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CRISIS , WHAT CRISIS ? (LXI): Das Narrenschiff der Schiffs- und der Automobilfinanzierungen

europa44

Bankhaus Rott: Wenn Landesbanken, die Commerzbank und steuerorientierte Privatanleger im selben Boot sitzen, ist der Untergang nur eine Frage der Zeit. Das Narrenschiff der Schiffsfinanzierungen ist vor einigen Jahren zerbrochen. Nun beginnen die Einzelteile beginnen zu sinken und ziehen die Passagiere mit in die Tiefe...
In der Schiffsfinanzierung weltweit vorne dabei sind nach wie vor die HSH mit €32 Mrd. und die Nord LB mit rund €15 Mrd. In beiden Banken übersteigt allein das Volumen der Schiffskredite das Eigenkapital deutlich. Die Commerzbank, gerne auch als „gelbe Landesbank“ oder auch „Loch Bless“ bezeichnet, hockt auf Schiffskrediten im Volumen von mehr als €20 Mrd. Das Institut hat dazu noch weitere Probleme wie die Eurohypo am Bein und wäre unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wohl ein Kandidat für eine geordnete Abwicklung. Aber vielleicht sehen die „Hafenexperten“ in der Commerzbank bereits jetzt in weiser Voraussicht eine weitere Resterampe, deren Risiken schlussendlich in einer steuerfinanzierten Abwicklungsanstalt oder in der Bilanz der KfW enden werden...


Update: Bergab gehts zu Fuß (Bankhaus Rott):
Der europäische Automarkt befindet sich im dritten Jahr nach der Abwrackprämie, pardon “Umweltprämie”, in einem desolaten Zustand. Einige europäische Hersteller konnten das Nachfrageloch in Europa bis vor kurzem noch teilweise ausgleichen, mittlerweile aber brennt es nahezu überall. Jahrzehnte der Subventionierung und der opportunistischen „Industriepolitik“ verursachten eine gewaltige Schieflage. Der Automobilsektor ist in Ländern wie Deutschland und Frankreich zu einem derart großen Teil der Gesamtbeschäftigung geworden, dass selbst eine Schrumpfung auf das Niveau der echten Nachfrage zu deutlichen Verwerfungen führen wird.

Diese reale Nachfrage wurde in einer Stellungnahme des US-Unternehmens Ford erwähnt, in der die Firma die Schließung von Werken in Großbritannien und Belgien ankündigte. Für Ford sind es die ersten Werksschließungen in Europa seit 10 Jahren.
    (Financialpost.com) Ford, which will release third-quarter results on Oct. 30, doubled its European loss forecast for 2012 to $1 billion in July and said action was needed to “decrease our production to match real demand”.
...
Adjustiert man die Länderdaten des Branchenverbandes ACEA um die Bevölkerungsentwicklung, so zeigt sich der Aufstieg und Kollaps der Neuwagenverkäufe pro Kopf. Während Irland nach einer gigantischen Aufblähung vorerst wieder da angekommen ist, wo der Kaufrausch vor 20 Jahren begann, sieht es weiter südlich noch übler aus.
...

zurueck-auf-los

Archäologie (CCXXV): Banking With Hitler

This investigative film shows in detail the roles played by the Anglo-German banking clique. Key members of the Bank of England together with their German counterparts established the BIS, the Bank for International Settlement, which laundered the plundered gold of Europe. On its board were key Nazis such as Walther Funk and Hjalmar Schacht The president of BIS was an American, Thomas McKittrick, who readily socialized with leading Nazis. Not only the BIS, but other allied banks worked hand in hand with the Nazis. One of the biggest American banks kept a branch open in Occupied Paris and, with full knowledge of the managers in the U.S., froze the accounts of French Jews. Deprived of money to escape France, many ended up in death camps.

When Pres. Roosevelt died in April 1945, Morganthau lost his protector and his crusade against the banks came to an end. He was further weakened when men in his department were accused of being Communists during the McCarthy era. This incredible story contains interviews with surviving members of banking families and Morganthaus investigative team as well as newly found archive material.


