Zu den aktuellen Machtspielen fiel mir vorhin eine faszinierende Stelle aus einem faszinierenden Roman ein: In "Die Reise der Elefanten" erzählt der portugisische Liternaturnobelpreisträger José Saramago die abenteuerliche Reise eines Dickhäuters von Lissabon nach Wien.... Salomon ist der Name des vier Tonnen schweren und drei Meter großen Helden dieser heiter satirischen Don Quijoterie. Vor gut zwei Jahren ist der Elefant mit seinem Mahut Subhro aus Indien nach Lissabon gekommen. Als verspätetes Hochzeitsgeschenk des portugiesischen Königs Johann des Dritten an Vetter Erzherzog Maximilian und seine Gattin Maria soll er im Jahr 1551 nach Wien reisen. So die Idee der königlichen Gemahlin Katharina von Kastilien. Die Übergabe Salomons wird im spanischen Herrschaftssitz Valladolid erfolgen. Wie der Elefant von da über die Alpen kommen mag, soll Sorge des Vetters sein. Für den Transport nach Valladolid wird im Auftrag des portugiesischen Königs eine stattliche Eskorte zusammengestellt....
Im Verlauf der Reise wird Salomon jedenfalls zum Objekt unterschiedlichster Projektionen, Spekulationen und Kalküle. Als Hochzeitsgeschenk des portugiesischen Königs an den spanischen Herrscher wird er zum politischen Instrument. In Castelo Rodrigo an der Grenze zu Spanien dient er als Vorwand militärischer Machtspiele zwischen portugiesischer Eskorte und einer Delegation des österreichischen Heeres.... [DLF Büchermarkt / Archiv / Beitrag vom 28.07.2010] Hier (klick oben) ein Auszug, der in Saramagos einzigartiger Art zu erzählen erkennen lässt, wie Gewalt im Kopf entstehen und wie sie eskalieren kann! Lesebefehl!! Bilderwelten - Weltbilder: Wenn es keine Metzgermeister mehr gibt, könnten Kriegselefanten helfen ...
Bei dieser Gelegenheit:
+ José Saramago: Kain Der liebe Gott muss dringend in Therapie [FAZ 15.08.2011]
... Wie Saramago selbst einmal äußerte, richtet das Buch sich nicht gegen Gott, sondern gegen die Menschheit, die ihn erfunden hat. Ob Christen, Juden oder Muslime: sie alle legten ihrem Glauben dasselbe anthropomorph-patriarchalische Scheusal zugrunde. Wer im Alter von fast neunzig Jahren, im Angesicht des nahenden Todes, dem Bankrott Gottes und seiner Heilsversprechen mit einer ähnlich unverschämten Gelassenheit entgegenblickt, hat zweifellos das epikureische Ideal der Ataraxie erreicht. Aus dieser angstlosen Ruhe heraus setzt Saramago bei den Wurzeln der abendländischen Überlieferung an und versucht, sie spielerisch zu dekonstruieren - um aufzudecken, dass die Seligkeit, die der monotheistische Gott verheißt, eigentlich die Hölle ist. Erst recht die Opfer, die sie kosten soll. „Die Geschichte ist zu Ende, mehr gibt es nicht zu erzählen“....
Der Focus hat die+++ Ukraine im News-Ticker +++, der ein bisschen erinnert an die CNN-Kampagne zum Irak-Krieg. Vorhin war der noch betitelt "Putin im "Hysteriezustand"? USA und EU drehen an den Daumenschrauben , jetzt schon Enge Freunde: Alt-Kanzler Schröder feiert mit Putin seinen 70. Geburtstag nach.
So schnell ist ein News-Ticker :
[Ein einzigartiges historisches Dokument - als solches sehenswert!]
Der Focus hatte auch einen Ticker zu einem WM-Kampf der Verbände WBO, WBA und IBF, die mir alle nicht bekannt sind, aber Timoschenko-Milizen sein könnten ... Da wurde dann zB gemeldet:
22.46 Uhr: Die Scorpions treten auf und singen "The best is yet to come"
22.35 Uhr: Vitalis Ehefrau Natalia wird später die ukrainische Hymne singen. "Das wird für mich ein ganz besonderer Abend" sagt sie stolz.
22.12 Uhr: Vitali Klitschko ist heute extra aus der Heimat angereist und ist mit dem Herz weiterhin in der Ukraine sagt er.
