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Europa. Ein Wintermärchen - Kaputt (- oder: Die Jungfer Europa und BBk II)

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen - CAPUT I

Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse
.


... Eine konkrete Utopie meines alten Freundes Harry (Es wächst hienieden Brot genug/Für alle Menschenkinder,/Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,/Und Zuckererbsen nicht minder.) aus dem Jahr 1844, - immer wieder zum Lesen empfohlen!

Eine frühere Version des Europa-Mythos findet sich in Ovids Metamorphosen. Nach Ovid verwandelt sich Jupiter (röm. für Zeus) in einen Stier, ein besonders kräftiges, aber sehr friedlich aussehendes Exemplar mit reinem, schneeweißen Fell und kleinen Hörnern, die aussehen, als habe sie ein Künstler angefertigt. Jupiter mischt sich unter eine Herde königlicher Stiere, die Mercurius (röm. für Hermes) zuvor zum Strand getrieben hat, und nähert sich so Europa, die mit ihren Gefährtinnen am Strand ist. Europas Furcht ist bald überwunden, sie spielt mit dem Stier, füttert ihn, streichelt ihn und umwindet seine Hörner mit Blumen. Schließlich traut sie sich, auf seinen Rücken zu steigen – da geht der Stier ins Wasser und schwimmt aufs offene Meer hinaus. Er bringt sie nach Kreta, wo er seine Stiergestalt ablegt und sich offenbart....

Die eigentliche Offenbarung ereignete sich 1948, als Europa und der Stier in dieser Gestalt erschienen
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... die 65 Jahre später leider so aussehen
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... so bereits 1905 vorausgesehen von Marian Wawrzeniecki (1863-1943): - Der Stier zum schnaubenden Marktbullen optimiert, der die Jungfer Europa zur halb skelletierten Maastricht-Hure macht.

Bezeichnend dann auch, dass man über den Maler bei der Hauptstelle für Beantwortungswesen (mit der Maßgabe: Seiten auf Deutsch) ausschließlich Hinweise auf Seiten wie ARTPRICE - WELTMARKTFÜHRER FÜR KUNSTMARKTINFORMATIONEN bekommt; - ein schöner Beleg für die Marktbullenhaftigkeit der gesamten Veranstaltung!
Ich würde gern mehr über Marian Wawrzeniecki (1863-1943) wissen. Zunächst wenigstens sein Vor-Blick auf die Maastricht-Hure Europa:

Marian_0345

PS: Über den Grafikdesigner, Schriftentwerfer und Briefmarkenkünstler Max Bittrof, der den oben gezeigten 5-Mark-Schein gestaltet hat, erfährt man mehr. U. a. gibt es einen Verweis auf seine bzw. der Bundesbank Reservebanknoten von 1960: Geheime Notfallwährung: Die Mark, die nie in Umlauf kam.
320px-10_dm_bbkII_bdr_vs
Vielleicht sind die 25,3 Milliarden Mark in 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Mark-Scheinen ja noch irgendwo und für einen Nacht-und-Nebel Austritt aus der €-Zone zu gebrauchen ...
Nur mal so nachgefragt.

Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ... (IV): Pushed Back

PRO ASYL über illegale Push-Backs: Nach der Veröffentlichung eines PRO ASYL-Berichts über systematische völkerrechtswidrige Push-Back-Operationen an der griechischen EU-Außengrenze stehen Griechenland, Frontex und die EU international in der Kritik. Frontex gerät mehr und mehr unter Druck, den Einsatz an den griechischen Grenzen aufgrund der Menschenrechtsverletzungen an der Land- und Seegrenze abzubrechen.

asyl_pushbackMonatelang kursierten Gerüchte, dass Flüchtlinge, die größtenteils aus Syrien stammen, an der griechischen Landgrenze von maskierten Sonderkommandos misshandelt und völkerrechtswidrig zurückgewiesen werden. Der PRO ASYL-Bericht „Pushed Back“ hat diese Praxis anhand zahlreicher Zeugenaussagen von Betroffenen belegen können und zeigt, dass die illegalen Push-Backs der Sonderkommandos systematisch geschehen. So werden etwa auf griechischen Inseln landende Flüchtlinge von solchen Sonderkommandos meist unter massivem Gewalteinsatz in türkische Gewässer zurückgebracht und dort in oft seeuntauglichen Booten mitten auf dem Meer ausgesetzt. Der Bericht hat international zahlreiche Reaktionen hervorgerufen.