Unbedingt ansehen bei Documentary Heaven

Die BIZ heute: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
- Kardinäle des Geldes TAGESSPIEGEL 05.09.2010

CRISIS , WHAT CRISIS ? (LX): Box 1.1 - Neu berechneter Multiplikator von Veränderungen der Staatsausgaben - Ziegenpeter oder Tölpel?

... Von anderer, ebenfalls autoritativer Stelle wird die bisher verfolgte Politik der Krisenbekämpfung durch scharfe Austerität plötzlich hinterfragt. Das Eingeständnis des Internationalen Währungsfonds (IMF), dass der in Prognosen verwendete Multiplikator von Veränderungen der Staatsausgaben deutlich höher als bisher angenommen ist, wird von einigen Marktkommentatoren als aufsehenerregend – in der Formulierung von Steen Jacobsen von der Saxo Bank sogar als die wichtigste Makro-Geschichte des Jahres – bewertet. Beträgt der fiskalische Multiplikator nicht wie bisher verwendet 0,5 – das heisst, bei einer Kürzung der Staatsausgaben um 1% fällt das Bruttoinlandprodukt um 0,5% –, sondern bewegt er sich in Wahrheit in einer Bandbreite von 0,9 bis 1,7, dann rücken Austeritätsprogramme in ein neues Licht: Bei einem Multiplikator von über 1 wird Austerität zur falschen Medizin, denn die Wirtschaft schrumpft rascher als der Staatshaushalt, und die Schuldenproblematik verschärft sich. Die Gefahr einer Abwärtsspirale haben zwar einige Ökonomen und Marktkommentatoren häufig betont, aber Worte des IMF haben grösseres Gewicht.
In der Sicht von Marc Chandler, Währungsstratege bei Brown Brothers Harriman, verändert die vom IMF-Chefökonomen Olivier Blanchard angestellte Neuberechnung des Multiplikators das Gleichgewicht zwischen Schuldnern und Gläubigern massgeblich. Der IMF habe sich hinter die verschuldeten Staaten gestellt. Diese Neuorientierung zeige sich auch in der Empfehlung von IMF-Chefin Christine Lagarde, die Gläubigerländer sollten die Austeritätspolitik nicht überziehen und den Schuldnerländern einen längeren Zeithorizont zugestehen.

Austeritätspolitik in neuem Licht - NZZ

Ein schönes Beispiel für die verheerenden Folgen der Mathematisierung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die gerade unten im letzten Eintrag angesprochen wurden: Was man schon lange wissen konnte, wird erst, wenn der Laden schon gegen die Wand gefahren ist, wahrgenommen, wenn von autoritativer Stelle, d.h. von einem Berechner, ein Faktor korrigiert wird!!!
Jede rationale Argumentation, wie - um nur ein Beispiel zu nennen - die von Heiner Fassbeck seit Jahre vorgetragene, wird ignoriert und dann rechnet einer und selbst der letzte Döllmer, z. B. ein Steen Jacobsen von der Saxo Bank [erkennt das] sogar als die wichtigste Makro-Geschichte des Jahres.
    Ooh baby, ich habe heute die wichtigste Makro-Geschichte des Jahres entdeckt. Der Faktor bewegt sich in Wahrheit in einer Bandbreite von 0,9 bis 1,7. - Oh ja, zeig mir den Faktor. Ich will den f****** Faktor sehen, aber steck mich nicht mit Mumps an ...
Infrage gestellt worden ist plötzlich von sachkundiger Seite auch die Fähigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB), die angekündigten unlimitierten Käufe von Staatsanleihen bedrängter Euro-Staaten tatsächlich umzusetzen. Lee Buchheit, Partner der Kanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, und Mitu Gulati, Professor an der Duke Law School, argumentieren, dass der Kapitalmarkt die Bereitschaft der EZB zu unlimitierten Käufen gnadenlos testen könnte, falls sie die Schleusen ihres OMT-Programms öffnen muss. Es könnte zu heftigem Tauziehen zwischen den Märkten und der EZB kommen ... George Magnus von der UBS... bezeichnet die überbordende Notenbankliquidität als ansteckende Krankheit, als Mumps (most unusual monetary policies). (s. o. NZZ)

