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Schöne Aussichten

Ray Davies fuels Kink reunion rumours
He's attempting to 'track down' brother

Ray Davies has hinted at the possibility of a Kinks reunion.

Davies, who was honoured last night (October 4) by the Broadcast Music Inc at London's Dorchester Hotel, suggested he was searching for his brother, Dave, for a possible collaboration.

Sibling and former Kink, Dave Davies, suffered a stroke in 2004, but Ray Davies was confident the two would work together again.

He told BBC 6 Music: "I'm trying to track down my brother, see how he's doing. Maybe he could guest on a few tracks. But we'll see.

"I spoke to him before I went on my last tour in America, and he's really on the mend. He's playing again, so it's a good sign."

The brothers last performed together in 1996. Davies is currently working on a new solo album.

NME 05.10.06

Schönes Lied - Bankenlied

front-4
Eisler:"Es war keine Kneipe zu klein, wo Ernst Busch, Helene Weigel, Brecht und ich nicht auftraten, und es gab keinen Saal zu groß und kein Theater zu vornehm, wo wir nicht ebenfalls auftraten.". Immer wieder gab es - wie Brecht es ausdrückte - rasch etwas zu machen. So unter anderem die Rote Revue: "Wir sind ja soo zufrieden..." der jungen Volksbühne, als Gemeinschaftsarbeit von Brecht, Ottwalt, Weinert, Eisler und Hollaender. Aus dieser Revue kam das Bankenlied, Das Lied vom SA-Mann, Die Ballade zu §218 und das Lied des SA-Proleten.

Schöne Formulierung

... dass man bei entsprechender Bezahlung für jedes en vogue befindliche Thema ein Mietmaul unter den Professoren der C4-Klasse finden wird, das in den Medien Sonderinteressen und Privilegien bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zum Anliegen der Allgemeinheit veredelt, womit sie dann politikfähig wären.

Kasse machen
Zur Kritik der politischen Ökonomie im Gesundheitswesen. Von Nadja Rakowitz
in Konkret 10/2006

Das "veredelt" gefällt mir gut.

Zu viel für Uschi

Nachdem Günter Grass seinen jüngsten PR-Coup gelandet und kurz vor Erscheinen seiner Memoiren herausposaunt hat, daß er Mitglied der Waffen-SS war, bedauern manche, er habe seinen Ruf als "moralische Instanz" ruiniert. Die Wahrheit über die "moralische Instanz" deckte Gerhard Henschel bereits in KONKRET 8/1999 auf.

Zu viel für Alexa

Literatur Konkret Nr. 31

Marit Hofmann

Rettet Bessings Kinder


Ein Antrag an das Jugendamt Hannover

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich, daß Herrn Joachim Bessing, wohnhaft in Hannover, Beruf Schriftsteller, das Sorgerecht für seinen Nachwuchs entzogen wird. Ich kenne diesen Herrn nicht persönlich, wohl aber ist aus seinem öffentlichen Wirken zweifelsfrei zu folgern, daß von dem selbsternannten Familienoberhaupt eine Gefährdung des Kindeswohls ausgeht. Insbesondere aus seinem gerade als Taschenbuch neuaufgelegten Pamphlet "Rettet die Familie!" (Ullstein) spricht vor allem eins: Haß. Haß auf den "verantwortungslosen" Erzeuger des Mädchens, das seine Frau mit in die Ehe brachte. Haß auf die Kinderärztin, die ihm vorwirft, seinen Nachwuchs zu überfordern (Papa nennt's "elterliche Autorität"). Haß auf die 68er und die Frauenbewegung, die "eine gemeinschaftliche Kultur in der Partnerschaft" verhinderten. Und noch einen historischen Tiefpunkt gibt es in Bessings persönlicher Pathologie: "die Katastrophe von 1945". Die damals "erlittenen Beschädigungen am Familiensinn" gelte es wiedergutzumachen, und zwar durch eine "Rückzüchtung der Form". Auf daß die Patchworkmentalität ausgemerzt werde zugunsten traditioneller Bilderbuchfamilien vom Schlage der Goebbelsschen.