UNHCR
äußerte in einem Statement, die Zahl und das Ausmaß der mutmaßlichen Ereignisse seien besorgniserregend. Ein Teil der im Bericht genannten Methoden gleiche Aussagen über Push-Back-Operationen, die dem UNHCR vorlägen. „2013 hat UNHCR über Zeugenaussagen von Flüchtlingen etliche Angaben über solche Push-Backs an Land- und zunehmend auch Seegrenzen erhalten“, bestätigte UNHCR.
[Deutsche Zusammenfassung des Berichts mit Fallberichten]

Heribert Prantl schreibt dazu heute:
adh_logo_2".... Die syrische Katastrophe und die deutsche Hilfe stehen völlig außer Verhältnis. So viel Elend vor den Toren Europas war selten; so wenig Schutz war nie. Die Sparsamkeit bei den Aufnahmequoten ist zum Heulen; und die Zustände an der EU-Außengrenze sind zum Toben. Sie sind ein Verbrechen ..." (Süddeutsche Zeitung, 22.11., S. 4)
Verknüpfen Sie das bitte noch mit der Meldung unten über die Ausforschung syrischer Flüchtlinge durch die "Hauptstelle".
Dass - gibt man bei der Hauptstelle für Beantwortungswesen Syrien / Flüchtlinge ein - ganz oben eine Anzeige der Aktion Deutschland Hilft erscheint, ist gut programmiert, aber irgendwie auch widerlich, wenn ein Herr Steinmeier einen dort als Schirmherr angrinst, der doch spätestens als Bundesminister des Auswärtigen (2005 bis 2009), wenn nicht früher mit dem Aufbau von Frontex verantwortlich befasst war!

Vgl. auch:
- Bernd Kasparek: Von Schengen nach Lampedusa, Ceuta und Piräus: Grenzpolitiken der Europäischen Union. Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 47 / 18.11.2013 - Thema: Europas Grenzen
- Kontext TV: Der stille Krieg gegen die Flüchtlinge
- United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR): Greece: A Way into Europe
- GBlog: Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ...
- und immer und immer wieder: Asian Dub Foundation - Fortress Europe

Hauptausschuss / Sprachregelung

Der Hauptausschuss verfügt: Es sind künftig bei Fragen von öffentlichem Interesse nur noch entweder bzw. je nachdem die Hauptstelle für Befragungswesen und/oder die Hauptstelle für Beantwortungswesen anzusprechen.

Das Ministerium für Wahrheit wird dann in Zusammenarbeit (PPP) mit Allensbach die allgemein verbindlichen Antworten auf alle Fragen veröffentlichen.



Update 28.11.: Bekommt der Bundestag ein temporäres "Politbüro"?

Newspeak gambit (IV) oder: Das Ministerium für Wahrheit gibt bekannt: Die Hauptstelle für Befragungswesen (HBW)

steht in irgendkeinem Verhältnis zu anderen staatlichen Stellen:

"Dieses Verhältnis berührt das Staatswohl und ist daher in einer zur Veröffentlichung vorgesehenen Fassung nicht zu behandeln, was nicht bedeutet, dass die Behauptung, die Hauptstelle für Befragungswesen sei dem Bundesnachrichtendienst zuzuordnen, zutreffend ist oder nicht."
[Antwort der Bundesregierung (BT) · Drucksache (BT) 17/11597 vom 21.11.2012 auf eine Kleine Anfrage (BT) Hans-Christian Ströbele u.a. · Drucksache (BT) 17/11306]

