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Politik unterrichten

Re: Re: Wie kommen 49 ooo Küken in eine Antonow-AN 12? - Zweinutzungs-Küken?

Neues auf meiner Spur, das Kükenflieger-Mystery zu entwirren?

Das Schicksal der Eintagsküken
Sogenannte Zweinutzungshühner könnten Massentötungen junger Tiere verringern
Von Sven Kästner
- dradio 30.09. nachzuhören hier.

Einige Hühnerrassen werden eigens zum Legen besonders vieler Eier gezüchtet. Da die männlichen Küken für die Branche meistens nutzlos sind, werden sie umgehend getötet (... 50 Millionen Hähnchen-Küken pro Jahr allein in Deutschland). Sogenannte Zweinutzungshühner könnten das eindämmen - also Rassen, die genügend Eier legen und auch bei der Mast viel Fett ansetzen...

Also: Die 50 Mio Eintagsküken können es schonmal nicht sein, die in den Kükenfliegern expediert werden, denn das wäre einfach zu teuer, sie in Chargen zu 49 000 samt einer Antonow-AN 12 zu verbrennen!

Re: Wie kommen 49 ooo Küken in eine Antonow-AN 12?

CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXVII): Klassenkampf und Klassenkrieg. Oder: Lothar Dombrowski vs. Warren Buffett

"Klassenkampf" sagt man nicht, das ist mega out und riecht nach Ernst Thälmanns alter Lederjacke ...
"Klassenkrieg" sagt man ganz offen:
”There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” - Warren Edward Buffett im Interview mit Ben Stein in New York Times, 26. Novemberr 2006.

Inzwischen dürfte seine Klasse dem Endsieg ein Stück näher gekommen sein, nicht nur wegen der zwei Milliarden Dollar, die seine Berkshire Hathaway gerade durch das Einlösen von Goldman Sachs Optionen erlöst hat.

Sehr schön dazu gestern Abend in der letzten Folge der Anstalt: Georg Schramm!. Der "Krieg der Reichen" nehme "Züge eines Drogenkrieges" an, die Droge sei das "billige Geld" für arme Länder, die damit abhängig gemacht würden von der weltweiten Finanzindustrie. Einmal angefüttert, würden sie später auf Entzug gesetzt - das Inkassounternehmen sei der Internationale Währungsfonds. Die Regierungen würden nicht eingreifen, weil sie selbst Kunden der Dealer seien. Irgendwann würden die Abhängigen aufeinander losgehen:
"Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen aus diesen ausgeplünderten Staaten im Süden Europas dann auf ein Millionenheer junger Arbeitsloser trifft - dann können wir froh sein, dass wir zwei Flugstunden davon entfernt in tiefstem Frieden leben und damit Gott sei Dank nichts zu tun haben."

CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXXVIIa): Shut Down Vol. 2 + Rentenkassen plündern. Oder: “Sonny” Wilson vs. The Gordon Gekko wanna-be's

Renten_rolling-stoneDer Rolling Stone, früher ein Musik-, heute eines der letzten ernstzunehmenden US-Nachrichtenmagazine, beschreibt ausführlich*, wie in den USA die Rentenkassen der öffentlichen Angestellten von den selben Leuten geplündert werden, die zuvor für die Finanzkrisen der jüngeren Vergangenheit verantwortlich waren. Rentenfonds, die bereits durch gewagte Fehlspekulationen geschwächt sind, werden jetzt umdirigiert, weg von den Leistungsberechtigten und hin zu neuen Spekulationen der Finanzhaie. Begründungsszenario:
Wir müssen die Rentenauszahlungen senken, weil sich die öffentliche Hand die gigantischen Summen nicht mehr leisten kann. Pech für die Feuerwehrleute, das Pflegepersonal, die Beamten.

