey Geuens - Le Monde diplomatique
... Die routinemäßige Beschimpfung der Finanzmärkte ist eine von PR-Strategen ersonnene politische Rhetorik, die drastisch klingt, in der Praxis aber folgenlos bleibt. Wie schon Barack Obama, der den Verursachern der Krise in den USA die präsidentielle Absolution erteilt hat, werden auch die europäischen Politiker die "gierigen" Spekulanten, die sie noch unlängst an den Pranger gestellt haben, ziemlich rasch begnadigen. Sie kommen nicht umhin, das Image der "ehrenwerten" Vertreter der Oligarchie wiederherzustellen, das zu Unrecht gelitten habe.
Das geht so: Man beruft diese Leute in genau jene Ausschüsse, die mit der Ausarbeitung eines neuen Verhaltenskodex beauftragt werden. Paul Volcker (JPMorgan Chase), Mario Draghi (Goldman Sachs), Jacques de Larosière (AIG, BNP Paribas), Lord Adair Turner (Standard Chartered Bank, Merryll Lynch Europe) und Baron Alexandre Lamfalussy (CNP Assurances, Gortis) - all diese Schlüsselfiguren, die jetzt einen Ausweg aus der Finanzkrise finden sollen, waren direkt mit den großen Unternehmen der Branche verbandelt. Unterstützt von den Medien und einigen Intellektuellen, die noch vor kurzem die Selbstgefälligkeit und blinde Gier der Banker wortmächtig gegeißelt haben, mutieren die "Verantwortungslosen" von gestern plötzlich zu neuen "Wirtschaftsweisen"...
Demoralisieren, so dass statt 65% nur noch 49% wählen, - dann könnte es reichen für eine große Bailout-Coalition ... Ansonsten: Was ist eigentlich aus Gladio geworden? Müsste man nicht über eine neuerliche Operation Prometheus nachdenken?
Eine differenzierte Wahlanalyse von Niels Kadritzke finden Sie bei nds.
Vgl. auch: CRISIS , WHAT CRISIS ? (XX): How To Squeeze Greece
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Update 22.05. Vor der Neuwahl in Griechenland debattieren die deutschen Eliten unterschiedliche Gewaltszenarien zur Sicherung der Kontrolle über Athen. Diskutiert werden neben der Errichtung eines Protektorats auch ein Putsch sowie die Entsendung von "Schutztruppen" in den südeuropäischen Staat.
14.05.2012, 19:11 Uhr, aktualisiert 15.05.2012, 06:44 Uhr
Es ist wohl die letzte Möglichkeit, Griechenland doch noch eine Regierung zu geben. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias versucht das Unmögliche: Er will eine Regierung aus Experten formen.
Das Handelsblatt formuliert hier etwas salopp: Unter dem letzten Wurf des Präsidenten stelle ich mir irgendwie was anderes vor, - und dass die Formung einer Regierung aus Experten das Unmögliche sei, will mir nicht recht einleuchten:

Es werden noch Wetten entgegengenommen, dass der Ober-Experte, den der griechische Präsident findet, im Laufe seiner Karriere, die ihn als solchen ausweist, auch mal bei Goldman Sachs beschäftigt war ...
Update 08.06.:
Die Absahner - Who's who in Hochfinanz und Politik
von Geoffrey Geuens - Le Monde diplomatique
... Die routinemäßige Beschimpfung der Finanzmärkte ist eine von PR-Strategen ersonnene politische Rhetorik, die drastisch klingt, in der Praxis aber folgenlos bleibt. Wie schon Barack Obama, der den Verursachern der Krise in den USA die präsidentielle Absolution erteilt hat, werden auch die europäischen Politiker die "gierigen" Spekulanten, die sie noch unlängst an den Pranger gestellt haben, ziemlich rasch begnadigen. Sie kommen nicht umhin, das Image der "ehrenwerten" Vertreter der Oligarchie wiederherzustellen, das zu Unrecht gelitten habe.
Das geht so: Man beruft diese Leute in genau jene Ausschüsse, die mit der Ausarbeitung eines neuen Verhaltenskodex beauftragt werden. Paul Volcker (JPMorgan Chase), Mario Draghi (Goldman Sachs), Jacques de Larosière (AIG, BNP Paribas), Lord Adair Turner (Standard Chartered Bank, Merryll Lynch Europe) und Baron Alexandre Lamfalussy (CNP Assurances, Gortis) - all diese Schlüsselfiguren, die jetzt einen Ausweg aus der Finanzkrise finden sollen, waren direkt mit den großen Unternehmen der Branche verbandelt. Unterstützt von den Medien und einigen Intellektuellen, die noch vor kurzem die Selbstgefälligkeit und blinde Gier der Banker wortmächtig gegeißelt haben, mutieren die "Verantwortungslosen" von gestern plötzlich zu neuen "Wirtschaftsweisen"...
If voting changed anything, they'd make it illegal.
Emma Goldmangebattmer - 2012/05/16 18:23
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