Das Staatswohl wird in letzter Zeit häufiger bemüht, wenn es darum geht, nichts zu sagen (bzw. "Nichts" zu sagen). Immerhin wird die Existenz der Haupstelle für Befragungswesen nicht geleugnet!
In diesem Zusammenhang wird gern der Begriff "Sicherheitsarchitektur" verwendet; - auch ein schönes Wort.

hauptstelle2
Sicherheitsarchitektur, alt und kaputt: ehemalige Hauptstelle für Befragungswesen: Prinz-Albrecht-Straße 8

- NDR: Geheimdienst macht Druck auf Asylbewerber
- Süddeutsche Zeitung, 19. November : Geheimer Krieg - Deutsche Behörde horcht Asylbewerber aus.
- Ulla Jelpke, linksfraktion.de - 20.11.2013: Asylsuchende »abgeschöpft« :
Laut einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag werden etwa zehn syrische Flüchtlinge jeden Monat von der Hauptstelle für Befragungswesen befragt, dazu kommen Schutzsuchende aus Somalia und Afghanistan.
- Die ZEIT vom 21. Juli 1967 (!!!): Fragen aus dem Dunkeln - Dubiose Bundesbehörde ohne Rechtsgrundlage

Die Hauptstelle für Beantwortungswesen verweist i. Ü. auf das Stadtbranchenbuch für Berlin, das immerhin Adresse und Telefonanschluss der Hauptstelle für Befragungswesen - Amt Berlin Schmargendorf - nennt und ansonsten verzeichnet:

hauptstelle1



Das WWW ist eine große Ironikerin (vgl. auch diesen wunderschönen Beitrag!) - und so nehme ich die 2.0-Einladung an, bewerte sofort und bin gespannt:
hauptstelle3


PS: Ich hätte es auch lokal angehen können: Das Stadtbranchenbuch für Hannover findet die Hauptstelle für Befragungswesen im Telefonbuch Hannover Bult! Kann man ja mal ansehen den Laden in der Plathnerstr. 5B; - vielen Dank für den Hinweis.
Freundliche Grüße - Ihr Stadtbranchenbuch-PowerUser

PS2: Meine Lieblings-HAZ war für mich vor Ort: ... Dort soll auch eine Außenstelle der HBW sein, und dafür spricht auch einiges – etwa das Metallschild an der Eingangstür des geklinkerten Büro- und Gewerbekomplexes: „HBW – 3. OG“. Klingel? Briefkasten? Gibt es ebenso wenig wie eine Telefonnummer. Im dritten Stock befindet sich ein Bildungsinstitut. Im zweiten Stock steht auf dem Klingelschild „K. Mustermann“. Ah, denkt man. Und klingelt. Aber da ist niemand. Man folgt im Erdgeschoss zwei kleineren HBW-Schildern, landet im Innenhof des Areals mit Möbellager, Fitnesscenter und Musikschule und entdeckt einen freien Parkplatz, reserviert für „HBW“. Und der dazugehörige Arbeitsplatz? Menschen, die glaubhaft versichern, sich auf dem Gelände am Bahndamm gut auszukennen, schütteln mit dem Kopf: „Keine Ahnung.“ Alles andere wäre einer Tarnorganisation wohl auch unwürdig.
21.11.2013 / HAZ Seite 3 Ressort: BLIZ

PS3 - 22.11. - : Die Redaktion überprüft meine Bewertung der Hauptstelle immer noch!
PS4 - 28.11. - : Die Redaktion überprüft meine Bewertung der Hauptstelle immer noch!
PS4 - 03.12. - : Die Redaktion überprüft meine Bewertung der Hauptstelle immer noch!

Hildebrandts Vermächtnis: Stoertalk - "Ausreden"

Schon wieder eine Talksendung im deutschen Fernsehen? Ja und zwar ganz anders: Freie Themenwahl und keine Moderation, das ist der Stoertalk in Spielfilmlänge.