...
Darauf bin ich zufällig gestoßen, als ich bei der Hauptstelle für Beantwortungswesen "Axel Ukraine" eingab und eben herauskam: Wladimir Klitschko vernichtet Leapai - Axel Schulz: "Das war ein Witz" - und auf dies:
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Das wollte ich gar nicht wissen, aber die Hauptstelle für Beantwortungswesen klärt so doch immer wieder auf, was die Entrepreneurs unter Marktwirtschaft verstehen. Eigentlich wollte ich etwas über Axel erfahren, den die Ursula (Wohlauf in Gottes schöne Welt: Heute mal mit Ursula nach ...) zu einer Verification Mission in die östliche Ukraine geschickt hat* und der - das muss ich mal wieder kritisch einwenden - so gar nicht meinem Bild von einem deutschen Soldaten entspricht. Als Kriegsdienstverweigerer erwarte ich von Soldaten (wenigstens von deutschen!), dass sie im Operationsgebiet in ordentlicher Uniform auftreten und nicht im karierten Hemd (- wie ich als Atheist von Pfarrern erwarte, dass sie Predigten halten mit Gott und Jesus und nicht mit Kennenlernspielen). Für mich verbinden sich Vorstellungen von einem richtigen Krieg immer mit Soldaten, die hinten auf einem Opel Blitz sitzen und losfahren (deshalb fand ich auch seinerzeit Fernsehberichte albern, in denen gezeigt wurde, wie Soldaten in modernen Reisebussen abgeholt wurden, um von irgendeinem Flughafen (anstatt nach Antalya) nach Afghanistan zu fliegen.
Das ist für mich kein richtiger Krieg!
Immerhin: Das ist jetzt doof für Axel, weil er ja auch nicht die Kinder aus der Krippe abholen kann, was Ursula ihm eigentlich zugesagt hatte.
Immerhin beruhigend, dass Ursula noch keine Operation Eagle Claw zur Befreiung der Geiseln vorsieht; - das ist ja auch schonmal grandios in die Tonne gegangen. So wie der Einsatz , den Sie oben sehen in CNN's coverage of the "Shock and Awe" campaign, - die im Übrigen ebenso grotesk in den Arsch ging - also: ansehen!
Vielleicht erklärt dieser Umstand der schleichenden Annäherung von Verfallsformen und Repressionsniveaus zwischen Ost und West auch die ambivalente Haltung der deutschen Öffentlichkeit gegenüber Putin oder China, die ja zwischen Bewunderung und offenem Haß pendelt. In dem Verständnis, das große Teile der Bevölkerung etwa für Putins Agieren in der Krim-Krise aufbringen, kommen die eigenen autoritären Dispositionen, die Sehnsucht nach der harten Hand, die dem Krisenchaos endlich ein Ende. setzen würde, zum Ausdruck, während der Haß auf Russland - neben der »atlantischen« Ausrichtung der entsprechenden Akteure - durch die wichtigste historische Leistung Putins wie der chinesischen KP motiviert ist: Sie haben bis zum heutigen Tag verhindert, daß ihre Länder zu einer Peripherie des Westens zugerichtet werden konnten.
- Na gut, dann ist es eben letzteres, was mich zum Putin-bzw.-Russen-Versteher macht. Ganz abgesehen von der Frage, was eine Nation, die die Ukraine mehrfach besetzt und dort furchtbar gewütet hat, berechtigen kann, überhaupt sich dort einzumischen ...
Die „Putin-Versteher“ sind ja mehrheitlich keine Leute, die diesen Politiker als den Guten im Spiel ansehen. Obwohl das Medienspiel ja genau auf diese Konstruktion hinaus will: Wer nicht für uns ist, der ist für die anderen. Putins Position zu „verstehen“ heißt im Grunde nichts anderes, als das Spiel zu verstehen, und das Verbrechen eines Putin-Verstehers besteht nicht in seinem Verständnis für den Feind, sondern eher darin, dass er das Spiel der eigenen Seite durchschauen könnte. Daher muss der Diskurs hysterisiert werden. Wirklich bezahlen dafür müssen „nur“ die Menschen in der Ukraine. Die gibt es nämlich auch noch. Auch wenn wir sie vor lauter Mythenproduktion vor den militärischen und ökonomischen Interessen kaum noch sehen. Sie wollten Freiheit, und sie bekommen die nächste Version der Postdemokratie.