Wieso kommt uns das jetzt bekannt vor? ...
(11k2)

* Looting the Pension Funds
All across America, Wall Street is grabbing money meant for public workers
Read more: http://www.rollingstone.com/politics/news/looting-the-pension-funds-20130926#ixzz2gIjLYkn1

US shutdown: a guide for non-Americans
ShutDownVol2Cover

Shut Down Vol. II
ist der Titel des fünften, am 2. März 1964 erschienenen Albums der Beach Boys.
Ein geradezu prophetischer Text mit magischen Sprachbildern und dadaistischen Lautgemälden:

It happened on the strip where the road is wide
(Oooo rev it up now)
Two cool shorts standin' side by side
(Oooo rev it up now)
Yeah
my fuel injected Stingray and a four-thirteen
(Oooo rev it up now)
Revvin' up our engines and it sounds real mean
(Oooo rev it up now)

Tach it up
tach it up

Buddy gonna shut you down

Declinin' numbers at an even rate
(Oooo movin' out now)
At the count of one we both accelerate
(Oooo movin' out now)
My Stingray is light the slicks are startin' to spin
(Oooo movin' out now)
But the four-thirteen's really diggin' in
(Oooo movin' out now)

Gotta be cool now power shift here we go
Superstock Dodge is windin' out in low
But my fuel injected Stingray's really startin' to go
To get the traction I'm ridin' the clutch
My pressure plate's burnin' that machines too much

Pedal's to the floor hear the dual quads drink
(Oooo pump it up now)
And now the four-thirteen's lead is startin' to shrink
(Oooo pump it up now)
He's hot with ram induction but it's understood
(Oooo pump it up now)
I got a fuel injected engine sittin' under my hood
(Oooo pump it up now)

Shut it off
shut it off buddy now I shut you down
...


Hier eine wunderbar sauschlechte Liveaufnahme:

Zur Wahl (V): Große Koalition = enteierte Opposition = Postpostdemokratie

--> Parlamentarische Demokratie, immanent betrachtet (muss man ja im Politikunterricht):
Deutschlandradio Kultur - Ortszeit - heute:

Die Mehrheit, die eine Große Koalition im neuen Bundestag hätte, wäre aus verfassungsrechtlicher Sicht im wahrsten Sinne des Wortes erdrückend. Denn nur noch ein Fünftel der Abgeordneten würde künftig den beiden Oppositionsfraktionen von Linken und Grünen angehören. Das heißt: Zentrale Machtinstrumente, die das Grundgesetz der Opposition in die Hand gibt, könnten von dieser Minderheit nicht mehr genutzt werden. Für die Einberufung von Untersuchungsausschüssen, die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts in Normenkontrollverfahren und die Prüfung von EU-Recht vor dem Europäischen Gerichtshof müssen mindestens ein Viertel der Abgeordneten stimmen, für die Einberufung von Sondersitzungen des Bundestages ein Drittel - mehr, als die künftige Opposition noch auf die Waage bringen würde....
"Ja, das werden wir uns dann genau anschauen, aber dass die Opposition so schwach ist, ist nicht die Schuld der Parlamentsmehrheit," meint der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach
(nachzuhören hier)

In Anbetracht der Tatsache, dass 25 Mio Wahlberechtigte im Bundestag eh nicht repäsentiert sind und dass diese große Koalition somit von 47,5 % und die Opposition von 12,1 % der Wahberechtigten gewählt wurde, mag man das kaum noch Postdemokratie nennen! Rudolf Augstein sprach einmal von der Demokratur der Herren Adenauer und Strauß ...

GBlog zur Wahl

Zur Wahl (IV): Re: Wie kommen 49 ooo Küken in eine Antonow-AN 12?

Aus aktuellem Anlass (eigentlich aus zwei aktuellen Anlässen) verweise ich nochmal auf meinen Beitrag vom 11.08.:
    Gestern in der Rubrik "Welt im Spiegel" meiner Lieblings-HAZ die dpa-Meldung "49 000 Küken sterben bei Flugzeugbrand", nachzulesen auch in der Leipziger Internet Zeitung in der Rubrik "Leben. Fälle und Unfälle oder sonstwo.

    Mir stellte sich die Frage (die i.Ü. in den Veröffentlichungen dazu kaum gestellt wird):
    Wie kommen eigentlich 49 ooo Küken in eine Antonow-AN 12?