Unter den Ausredenden waren Dieter Hildebrandt, Richard Gutjahr, Harald Welzer und Sandra Kreisler .

Störsender.tv, 06.09.2013 - vermutlich sein allerletzter Auftritt ....



Es lohnt statt ferzusehen sich die Zeit zu nehmen, dies zu sehen - und damit Abschied zu nehmen von Dieter Hildebrandt.

Rechtsextremismus - Neonationalsozialismus - Antisemitismus

Der Politologe Hajo Funke im Gespräch mit Joachim Scholl: DLF Zwischentöne
Durch den NSU-Prozess wurde er zu einem gefragten Experten: Der Berliner Politologe Hajo Funke, Jahrgang 1944, ist einer der profiliertesten Erforscher des Rechtsextremismus in Deutschland. Durch zahlreiche Bücher hat er sich auch auf dem Gebiet der Antisemitismus-Forschung einen Namen gemacht...
Dass diese beruflichen Felder stark mit seiner persönlichen Vita und frühesten Prägungen zusammenhängen, auch davon sprach Hajo Funke in den "Zwischentönen" im Deutschlandfunk.
Hörbefehl!!

Sehr empfehlenswert ist auch Prof. Dr. Hajo Funkes Blog "Politik & Zeitgeschehen"

Funke verweist u.a. auf einen jüngeren ARD-Beitrag über Esther Bejarano : Die Unermüdliche; vgl. dazu auch Archäologie LXXII: Per La Vita - Esther Bejarano hier bei GBlog!

Death by Worksheet (II): Koalitionsgespräche 2013

Ich stelle mir die Koalitionsgespräche so vor, wie nach dem neuesten Paradigma Unterricht abläuft:

Kurzentwurf:
Lehrerin kommt rein (hier sogar Team-Teaching), M&G stellen Zusammenhang zur letzten Stunde her und legen (stummer Impuls) eine Folie auf (hier: Ergebnis der Wahlen - Sitzverteilung im neuen Bundestag) ;
--> TN entdecken die Leitfrage: Wie bilden wir eine Große Koalition?
--> Lehrer&in verteilen Arbeitsblätter und erläutern die Aufgabenstellung: Wir arbeiten jetzt in Gruppen, arbeitsteilig zu den Themen Verkehrs-, Energie, Steuer- usw. Politik. Ihr habt Zeit bis Ende November und dann präsentiert ihr eure Ergebnisse auf Folie oder mit PowerPoint. Denkt daran, was wir bei den Methodentagen zur Präsentationskompetenz erarbeitet haben!

Ende November: Lehrer&in moderieren Präsentation der Arbeitsgruppen (OHF/PPP), alle TN applaudieren nach jeder Präsentation und geben Feedback zur gezeigten Präsentationskompetenz (zunächst das Positive, dann Hilfen zur Optimierung der Präsentation).

Lehrer&in: Prima, das habt ihr toll gemacht; ich lade heute Abend die Präsentationen auf gov.Serv zum Runterladen für alle hoch. Wir können also jetzt den Koalitionsvertrag schließen, in dem wir uns alle verpflichten, uns gegenseitig zuzuhören, uns ausreden zu lassen, einander nicht zu unterbrechen und uns gegenseitig wert zu schätzen. [Alle TN applaudieren.] Ich danke euch nochmals für die tolle Mitarbeit. Wer schreibt das auf ein Lernplakat zum Aufhängen? - Wir müssen jetzt nur noch überlegen, wer welches Amt übernimmt!
TN: Aber wir haben doch in den Gruppen schon Gruppensprecher gewählt!
Lehrer&in: Ich finde das toll, dass ihr so selbständig arbeitet. Wir wollen dann in der nächsten Zeit weiter so arbeiten und dabei unsere Präsentationskompetenz noch weiter verbessern ....

The lefthand glove puppet argues with the righthand glove puppet!