Als neue Vorzeigeeltern der Nation gebärden sich indes Herr Bessing und seine Angetraute, Frau Alexa Hennig von Lange, höchstpersönlich. Die Dame des Hauses darf immerhin einen Beruf ausüben, man ist ja nicht von vorgestern. Abgesehen davon, daß ihr Mann sich angeblich selbst Salat zubereiten kann, sind die Rollen im Schriftstellerhaushalt klassisch verteilt. Während ER für den Überbau zuständig ist, trichtert SIE den Sprößlingen in Jugendbüchern wie "Mira schwer verliebt" (Rowohlt) SEINE Lehren ein; ferner testet SIE in der "SZ" Nagellack und ediert für Rexona aus Einsendungen von Deodorantuserinnen "Super Frauen Super Stories". Schließlich will auch eine Supermutti im Leben Duftmarken - nein, "Spuren hinterlassen. In meinem Fall in Form von Büchern und Kindern." Eine andere Spur hinterließ die gleichberechtigte Gattin, als sie vor kurzem eine neue Frauenbewegung forderte, die - Halten Sie sich fest! - "den Mann mitbedenken" müsse. "Denn Männer und Frauen sind aufeinander angewiesen." Und auch die Herren hätten schließlich ein Recht auf Arbeit. Endlich hat der Feminismus seine wahre Mission gefunden: der Kampf gegen die Diskriminierung des Mannes.

Aber ich schweife ab. Das Schlimmste ist doch: Mutter Hennig von Lange begrüßt, daß ihr Gemahl sich an der Erziehung beteiligt. Wie aber will jemand, der die finanzschwache und kulturlose Masse offenbar am liebsten sterilisiert sähe, verantwortungsvolle Bürger heranziehen? "Wer, um seine Kinder großzuziehen, auf die Hilfe des Staates angewiesen ist, der hat von der kulturell entwickelten Lebensform Familie ... rein gar nichts begriffen", wettert der Autor von "Welt". Gebraucht würden Leute wie er, Bessing, der "sich und sein Tun als so wertvoll schätzt, daß er es zu dem Vorbild von anderen machen will" - und seine Zuchtphantasien an wehrlosen Kindern ausläßt. Sagen Sie selbst: Ist der gemeinsame Sohn Pontus mit seinem Vornamen nicht schon genug gestraft?

Bob Dylan’s “Theme Time Radio Hour”

Günter Amendt: Night Time in the Big City
Mit einer eigenen Radio-Show knüpft Bob Dylan an ein Format an, das ihn in seiner Jugend über die Tage gebracht und durch die Nächte getragen hat

It's night time in the big city", raunt eine Frauenstimme aus der tiefsten Tiefe der Nacht. "It's theme-time-radio-hour with your host Bob Dylan."
masthead
Die Überraschung war groß und das Medienecho in den USA überschwenglich, als der Pay-Radio-Sender XM bekanntgab, Bob Dylan als DJ unter Vertrag genommen zu haben. Die Radiomacher laden ihre Hörer und Abonnenten auf eine Reise zurück ins goldene Zeitalter des Radios ein: "Themes, schemes and dreams." Sie kündigen Musik "handverlesen aus seiner persönlichen Sammlung" an. Und sie versprechen, daß der Gastgeber - your host Bob Dylan - sie an Orte führen wird, die nur er kennt.

Und tatsächlich, am 3. Mai 2006 ging Dylan, leicht abweichend von der ursprünglichen Planung, auf Sendung. Die Arbeit im Studio, wo er mit den Musikern seiner laufenden Tour das Album "Modern Times" produziert hatte, brachte den Zeitplan durcheinander. ... weiter in konkret 09/06

White Man Stew berichtet laufend über die Shows. Sehr empfehlenswert. Die sz berichtete auch.

Dylans Moderation ist wirklich faszinierend; Amendt hat das schön gesagt: Die Stimme, die er bei seiner Radio-Show einsetzt, klingt jünger als die aktuelle Gesangsstimme. Es ist eine freundliche Stimme, die man oft lächeln hört. Von so einem läßt man sich gerne mal die Hand auflegen.


Update 15.10./25.01.07
In 2007 übernimmt BBC 6 die Show. Ein Überblick über die Folgen und die Playlists mittlerweile bei en.wiki ...
Und es gibtThe Dreamtime Podcast - Commentary on Bob Dylan's Theme Time Radio Hour

Die Playlists der Shows hier.

oder header_dylandirekt ...

Update 0309:
Annotated Theme Time
“Bob probably knows more songs than any living person.”
Jim Fox, Charter Member, The Bob Dylan Fan Club
It's time for Bob Dylan's Theme Time Radio Hour!
In this space you will find:
*a complete inventory of not only all the songs and artists played on his shows, but every musician, poet, politician, movie, city, song, record label, recipe and more that Bob quotes or mentions
*some links to further explore some of these people and places
*bits of Bob's own commentary that we found to be particularly insightful or entertaining.

Mein Enron stinkt

Die „Gemeinschaftsinitiative Soziale Marktwirtschaft“ liefert das Schulbuch für den Wirtschaftsunterricht und die Vorsitzenden der Bertelsmann Stiftung, der Ludwig-Erhard-Stiftung und der Nixdorf-Stiftung schreiben das Vorwort. Wolfgang Lieb.
Es sind manchmal die kleinen und versteckten Meldungen, die die aufschlussreichsten Informationen liefern.
„Wenn am 31. August in Niedersachsen wieder der Unterricht beginnt, werden die Gymnasiasten der Klasse 8 erstmals ´Politik-Wirtschaft` auf dem Stundenplan finden“, so beginnt ein Einspalter auf Seite 28 der Frankfurter Rundschau vom 29.8.06. Das neue Fach trete an die Stelle des Politikunterrichts.

