Archäologie (DXL) : Nachruf auf eine Bestie
Aus aktuellem Anlass:
Fernseh- Vorschau: Der Fall Bartsch
Von Benedikt Erenz
Die ZEIT, 29. November 1985
ZDF, Donnerstag, 5. Dezember, 22.35 Uhr: „Nachruf auf eine ‚Bestie‘“, ein Dokumentarfilm von Rolf Schübel
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Fernseh- Vorschau: Der Fall Bartsch
Von Benedikt Erenz
Die ZEIT, 29. November 1985
ZDF, Donnerstag, 5. Dezember, 22.35 Uhr: „Nachruf auf eine ‚Bestie‘“, ein Dokumentarfilm von Rolf Schübel
- Das Schwierigste in der Schule waren immer die Aufgaben, die am Schluß nicht aufgingen, die mit Rest. Später dann die Gleichungen. Da saß man und rechnete und rechnete und setzte für x dies und für y jenes ein, Stunde um Stunde verrann.
Oh, ich weiß, warum Rolf Schübel, der vielfach preisgekrönte Hamburger Dokumentarist, „zuerst überhaupt nicht an das Thema ran wollte“, wie er in einem „Buch zum Film“ gesteht („Nachruf auf eine ,Bestie‘“, herausgegeben von Michael Föster; Torso Verlag, Essen; 237 S., 16,80 DM). Was wurde an dieser Aufgabe, an diesem Fall Jürgen Bartsch schon herumgerechnet und herumgedacht! Und doch – die Gleichung, und Schübel ahnte das wahrscheinlich schon bei den ersten Recherchen, geht nicht auf.
Da war ein Rätsel von Anfang an, als man am 21. Juni 1966 den 19jährigen Metzgergesellen Jürgen Bartsch unter dem dringenden Verdacht verhaftete, vier Kinder auf sadistische Weise getötet zu haben. Man hatte wohl einen Haarmann erwartet, einen verkommenen, debilen Luden oder zumindest einen augenrollenden Irren – doch die Bestie, die man nun der Gaffer- und Reportermeute präsentierte, war nur ein schüchterner, sympathischer Nachbarsjunge. Vier Kinder in einen höhlenartigen Luftschutzstollen gelockt, entführt und dort unter Quälereien getötet und zerstückelt zu haben – wie paßte das zu dem netten, ordentlichen Jürgen Bartsch, angenommenes Kind tüchtiger Metzgersleut’ aus Essen-Katernberg? ...
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gebattmer - 2016/08/16 18:00