    SPON zitiert einen, der es für normal hält: Tiertransporte per Luftfracht sind keine Seltenheit. Die Lufthansa Cargo etwa transportiere im Jahr mehr als hundert Millionen Tiere, sagte Unternehmenssprecher Michael Göntgens ... Auch Flugtransporte von Tieren für die Lebensmittelproduktion seien üblich - neben Küken beispielsweise bestimmte Rinder aus Amerika.
    Wenig Erhellendes also, da muss man selbst ran, will man mehr wissen über den alltäglichen
    Irrsinn der herrschenden Produktionsweise:
    ... weiterlesen
Das war interessant weiter zu verfolgen, gerade weil im ersten Zugriff kaum Informationen dazu zu finden sind, wohin die Kükenflieger von Leipzig und Nordholz aus starten.
In einem Bericht von German Foreign Policy : Mordsgeschäfte (IV) vom 20.09.2013, der sich auf eine Veröffentlichung von Brot für die Welt stützt, finden sich nun weitere Hinweise:

Gefluegelfleischexporte
    Deutsche Geflügelproduzenten ruinieren gestützt auf staatliche Millionensubventionen die Fleischmärkte Afrikas. Innerhalb nur eines Jahres hat Deutschland seine Hähnchenausfuhren nach Afrika um 120 Prozent gesteigert - von gut 19.000 Tonnen auf knapp 43.000 Tonnen. Da das Fleisch zu Dumpingpreisen angeboten wird, können lokale Geflügelzüchter ihre Waren nicht mehr absetzen und sind gezwungen, ihre Betriebe aufzugeben - mit desaströsen Konsequenzen für die jeweiligen Volkswirtschaften und die Ernährungssituation der einheimischen Bevölkerungen...

    Ermöglicht werden die deutschen Billigimporte durch Freihandelsabkommen, die die Staaten Westafrikas zwingen, ihre Märkte für Produkte aus der Europäischen Union zu öffnen. Schon 2003 musste etwa Ghana den Schutzzoll auf Hähncheneinfuhren als Gegenleistung für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds drastisch mindern...

    Nicht zuletzt die deutsche Geflügelindustrie sucht von der beschriebenen Entwicklung überproportional zu profitieren. Obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland rückläufig ist, plant sie umfangreiche Erweiterungen ihrer Produktionsanlagen. So wollen etwa die deutschen Hühnermäster nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ihre Kapazitäten um 38 Millionen Stallplätze erhöhen; der aktuelle Bestand liegt bei 60 Millionen. Die anfallenden Kosten werden zu einem nicht geringen Teil durch staatliche Subventionen aufgefangen: Laut BUND wurde der Neubau von Stallanlagen allein 2011 mit 80 Millionen Euro bezuschusst. In den Genuss öffentlicher Fördermittel kommen auch die deutschen Hähnchenschlachtereien. So erhielt der zweitgrößte deutsche Geflügelproduzent, die Franz-Josef Rothkötter GmbH, für den Neubau eines Schlachthofs im niedersächsischen Wietze 6,5 Millionen Euro aus Landesmitteln - bei einer Investitionssumme von 60 Millionen Euro. Die Expansion der Branche drückt sich in stetig wachsendem Umsatz aus. Im Fall von Rothkötter betrug dieser 2011/2012 818 Millionen Euro und stieg damit um 140 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Brachenprimus PHW, der die Geflügelmarke "Wiesenhof" vertreibt, vermeldete 2011/2012 einen Umsatz in Höhe von 2,34 Milliarden Euro, was einem Wachstum um mehr als 100 Prozent innerhalb von nur zehn Jahren entspricht. Die Exportquote der niedersächsischen Nahrungsmittelindustrie, zu der allen voran Rothkötter und PHW zählen, liegt ... aktuell bei knapp 30 Prozent ...
Das zu der Frage, wie das am Sonntag mit einer Meta-Mehrheit wiedergewählte deutsche Exportmodell funktioniert, bzw. allgemeiner zu der Frage: Was konnte man wissen/hätte man wissen können ...?

