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The Mother of all Meinungsumfragen

01a*Der unsterblichen Elisabeth Noelle zum 90. Geburtstag


Otto Köhler hat im Freitag dieser Woche einen wichtigen Artikel zum manufacturing consent veröffentlicht (hoffentlich bleiben uns sein Wissen und sein Archiv noch lange erhalten!):

Dr. Goebbels wollte Dr. Noelle schließlich zu seiner Adjutantin machen, woran sie eine Krankheit hinderte. Aber das nur nebenbei - wir sind in der traurigen Wirklichkeit des Jahres 1986, als vermehrte Arbeitslosigkeit den Kanzler Kohl bedrängte. Also bedurfte es wieder einmal einer "willensmäßigen Beeinflussung" der öffentlichen Meinung, eines "zuverlässigen Systems der Massenbefragung". Vertrauliches Angebot aus Allensbach an die Industrie: "Jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl 1987, besteht die Aussicht, dass Arbeitslosigkeit zu einem Schwerpunktthema des Wahlkampfes wird." Dem sei entgegenzutreten: "Es geht dabei zunächst darum, das demagogische Potential der Arbeitslosigkeit zu entschärfen ..."

Und zwar mit demoskopischen Mitteln: "Die geplante Untersuchung soll den Block der Arbeitslosen segmentieren." Segment heißt Teilstück. Zu deutsch: Der große Block der Arbeitslosen sollte so lange zerteilt werden, bis nur noch leicht fassbare Einheiten übrig blieben, gegen die Allensbach zugleich ein umfassendes, aber differenziertes Diffamierungsangebot vorlegen konnte.

Und so wurde an Noelles Institut eifrig segmentiert: Arbeitslos gemeldete Hausfrauen? Die suchen doch in Wirklichkeit keine Arbeit. Zudem: "Die Hausfrauenrolle vermindert die psychologische Belastung der Arbeitslosigkeit für Frauen oder hebt sie sogar ganz auf." Ein anderes Segment speziell bei Dauerarbeitslosen: die gesinnungsmäßig auffällig Hervorgetretenen. Dauerarbeitslose sind extremistisch, protestantisch, atheistisch und treiben sich nachts herum. Als demoskopisch besonders leicht zu bewältigendes Segment unter den Arbeitslosen erwiesen sich für das Allensbach-Angebot die "freiwillig Arbeitslosen". Elisabeth Noelle gab ihre Zahl mit 700.000 an, damals fast ein Drittel: "Alkoholiker, Drogensüchtige, jugendliche Sektenmitglieder" und sonstige Personen, die "nicht einsatzfähig sind".

So war das Forschungsprogramm abgesteckt und das Ergebnis bekannt, bevor man zu forschen begann: "Wir schlagen vom Allensbacher Institut aus vor, dieses Forschungsprojekt durchzuführen, weil die Erkenntnisse der Untersuchung auch verhindern sollen, dass das Thema im zweiten Halbjahr 1986 in der Wahlkampfagitation den Zündstoff liefert."


....

alles hier lesen:

Hinein ins wahre Wesen der Geführten
DEMOSKOPIE NACH ALLENSBACHER ART

Souveräne Souverains (Naturrecht und Politik):