What the f******* hell are all these autoritative Stellen talking about?
Mumps oder Rubula (Parotitis epidemica, Salivitis epidemica), umgangssprachlich Ziegenpeter oder Tölpel, ist eine ansteckende Virusinfektion, welche die Speicheldrüsen und andere Organe befällt. Neben Kindern können sich auch empfängliche Erwachsene infizieren. Sie hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität und gehört daher zu den klassischen Kinderkrankheiten. Häufige Komplikationen sind Hirnhautentzündung (Meningitis) und bei Jungen eine Hodenentzündung (Orchitis). Letztere kann zu Unfruchtbarkeit führen. Die Behandlung besteht in der Linderung der Symptome. (!?)



Update:
Zu den autoritativen Stellen und der Rolle der Medien aktuell im Bankhaus Rott&Meyer: Das große Bröckeln

Update 05.11.:
Es dauert, aber so langsam spricht es sich herum: Der IWF-Chefökonom sorgt für Aufregung (TagesAnzeiger)
    Viele hundert Seiten in insgesamt drei Studien hat der IWF Ende September präsentiert. Bis heute sorgt eine nur drei Seiten umfassende Box für Aufregung.

    Der Titel von Box 1.1 auf Seite 41 im ersten Kapitel des «World Economic Outlook» des Internationalen Währungsfonds (IWF) trägt den technischen Namen: «Are We Underestimating Short Term Fiscal Multipliers?». Verfasst wurde sie – und das ist aussergewöhnlich – gleich vom Chefökonomen des Fonds, Olivier Blanchard, und einem weiteren Ökonomen selbst, was auch explizit erwähnt wird.

    Konkret geht es um ein auf den ersten Blick kompliziertes Konstrukt: Fiskalmultiplikatoren.

    Diese Multiplikatoren zeigen, wie stark eine Veränderung der staatlichen Ausgaben oder Einnahmen (durch Steuersenkungen oder -erhöhungen) das Wirtschaftswachstum gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) beeinflussen. Sie gehen auf den Ökonomen John Maynard Keynes zurück. Wenn ein Multiplikator zum Beispiel grösser als 1 ist, dann wirkt sich eine Erhöhung der Staatsausgaben in einer überproportionalen Zunahme des BIP aus. Eine Sparmassnahme wirkt sich entsprechend überproportional in einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung aus. Wie ist das möglich? Ausgaben des Staates (oder Steuersenkungen) erhöhen die Einkommen, was zu Zweitrundeneffekten führen kann. Wer die Mittel erhält, gibt sie weiter aus und erhöht damit wieder die Einkommen von anderen usw. Genau so geht es aber auch in die andere Richtung. Wenn der Staat spart, schrumpft das Gesamteinkommen, so lange der Multiplikator grösser als null ist – ist er grösser als 1, schrumpft das Gesamteinkommen (bzw. das BIP) sogar überproportional. Je höher also der Multiplikator ist, desto schlechter lassen sich Austeritätsmassnahmen – harte sofortige Sparmassnahmen – rechtfertigen. Und solche Massnahmen sind überall ein Politikum ersten Ranges.

    Nun zum Inhalt der IWF-Box: Sie besagt, dass der IWF die Mulitplikatoren in seinen früheren Prognosen deutlich unterschätzt habe. Während die bisherigen Schätzungen von einem Multiplikator von rund 0,5 ausgegangen sind, schätzt der Fonds diese laut der Box neu auf Werte zwischen 0,9 und 1,7.

Folter aktuell: In der EU??

