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CRISIS , WHAT CRISIS ? (XLI): Wem gehört die EU?

Hilfreich für das Verständnis der gegenwärtigen Vorgänge könnte H.J. Krysmanskis Power Structure Research sein, - insbesondere sein Buch Wem gehört die EU?
(2006/7 - das hier online frei erhältlich ist: htm-Version der Studie
- 630KB, mit aktualisierten Zusatzinformationen). Aus der Einleitung:

Die Frage, wem die EU gehört, kann und muss auf verschiedenen Ebenen beantwortet werden. Zunächst einmal, und das entspricht dem gegenwärtigen Stand des Eindringens in diese Problematik, geht es um die Frage der Vermögenskonzentrationen, seit der europäische Integrationsprozess so richtig in Gang gekommen ist. Die Reichen sind immer reicher geworden und dafür gibt es eine Fülle von empirischen und statistischen Indizes, auch wenn sie bislang in keiner Weise zureichend systematisch erschlossen und analysiert worden sind und auch wenn hinsichtlich der Frage, was Eigentum – und sogar Geld - unter den heutigen Bedingungen ist, Klärung aussteht.

Zweitens geht es um das klassentheoretische Problem, also um die Frage, ob sich in Europa eine (neue) herrschende Klasse auf der Grundlage dieser Akkumulationsprozesse herausbildet. Hier finden sich die unterschiedlichsten Erklärungsansätze und noch bei weitem kein Konsensus unter den kapitalismuskritischen Beobachtern – und vornehmlich in diesem Milieu wollen wir uns im Folgenden bewegen.

Drittens schließlich geht es um eine epochen- oder formationsspezifische Bestimmung dieses historisch einmaligen Akkumulationsprozesses. Wir werden versuchsweise (3.6.) von einer kapitalismusbasierten High-Tech-Refeudalisierung Europas sprechen, in deren Kern sich eine ‚transkapitalistische’ Konzentration von Geldmacht durch Privatisierung (wealth condensation) vollzieht.

Im Zentrum unseres Interesses steht, wie gesagt, die zweite Ebene, die klassentheoretische Frage, also die Frage nach dem ‚Wer’ bzw. nach dem ‚Wer wen’. Nach unserer Auffassung ist die Postulierung einer europäischen ‚herrschenden Klasse’ verfrüht bzw. auch nach anderthalb Jahrhunderten marxistischer und nicht-marxistischer Klassenanalyse noch den Gefahren der Vereinfachung und Mythologisierung ausgesetzt. Wir werden versuchen, die Akteure und Profiteure der kapitalismusbasierten High-Tech-Refeudalisierung Europas als ein komplexes Netzwerk teils kooperierender, teils konkurrierender Eliten darzustellen und dabei typisierende und analytische Momente miteinander verbinden. Um dieses Netzwerk sozusagen vorurteilsfrei zu erkunden, verwenden wir einen neuen Begriff: Geldmachtapparat.

In diesem ‚Geldmachtapparat’ genannten Netzwerk beginnen sich verschiedene, per se höchst interessante Gruppen heimisch zu machen: teils in Gestalt eines über Generationen vererbten Reichtums, teils in Gestalt alten oder neuen europäischen Adels, teils in Gestalt eines mithilfe technischer, finanzpolitischer oder marketingmäßiger Innovationen zusammengerafften Neureichtums, teils in Gestalt eines durch korrupte Privatisierungspraktiken erzeugten Oligarchentums, teils in Gestalt von Mafia-Milliardären.


Vgl. auch State of Corporate Power 2012: Exposing the Davos Class; TNI
Vgl. auch The network of global corporate control

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XL): Athens' Burning



Aus der Chronik der Ereignisse:
Live news blog, Feb 12-13 (AthensNews):
...
19:19 Theodorakis has just spoken to the press inside parliament. He said "the people will win" just as they did against the Nazis and the junta.

19:10 Also caught up in this afternoon's tear gas was composer Mikis Theodorakis, 86. A spokeswoman from his office has told Real FM radio that police fired tear gas just as Theodorakis was about to speak to the crowd on Syntagma. She described the unprovoked attack as an "attempt to kill him" and says the police deliberately targetted him.