Das sind die, denen der Wille des Volkes die notwendige Macht verliehen hat, die Gesellschaft zu regieren.
Im Naturzustand kennt der Mensch keinen Souverän; jedes Individuum ist einem anderen gleichgestellt und genießt die vollkommenste Unabhängigkeit; es gibt in diesem Zustand keine andere Unterordnung als die der Kinder unter ihren Vater. Die natürlichen Bedürfnisse, vor allem aber die Notwendigkeit, ihre Kräfte zu vereinigen, um die Angriffe ihrer Feinde abzuwehren, veranlaßten mehrere Menschen oder mehrere Familien, sich zusammenzuschließen, um nur ein und dieselbe Familie zu bilden, die man Gesellschaft nennt. Bald darauf bemerkte man aber folgendes: Wenn jeder weiterhin seinen Willen ausübte, seine Kräfte und seine Unabhängigkeit geltend machte und seinen Leidenschaften freien Lauf ließe, so wäre die Lage jedes Individuums unglücklicher, als wenn es für sich lebte. Man sah also ein, daß jeder Mensch auf einen Teil seiner natürlichen Unabhängigkeit verzichten müßte, um sich einem Willen zu unterwerfen, der den der ganzen Gesellschaft repräsentierte und der sozusagen der gemeinsame Mittelpunkt und der Sammelpunkt aller ihrer Willensäußerungen wäre. Das ist der Ursprung der Souveräne. Man sieht, daß ihre Macht und ihre Rechte nur auf der Zustimmung der Völker beruhen; die, welche sich mit Gewalt selbst einsetzen, sind nur Usurpatoren; sie werden erst dann zu rechtmäßigen Souveränen, wenn ihnen die Zustimmung der Völker jene Rechte bestätigt hat, die sie an sich gerissen haben.
Die Menschen haben sich nur deshalb zur Gesellschaft zusammengeschlossen, um glücklicher zu sein; die Gesellschaft hat sich nur deshalb Souveräne gewählt, um wirksamer für ihr Glück und ihre Erhaltung zu sorgen. Das Wohl einer Gesellschaft hängt von ihrer Sicherheit, ihrer Freiheit und ihrem Vermögen 'ab, sich diese Vorteile zu verschaffen. Der Souverän mußte eine ausreichende Macht besitzen, um Ordnung und Ruhe unter den Bürgern zu' schaffen, um ihre Besitztümer zu sichern, um die Schwachen gegen die Übergriffe der Starken zu schützen, um die Leidenschaften durch Strafen zu zügeln und die Tugenden durch Belohnungen anzuspornen. Das Recht, diese Gesetze in der Gesellschaft aufzustellen, heißt gesetzgebende Gewalt. Siehe auch den Artikel Gesetzgebung.
Vergeblich aber besitzt der Souverän die Macht, Gesetze aufzustellen, wenn er nicht zugleich die Macht besitzt, sie geltend zu machen; denn die Leidenschaften und die Interessen der Menschen bewirken, daß sie sich immer dem Gemeinwohl widersetzen, wenn es ihrem Privatinteresse zu widersprechen scheint. Sie sehen das erstere nur in weiter Ferne, während sie das letztere unaufhörlich vor Augen haben. Der Souverän muß also mit der notwendigen Macht versehen sein, um jeden einzelnen zum Gehorsam gegenüber den allgemeinen Gesetzen anzuhalten, die der Wille aller sind, und das nennt man vollziehende Gewalt.
Die Völker gaben den Souveränen, die sie wählten, nicht immer dieselbe Machtfülle. Die Erfahrung aller Zeiten lehrt: je größer die Macht der Menschen ist, desto leichter verleiten ihre Leidenschaften sie dazu, diese zu mißbrauchen. Diese Überlegung hat einige Nationen veranlaßt, der Macht derer, die sie mit ihrer Regierung beauftragten, Schranken zu setzen. Diese Schranken der Souveränität änderten sich je nach den Umständen, je nach der mehr oder weniger großen Freiheitsliebe der Völker, je nach dem Ausmaß der Nachteile, denen sie sich unter allzu willkürlichen Souveränen ausgesetzt sahen. Das führte zur Entstehung verschiedener Abgrenzungen der Souveränität und zu den verschiedenen Regierungsformen.
[...]
Andere Völker haben nicht durch ausdrückliche und authentische Urkunden die Schranken festgelegt, die sie ihren Souveränen setzten; sie begnügten sich damit, ihnen die Pflicht aufzuerlegen, die Grundgesetze des Staates zu befolgen, und verliehen ihnen im übrigen sowohl die gesetzgebende als auch die vollziehende Gewalt. Das nennt man absolute Herrschaft. Die aufrechte Vernunft aber weist darauf hin, daß auch diese Herrschaft immer natürliche Grenzen hat; ein Herrscher hat, so absolut er auch sein mag, niemals das Recht, die Grundgesetze des Staates anzutasten und auch nicht dessen Religion; er kann die Regierungsform und die Erbfolge nicht ändern, es sei denn mit ausdrücklicher Genehmigung seiner Nation. Im übrigen ist er immer den Gesetzen der Gerechtigkeit und der Vernunft unterworfen, wovon ihn keine menschliche Macht entbinden kann.