Greek anti-fascist protesters 'tortured by police' after Golden Dawn clash
Fifteen people arrested in Athens says they were subjected to what their lawyer describes as an Abu Ghraib-style humiliation
guardian.co.uk, Tuesday 9 October 2012

Guido an Hugo

    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat Venezuelas Staatschef Hugo Chávez zur Wiederwahl gratuliert und den Präsidenten aufgefordert, Verantwortung für das Land zu übernehmen. In dem Votum für Chávez sehe er den Auftrag der Wähler, "die Zukunft Venezuelas verantwortlich zu gestalten", erklärte Westerwelle am Montag. Er erwarte daher, dass Chávez und seine Regierung "nicht nur regional verantwortlich agieren", sondern auch innenpolitisch und wirtschaftlich konsequent die "Herausforderungen anpacken", vor denen das Land stehe... (Die WELT)
Das hätte der Hugo dem Guido seinerzeit mal so schreiben sollen! Womöglich hätte der Guido es sich verbeten, dass ein Hugo etwas von ihm erwartet... Oder wie ist das gemeint?

Ganz offensichtlich hat doch der Souverän, das venezolanische Volk, Verantwortung für das Land übernommen: Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Tibisay Lucena, Präsidentin des venezolanischen Wahlrates, bei 81 Prozent!
Das muss einem hiesigen Politiker zu denken geben: Die hohe Wahlbeteiligung hatte zu langen Schlangen an den Wahllokalen geführt - und zu einer Verzögerung bei der Auszählung der Stimmzettel. Chávez hatte erklärt, dass die Wahllokale länger geöffnet blieben, damit alle ihre Stimme abgeben könnten. Nach venezolanischem Recht sind all jene noch wahlberechtigt, die zur Schließung der Wahllokale bereits für die Stimmabgabe anstehen. (tagesschau.de)
Wahrscheinlich ist der Venezolaner - wie der Grieche - einfach zu spät aufgestanden, um rechtzeitig sich anzustellen! Da muss man den Präsidenten schonmal auffordern, nicht nur regional Verantwortung zu übernehmen, - könnte heißen: nicht nur dem massenhaft eigentlich zu spät wählenden Che-affinen Pöbel sich verpflichtet zu fühlen, der dann gleich im Dunkel der Wahlnacht mit seiner Latina Party macht!
In entwickelteren Staaten wählen schließlich nur noch die 50-60%, die wissen, dass innenpolitisch und wirtschaftlich die Herausforderungen konsequent angepackt werden müssen und dass man dazu früh aufstehen muss ... Die Herausforderungen in Deutschland, Europa und der Welt sind viel zu groß, als dass wir uns in Deutschland eine politische Lähmung leisten können. (Guido in BILD, heute)

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Vgl. auch How to ... Wie man ein Centro Financiero Confinanzas kreativ abwickelt: "Torre David/Gran Horizonte"

Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, daß ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist (III) - und ein Bilderberger: Steinbrück

Nachdem die SPD schon den besten CDU-Kanzler (Helmut Schmidt) und einzigen FDP-Kanzler (Gerhard Schröder) stellte, wird nun also Peer Steinbrück für weitere Abrissarbeiten am Gemeinwohl zur Verfügung stehen. Und da der Pöbel ja eher mit einem Kurzgedächtnis gesegnet ist, listet Duckhome hier einige seiner Heldentaten auf.
Die (zu ergänzende) Liste der grotesken Fehltritte des Herrn S. wird hier auch als .doc zur gefälligen Weiterverbreitung angeboten.
+ Material der NachDenkSeiten zu Herrn S.

Update 07.10.:
Na, jetzt ist ja was los: da geht's dem Herrn S. von der Sozialdemokratischen Partei ähnlich wie der Frau W. aus H.: Gibt man bei google seinen Namen ein, wird einem heute als erstes "Bilderberger" angeboten, gibt man "Steinbrück Knecht" ein, bekommt man 112000 Ergebnisse in 0,24 Sekunden...