Mit der Verknüpfung wirtschaftlicher und politischer Inhalte hätten die Länder Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen schon seit 1999 auf die „verbreitete Forderung“ reagiert, ökonomische Lehrinhalte stärker in den allgemeinbildenden Schulen zu berücksichtigen. Nun folge Niedersachsen nach.

So weit, so gut und außer vielleicht der Frage, wer die „verbreitete Forderung“ eigentlich aufstellte, nichts Bemerkenswertes.

Dass der Bundesvorsitzende der Vereinigung für Politische Bildung daran Kritik übte, dass die politische Bildung auf höchstens eine Wochenstunde zusammengekürzt würde, ist ja heutzutage nichts Besonderes.

Interessanter ist dann schon, wer bei der Lehrplanarbeit, bei der Lehrerfortbildung und vor allem bei der Schulbuchentwicklung beteiligt war.

Jedenfalls war der liberale Oldenburger Ökonomiedidaktiker Hans Kaminski das einzige wissenschaftliche Mitglied der Richtlinienkommission für dieses Fach. Er ist gleichzeitig Leiter der vom Land Niedersachsen und anderen Bundesländern eingeführten Online-Weiterbildung „Ökonomische Bildung“. Sein von ihm geleitetes „Institut für ökonomische Bildung“ (IÖB) an der Uni Oldenburg und die gGmbH „Ökonomie & Bildung“ bieten zusammen mit dem Bildungswerk der niedersächsischen Unternehmer- und Arbeitgeberverbände (BNW) gleich auch noch die Fortbildung der Lehrkräfte für das neue Fach an.

Das in dem neuen Fach verwendete, gleichfalls von Kaminski herausgegebene Schulbuch „Oec.“ (Amazon-Preis 26,95 Euro) wurde wiederum von der „Gemeinschaftsinitiative Soziale Marktwirtschaft“ initiiert. Die Gemeinschaft, die sich hinter dieser Initiative verbirgt, ist (na, wie könnte es anders sein) die Bertelsmann Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung und die ordoliberale Ludwig-Erhard-Stiftung.

So nimmt es auch nicht mehr Wunder, dass in einem Schulbuch (!) die Vorsitzenden dieser der drei Wirtschaftsstiftungen das Vorwort schreiben.
Endlich mal ein Schulbuch, wie es sich die Wirtschaft wünscht.

Dass Kaminski quasi eine Monopolstellung bei Produktion und Vertrieb der politischen Bildung an Niedersachsens Schulen hat, scheint die überzeugten Wirtschaftsliberalen Förderer nicht allzu sehr zu stören. Es geht ja um die richtige Sache: „Die Förderung des Wissens und des Verständnisses von marktwirtschaftlichen Wirkungszusammenhängen in unserer Gesellschaft.“


Sicher. Klar doch. Geht in Ordnung.

Wiedergefunden

Mitch Ryder - auf dem Album Got Chance For A Million (1981) gibt es ein schönes Lied: Ich bin aus America, in dem Mitch reggae-rock-mäßig darlegt, warum Reagan nicht sein Präsident ist. Witzig ist, dass da schon die Bush-CIA auftaucht. Auch sonst klingt das ziemlich aktuell. Wer das mal hören möchte:

http://gebattmer.castpost.com/550561.html

Es gibt zwei gute Artikel über Mitch Ryders Arbeit in den letzen Jahren:
http://www.zeit.de/2003/05/RyderundBodag?page=all
http://www.brandeins.de/home/inhalt_print.asp?id=165&MagID=4&MenuID=130&SID=su66249654496610

BluesMitch Ryder tritt, wenn er hier ist, mit Engerling auf, einer Band, deren erstes Album ich irgendwann in den siebziger Jahren in der DDR erstehen konnte. Und auf der LP gibt es diesen schönen Blues für Al Wilson, den früh verstorbenenen Mundharmonikaspieler von Canned Heat, den man wahrscheinlich besser hört als liest, - aber dafür gibt es keinen Link - siehe unten:






Mama Wilson-gute alte Ma
Mama Wilson-gute alte Ma
Erzähl mir was von Alan- und seiner schwarzen Pein
Des Efeus schwere Wellen bedecken sein Gebein
Mama Wilson- wo mag Al jetzt sein

Mama Wilson-gute alte Ma
Mama Wilson-gute alte Ma
Als ich Alan hörte, da schlief ich nachts nicht ein
Ein Mensch, der solch ein Horn bläst,
kann doch kein Mensch nicht sein...
Mama Wilson
kann doch kein Mensch nicht sein

Als der Al noch jung war, da zog er vor die Stadt
Und spielte mit den Schwarzen, denn die Weißen war'n ihm satt
Er haßte weißen Walzer und Marschmusik- Vor Zorn
blies er mit rotem Schädel BOOGIE WOOGIE in sein Horn ...