... Der deutsche NSU-Skandal macht im Gegensatz zur NSA deutlich, wie eine solche Gefährdung der bürgerlichen Freiheiten im noch analogen Zeitalter vor sich geht: mit Leichen, ängstlichen Volksvertretern sowie verselbstständigten Staatsschutzbehörden jenseits jeder politischen Kontrolle; vor allem aber mit einer Bundesregierung, die zwar immer wieder beteuert, den Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ reformieren zu wollen, diesen Ankündigungen jedoch keinerlei Taten folgen lässt...
Die nicht anders als kriminell zu bezeichnende Energie aber, mit der die Sicherheitsexekutive und ihre parlamentarischen Wasserträger die Aufklärung des NSU-Skandals verhindern wollen, gefährdet die bundesrepublikanische Verfassung, unterhöhlt das Vertrauen der Bürger in die Demokratie und schafft eine Sphäre jenseits des Rechtsstaates. Beim Nato-Partnerland Türkei ist treffend von einem „tiefen Staat“ die Rede, einer jenseits der oberflächlich funktionierenden modernen Verwaltung wirkenden Koalition aus Militär, Geheimdienst und Polizei.
Die deutsche Situation stellt sich noch dramatischer dar, führen doch hier nicht nur Dienste und Behörden ein politisch unkontrolliertes Eigenleben, sondern die gewählten demokratischen Institutionen selbst schirmen dieses Eigenleben vor der Öffentlichkeit ab...
I’m using that term (coined by William Keegan of The Observer) advisedly, not just to be colorful. At least as I define it, sadomonetarism is an attitude, common among monetary officials and commentators, that involves a visceral dislike for low interest rates and easy money, even when unemployment is high and inflation is low. You find many sadomonetarists at international organizations; in the United States they tend to dwell on Wall Street or in right-leaning economics departments. They don’t, I’m happy to say, exert much influence at the Federal Reserve — but they do constantly harass the Fed, demanding that it stop its efforts to boost employment.
And when I say that the dislike for low rates is visceral, I mean just that. While sadomonetarists may offer what sound like coherent analytical rationales for their policy views, they don’t change their policy views in response to changing conditions — they just invent new rationales. This strongly suggests that what we’re looking at here is a gut feeling rather than a thought-out position.
The US State Department, via spokeswoman Jennifer Psaki, said that reports of CIA Director John Brennan telling regime changers in Kiev to "conduct tactical operations" - or an "anti-terrorist" offensive - in eastern Ukraine are "completely false". This means Brennan did issue his marching orders. And by now the "anti-terrorist" campaign - with its nice little Dubya rhetorical touch - has degenerated into farce.
Now couple that with NATO secretary general, Danish retriever Anders Fogh Rasmussen, yapping about the strengthening of military footprint along NATO's eastern border: "We will have more planes in the air, mores ships on the water and more readiness on the land."
Welcome to the Two Stooges doctrine of post-modern warfare.
Ukraine is for all practical purposes broke. The Kremlin's consistent position for the past three months has been to encourage the European Union to find a solution to Ukraine's dire economic mess. Brussels did nothing. It was betting on regime change to the benefit of Germany's heavyweight puppet Vladimir Klitschko, aka Klitsch The Boxer.
Regime change did happen, but orchestrated by the Khaganate of Nulands - a neo-con cell of the State Department and its assistant secretary of state for European and Eurasian Affairs Victoria Nulands. And now the presidential option is between - what else - two US puppets, choco-billionaire Petro Poroshenko and "Saint Yulia" Timoshenko, Ukraine's former prime minister, ex-convict and prospective president. The EU is left to pick up the (unpayable) bill. Enter the International Monetary Fund - via a nasty, upcoming "structural adjustment" that will send Ukrainians to a hellhole even grimmer than the one they are already familiar with.
Once again, for all the hysteria propagated by the US Ministry of Truth and its franchises across the Western corporate media, the Kremlin does not need to "invade" anything. If Gazprom does not get paid all it needs to do is to shut down the Ukrainian stretch of Pipelineistan. Kiev will then have no option but to use part of the gas supply destined for some EU countries so Ukrainians won't run out of fuel to keep themselves and the country's industries alive. And the EU - whose "energy policy" overall is already a joke - will find itself with yet another self-inflicted problem.