Ich darf hier darauf hinweisen, dass ich seinerzeit auf die Final List of Participants des Bilderberg Meetings, St. Moritz, Switzerland, 9-12 June 2011, verwies:
  • ... die geladenen Deutschen: Steinbrück, Peer, Member of the Bundestag; Former Minister of Finance; Nass, Matthias, Chief International Correspondent, Die Zeit; Löscher, Peter President and CEO, Siemens AG; Enders, Thomas CEO, Airbus SAS; Ackermann, Josef Chairman of the Management Board and the Group Executive Committee, Deutsche Bank AG.
[Vgl. heute: Steinbrück: Noch kein Bundeskanzler, aber schon Bilderberger - Marcus Klöckner bei tp]

Im Übrigen geht es nicht um ein feudalistisches Herr-Knecht-Verhältnis der möglichen Abhängigkeit von einzelnen Kapitalisten oder ihren Funktionären, sondern um die vornehmste Aufgabe der Politik, nämlich auszubaldowern, wie man am besten den ideellen Gesamtkapitalisten macht, wie - wenn ich das richtig verstanden habe -der kluge Herr Fülberth (im Freitag) erklärt:
  • ... Als die FDP 2009 ihr Rekordergebnis erzielte, waren die Voraussetzungen für eine Realisierung ihrer Verheißungen – noch weniger Steuern und mehr Deregulierung – aufgrund der Krise des Vorjahres schon entfallen. Das wurde allerdings erst mit den Bankenrettungen der Folgezeit deutlich. Zugleich war klar: Die Entfesselung der Finanzmärkte – beginnend mit der Aufhebung der festen Wechselkurse 1973 und dem „Big Bang“ an der Londoner Börse 1986 – gefährdet auf Dauer die Stabilität des gesamten Wirtschaftssystems.

    Für eine Teilreform steht nun Peer Steinbrück bereit. Die hohen Renditen, die bislang beim Zocken erzielt wurden, müssen nun eben anderwärts hereingeholt werden: durch weitere Senkung der Lohnstückkosten und der Sozialabgaben, beides günstig für den Export. Dass Steinbrück ein Schröder-Mann* ist, wird ihm dabei nicht schaden...

    Man wird sogar inhaltlich Gefallen an Steinbrück finden: wegen seines Versprechens, die Finanzmärkte bändigen zu wollen. Dies ist ja das Mantra all derer – innerhalb und außerhalb der SPD – die sich der Linken zurechnen. Die antikapitalistische Rhetorik der Feuilletons, die seit Jahren im Schwang ist, ja sogar die Demonstrationen gegen die Welt der Banken – sie werden Steinbrücks Wahlkampf beflügeln, ohne dass er ihren radikaleren Wortführern das geringste Zugeständnis machen muss.

    Weil: Der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat gehört der IG Bergbau, Chemie, Energie an. Die ist gegen eine umverteilende Steuer- und Abgabenpolitik, die IG Metall letztlich auch. Mit diesen beiden stark an der Ausfuhr orientierten Gewerkschaften wird Steinbrück keine Schwierigkeiten haben. Und: Indem er eine Ampelkoalition nicht völlig ausschließt, ermutigt er die Sponsoren der FDP. Es rentiert sich wieder, in diese so oft totgesagte Partei zu investieren. Dass die SPD sich Steinbrück leisten zu können meint, zeigt, dass sie keine Angst vor der Linkspartei mehr hat...

* Zum Vergleich:
Die Gerhard-Schröder-AG (manager magazin online 09.04.2010)
Spitzenverdiener im Parlament - abgeordnetenwatch.de 08.10.12

Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, daß ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist (II) : Wallraff 2