Zur Wahl noch dies: Astrid Grotelüschen ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie war von 2009 bis 2010 Mitglied des Deutschen Bundestags und von April bis Dezember 2010 niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, sie war Mitglied der Geschäftsführung von Deutschlands zweitgrößter Mastputenbrüterei Ahlhorn und gewann am vergangenen Sonntag den Wahlkreis 28 – Delmenhorst, Wesermarsch, Oldenburg Land mit 63647 Erststimmen.

Nur damit wir schon mal wissen, wer da außer der Triumphantin noch so für die Freiheit des Handels, öffentliche Fördermittel und die Exportquote tätig sein wird.

P.S.: Ich gebe zu, dass das das Kükenflieger-Mysterium immer noch nicht klärt, da es sich ja offensichtlich um totes Fleisch handelt, das da exportiert wird. Aber wahrscheinlich werden ja die Eier zum Ausbrüten nach Ägypten und als Hühnchen in die Wesermarsch zurückgeflogen - zum Schlachten durch bulgarische Werkvertragskolonnen , um dann als Matschfleich nach Ghana weitergeflogen zu werden: Wurde Anfang der 1990er Jahre noch der gesamte Hühnerfleischkonsum in dem westafrikanischen Staat aus einheimischer Produktion gedeckt, ist diese laut Hilfsorganisationen mittlerweile "komplett zusammengebrochen". Schon 2003 lag die Kapazitätsauslastung ghanaischer Schlachthöfe nur noch bei 25 Prozent...

Wenn ich das richtig sehe, sind das aggregierte Standortvorteile und das Ganze steigert unser fantastisches BIP, - während wir von unseren Qualitätsjournalisten darauf verpflichtet werden uns damit zu befassen, dass die Grünen vor 30 Jahren Pädophile in ihren Reihen hatten oder ein Kandidat einen Finger zeigt: Pädophile, Spießer, Nichtwähler und die Macht der Alternativlosigkeit: Der Qualitätsjournalismus im Wahlkampfendspurt - Rüdiger Suchsland - tp 22.09.:
Es ist zum Kotzen. Viel Spaß im Borchardt!

Zur Wahl (III): Russlands Experten über die Wahl in Deutschland

STIMME RUSSLANDS: Russlands Experten weisen darauf hin, dass die Wahl in Deutschland den Wahlstandards des Europarates und der OSZE nicht voll und ganz entspricht. Nach Auffassung von Politologen bedarf die Wahlgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland einer ernst zu nehmenden Vervollständigung.

Zum Unterschied von den Ländern auf dem postsowjetischen Raum gibt es in der Bundesrepublik keine Institution für die öffentliche Überwachung der Wahl, deshalb hätten bei weitem nicht alle, die den Wunsch hatten, den Verlauf der Abstimmung und die Stimmenzählung zu verfolgen, die Möglichkeit, dies zu tun. Während der Wahlkampagne hätten nicht alle den gleichen Zugang zu den Massenmedien gehabt.

Die Fernsehdebatten seien nur zwischen zwei Kandidaten von den beiden führenden politischen Parteien veranstaltet worden. In den Wahlzettel seien nur 34 von den 67 Parteien eingetragen worden. Dabei wüssten viele von ihnen bis auf den heutigen Tag nicht, warum man ihnen keine Möglichkeit geboten habe, an der Wahl teilzunehmen. Die deutsche Gesetzgebung enthalte kein exaktes Verzeichnis von Gründen für die Ablehnung der Registrierung von Telnehmern. Und die Finanzierung der Wahlkampagnen sei nicht transparent gewesen, meint Igor Borissow, ehemaliges Mitglied der Zentralen Wahlkommission der Russischen Föderation, Mitglied des Rates für die Entwicklung der Bürgergesellschaft und Menschenrechte beim Präsidenten der Russischen Föderation:
    „Nicht transparent ist das System zur Finanzierung der Wahlkampagnen von Kandidaten und Parteien. Die Wähler erfahren, für wessen Geld die Wahlkampagne dieser oder jener Partei geführt wurde, erst nach der Veröffentlichung der jährlichen Finanzberichte der politischen Parteien. Selbst die Partei ‚Alternative für Deutschland’, die neu gegründet worden ist und ihr rechtliches Gewicht zügig vergrößert, deckt ihre Finanzeingänge nicht auf. Deshalb ist es für einen Wähler recht problematisch, eine bewusste Wahl zu treffen. Wenn er die Entscheidung trifft, weiß er nicht, welchen Wirtschaftskurs sie unterstützen, wenn er seinen Wahlzettel in die Wahlurne steckt.“
Jetzt mischt sich der Russe schon in unsere wunderbaren inneren Angelegenheiten ein!