The EU will be mired in a perennial lose-lose situation if Brussels does not talk seriously with Moscow. There's only one explanation for the refusal: hardcore Washington pressure, mounted via the North Atlantic Treaty Organization (NATO).
Again, to counterpunch the current hysteria - the EU remains Gazprom's top client, with 61% of its overall exports. It's a complex relationship based on interdependence. The capitalization of Nord Stream, Blue Stream and the to-be-completed South Stream includes German, Dutch, French and Italian companies.
So yes, Gazprom does need the EU market. But up to a point, considering the mega-deal of Siberian gas delivery to China which most probably will be signed next month in Beijing when Russian President Vladimir Putin visits President Xi Jinping...
Da liegt nämlich - so Escobar - der Schlüssel zum Verständnis der Ukraine-Strategien der USA und der EU. So in der hiesigen Presse noch nicht beleuchtet:
Gazprom CEO Alexey Miller had met with China National Petroleum Corporation chairman Zhou Jiping in Beijing on Wednesday. They were on their way to sign the 30-year, mega-contract deal to supply China with Siberian natural gas "as soon as possible". Probably on May 20, when Putin goes to Beijing.
Now this is the genuine article. Pipelineistan meets the strategic partnership Russia-China, as solidified in the BRICS and the Shanghai Cooperation Organization, with the tantalizing prospect of pricing/payment bypassing the petrodollar, otherwise known as the "thermonuclear option". Ukraine, compared to this, is a mere sideshow...
Es ist bekannt, daß eine gewisse Psychologie das Große aus kleinen Ursachen erklärt und in der richtigen Ahnung, daß alles, wofür der Mensch kämpft, Sache seines Interesses ist, zu der unrichtigen Meinung fortgeht, es gebe nur »kleine« Interessen, nur die Interessen stereotyper Selbstsucht. Es ist ferner bekannt, daß diese Art Psychologie und Menschenkunde besonders in Städten sich vorfindet, wo es dann noch überdem für Zeichen eines schlauen Kopfes gilt, die Welt zu durchschauen und hinter den Wolkenzügen von Ideen und Tatsachen ganz kleine, neidische, intrigante Mannequins, die das Ganze am Fädchen aufziehen, sitzen zu sehen. Allein es ist ebenfalls bekannt, daß, wenn man zu tief ins Glas guckt, man sich an seinen eigenen Kopf stößt, und so ist denn die Menschenkunde und Weltkenntnis dieser klugen Leute zunächst ein mystifizierter Stoß an den eigenen Kopf. [Karl Marx - Debatten über Preßfreiheit ...]
Passt das nicht wunderbar zu den akutellen Putin-Deutungen des Musters Interessen stereotyper Selbstsucht? Ansonsten:
In Burks' Blog finden Sie den Eintrag Afrika ist überall oder: Kamikaze Economics and the EU’s leg breaker und dort sehr interessante Informationen und Links, z.B. auf das “Briefing Paper” (pdf) vom “Royal United Services Institute for Defence and Security Studies” (via Fefe) von Igor Sutyagin and Michael Clarke: “Ukraine Military Dispositions – The Military Ticks Up while the Clock Ticks Down”. Die Autoren analysieren, warum es eher wahrscheinlich ist, dass Russland bestrebt ist, die Ukraine aufzuspalten – wie es der Westen mit dem ehemaligen Jugoslawien gemacht hat....
Ein weiterer Punkt ist, dass die russische Militärindustrie zu einem relevanten Teil von Importen aus der Ukraine abhängt...
Sehr hübsch auch die Pointe, dass der ukrainische Konzern Yushmash, vom dem die interballistischen Raketen Russlands hergestellt werden, im letzten Jahr einen Kooperationsvertrag mit der deutschen Firma Claas abgeschlossen hat – natürlich nur über “landwirtschaftliche” Maschinen... Lesebefehl!!
Nachtrag, den Gaspreis betreffend:
Das verstehe ich nicht: Die Ukraine will den Gaspreis für die Bevölkerung ab dem 1. Mai drastisch um 50 Prozent erhöhen und damit die Voraussetzung schaffen für nötige Kredite des Internationalen Währungsfonds; entsprechend hat Russland den Gaspreis für die Ukraine erneut deutlich erhöht - und dann ist das auch wieder nicht recht ... Wer soll denn nun den Gaspreis für wen erhöhen??