... "passend dazu" (Michael Schmidt-Salomon - Respekt? Wovor denn?) meinen die NachDenkSeiten heute verweisen zu müssen auf ein Interview mit Günter Wallraff – “Die Medien mit Religions-Karikaturen überschwemmen” im Tagesspiegel:
    Die muslimische Welt ist in Aufruhr wegen eines Films und einiger Karikaturen. Wie weit darf Meinungsfreiheit gehen? Der Journalist Günter Wallraff spricht darüber im Tagesspiegel-Interview und nimmt Stellung zu Salman Rushdie und Blasphemie. [...]
    Tagesspiegel: Wenn religiöse Leute hochempfindlich sind, ist es dann sinnvoll, noch Öl ins Feuer zu gießen, indem man, wie jetzt die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“, schon wieder Karikaturen von Mohammed abdruckt?
    Wallraff: Solange sich nur einzelne Individuen oder Medien an dieser Demonstration von Freiheit beteiligen, wird nicht viel erreicht. Man müsste im Grunde die Zeitungen, Illustrierten, Magazine jetzt überschwemmen mit Karikaturen – und zwar zu allen Religionen. Das wäre eine deutliche Botschaft. Das würde denen, die es noch nicht begriffen haben, direkt vor Augen führen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Die Gegner ermüden dann nämlich, denn so viel können sie gar nicht demonstrieren. Sie können nicht täglich gegen alles Aufstände anzetteln, was gedruckt und gesagt wird...
Wo Schmidt-Salomon aufklärerisch differenziert argumentiert, haut Wallraff nur auf die Sahne (DerWesten titelte denn auch WAZ-qualitätsjounalismusmäßig daneben, aber wahrscheinlich treffend: Günter Wallraff fordert viel mehr Mohammed-Karikaturen in den Medien) und mich wundert, dass Müller, Lieb und Berger das nicht merken:
  • Was ist das für ein "wir", das sich nicht einschüchtern lässt - vom "Gegner"?
  • Und was ist das für eine Strategie: Die Gegner ermüden dann nämlich, denn so viel können sie gar nicht demonstrieren. Sie können nicht täglich gegen alles Aufstände anzetteln, was gedruckt und gesagt wird. ??
    Hat sich wahrscheinlich Cameron letztes Jahr auch gedacht, und denken Merkels Spin Doctors jetzt auch über die Demonstrierenden in Athen, Madrid, Lissabon ...
Will sagen: könnte man nicht verlangen, dass zwischen Ursachen und Anlässen versucht wird zu unterscheiden, dass ein Ansatz von Differenzierung gewagt wird:

Die große Mehrheit der muslimischen Weltbevölkerung hat auf das amerikanische Hassvideo nicht mit Gewalt reagiert. Vor Millionen von Fernsehgeräten, in den Höfen unzählbarer Moscheen und an Hunderttausenden Abendbrottischen haben Muslime ihren Ärger, ihre Bitterkeit ausgetauscht, ohne ihre Gefühle instrumentalisieren zu lassen. So ist es in Bosnien, wo ich gerade herkomme. Und so war es damals, in der Karikaturen-Krise: Ich saß im islamischen Norden Nigerias; ein Lehrer lud mich zum Essen ein, er sagte: „Wir sind alle furchtbar verletzt.“ Dann bezahlte er meine Rechnung.

Mehrheiten aber interessieren uns nicht. Fünfhundert radikale Demonstranten in der Zehn-Millionen-Stadt Jakarta: Breaking news! Was wir „die islamische Welt“ nennen, legen wir uns nach Belieben zurecht, genauso wie den westlichen Freiheitsbegriff: Muss ein Jemenite verstehen, warum die US-Regierung jemenitische Hassprediger per Drohne exekutieren darf, während amerikanische Hassprediger die Freiheit der Kunst genießen? ...
Weiterlesen!

Sehr empfehlenswert: Charlotte Wiedemann im Freitag
Muslimische Gesellschaften sind komplex
Wir glauben zu wissen, was Islam bedeutet. Doch selbst viele Muslime wissen das immer weniger - in der Printausgabe unter dem Titel:
Die Unfähigkeit zum Plural


Zu Wallraff: Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, daß ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist
Anstatt jetzt massenhaft Karikaturen für Wallraff zu zeichnen, sollten "wir" uns nicht einschüchtern lassen und Karlheinz Deschner lesen:
Hauptwerk ist die auf 10 Bände angelegte
«Kriminalgeschichte des Christentums»
von der bisher 9 Bände erschienen sind. --> mehr


"Ich bin Kritiker, auch meiner selbst.
Ich habe ein Schafott in mir."
Karlheinz Deschner

How to ... Wie man ein Centro Financiero Confinanzas kreativ abwickelt: "Torre David/Gran Horizonte"

dezeen_Torre-David_Gran-Horizonte_1

“When you look inside you will find that the apartments are actually like any middle class apartments in the world,” said Urban-Think Tank founder Alfredo Brillembourg at the preview on Monday.
“So this is not a slum; the slum is in your head.”