Zur Wahl (II): Das Ganze abzüglich 25 Mio Stimmen

So stellt der Bundeswahlleiter das Ergebnis dar, - auf der Basis von 44.289.652 abgegebenen Stimmen = 71,5% der Wahlberechtigten - und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 15,7% der abgegebenen Stimmen bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt wurden, sodass insgesamt grob gerechnet 25 Millionen Wahlberechtigte im Bundestag nicht repräsentiert sind
(- vgl. Der Postillon: Dicker Nichtwähler auf Sofa genauso einflussreich wie 7 Millionen AfD-, FDP- und Piratenwähler;
- vgl. auch SPON: Die Sieben-Millionen-Lücke
- vgl. wie immer auch ad sinistram):

Bei der Bundestagswahl wählten...

... 28,5 Prozent aller Wahlberechtigten gar nicht.
... 29,3 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU/CSU.
... 18,2 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 6,1 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
... 6,0 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 3,4 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 3,3 Prozent aller Wahlberechtigten die AfD.
... 1,5 Prozent aller Wahlberechtigten die Piraten.

Fast hätte die Union die absolute Mehrheit mit nicht mal annähernd 30 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten erreicht. Sollte es zur Großen Koalition kommen, besteht die Opposition nur aus 12,1 Prozent.


BT-2013

Stimmt schon, auf den ersten Blick sieht man, dass das eine klare Mehrheit für Merkel ist. Oder?

Denn doch noch eine Bemerkung zum Wahlergebnis und zur Frage, was man vorher wissen konnte, da die TINA-Parteien (einschließlich der sofort öko-libertär sich umbaueneden Grünen - Ciao Jürgen! - und ausschließlich einzig der Partei Die Linke), die im Grundsatz einig sind, die BRD sei ökonomisch ein Erfolgsmodell, eine überzeugende MetaMehrheit errungen haben:

Deutsche Auslandsinvestoren haben bis zu 600 Milliarden Euro verzockt
Nachdem die deutschen Unternehmen ihre aus der massiven Lohnzurückhaltung resultierten Gewinne nicht in Deutschland, sondern im Ausland investiert haben, sind darauf bislang Verluste in Höhe von rund 20 Prozent des deutschen Sozialprodukts angefallen ...Rainer Sommer, tp 21.09.2013

Zur Wahl



Und: Tagesschaum mit Friedrich Küppersbusch - Folge 38 (20. 09.2013)

Bis dann. Ein schönes Wochenende!

Eine Anmerkung zur "grünen Pädophilie": Jürgen, der KB und die Pädophilen: Geschichten vom Trüffelschwein