Ich kann erstmal nur festhalten: Mein Gaspreis wird gefälligst nicht erhöht, sonst ... .... Fracking! Oder Fuck me running ...
Nachtrag zur völkerrechtlichen Bewertung dessen, was auf der Krim stattgefunden hat: Sezession, Referendum, Beitritt ist etwas anderes als Annexion (FAZ 07.04.2014)
Reinhard Merkel lehrt Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg:
Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts). Hätte aber Russland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein; die ukrainische Verfassung bindet Russland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein; jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein....
Sehr schön bei Burks' Blog die Bebilderung der folgenden Meldung:
Nach längeren internen Debatten hat sich die Bundesregierung nach Informationen des SPIEGEL bereiterklärt, die osteuropäischen Mitgliedstaaten der Nato militärisch zu unterstützen. Deutschland werde sich, wo immer es sinnvoll sei, an verstärkten Routineoperationen im Bündnisgebiet beteiligen, heißt es aus dem Umfeld von Außenminister Frank-Walter Steinmeier.
Z. B. so:
Deutsche Soldaten bei Routineoperationen im Bündnisgebiet bei Lwiw (Lemberg) Weiterlesen!!
Die Firma Reemtsma auf der Krim
Am 22. Juni 1941 begann der Krieg gegen die Sowjetunion. Drei Monate später erreichten die Truppen der Wehrmacht den Zugang zur Halbinsel Krim. Im Oktober und November 1941 wurde die Krim fast vollständig von deutschen Truppen besetzt. Die deutsche Herrschaft dauerte mehr als zwei Jahre...
Für die deutsche Kriegswirtschaft stand die Eroberung der Krim nicht nur aus militärischen Gründen im Vordergrund. Die ausgedehnten Ackerflächen im nördlichen Teil der Halbinsel (der „Steppenkrim“) sollten von deutschen Siedlern in Besitz genommen werden. Der südliche Teil der Krim (die „Gebirgskrim“) war wegen der vielfältigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse (Tabak, Wein, Obst, Früchte) für die Versorgung des Deutschen Reiches und der im Osten kämpfenden Truppe von besonderer Bedeutung.
Aufgrund ihrer Nähe zur Ostfront erhielt die Krim nie den Status eines besetzten Gebietes mit deutscher Zivilverwaltung. Sie blieb immer militärisches Operationsgebiet, in dem Zivilisten nicht erwünscht waren. Dies machte die Tätigkeit deutscher Wirtschaftsunternehmen schwierig. Die Weiterführung der Landwirtschaft und die Wiederingangsetzung von Fabriken erfolgten deshalb durch spezielle Dienststellen der Wehrmacht. In Simferopol, der Hauptstadt der Krim, wurde zu diesem Zweck das „Wirtschaftskommando Krim“ eingerichtet, das seinerseits ein eigenes Tabakreferat unterhielt.
Das ist immer recht hübsch bebildert mit Bewohnerinnen der Krim, die die Tabaksetzlinge einbringen, ...
Die Bilder zeugen [auch] vom Interesse des Fotografen an der Lebensweise der Krimtataren... Sie figurieren als (wenn auch fremdartige) Elemente des Lebens auf der Krim. Anders als im Fall der — im Album an keiner Stelle vertretenen — Juden erscheint eine Koexistenz offensichtlich möglich. [????]*
... oder auch bebildert mit Tätern wie
Paul Schätz und Helmut Wagner (Foto links oben) [Die] gehörten zu den ersten Reemtsma-Angestellten auf der Krim. Sofort nach ihrer Ankunft in Simferopol im Dezember 1941 organisierten sie die Verladung des erbeuteten Rohtabaks ins Reich. Nach der Stabilisierung der militärischen Lage leiteten sie den Wiederaufbau der Tabakfabriken der Krim für die Firma Reemtsma in die Wege.
Der Reemtsma-Angestellte Otto Wiesemann (Foto links unten) war vor dem Krieg als aktiver Propagandist der SA hervorgetreten.* Im Krieg leitete er das Tabakreferat des Wirtschaftskommandos Krim. Nach dem Krieg musste Wiesemann aus politischen Gründen vom Reemtsma-Konzern entlassen werden.
... Da kann einem ja der Wiesemann fast leid tun und wenn er noch lebte, würde er bestimmt die Timoschenko oder den Poroschenko tabakreferatsmäßig unterstützen wollen bei der Integration der Tabakproduktion auf der Krim in den Europäischen Binnenmarkt. Da war er ja in der Gündungsphase dabei ...