Mama Wilson
Nicht böse sein
Mama Wilson
Den BOOGIE blies er in uns rein

Mama Wilson- gute alte Ma
Mama Wilson- gute alte Ma
Laß den Trauermarsch- Al ist nicht mehr da
Hör seinen BOOGIE- dann ist Al Dir nah

Als der Al dann groß war, da blieb er nicht zu Haus
Er zog mit seiner heißen Band zum Tor hinaus
Sein Bild stand in der Zeitung- hab's lange angeschaut
's Gesicht war voller Narben- er hat'ner Frau vertraut
Da zog er in den Wald- spielte BOOGIE ganz allein
Der Körper lag im Moos- der Kopf auf einem Stein
Frag mich bitte nicht: Warum wollt ' er alleine sein...?
Ich konnt' ihn auch nicht fragen
Ich bekam den Totenschein
Al, Junge, wo magst Du sein...
Al Wilson, wo magst Du sein
Al Wilson ... Al Wilson ...
Wo magst Du sein ...

Ich weiß : der Himmel ist Dir ein Graus
Denn Petrus spuckt nur Harfen , keine Hörner aus
Der BOOGIE ist die Hölle, dem Himmel ist er Pein
Und trotzdem hoff ich, Al, Du magst im Himmel sein ...


Hier kann man ruhig mal Werbung machen: Bei Buschfunk gibt es alles, was von der DDR-Rock-Szene gerettet werden konnte.


dein-rotes-haarHierher gehört eigentlich auch der Hinweis auf ein Lied, das ich schon vor langer Zeit auf GBlogmedia geladen habe:
Andi Brauers "Hanna"
Der Text ist von Peter Maiwald:
http://gebattmer.castpost.com/293578.html

Krake Bertelsmann: Die ‚gute Regierung’ des Bildungswesens

Die Hamburger Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Lohmann hat im März auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in Frankfurt einen Vortrag über den Einfluss der Bertelsmann Stiftung auf das Bildungswesen gehalten, den sie den NachDenkSeiten freundlicherweise zur Verfügung stellt [PDF – 83 KB].

...
Neueren Datums ist das Bertelsmann-Projekt Eigenverantwortliche Schule und Qualitätsvergleiche
in Bildungsregionen, das 2005 mit Starthilfe der Landesregierung in Niedersachsen
erstmalig in Angriff genommen wurde: „Die vorerst rund 130 allgemeinbildenden
Schulen erhalten das von der Bertelsmann Stiftung zur Verfügung gestellte Instrumentarium“,
um sich unverzüglich „nach den Herbstferien auf den Weg der Eigenverantwortlichkeit“
zu begeben. „Mit dem Programmpaket SEIS (Selbstevaluation in Schulen) erhalten sie
eine gute Unterstützung, vergleichbar mit den Qualitätsmanagementsystemen in der Wirtschaft“
(Bertelsmann Stiftung 2006b).
Kaum ein Jahr später benutzen bereits 1.225 Schulen in 16 Bundesländern Selbstevaluation
in Schulen, „das softwaregestützte Selbstevaluationsinstrument“ der Bertelsmann Stiftung
„zur Qualitätsverbesserung von Schulen“, das „Schulleitungen und Kollegien unterstützen
soll, Schulentwicklungsprozesse mit Hilfe von Daten zu überprüfen und besser zu planen“
(Bertelsmann Stiftung 2006c).


Ich hab das mal mitgemacht. Alle waren sehr aufgeregt und mussten sich exakt zwischen 8 Uhr 10 und 8 Uhr 15 einloggen und dann eingeben, wie sie die Qualität so finden. Die beste Frage war die, ob wir auch technologisch bilden, also z.B. den Kindern erklären, wie man SMS und E-Mails versendet. Wahrscheinlich ist der Bogen eine Übersetzung aus dem Amerikanischen. Das erinnert mich an die schönen Witze aus der DDR, - hier diesen:
Großer Wettbewerb der Grusinischen Akademie der Wissenschaften zum russian2soundsovielten Jahrestag der großen sozialistischen Oktoberrevolution. Thema in der Sektion Zoologie: Der Elefant. Preisverleihung in Anwesenheit des Generalsekretärs der KP der Grusinischen SSR.
3. Preis: Der Elefant als Nutztier und Freund der Werktätigen. Zweibändiges Werk der Grusinischen Akademie der Wissenschaften, Sektion Zoologie.
2. Preis: Ein dreibändiges Werk der Zentralen Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau:
Bd. 1: Der Elefant vor der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution;
Bd. 2: Der Elefant in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution;
Bd. 3: Der Elefant nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.
1. Preis: Ein vierbändiges Werk aus der DDR:
Bd. 1: Der Elefant vor der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution - Übersetzung aus dem Russischen;
Bd. 2: Der Elefant in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution - Übersetzung aus dem Russischen;
Bd. 3: Der Elefant nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution - Übersetzung aus dem Russischen;
Band 4: Der Elefant der DDR, der beste Freund des sowjetischen Elefanten.