18:05 Second World War-resistance hero Manolis Glezos has made a statement from Syntagma.
"Is it possible to impose these measures by using tear gas ... These measures don't have the vote of the Greek people."
Glezos was wearing a surgical mask and seemed to be suffering from tear-gas inhalation.
...

Zur Erinnerung:
Am 30. Mai 1941 erklomm Manolis Glezos zusammen mit Apostolos Sandas die Akropolis und riss die dort seit der deutschen Einnahme von Athen am 27. April 1941 gehisste Hakenkreuzfahne herunter. Diese erste Widerstandshandlung in Griechenland, durch die Glezos ein antifaschistischer Held wurde, war ein Fanal, das viele Griechen zum Widerstand anregte. Glezos und Sandas wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Am 24. März 1942 wurde Glezos verhaftet und von der deutschen Besatzungstruppe gefangen gehalten und gefoltert. (Wiki)

Manolis Glezos als Zeitzeuge des antifaschistischen Widerstands:
Schattenkampf /ArteWEB

THEODORAKIS_GLEZOS_122120


Die erneute "Rettung" Griechenlands - Wassilis Aswestopoulos bei tp
Die Troika inszeniert einen langsamen, qualvollen Tod - Wassilis Aswestopoulos ebd.

Zur Erinnerung:
London's Burning ... und nochmal der Hinweis auf Robert Kurz: Sparterror und Revolte

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XX): How To Squeeze Greece - oder: Wider Les Terribles Simplificateurs - oder: 14. November 1973

... In diesem Drama zunehmend globalisierter Proteste und Unterdrückungsmaßnahmen offenbart sich ein Handlungsstrang, mit dem sich viele der Cheerleader einer neoliberalen Globalisierung nie auseinandergesetzt haben: die Macht des globalisierten Kapitals, die Autorität demokratisch gewählter Regierungen in verheerender Weise zu untergraben.

Aus der Perspektive globaler Konzerninteressen sind geschlossene Gesellschaften wie China unternehmensfreundlicher als lästige Demokratien, in denen Gewerkschaften, hohe Menschenrechtsstandards und eine starke Presse die Kosten in die Höhe treiben.

Überall auf der Welt ähneln sich die Gegenreaktionen auf die Proteste, was nahe legt, dass die Akteure aus dem Staats- und Unternehmenssektor dabei sind, zu lernen, wie man Abweichlertum unter Wahrung einer demokratischen Fassade am besten unterdrückt...

2012 werden sich die Proteste drastisch verschärfen - Naomi Wolf in der WELT (!!)

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXIX): The German Rezept for Greece and other PIIGS

Spaltung der Arbeitswelt: Auch in der Mitte der Gesellschaft wird es prekär
Die Arbeitsgesellschaft wandelt sich dramatisch. Arbeitsverhältnisse werden immer unsicherer, Familien können kaum noch von einem Gehalt leben. Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen lud zu einer Diskussion über die Folgen dieser Veränderungen ein:

"Eine allgemeine Prekarisierung würde, glaube ich, einem großen Teil der deutschen Wirtschaft auch seine Konkurrenzfähigkeit und seine Produktivität kosten. Insofern glaube ich nicht, dass daran irgendjemand ein Interesse haben kann. Was aber wohl ökonomisch rational sein kann, ist eine Politik der Polarisierung. Wenn es nämlich stimmt, dass es Tendenzen gibt, die hochqualifizierten Stammbelegschaften zu stabilisieren, durch Formen von Personaleinsatz aber eben auch durch bestimmte Formen von Politik - also denken sie an das Kurzarbeitergeld während der letzten Wirtschaftskrise zum Beispiel. Während man andererseits prekäre Ränder aufbaut, die eben günstiger arbeiten, weniger stabil beschäftigt sind und so weiter, dann ist das natürlich eine gute Lohnkostensenkungsstrategie." Nicole Mayer-Ahuja, Direktorin des SOFI