Im Wikipedia-Eintrag zu Jürgen Trittin findet sich ein Überblick über die wirren 80er Jahre: Kommunistischer Bund und Gründung der Grünen. Sehr viel mehr dazu finden Sie in einer Dissertation, auf die ich bereits verwiesen habe: Auch ohne das alles gelesen zu haben dürfte deutlich sein:Des Quartalsirren wirres Gerede geht voll an der Sache vorbei:
    „Trittin war Teil des Pädophilie-Kartells bei den Grünen und ist als Frontmann untragbar“, sagte Dobrindt und fügt hinzu: „Statt sich selbst zu stellen und die Karten auf den Tisch zu legen, hat er gewartet, bis er enttarnt und überführt wurde. Der heuchlerische Umgang mit der Pädophilie-Vergangenheit ist mit ein Grund, warum die Wähler sich von der Grünen abwenden.“
Letzteres mag ja sein, aber abgesehen davon, dass von einer "Pädophilie-Vergangenheit" nirgendwo die Rede ist, würde ich nur gerne festhalten, dass es in diesem Fall eingentlich um etwas anderes geht als um sexuellen Missbrauch (der bis heute nicht hinreichend aufgearbeitet bzw. bewältigt ist), sondern eher um die politische Sozialisation eines nicht unerheblichen Teils des politischen Personals der Republik in K-Gruppen :
Machtpolitik lernen! Wenn die Maoisten/Trotzkisten/Spontis spätestens um 1980 erkannt hattten, dass ihre wirren Karren gegen die Wand gefahren waren und es sich lohnen würde, in die neuen sozialen Bewegungen, wie das damals hieß, einzusteigen, dann musste man mit allen möglichen Wirrköpfen - von CDU-Dissidenten über Graswurzel- oder Steiner-Obskuranten bis Pädophilen - sich einlassen: prinzipienlos und nur darauf aus, Positionen in der neuen Bewegung zu besetzen. Dann unterschreibt man eben V.I.S.d.P. - Fuck me running!

Zu Pädophilie und Kindesmissbrauch in Deutschland ein sehr empfehlenswerter Artikel im Feuilleton der Süddeutschen von heute:
Volker Breidecker: Die schweigenden Sirenen ... Wer in wahltaktischer Absicht auf die Grünen eindrischt, sollte sich vor den eigenen blinden Flecken hüten

Ansonsten - und da kann man sehen, wie Dobrindts "Pädophilie-Kartell bei den Grünen" unten ankommt - gibt es in Hannover, in meinem Stadtteil, aktuell eine Auseinandersetzung um einen kürzlich eröffneten Thor-Steinar-Laden, gegen den u.a. gestern die Grünen vor Ort demonstriert haben, worauf eine Verkäuferin des Tonsberg-Ladens den Spruch ins Fenster hängt: Pädophile dürfen demonstrieren?

Splitter: -Parteien (XII): Wahlen in Zeiten der Postdemokratie: Um 19.00 Uhr ist alles fertig

Eigentlich ist doch jetzt alles klar und man kann was anderes machen als Wahlsendungen anzusehen:
19.00 Uhr - die ersten Hochrechnungen bestätigen die Prognosen, Big Data macht's möglich: die Chefs haben die Sprachregelungen für die kommende Woche rausgegeben:

- Herr Gröhe will der FDP die Zweitstimmen der (potentiellen) CDU-Wähler nicht überlassen;

- Herr Rösler hat sich für die Polarisierung CDU-FDP gegen Rot-Rot-Grün entschieden (mit vielen Pausen in der Ansprache, dann aber mit Wucht für das Vaterland und gegen die rote Gefahr),

- Herr Gabriel reagiert sofort und weist darauf hin, dass die SPD in ihrer 150jährigen Geschichte noch nie das Vaterland verraten hat.
    [Wenn der mir so kommt, muss ich allerdings entgegnen: Doch Sigmar, einmal schon: Als Otto Wels am 23. März 1933 im Reichstag begründet, warum die SPD das Ermächtigungsgesetz ablehnt ...]
Der Rest ist Ritual und postdemokratische Leersprache, Impulsgeste ...

Interessant ist nur dies: Man hat sich schnell darauf geeinigt, dass geschätzte 65% Wahlbeteiligung ein echter Erfolg sei(en?). Und dann werden die Stimmanteile der Parteien in Sitze umgerechnet und es wird von absoluter Mehrheit geredet. Schön. Effizienz und Stabilität. Legitimität?