...

gonefishing

FOCUS SYLVIA / ERUPTION

Eines der schönsten Stücke von Jan Akkerman aus den 70ern, - mit diesen unglaublichen Melodiebögen (zum ersten Mal gehört auf "Summertime" von der ersten Brainbox-LP!)
- hier:

siehe auch http://www.janakkerman.nl/

The U.S. vs

usvjl

via you ain't no picasso

Vor der weiteren Senkung der Arbeitskosten in Deutschland warnt

Sebastian Dullien von Financial Times Deutschland. Denn die exportorientierten Firmen in Italien und Portugal können nicht mehr konkurrieren, und eine ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhende Lohnsenkung dort würde den Binnenmarkt und die Staatsfinanzen ruinieren (ist es nicht genau das, was gerade in Deutschland passiert?). Und dann würde der Euro auseinander fliegen, mit sehr negativen Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Endlich einer mit einer makroökonomischen Perspektive. Ein erholsames Erlebnis angesichts der Wüste von immer gleichen fixen Ideen: Arbeitskosten senken, Lohnnebenkosten senken, mit Steuern finanzieren, Arbeitskosten senken, Lohnnebenkosten senken, mit Steuern finanzieren, Lohnnebenkosten senken ... Albrecht Müller.


War da noch etwas? Kann es sein, dass das neue Deutschland, das sich mit brachialem Willen als normaler Staat geben will, nach innen spaßgesellschaftsmäßig Fahnen flattern lässt, nach außen Normalität beschwören muss ("Die Welt zu Gast bei Freunden") und gleichzeitig nach innen und nach außen die Dampfwalze macht?!

2 Bilder

Das beste der vielen Syd Barrett Fotos (in den Trauerbloggs) zeigt If Charlie Parker Was a Gunslinger - unter dem Titel
"I tattooed my brain all the way..."
syd1


Wenn's im Sommer unbedingt Afrika sein muss, fahren Sie besser nicht mit der Bahn:

troops

Von den USA lernen heißt siegen lernen

testnpaeOutcomes based education requires pre-defined endpoints. Our educational system defines endpoints as "passing" and "graduating." The epitome of cover your ass; as long as the kid passes he's out of MY hair. He's YOUR problem now. CYA.

The No Child Left Behind Act has granted states autonomy in determining minimum proficiencies necessary to graduate or pass a grade. What's easier than fixing a problem? Working around it. If kids can't meet the standards, let's lower them. Outcomes-based education just needs outcomes, who cares how we GET there? Why jump over a hurdle when you can just walk around it?

An independent research group recently released a study, looking at twelve state's performances on state proficiency exam scores versus national proficiency exam scores. The results were not pretty. Ideal results would be similar scores on state and national exams. The results were unanimously dismal; students scores were significantly higher on state exams. At least I passed!

Outcomes based education has also yielded outcomes-based teaching. Classes have become Kaplan test-prep centers. Teachers have become automatons. Students have become bored. We've created a binary education system: pass or fail. Nothin in between. At least I passed! America has become a stagnant educational pool. Our kids are just wading. Our kids are just waiting.

School accountability will become a major issue in public debate. At least until the current election season is over. We all deserve "participant" medals.
sagt biochemicalslang

1 Anmerkung:

At least I passed - Die bigotte Revolte
Thomas Steinfeld weist - in der SZ vom 8./9.7. auf Widersprüche der neueren Studentenbewegung hin:
arschWährend nun ein paar Dutzend Studenten auf der Kreuzung sitzen, gehen einige ihrer Kommilitonen im gelben T-Shirt der Kampagne "Gegen Studiengebühren" durch die Schlangen der wartenden Fahrzeuge und verteilen die kleinen blau-gelben Flugblätter des Frankfurter Asta. "Argumente und Informationen" verspricht die Schlagzeile. Diese lauten dann so: "Durch Studiengebühren wird Bildung zu Ware. Bildung ist aber Menschenrecht und für unser Land der wichtigste Standortvorteil." Worin aber besteht ein ¸¸Standortvorteil", wenn nicht in der Funktionalisierung einer Ressource für den Erfolg der Nation auf dem Weltmarkt - in diesem Fall der Ressource "Bildung"? Im ersten Teil des Gedankens verwahren sich die Studenten gegen die Behandlung von Bildung als Ware, im zweiten Teil preisen sie selbst ihre zukünftige Bildung als Ware an.