Quelle 1: Deutschlandradio (Text)
Quelle 2: Deutschlandradio (Audio)
via nds, vgl. dort auch die Hinweise auf:

Union der Lohndrücker
Griechenland, Rumänien, Belgien – offensichtlich rückt die EU die Lohnentwicklung immer stärker ins Zentrum ihrer Krisenbewältigungsstrategie. Die nationalen Regierungen werden von Brüssel dazu angehalten, die Löhne zu drücken. Nun steht allerdings im Maastrichter Sozialabkommen, das als Zusatzprotokoll zum EU-Vertrag am 1. November 1993 in Kraft trat, im Artikel 2.6 der Satz, dass die “Unterstützung und Ergänzung” der nationalen Sozialpolitiken durch die Gemeinschaft “nicht für das Arbeitsentgelt, das Koalitionsrecht, das Streikrecht und das Aussperrungsrecht” gelten. Diese Einschränkung wurde auch in den Vertrag von Lissabon übernommen... (Le Monde diplomatique)

Nach Daten des nationalen Statistikbüros stagniert der Anteil der Lohneinkommen am GDP seit Jahren bei ca. 35%, obwohl die Löhne in den letzten drei Jahren zum Teil kräftig erhöht wurden. Der Anteil der Investitionen ist gegenüber dem Vorkrisenjahr 2007 sogar noch einmal deutlich gestiegen, von gut 40 auf fast 55%. Der Anteil der Nettoexporte am Volkseinkommen beträgt unverändert ca. 10%.
Fortgesetzt wird damit eine Wachstumsstrategie, die sich in extremer Weise auf Überschüsse in einigen exportstarken Schlüsselsektoren verlässt...
Die Arbeitsverhältnisse im chinesischen (!!) Wachstumsmodell - DGB Gegenblende

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXIV): Divided We Stand: Why Inequality Keeps Rising
CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXVIII): Class War: Low Wages and Beggar Thy Neighbor
CRISIS , WHAT CRISIS ? (XXVI): From the Vaults: Staatsschulden

Moral Education II revisited: «db Kompass Life 3»

Im November 09 befasste ich mich mit Kompass Life 1; - damals wurde noch auf der Basis von aufgekauften US-Lebensversicherungen auf den frühen Tod der ehemaligen Inhaber spekuliert. Jetzt ist die Deutsche Bank soweit, nur noch Wetten auf die Restlebensdauer von rund 500 Personen anzubieten: Das Produkt basiere auf komplexen versicherungsmathematischen Modellen... Insgesamt hat die DB etwa 700 Millionen Euro in dem Fonds eingesammelt ... Diskussionen um die Fonds kursieren bereits seit einiger Zeit. Anleger beklagten unter anderem, dass der Fonds nicht die erhofften Gewinne abwirft. Viele Versicherte lebten schlichtweg länger als gedacht. (sz: Makaber)

Der Implex? Der Implex.

Nächste Woche erscheint: Barbara Kirchner und Dietmar Dath: "Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee"

Wer sich als Freund des Fortschritts begreift, gerät oft in Begründungsnöte, erst recht, wenn Fortschritt zu allererst als ein gesellschaftlicher verstanden wird. Barbara Kirchner und Dietmar Dath laden auf über 900 Seiten zu einer Neuentdeckung dieses Paradigmas ein. Jede Zeit – darauf verweist der Titel ihres Buchs – habe ihren „Implex“: auf einzigartige Weise verflochtene, gleichwohl explizierbare, reale Möglichkeiten sozialen Fortschritts. Ihr Blick richtet sich auf die Geschichte der Moderne, auf Ökonomie, Krieg, Wissenschaft, Fragen der Emanzipation und das Feld der Kultur, nicht zuletzt der Musik und Science-Fiction-Literatur. Dabei geht es ihnen immer auch um die Rückgewinnung eines analytischen, dezidiert gesellschaftstheoretischen und in diesem Sinne letztlich „fortschrittlichen“ Vokabulars. (FU Berlin- Literaturforum)


Im Buch lesen



Lesen Sie im Buch

Was macht der Deutsche in der Krise: „Neid auf Super-Deutschland“

Er konsumiert anhaltend nicht wie erwartet (wie auch!?), soll sich aber sonnen im Glanz des Neids der anderern: Die Bild-Zeitung und der „Neid auf Super-Deutschland“ und hält den Klimawandel angesichts der gegenwärtigen Kälte für eine Einbildung ...