Kommentar (updated):
Why Politics Fails - Nothing will change until we confront the real sources of power.
By George Monbiot, published in the Guardian 12th November 2013 [Immerhin 985 comments bis jetzt/Nov 12/19:45]

... Since Blair’s pogroms, parliament operates much as Congress in the United States does: the lefthand glove puppet argues with the righthand glove puppet, but neither side will turn around to face the corporate capital that controls almost all our politics. This is why the assertion that parliamentary democracy has been reduced to a self-important farce has resonated so widely over the past fortnight.

So I don’t blame people for giving up on politics. I haven’t given up yet, but I find it ever harder to explain why. When a state-corporate nexus of power has bypassed democracy and made a mockery of the voting process, when an unreformed political funding system ensures that parties can be bought and sold, when politicians of the three main parties stand and watch as public services are divvied up by a grubby cabal of privateers, what is left of this system that inspires us to participate?

www.monbiot.com

Ersetze 'Blair' durch 'Schröder' und die von Monbiot zitierten Symptome der faktischen Herrschaft des corporate capital in Großbritannien durch die hiesigen und komme zu dem Schluss: The political role of business corporations is generally interpreted as that of lobbyists, seeking to influence government policy. In reality they belong on the inside. They are part of the nexus of power that creates policy.

Seinerzeit nannte man das "Staatsmonopolistischer Kapitalismus", heute nennt man es "Postdemokratie". Man könnte diese Herrschaftsform "postdemokratisch-staatsmonopolistischer Kapitalismus" nennen, wenn denn das Benennen irgendwie helfen würde ...

Kleiner Lehrgang: Punk Economics - Women's wedges and the future of European Nation States

Was hat Mario Draghi mit Salvatore Ferragamo zu tun? Um was geht es eigentlich in der Eurokrise? Und wie wird das Kapitel dereinst enden? David McWilliams, «Punk»-Ökonom aus Dublin, beantwortet all diese Fragen und noch viele mehr innerhalb von acht Minuten.



via
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Wenn der Staat ein Räuber ist: Das Sprengel-Museum in Hannover zum Beispiel ?

... verdankt gute Teile seiner Sammlung dem Ehepaar Margit und Bernhard Sprengel, das in der NS-Zeit auch bei Gurlitt einkaufte. Der überließ den beiden Anfang der Vierzigerjahre für gerade einmal 8000 Reichsmark 409 Blätter von Emil Nolde, der trotz seiner NS-freundlichen Gesinnung in der Münchner Schandausstellung vertreten war. Die Blätter stammten aus dem Besitz des Essener Folkwang Museums und anderer öffentlicher Häuser. Gleichzeitig rissen die Nazis im Hannoveraner Provinzialmuseum Werke von El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Wilhelm Lehmbruck, Ernst Barlach und anderen von den Wänden. Dass der angesehene Schokoladenfabrikant Sprengel in derselben Stadt Bilder von Emil Nolde und Franz Marc in seinen Räumen hängen hatte, störte niemanden... (Kia Vahland; Süddeutsche, 5. November 2013, Museen im Fall Gurlitt)

Vgl. auch Süddeutsche Zeitung, 4. November 2013, Fall Cornelius Gurlitt - Seriöser Herr von nebenan
und - sehr gut! - ebd.: Ira Mazzoni und Catrin Lorch, Rechtliche Lage zum Raubkunst-Fund: Im Zeichen der Zweifel und der Ratlosigkeit

Dies sind die Werke aus dem Münchner Kunstfund (tagesschau.de), die seltsamerweise erst heute auf einer Pressekonferenz der Augsburger Staatsanwaltschaft gezeigt, aber bereits 2012 von Zollfahndern beschlagnahmt wurden und in einem Sicherheitstrakt des bayerischen Zolls unter Verschluss gehalten werden! Letzeres scheint mir allerdings vernünftig zu sein, damit nicht in Zeiten der Suche nach profitablen Anlagemöglichkeiten für das flottierende Kapital sofort die Spekulation losgeht!