"Why should the poor live in slums if there are empty offices in the city?" asks Justin McGuirk. The Curator tells us why his Golden Lion-winning installation about a community living in a vertical slum in Caracas could set an example for new forms of urban housing, in this movie (Text und Bilder im Dezeen Magazine):

With the aim of developing the debate over Torre David and similar sites in other cities, U-TT has created this web page to document and encourage a local and global discussion.

Faszinierende Bilder und eine interessante Diskussion, - und eine interessante Perspektive:
Was wäre, wenn der der Torre David zur Ikone der 2010er Jahre würde, wie es die Twin Towers für die 2000er waren? Symbolgehaltsmäßig ist da viel drin: Aus den Ruinen des Casinokapitalismus entsteht Neues ... Teile der Türme wurden nicht mehr glasverspiegelt, aber handwerklich zurückerobert ... community living in a vertical slum.

Hier interessante An- und Aufsichten; - aus einem Reisebericht aus Caracas Atlas Hoods: Venezuela's Skyscraper Slum by Julia King. Das erste Photo ist noch aus der Perspektive des besuchten Onkels im Finanzdistrikt von Caracas gemacht: I went to visit my uncle Gabriel, and let myself into the tower for a little sightseeing:

torre-de-david-carracas2

Aufmerksam geworden auf den Torre David bin ich durch die sehr lesenswerte Reportage "Der Turm" von Peter Burghardt (in der Süddeutschen Zeitung vom 21.09. - no link available).
Schade dass Bolano und Saramago nicht mehr leben; - beide hätten daraus phantastische Erzählungen machen können! Aber vielleicht ... Und könnte nicht der Torre David die Fortsetzung von Saramagos "Das Zentrum" in der Wirklichkeit sein??

Ansonsten: Planet der Slums

How to ... Wie man eine Bank ohne Steuerzahler abwickelt

Neuigkeiten vom Bankhaus Rott

Wie man eine Bank abwickelt
... Als Argument für die Befreiung der Investoren wird stets die Vermeidung eines Systemkollapses genannt. Ja, das wäre wirklich schlimm, hört man, da seien Herr und Frau Kuballa mit ein paar hundert Euro für die Bankenrettung doch gut bedient. Sie wollen doch nicht eine Pleite der Armselig-Bank AG und damit womöglich einen Krieg riskieren! Eine überaus perfide Argumentation, die in ähnlicher Art und Weise auch beim Thema Eurozone Anwendung findet.

Nun ist die Abwicklung einer Bank prinzipiell keine sonderlich komplexe Angelegenheit. Das sieht interessanterweise auch JP Morgan Chase so.
Per Gesetz wurden in den USA die „systemrelevanten“ Banken dazu verpflichtet, ihre Strategie zur Vermeidung eines Bankrotts aber auch einen Plan zur eigenen Abwicklung im Fall der Fälle vorzulegen....
(!!)
Können wir das auch kriegen?

Wo wir gerade bei Bank sind:
Die Deutsche Bank ist weder deutsch noch eine Bank. Von WERNER RÜGEMER (hintergrund.de)

How to ... Wie man die Arbeiterklasse abwickelt: "Prolls: Die Dämonisierung der Arbeiterklasse" von Owen Jones

prolls- rezensiert von Roberto J. De Lapuente. Lesenswert!

Vgl. auch
„Den Prolls die Fresse polieren“ - Der Hass auf die Arbeiterklasse hat Hochkonjunktur - Von SUSANN WITT-STAHL (Hintergrund)

Dialektik der Entzivilisierung
Über die Gewalt, die aus der Mitte der Gesellschaft kommt
Von Werner Seppmann

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XII): Desintegration und Unruhezyklen

Der natürliche Mensch in Tottenham
Von Hans-Georg Soeffner

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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