Wenn ein absoluter Herrscher sich das Recht anmaßt, nach seinem Willen die Grundgesetze seines Staates zu ändern, wenn er eine willkürliche Gewalt über die Person und die Besitztümer seines Volkes beansprucht, so wird er zum Despoten. Kein Volk wollte und konnte seinen Souveränen eine derartige Gewalt zuerkennen; denn wenn es dies getan hätte, so würden Natur und Vernunft es immer berechtigen, gegen die Gewalt Einspruch zu erheben. Siehe auch den Artikel Gewalt. Die Tyrannei ist nichts anderes als die Ausübung des Despotismus.
Liegt die Souveränität, sei sie absolut, sei sie eingeschränkt, bei einem einzigen Menschen, so heißt sie Monarchie. Siehe auch den Artikel Monarchie. Liegt sie beim Volk selbst, so hat sie ihren vollen Umfang und kann durch nichts eingeschränkt werden; das nennt man Demokratie. So lag bei den Athenern die Souveränität ganz und gar beim Volk. Zuweilen wird die Souveränität von einer Körperschaft oder einer Versammlung ausgeübt, die das Volk vertritt, wie in den republikanischen Staaten.
In welche Hände die souveräne Gewalt auch immer gelegt wird, so darf sie doch nur den Zweck haben, die Völker glücklich zu machen, die ihr unterworfen sind; die Gewalt, welche die Menschen unglücklich macht, ist eine offenkundige Usurpation und eine Beseitigung der Rechte, auf die der Mensch niemals freiwillig verzichten konnte. Der Souverän muß die Sicherheit seiner Untertanen gewährleisten, die sich nur im Hinblick darauf der Autorität unterworfen haben. Siehe auch den Artikel Schutzberrscbaft. Er muß die rechte Ordnung durch heilsame Gesetze herstellen, muß ermächtigt sein, sie zu ändern, je nachdem die Notwendigkeit der Umstände es verlangt; er muß die zurechtweisen, die die anderen im Genuß ihrer Besitztümer und ihrer Freiheit sowie in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit beeinträchtigen möchten; er hat das Recht, Gerichtshöfe zu bilden und Richter zu ernennen, die Recht sprechen und nach zuverlässigen und unveränderlichen Maßstäben die Schuldigen bestrafen. Diese Gesetze werden bürgerliche Gesetze genannt, um sie von den natürlichen Gesetzen und den Grundgesetzen zu unterscheiden, die der Souverän nicht eigenmächtig aufheben kann. Da er die bürgerlichen Gesetze ändern kann, glauben einige Leute, daß er ihnen nicht unterworfen sei; doch richtet sich der Souverän natürlich nach seinen Gesetzen, solange sie in Kraft sind, was dazu beiträgt, sie in den Augen seiner Untertanen ehrwürdiger zu machen.

Nachdem der Souverän für die innere Sicherheit des Staates gesorgt hat, muß er sich um dessen äußere Sicherheit kümmern; sie hängt von seinen Reichtümern und seinen militärischen Kräften ab. Um dieses Ziel zu erreichen, muß er sein Augenmerk auf die Landwirtschaft, auf die Bevölkerung, auf den Handel richten; er wird versuchen, in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben, ohne jedoch die militärische Disziplin und die Streitkräfte zu vernachlässigen, die seine Nation bei allen denen angesehen machen, die versuchen könnten, ihr zu schaden oder ihre Ruhe zu stören; deshalb haben die Souveräne das Recht, Krieg zu führen, Frieden zu schließen, Bündnisse einzugehen usw. Siehe auch die Artikel Frieden, Krieg, Gewalt,
Das sind die mit der Souveränität vor allem verbundenen Rechte, das sind die Rechte der Souveräne; die Geschichte liefert uns unzählige Beispiele für despotische Fürsten, verletzte Gesetze, empörte Untertanen. Wenn die Vernunft die Souveräne lenkte, so hätten die Völker nicht das Bedürfnis, ihnen die Hände zu binden oder ihnen gegenüber in unaufhörlichem Mißtrauen zu leben; die Oberhäupter der Nationen, die gern für das Wohl ihrer Untertanen sorgten, würden dann nicht versuchen, in ihre Rechte einzugreifen. Auf Grund einer Fatalität, die mit der menschlichen Natur zusammenhängt, bemühen sich die Menschen unaufhörlich, ihre Macht zu erweitern. Welche Schranken ihnen auch die Vorsicht der Völker gesetzt haben mag, so bringen doch Ehrgeiz und Gewalt es fertig, sie zu zerbrechen oder zu umgehen. Die Souveräne haben einen zu großen Vorteil gegenüber ihren Völkern; die Verderbtheit eines einzigen Willens, des Willens des Souveräns, genügt schon, um das Glück seiner Untertanen zu gefährden oder zu zerstören. Dagegen können letztere ihm wohl kaum einmütig und geschlossen ihren Willen und ihre Kräfte entgegensetzen, wie es doch notwendig wäre, um seine ungerechten Unternehmungen zu verhindern.
Es gibt einen für das Glück der Völker verhängnisvollen Irrtum, in den die Souveräne nur zu häufig verfallen; sie glauben, die Souveränität werde erniedrigt, wenn ihre Rechte in Grenzen gehalten werden. Die Oberhäupter der Nationen, die für das Glück ihrer Untertanen sorgen, sichern sich deren Liebe, finden bei ihnen einen bereitwilligen Gehorsam und sind von ihren Feinden immer gefürchtet ...