Sprengel3

Wenn im Zusammenhang mit NS-Raubkunst und Restitutionsansprüchen vom "Sprengel-Museum" die Rede ist, dann bisher nur von Lovis Corinths Landschaftsbild „Römische Campagna“ oder Marcs «Katze hinter einem Baum», nicht aber z. B. von Karl Schmidt-Rottluffs „Marschlandschaft mit rotem Windrad“ (1922), das dem Hannoveraner Sammler und Unternehmer Max Rüdenberg gehörte. Die Finanzdirektion Hannover ordnete 1938/39 eine Vermögensverwaltung an. Rüdenberg war gezwungen, u.a. das Bild zu verkaufen.... 1939 fungierte Erich Pfeiffer als hannoverscher Zwischenhändler, der es für 180 Reichsmark an Bernhard und Margit Sprengel weitergab. Sprengel äußerte sich brieflich zufrieden über den geringen Preis. Im Inventarverzeichnis Sprengels ist das Bild 1940 mit dem Hinweis erfasst, dass Max Rüdenberg der Vorbesitzer gewesen sei. Elsbeth und Gustav Rüdenberg wurden 1941 in Riga ermordet. Margarethe und Max Rüdenberg wurden in Theresienstadt in den Tod getrieben.
Bernhard Sprengel stiftete 1969 seine Sammlung der Stadt Hannover. So gelangte das Aquarell in das 1979 - nach Streitigkeiten um die Namensgebung - eröffnete Sprengel Museum. So wohl auch die Blätter von Nolde (s. o.).

Man kann das natürlich auch so formulieren wie das Sprengel-Museum:
Das frisch verheiratete Paar Margrit und Bernhard Sprengel setzte mit Aquarellen von Emil Nolde den Grundstein ihrer herausragenden Sammlung von Werken der Klassischen Moderne. Nach dem Besuch der Ausstellung „Entartete Kunst“, München 1937, in der Noldes „Herbstmeer“, 1910, gezeigt wurde, war das Paar derart begeistert von dessen Kunst, dass es beschloss, die von den Nazis verfemte und später verbotenen Werke zu sammeln und damit vor der Vernichtung zu schützen.

Dass die Werke nach 1938 so günstig zu kriegen waren, ist doch nicht das Problem des Sammlers, der vor Vernichtung schützen will. Er hätte ja gern mehr bezahlt, aber die Händler wollten ja gar nicht mehr ...

Die Berliner Zeitung
schreibt: Gurlitt Senior, Retter oder Raffke? Aus der Distanz gesehen und mit Blick auf jenen Bilderfund, der nun schwer bewacht im Garchinger Zolldepot lagert und nach allen Regeln der Kunst erforscht werden muss, war Gurlitt wohl ein geradezu paradoxe Figur: inniglicher Liebhaber und Kenner der von Hitler & Co abgrundtief gehassten Vorkriegsmoderne. Und hernach ein verschlagener, ruchlos auf den eigenen Vorteil bedachter Händler, der die Notlage verfolgter Künstler und jüdischer Kollegen ... ausnutzte.

Wie ist dann der Namensgeber des wichtigsten Museums in Hannover zu sehen, der vom Dealer günstig kaufte? - Bezahlt mit den Gewinnen der Firma B. Sprengel & Co, die 1936 zum für die Wehrwirtschaft wichtigen Betrieb ernannt wurde, da sie Scho-Ka-Kola herstellte (und die Bestandteil der Luftwaffenverpflegung war - „Fliegerschokolade“, ein Aufputschmittel für Stuka-Pitoten ...).
Schokakola 1941

Es könnte also sein, dass in Hannover erneute Streitigkeiten um die Namensgebung des Museums angebracht wären. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Alternative damals "Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel" oder so ähnlich. Ich fürchte, heute liefe es eher auf "Swiss Life Art Arena feat. The Sprengel Collection" oder so hinaus ...

Wie der Hannoveraner Kurt Schwitters schon sagte
“Hannover strebt vorwärts nach weit.”
Man sollte das Museum nach ihm benennen.