Nun müssten wir noch etwas erfahren über die Geschichte der Karl Marx Kiev Confectionery Factory (siehe unten) während der der 778 Tage deutscher Besetzung Kiews.
Wahrscheinlich hat sie unter der Leitung des Schokoladenreferats des Wirtschaftskommandos Ukraine Scho-Ka-Kola für Sprengel hergestellt ...
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* Wer verantwortet eigentlich solche Texte (Text: Rainer Fröbe, Alla Ehrlich) ??? HistorikerInnen, die meinen die Perspektive des Fotografen zu rekonstruieren, aber darüber jede Perspektive und jede Sensibilität verlieren dafür, was man sagen kann. Oder HistorikerInnen, die einfach nur mietmaulmäßig für Reemstma schreiben ...
Erstaunlich, was sich auftut, betrachtet man die Realität als in Filmen vorweggenommen. Das war bei 9/11 mit den Katastrophenfilmen so; dass nun allmählich rauskommt, dass die €-Maidan-Ukraine-Geschichte auf einem Kinderbuch von Roald Dahl und der Verfilmung von Tim Burton beruht, ist schon härter. Betrachten Sie zunächst die Inszenierung des Auftritts von Wonka-Poroschenko:
The Kiev Gate ist sofort zu erkennen, die Massen vor dem Tor und die Auserwählten, die das Reich des Schokoladenmoguls betreten, sind unschwer zu identifizieren: Julia Timoschenko als Violet Beauregarde und Viltali Klitschko (wahlweise Frank Steinmeier) als Augustus Gloop. Zu klären bleibt nur noch, wer in der aktuellen Inszenierung die Umpa-Lumpas (engl. Oompa Loompas) sind. Der Oligarch als Retter (Florian Rötzer, tp 30.03.2014) wird im Film wunderbar vorweggenommen; leider bleiben Violet-Julia und Vitali-Augustus auf der Strecke, aber die Roshen-Schokoladen werden ihren Weg finden in die fucking EU, die die Untertitel zum Film zu schreiben versucht.
Johnny Depp - übrigens ganz großartig in der Rolle des Willy Wonka - im Gesprach mit Petro Poroschenko!
Sehr schön, dass es das Schokoladen-Branchenbuch "Schoko Guide" gibt mit einem Eintrag über Roshen. Hier können wir erfahren, dass zum Imperium auch die Karl Marx Kiev Confectionery Factory gehört, was als Ironie der Geschichte durchgehen kann, wenn Marx' Laden jetzt in die EU drängt.
Es gibt aber auch einen sehenswerten Dokumentarfilm: Michael Blum, Charlie Marx and the Chocolate Factory, 2008
Charlie Marx and the Chocolate Factory started as an investigation of the link between politics and chocolate, at the Karl Marx Confectionary Factory in Kiev, Ukraine ... and unravels as a reflection on its own failure, and yet keeps on investigating what has always been at stake: the shift from public to private property (and from analog to digital technology), dialectics of permanence and change, language as a mirror of ideology, and post-Soviet oligarchy culture.
Recommended for Marxists with a sweet tooth!
Michael Blum sagt In dem Interview am Ende des Films:
If Poroschenko is today's update of Willy Wonka, I wonder who Karl Marx' update will be.
Dass wir nicht allein waren mit der Idee, dass Poroschenko und Wonka etwas mit einander zu tun haben, hätten wir nicht gedacht. - Nach einer Idee von Alissa B.
Update 25.04.:
Wie ich jetzt erfahre findet die “Osteuropasprecherin” der Grünen, er sei die beste Wahl:
“So seltsam es klingen mag: Ich wäre durchaus erleichtert, wenn der Schokoladen-Oligarch Petro Poroschenko Ministerpräsident würde. Er hat meines Erachtens die Autorität und Klugheit, den Zusammenhalt des Landes zu organisieren.... Ein Modernisierungsprozess bedeutet aber, dass es auch Verlierer geben wird und die werden eher im Osten der Ukraine leben."
Und auf die Frage: Wie blickt Bremen nach Kiew? (- weil sie doch für die Bremer Grünen im Bundestag sitzt), antwortet sie:
"Ich bin sicher, dass in Bremen das Bewusstsein da ist, dass Ost- eigentlich Mitteleuropa ist.”