Vgl. auch: GALLUP am 13.02.
Germans' Economic Positivity Holds in Eurozone Crisis - Economic perceptions improve among all income groups

Archäologie CLXXXVI: SIMPLICISSIMUS

Die Nachdenkseiten verwiesen gestern auf eine aktuelle Veröffentlichung des Simplicissimus aus dem Jahre 1939.
Diese Online-Edition möchte politisch-satirische Zeitschriften verfügbar machen, die als authentische Quellen das Kaiserreich und seine Alltagskultur bis zum Ende der Weimarer Republik nahebringen. Die Zeitschriften können gelesen oder punktuell nach besonderen Fragestellungen durchsucht werden.

ad acta




ACTA – Wir haben ein Problem


Warum Acta in den Papierkorb gehört


"Damen und Herren
willkommen Symposium Alltagssprache 2047. Ich Ausblick auf Zeit vor 2015 und ACTA. Alltagssprech nicht wie 2047 vor ACTA. Erklärung. Vor ACTA Worte nicht wie Worte von 2047. 2015 Gesetz Worte Verbot. Nach Gesetz Unternehmen Wortemonopol. Sperrung für Allgemeinheit. Sprache Effizienz. Schnelligkeit. Vor 2015 Sprache Ungenauigkeit und Zeitverschwendung..."

De Lapuente: Und dann fehlen uns die Worte

Archäologie CLXXXV: The Blitz - Thunderclap - Enola Gay

Da sicherlich in den kommenden Wochen wieder einiges zu hören, lesen und sehen sein wird über Luftangriffe auf deutsche Städte, hier vorbeugend der Hinweis auf Colour photographs of London after Air Raid Attack, September 1940, zu sehen bei
retronaut
- einer photographischen Fundgrube, in der man sich produktiv verlieren kann, um z. B. dieses Photo zu finden:

8:15am, 6th August 1945
8-15

Vgl. auch kürzlich meinen Hinweis auf vintage everyday!

Kapitalismus braucht keine Demokratie, aber (hierzulande) Antisemitismus (II)

67 Jahre nach der Befreiung der Häftlinge des Lagerkomplexes Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch die Soldaten der 60. Armee der Ersten Ukrainischen Front:

Antisemitismus in Deutschland
Erscheinungsformen, Bedingungen, Präventionsansätze
Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus

Rund ein Fünftel aller Deutschen ist latent antisemitisch

Der Bericht lag bereits im vergangenen November der taz vor. Dort hieß es:

Nach einem Rückgang Mitte des vergangenen Jahrzehnts seien antisemitische Einstellungen in den letzten Jahren wieder angestiegen, heißt es in dem Bericht. Von einer "tiefen Verwurzelung von klischeehaften Judenbildern und antisemitischen Einstellungen in der deutschen Kultur und Gesellschaft" ist dort die Rede. Man beobachte eine "bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitete Gewöhnung an alltägliche judenfeindliche Tiraden und Praktiken". Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland seien zumindest latent antisemitisch, heißt es in der Expertise.

Ähnliches haben zwar auch schon frühere Studien festgestellt. Doch das Verdienst des Expertengremiums liegt darin, auf 210 Seiten einen Überblick darüber zusammengetragen zu haben, wie und wo sich heute Antisemitismus auch jenseits offen judenhassender rechtsextremer Milieus beobachten lässt: in Schulen und Fußballvereinen, in der Freiwilligen Feuerwehr, in Leserbriefspalten der Zeitungen, am Stammtisch, in sozialen Netzwerken im Internet, aber auch in Kirchen oder unter manchen Linken und Globalisierungskritikern sowie unter Migranten.