Aus aktuellem Anlass noch einmal: Erich Schmidt-Eenboom: Geheimdienste. Eine Einführung

- mein Beitrag von neulich, 12.08.13 - :

Die Sicherheitsbehörde NSA der USA und der britische Geheimdienst bespitzeln die ganze Welt. Die deutsche Regierung will von nichts gewusst haben. Und Welche Rolle spielt der BND? Klartext von Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte. Sehenswertes Gespräch beim SWR:



Eine lesenswerte Einführung: Geheimdienste in Demokratien. Von Erich Schmidt-Eenboom

Und:Was Geheimdienste gewöhnlich über Bürgerrechtler sagen (Burks' Blog):

“In the light of King’s powerful demagogic speech yesterday he stands head and shoulders above all other Negro leaders put together when it comes to influencing great masses of Negroes. We must mark him now, if we have not done so before, as the most dangerous Negro of the future in this Nation from the standpoint of communism, the Negro and national security. “(Das FBI über Martin Luther King nach dessen Rede “I have a dream”.)
Via Feynsinn: Geheimdienst, Rasse, Sozialismus

Und ein interesssanter Fund bei KenFM: Geist ist geil!
DER SPIEGEL 8/1989:
NSA: Amerikas großes Ohr
Die National Security Agency, der aggressivste US-Nachrichtendienst, hört Freund und Feind ab

Im weltweiten Gewimmel der Funkwellen speichert die US-Regierung alle Signale, Befehle und Gespräche. Die National Security Agency (NSA), der geheimste aller Geheimdienste, lauscht rund um den Erdball und rund um die Uhr - auch in der Bundesrepublik. Letzter spektakulärer Erfolg, der die Beziehungen zwischen Bonn und Washington belastete: die von der NSA abgehörten Gespräche der Chemie-Firma Imhausen mit Libyen...


[Die deutsche Firma Imhausen Chemie hat Teile für eine Giftgasfabrik an Libyen geliefert. Erst auf Druck der USA ermittelt die Staatsanwaltschaft und veranlasst die Inhaftierung des Firmenchefs Jürgen Hippenstedt-Imhausen. Die Bundesregierung steht wegen ihrer Informationspolitik in dem Fall in der Kritik - vor allem im Ausland. Meldete die Tagesschau seinerzeit. ]

Abgesehen davon, dass im Zusammenhang mit der Aufregung um die Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste immer die Bundesregierung wegen ihrer Informationspolitik in der Kritik steht, hat KenFM natürlich recht mit dem Hinweis : Wenn der Spiegel 2013 über die plötzlich enttarnte, unendliche Macht der NSA schreibt, kann er sich darauf verlassen, dass kaum jemand das Gespräch an sich selber richten wird, um den Satz zu formulieren:
Moment mal… ist das nicht im Kern exakt die selbe Story, die mir das Hamburger Nachrichtenmagazin schon einmal, nämlich im Februar 1989, präsentierte? Nur, dass Edward Snowden damals noch bei Mutti wohnte und der Spiegel in DM bezahlt werden konnte, also deutlich billiger war?

Doch. Nur, weil kaum jemand sich daran erinnern kann, oder will, und auch der SPIEGEL alles unterlassen wird, um auf diese Wiederholung hinzuweisen, lassen sich die im Kern immer gleichen Nachrichten an die immer gleich schlecht (un)informierte Gesellschaft verkaufen.

Das ist wie mit Drogen. Sie machen nicht satt. Sie machen blöd.


Aktuelle Anmerkung Anfang November: Wer verarscht hier eigentlich wen?

"Wir haben den BND in seinem Werben für eine Reform oder Neu-Interpretation der sehr restriktiven Überwachungsgesetze in Deutschland unterstützt", zitiert der "Guardian" aus den Dokumenten. Aus den Papieren gehe zudem "eine Bewunderung für die technischen Fähigkeiten" deutscher Dienste hervor... : Neue Späh-Enthüllungen: Europäische Geheimdienste sollen kooperiert haben

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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