Da geht es den Bremern wahrscheinlich wie den US-Bürgern, von denen auch nur jeder 6. weiß, wo die Ukraine genau liegt ...
Ein Beitrag aus dem Jahr 2012 über einen Krieg im Jahr 1999. Einer ist inzwischen geständig, ein anderer (Mietmaul & The Drums Of War) hat gar nichts gemerkt und arbeitet für BMW.
Während des 78tägigen Bombardements der Bundesrepublik Jugoslawien im Frühjahr 1999 hat der westliche Militärpakt 2300 Luftangriffe geflogen, auf Donau-Brücken, Fabriken, Kraftwerke, Kliniken, Schulen und Wohnhäuser. 22000 Tonnen Sprengstoff sind eingesetzt worden, zudem 1300 Marschflugkörper und 37000 Streubomben. Bis heute weigert sich die NATO, die Pläne herauszugeben, wo überall mit »Depleted Uranium«, dem hochgiftigen und radioaktiven abgereicherten Uran, bombardiert wurde. Nach serbischen Behördenangaben sind durch die Attacken vom 24. März bis 10. Juni 1999 mehr als 1000 Soldaten getötet worden und bis zu 2500 Zivilisten, darunter 89 Kinder. (junge Welt vom 29.03.2014) Der damalige NATO-Sprecher Jamie 'colateral damage' Shea described the civilians killed by the NATO bombing of Serbia in the effort to prevent the Serbs from retaining Kosovo as the "cost to defeat an evil"
24.03.1999: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Heute Abend hat die NATO mit Luftschlägen gegen militärische Ziele in Jugoslawien begonnen ..." (Gerhard Schröder)
Im italienischen Piacenza starten deutsche Kampfjets gegen Jugoslawien. Es ist der erste Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Henning Hensch aus Lütjenburg hat viel nachgedacht in den letzten zwölf Jahren. Er ist im Kosovo Teil einer Geschichte geworden, die ganz Deutschland bewegt hat. Eine Geschichte, mit der ganz Deutschland belogen worden ist - sagt er. Henning Hensch war Polizist. Er hatte schon viel gesehen vor diesem 29. Januar 1999 in der kosovarischen Ortschaft Rugovo, doch so etwas noch nicht. Vor allem hätte Henning Hensch es nicht für möglich gehalten, wie dieses Ereignis Monate später gedeutet wird. Rudolf Scharping, der damalige Verteidigungsminister, hat die Bilder aus Rugovo benutzt. Als Beweise für ein Massaker von Serben an unschuldigen Kosovo-Albanern. Doch für Henning Hensch beweisen die Bilder nicht ein Massaker, sondern sie sind Aufnahmen bei einem Gefecht. Nur habe das damals der Bundesregierung nicht gepasst. (NDR Fernsehen 15.01.2012 19:30 Uhr - Zeitreise: Als Beobachter im Kosovo - Videomitschnitt nicht mehr verfügbar)
... We are also using almost all precision strike weapons when the targets are point targets, and in some cases we are actually attacking individual tanks on the ground with laser guided weaponry. The reason for this is it is a very efficient means of attack, it reduces collateral damage and it reduces the continuing exposure of aircraft going after the same target. So by comparison with previous air campaigns you might recognise that this is a high ratio of support to strike. The reason is that the strike is very, very efficient and effective....
Als am Mittwochabend der deutsche Fernsehmoderator Claus Kleber über den Siemens-Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser wie ein Strafgericht hereinbrach, erlebte der Zuschauer eine Sternstunde der Selbstinszenierung des Journalismus. Unerbittlich nahm Kleber den Mann in die Zange...
Diese Inquisition, die auch in ihrem nur dem Remmidemmi verpflichteten Desinteresse daran, was Kaeser von Putin denn gehört haben könnte, alles in den Schatten stellt, was man an Vaterlandsverratsrhetorik aus dem wirklichen Kalten Krieg kannte, ist überhaupt nur als Symptom journalistischen Übermenschentums diskutierbar und wird dadurch allerdings auch über den peinlichen Anlass hinaus interessant. Beharren auf einer normativen Deutung dessen, was die westlichen Sanktionen angeblich bedeuten, verwandelt Journalismus in Politik ...
"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt."
Charles Lewinsky, Der A-Quotient
Wise Man Says II
"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater."
Frank Zappa
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