Sehr grob gerechnet bzw. geschätzt haben wir
9,3 Mio Wahlberechtigte
6,7 Mio abgegebene Stimmen
D.h. für das Wahlergebnis:
ca. 35% der Wahlberechtigten haben nicht gewählt,
ca. 32% der Wahlberechtigten haben CSU gewählt,
...
ca. 10% der Wahlberechtigten haben Parteien gewählt gewählt, die wegen der 5%-Klausel nicht im Landtag vertreten sind (= über 900 000!).

= ca. 45% der Wahlberechtigten sind im kommenden Bayerischen Landtag nicht repräsentiert.

Roberto De Lapuente wird das hoffentlich morgen genauer nachgerechnet haben ...*

Man nennt das repräsentative Demokratie. Splitter: -Parteien

Schönen Abend noch; - ich empfehle den Tatort mit Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer.
bibi-tatort
Nachtrag 22.00 Uhr: Ein wahrlich erschütternder Film. Ich bleibe dabei, dass gesellschaftlich relevante Themen bei uns fast nur noch im Krimi verhandelt werden (öffentlich-rechtlich und zu nicht nachtschlafender Zeit). Anzumerken wäre vielleicht, dass das Zuhälter-Milieu regional unterschiedlich, aber gleichermaßen widerlich ist: Seien es Türken, Bulgaren, Albaner dort oder - deutsche - Hells Angels und ihre Freunde und bekannten Bekannten hier ...

* Update 16.09.: Hat er! Auf ad sinistram kann man sich verlassen!
    Bei der Landtagswahl in Bayern, wählten...
    ... 36,1 Prozent aller Wahlberechtigten gar nicht.
    ... 29,9 Prozent aller Wahlberechtigten die CSU.
    ... 13,0 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
    ... 5,6 Prozent aller Wahlberechtigten die Freien Wähler.
    ... 5,4 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
    ... 2,1 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
    ... 1,3 Prozent aller Wahlberechtigten Die Linke.

    Die absolute Mehrheit der Christsozialen ergibt sich aus dem Stimmen von weniger als einem Drittel aller Wahlberechtigten. Der in Seehofers Eigenlobrede gefallene Satz, dass jeder zweite Bayer die CSU gewählt habe, stimmt damit nicht. Es war nicht mal jeder dritte Bayer. Die sich selbst als im Aufwind fühlende SPD feiert nach 2008 und 2003 das drittschlechteste Ergebnis bei einer bayerischen Landtagswahl seit 1946.
Update 17.09.: Gut, dass ich den Wahlabend um 19:21 beendet habe:
So eine laute Pöbelrunde aus Inkompetenz, Geistesarmut und Dreistigkeit hätte man bei Günther Jauch selbst in Kenntnis solcher Gesprächskreise kurz vor Wahlen nicht für möglich gehalten. Eine Polemik von Alexander Wallasch (The European)
    ... Der Dreckspokal des Abends geht umwegsfrei an Sigmar Gabriel. Denn als es einfach nicht mehr zu vermeiden war, zwischen diesem Terror des Unterbrechens und Dazwischenschwätzens die Masterfrage des Abends zu beantworten, ob man nun Rot-Rot-Grün ins Auge fasse, oder wenigstens auf Tolerierungskurs geht, griff Gabriel gegenüber – das habe ich noch nicht erwähnt, weil es ja mittlerweile bei all ihren Auftritten zur Selbstverständlichkeit geworden ist – einer argumentativ brillanten, stoisch den Wahnsinn um sie herum ertragenden Sahra Wagenknecht, in die mieseste aller Terrorkisten.
    Gabriel behauptete allen Ernstes, die SPD könne nicht mit den Linken zusammengehen, weil nicht klar sei, wie die Linke sich zu der historischen deutschen Verantwortung gegenüber sechs Millionen ermordeter Juden stelle. Wie bitte? Selbst die sonst so taffe Wagenknecht konnte nicht glauben, dass Gabriel zu so etwas fähig wäre. Ein Armutszeugnis, ein politischer Offenbarungseid zur besten Sendezeit und eine bodenlose Frechheit ohne Beispiel, die in normalen Zeiten ein politisches Nachspiel haben müsste...

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

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