Und so geht es weiter, mit Argumenten von erheblicher Niedertracht: ¸¸Viele AbiturientInnen werden sich für eine betriebliche Ausbildung entscheiden. Damit haben Haupt- und RealschülerInnen noch schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz." Die beiden Sätze sind ein Fall von versuchter Geiselnahme und lauten, in klares Deutsch übersetzt: ¸¸Wir wissen, dass wir uns in der Konkurrenz um die bessere schulische Ausbildung bereits durchgesetzt haben. Sollten wir dafür nicht belohnt werden, werden wir die Verlierer unseren Erfolg ein zweites Mal spüren lassen - durch ihre Degradierung zu Hilfsarbeitern." Und noch ein solches Argument: "Wir brauchen ein gerechteres Steuersystem. Gut verdienende Akademiker müssen entsprechend viel Steuern zahlen und dadurch ihr Studium nachträglich finanzieren." Das heißt: Weil diese Studenten glauben, der Staat schulde ihnen das Studium, melden sie schon einmal prophylaktisch einen Anspruch auf die oberen Gehaltsklassen an.

Hinter dem Polizeipräsidium versammelt der Staat seine Streitkräfte, zwei Wasserwerfer fahren auf, irgendwo im Hintergrund gibt es die ersten Verletzten. Auf der Straße tut sich ein Abgrund an Staatsidealismus, Nationalismus und Ranküne auf, nicht bei der Polizei, sondern bei den Studenten. Keiner dieser Studenten scheint auf den Gedanken zu kommen, dass die Bundesrepublik, in einem grundsätzlichen Unterschied zur Lage in den späten sechziger Jahren, diese "Bildung" nicht mehr braucht und die Studenten ihre Überflüssigkeit spüren lässt. Nein, diese Studenten sind große Patrioten und echte Liebhaber der staatlichen Ordnung: Wenn der Staat ihnen schade, schade er sich selbst, meinen sie, und umgekehrt: Wenn der Staat sie fördere, und sei es auch bei ihrem Triumph über die Kollegen aus den Haupt- und Realschulen, dann fördere er auch sich selbst. So artikuliert eine Studentenschaft, die sich selbst, offenbar weit gehend grundlos, für die Elite der Zukunft hält, ihre Ansprüche an das Gemeinwesen, immer verbunden mit einer Drohung: Wenn sich der Staat an uns vergeht, wird er dafür büßen müssen.



Steinfeld hat ja recht mit seiner Übersetzung, argumentiert aber so, als habe sich das neue Paradigma vom Bildungsmarkt (statt staatlicher Bildungsverantwortung) schon allgemein herumgesprochen. Wenn dies, wie ich meine, nicht der Fall ist, dann ist die Widersprüchlichkeit der studentischen "Argumente und Informationen" eher Ausdruck der Widersprüchlichkeit der Wahrnehmung der Lage: Die Mehrheit der Eltern, SchülerInnen und StudentInnen meint offenbar noch, die Outcomes based education (sprich Privatisierung und Entkoppelung von Bildund und Öffentlicher Hand) sei nur ein neues Mittel, das alte Ziel (über die politisch verantwortete Verteilung von Bildung als öffentlichem Gut ein Stück Chancengleichheit herzustellen) zu erreichen.
Dass das nicht so ist, macht Clemens Knoblich im Freitag klar:

Die neoliberale Vermarktung der öffentlichen Bildungseinrichtungen hat in den letzten Jahren erheblich an Fahrt gewonnen. Je prekärer die beruflichen und ökonomischen Perspektiven breiter Schichten werden, desto besser lassen sich "Bildungsreformen" verkaufen, scheint doch die "gute Ausbildung" die beste und einzige Rückversicherung gegen die Wechselfälle eines harten globalen Arbeitsmarktes zu sein. Es ist freilich ironisch und paradox, dass ausgerechnet der traditionelle Bildungsaufstieg, der Berufschancen an öffentliche Bildungsdiplome bindet, als Motiv für Privatisierung und Entkopplung von Bildung und öffentlicher Hand herhalten muss. Denn am Ende dieser "Reformen" wird Bildung kein öffentliches Gut mehr sein, über dessen politisch verantwortete Verteilung ein Stück Chancengleichheit hergestellt wird - sondern eine Markenware.