So gehöre auf den Schulhöfen "Jude" als Schimpfwort "vielerorts fast schon zum Allgemeingut", und vor allem in den unteren Ligen seien Beleidigungen jüdischer Spieler und Angehöriger jüdischer Mannschaften Teil des deutschen Fußballalltags. "Sätze wie 'Juden gehören in die Gaskammer', 'Auschwitz ist wieder da' und 'Synagogen müssen brennen' sind bei Wettkämpfen in der Regionalliga keine Seltenheit", heißt es in dem Bericht...

Scharf kritisiert wird in ihrem nun vorgelegten ersten Bericht der Umgang der Schulen mit dem Antisemitismus. Dort werde das Thema fast nur mit Bezug auf den Holocaust behandelt. Damit erscheine der Antisemitismus als ein "ausschließlich den Nationalsozialisten zuzuordnendes Phänomen, das 1933 quasi aus dem Nichts erschien und 1945 wieder verschwand".

Viele Lehrer hätten zudem oft hohe moralische Erwartungen von ihren Schülern und verlangten von ihnen eine große Betroffenheit. Diese Haltung überfordere die Schüler und könne zu einer Abneigung nicht nur gegenüber dem Thema NS-Geschichte, sondern auch gegenüber Juden führen - also einen "Antisemitismus wegen Auschwitz" erzeugen.


Das mag so sein. Aber ebenso gilt:

Es tut wohl, zu wissen, daß die überlebenden Insassen der deutschen Konzentrationslager, diese erbarmungswürdigen Reste von Massen unschuldiger Menschen, Männer, Frauen und vieler, vieler Kinder, die an den Schandstätten oft noch im letzten Augenblick, bevor der Retter kam, von der Hand vertierter Zöglinge des Nationalsozialismus einen gräßlichen Tod erlitten haben und deren ausgemergelte Leichname und verkohlte Gebeine man gefunden hat nebst den ingeniösen Vorrichtungen, die zu ihrer Hinmachung dienten, es tut wohl, sage ich, zu wissen, daß sie der Gewalt ihrer Quäler entrissen, den Gesetzen der Menschlichkeit zurückgegeben sind.

Aber ganz andere Empfindungen noch mischen sich für den Deutschen in das Gefühl der Genugtuung.

Der dickwandige Folterkeller, zu dem der Hitlerismus Deutschland gemacht hat, ist aufgebrochen, und offen liegt unsere Schmach vor den Augen der Welt, den fremden Kommissionen, denen diese unglaubwürdigen Bilder nun vorgeführt werden und die zu Hause melden, dies übertreffe an Scheußlichkeit alles, was Menschen sich vorstellen können. „Unsere Schmach“, deutscher Leser und Hörer! Denn alles Deutsche, alles, was deutsch spricht, deutsch schreibt, auf deutsch gelebt hat, ist von dieser entehrenden Bloßstellung mitbetroffen. Es war nicht eine kleine zahl von Verbrechern, es waren Hunderttausende einer sogenannten deutschen Elite, Männer, Jungen und entmenschte Weiber, die unter dem Einfluß verrückter Lehren in kranker Lust diese Untaten begangen haben.

Hartmut Finkeldey zitiert Thomas Mann: Die Lager, letzte Radiorede, Mai 1945 (in: Mann, Thomas, Essays 2, Politik, Frankfurt/Main 1977/86, p. 301)

Ich glaube nicht, dass diese Haltung die Schüler überfordert, wenn man ihnen denn Angebote macht, die kranke Lust zu verstehen ...

"Die Aussiedlung hatte nur einen Zweck: den Tod" - Marcel Reich-Ranickis Rede vor dem Bundestag

Was wir der Geschichte schulden - Charlotte Knobloch in der sz
Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist wertlos, wenn es nicht mit dem Kampf gegen Neonazis einhergeht.

Kapitalismus braucht keine Demokratie, aber (hierzulande) Antisemitismus (I)



Archäologie L: 27. Januar 1945 - die Rote Armee befreit das KZ Auschwitz


Abb3_Mucha

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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