Gefunden:
href="www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/Lohmann/Materialien/bennhold.pdf">Die Bertelsmann Stiftung, das CHE und die Hochschulreform:
Politik der ´Reformen´ als Politik der Unterwerfung

s.o. 20.08.

Freakonomics

Wenn, wie man vielfach lesen kann, das Neue am globalisierten Kapitalismus die Unterwerfung aller, auch der letzten Lebensbereiche unter das Kapitalverhältnis sein soll, muss man fragen, ob das nicht schon am Anfang des gewöhnlichen Kapitalismus stand. P.T. Barnums "The Art of Money Getting" wäre eine schöne Hilfe zum Begreifen der ganzen Veranstaltung and what it's all about: Zirkus!

money-1Arbeitslosigkeit und der damit verbundene Geldmangel sind die großen Probleme unserer Tage. Die Verwahrlosung der Gesellschaft, der Manieren und der Ethik ist nicht die Folge von Krankheit oder Liebeskummer, sondern von Armut. Die Zahl der Eigentumsdelikte ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, und nahezu unbemerkt wurde der Geiz, einst als Wurzel allen Übels geschmäht, - zur allgemein anerkannten Tugend. Geldmangel hat eine Verrohung der Sitten zur Folge, ein Absinken des Bildungsstandes, einen Verfall von Werten. Und es hat sich gezeigt, dass die großen "Menschheitslehrer" - von Jesus bis hin zu Ralph Waldo Emerson - dagegen kein Rezept wussten.
Die Fähigkeit, ein erfülltes Leben an der Scholle und Wurzel der Zivilisation zu führen, ist nur den wenigsten gegeben. Alle anderen wurden an der Brust unserer schrillen und leuchtenden Zivilisation genährt und akzeptieren keinen anderen Geschmack. Sie stürzen sich wie Motten auf Leuchtreklamen und halten für verführerisch, was ihnen dort geboten wird. Da sie sich das meiste davon nicht leisten können, reagieren sie mit Neid und Aggression. Denn Geldmangel zieht alle möglichen anderen Übel nach sich: Wem es an den Mitteln fehlt, sich ansprechend zu kleiden oder seine Zähne richten zu lassen, der wird auch auf seiner Suche nach Liebe häufig stranden. Wer sich nicht ausdrücken kann, wird bei den Chefs in den Personalbüros kaum Erfolg haben; doch um sich weiterzubilden und sich ein ‚Mehr' an gesellschaftlicher Gewandtheit zu erwerben, bedarf es einer gewissen finanziellen Freiheit. So lässt sich sagen: Die Armut ist es, die letztlich alle Evolution rückläufig macht und in ihr Gegenteil verkehrt. Unsere Gesellschaft degeneriert, weil sie verarmt.
Dass minderbegabte Menschen, wenn sie ihren Job verlieren, kaum Gelegenheit finden, sich auf einem neuen Gebiet zu betätigen, ist klar. Das Gros der Gesellschaft ist weder clever noch begabt. Dass auch viele talentierte Menschen am Hungertuch nagen, ist wiederum häufig auch eigenes Verschulden. Die Ursachen heißen in solchen Fällen Bewegungslosigkeit, Stagnation und Verweigerung.
PT Barnum 1880 !!

Und dazu eine kurze Wiki-Einführung in Unternehmensphilosophie, Public Private Partnership, Infotainment, Workforce Management, Merchandizing, Kernkompetenz, Mergers and Acquisitions oder wie der ganze Zirkus heute heißt:

Barnum begann seine Lehrzeit in kleinen Einzelhandelsgeschäften im US-Staat Connecticut. Barnum übernahm im Jahr 1841 das American Museum in New York und baute es zu einem der größten Entertainment-Konzerne des 19. Jahrhunderts aus. Neben den Ausstellungen, die eine große Ansammlung von allem, was irgendwie interessant sein konnte, darstellten, halfen ihm dabei vor allem sein Talent zur Inszenierung und zur offensiven Öffentlichkeitsarbeit. Jeder neue Programmpunkt wurde intensiv mit Plakaten und in Zeitungen als „Sensation“ beworben.
Im Jahr 1848 hatte das American Museum alleine eine halbe Million Besucher. Die Sammlung war eine Mischung aus Kuriositätenkabinett und völkerkundlicher Ausstellung – allerdings gab es in ihr nicht einmal ansatzweise den Versuch einer wissenschaftlichen Gliederung. Hauptsächliche Aufnahmekriterien waren die Seltenheit eines Exponats und dessen dramaturgischer Wert. Dazu gehörten beispielsweise in der Anfangszeit ausgestopfte Vögel, exotische Musikinstrumente, eine Sammlung von Rüstungen, die Gipsbüste eines „Kannibalenhäuptlings“, ein Modell der Stadt Paris, ein Hund, der eine Strickmaschine bediente, eine Python, ein Orang-Utan, ein Bauchredner, ein Flohzirkus sowie eine Zigeunerin, die aus der Hand las. In den 1860ern war dieses Arsenal bereits auf ca. 850.000 Ausstellungsstücke angewachsen.
Neben Künstlern und Artisten war der Zirkus auch berühmt für seine Darsteller, die sich besonders durch körperliche Merkmale auszeichneten. Dicke Frauen, „lebende Skelette“, Albinos, Siamesische Zwillinge, Zwerge, Riesen, „das Bindeglied zwischen Mensch und Affen“, Männer und Frauen ohne Kopf, Arme, Unterleib etc. Die Beschaffung der Darsteller war dabei noch abenteuerlicher als ihre Geschichten vermuten lassen. Zwei „wiederentdeckte Aztekenkinder“ kamen eigentlich aus einem Heim für geistig Behinderte und wurden danach wieder dorthin abgeschoben. Das „Bindeglied zwischen Mensch und Affe“ war ein ebenfalls geistig behinderter Schwarzer, dem es vertraglich verboten war, seine wahre Identität zu enthüllen.
Barnum versuchte sein Ansehen zu erhöhen, indem er 1851 eine Tournee der schwedischen Sängerin Jenny Lind durch die USA organisierte. Lind, die vorher in den Vereinigten Staaten weitgehend unbekannt gewesen war, wurde innerhalb weniger Wochen zu einem nationalen Ereignis. Die Läden waren gefüllt mit Jenny-Lind-Hauben, -Schals, -Handschuhen, -Puppen, -Kämmen, -Kuchen, -Konfekt etc.
Das American Museum ging 1856 das erste Mal bankrott – Barnum hatte sich mit Immobiliengeschäften verspekuliert. Nachdem das Gebäude 1865 und 1868 zwei Mal niederbrannte, änderte er das Geschäftskonzept und gründete einen mobilen Zirkus. Der fusionierte schließlich 1885 mit dem Schausteller James A. Bailey zu Barnum and Bailey: The Greatest Show on Earth.


... eine Mischung aus Kuriositätenkabinett und völkerkundlicher Ausstellung ... Welch schöne Beschreibung einer Samstagabendshow auf RTLSAT1ARDZDF ...

Klassenmedizin

Wenn Abiturienten eine drei Jahre höhere Lebenserwartung haben als Menschen mit anderen Bildungsabschlüssen, dann haben sie doch bei einer Verkürzung der gymnasialen Bildungsgänge auf 12 Jahre eine 4 Jahre höhere Lebenserwartung, oder?

Aus einem Interview mit der Medizinsoziologin Nadja Rakowitz
Kritische Ärzte warnen vor einer neuen Klassenmedizin durch die aktuelle Gesundheitsreform. Ist das Panikmache oder Realität?

Nadja Rakowitz: Empirische Untersuchungen zeigen ganz klar, dass soziale Ungleichheit und Krankheit zusammenhängen. Z.B. leben Menschen mit Abitur im Durchschnitt 3 Jahre länger. Die Regelungen der letzten Gesundheitsreform wirkten sich tendenziell verschärfend auf das Verhältnis von Ungleichheit und Gesundheit aus. Und Gesundheitsreformen, deren oberster Zweck die Entlastung der Arbeitgeber ist, zeigen meines Erachtens deutlich den Klassencharakter solcher Politik. Die Klassenfrage ist also nicht bloß eine zwischen gesetzlich und privat Versicherten.

Sie wenden sich gegen eine Politik der Sachzwänge. Wo sind die Alternativen?

Nadja Rakowitz: Es ist eine Frage der sozialen Kräfteverhältnisse. Wenn es massenhaft Druck auf der Straße gäbe, wäre eine andere Politik durchaus auch im Gesundheitswesen möglich. Es gibt verschiedene Alternativkonzepte. Die Gewerkschaften haben Konzepte einer Bürgerversicherung in der Schublade. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Gewerkschaften diese Konzepte zur Zeit nicht forcieren. Auch die Attac-Kampagne "Gesundheit ist keine Ware" scheint zur Zeit eher zu versanden. So haben wir es hier mit der paradoxen Situation zu tun, dass es keinen nennenswerten gesellschaftlichen Widerstand gegen die neoliberale Gesundheitsreform gibt, obwohl in weiten Kreisen der Bevölkerung - das ist zumindest mein Eindruck - die Meinung verbreitet ist, Gesundheit müsse ein letztes Refugium darstellen, welches nicht völlig der kapitalistischen Logik unterworfen werden soll.


telepolis

Im Übrigen: Suche/Ersetze im letzten Satz Gesundsheits- durch Bildungs- ....

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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