Lords Of War

ngoc faßt mit der linken hand den daumen des mannes und trieb die nadel mit der rechten hand unter den daumennagel ins nagelbett. mit der flachen bajonettklinge tippte er leicht auf den nadelkopf. der gefangene schrie gellend. ngoc wartete. er griff nach dem bajonett, schaute den gefangenen fragend an und klopfte dann mit langsamen, genau berechneten schlägen die nadel direkt ins daumengelenk. das schrille geheul, das jeden schlag begleitete, schien nicht aus der kehle, sondern aus dem innersten des häftlings zu kommen. ngoc ließ die rolle des geduldigen fragestellers fallen und begann hemmungslos zu brüllen, denn den gefangenen verließen offenbar die kräfte. seine augen glänzten irr, als er das bajonett über dem nadelkopf pendeln und mit klatschendem schlag zuschlagen sah. die nadel durchbohrte das daumengelenk. der gefolterte stieß einen schrei aus. auf dieser basis würden dir kosten für den vietnamkrieg im haushaltsjahr 1967 19,3 milliarden dollar betragen. manche tonne reis und viele zementsäcke werden zwei bis drei mal umgesetzt, ehe sie dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. die fährleute winken den hübschen mädchen in den kleidsamen ao-dai zu. die pazifizierung darf nicht so radikal sein, daß die bevölkerung nicht mehr in den genuß des friedens kommt. sie können das gesicht des weißen mannes nicht mehr ertragen. aber noch lächeln sie uns an. ein langgedehnter trostloser schrei der verzweiflung kommt aus der kleinen kehle. jederzeit ist dieses liebenswerte volk bereit zu lachen. in ihm hat amerika einen feind für immer. die granaten versuchen, die in panischer angst fliehenden bauern am gegenüberliegenden höhenrücken zu fassen. es könnten vietcong sein. lyndon b. johnson, wieviele kinder hast du heute getötet? das endziel der usa ist eine friedliche und ehrenvolle lösung….

Für die Novemberausgabe 1966, zur Zeit der Studentenbewegung, schrieb der Schriftsteller Peter O. Chotjewitz einen seiner ersten Texte für KONKRET: eine Textcollage über den Vietnamkrieg. Man könnte heute an die Stellen, wo "Vietnam" steht, Irak, Somalia, Afghanistan setzen. Andererseits: Warum kann man über die Kriege in diesen Ländern heute keinen solchen Text mehr schreiben? Chotjewitz' Antwort: Weil über sie keine Romane geschrieben werden wie "The green baretts" und weil dort keine Scholl-Latours eingebettet werden. Weil wir alle irgendwie einsehen, daß im Irak auch unsere Freiheit verteidigt wird. Nicht wie in Vietnam, wo sie ebenfalls verteidigt wurde, aber erst 30 Jahre später.


Andererseits: Offenbar kann man – in den USA(!) – Filme darüber drehen wie
Lord Of War
lordofwar3
jetzt erst gesehen - und empfohlen!

Nicolas Cage spielt Juri Orlov, einen Waffendealer, einen jener Funktionäre der Globalisierung. Gut ist der Film, weil er analysiert und nicht moralisiert. Man hat hinterher einen Begriff davon, was Blutdiamanten sind, was ein Warlord ist und was Bürgerkriegsökonomien sind. Und man hat Bilder dazu im Kopf.
Und: Der Gute siegt nicht

... Ziemlich genial, wie Cage-Orlov Hawke-Valentine, der sagt, was wir denken und für richtig halten, ins Leere laufen lässt. Klassischer Fall asymmetrischer Kommunikation.

Yuri Orlov: There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That's one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11?

Andre Baptiste Sr.: They say that I am the lord of war, but perhaps it is you.
Yuri Orlov: I believe it's "warlord."
Andre Baptiste Sr.: Thank you, but I prefer it my way.

Yuri Orlov: Enjoy it.
Jack Valentine: What?
Yuri Orlov: This. Tell me I'm everything you despise. That I'm the personification of evil. That I'm what- responsible for the breakdown of the fabric of society and world order. I'm a one-man genocide. Say everything you want to say to me now. Because you don't have long.

Nachtrag:
Vgl. Under Fire
Vgl. Wag The Dog --> das Script hier!
Vgl. Ememy of the State
Vgl. syriana

Tod eines Mörders

1973_09_pinochet_tirany
Harald Neuber (in Telepolis) arbeitet gut die Bedeutung des 11. September 1973 heraus:
Augusto Pinochet war nicht nur ein blutiger Diktator. Er bereitete auch dem Neoliberalismus den Weg ...
Die Bedeutung des "Pinochetismus" geht zugleich über die Grenzen seines unmittelbaren Einflussgebietes hinaus. Der Putsch, 18 Tage, nachdem Pinochet der Regierung Allende seine Treue geschworen hatte, war schließlich nicht nur Höhepunkt eines Stellvertreterkrieges zwischen den damaligen Großmächten UdSSR und USA ([local] Der erste 11. September). Auf den Trümmern der gestürzten Regierung wurde auch das weltweit erste neoliberale Regime errichtet. Von Chile aus wurden die Militärregierungen in Südamerika ein [extern] Versuchslaboratorium für wirtschaftspolitische und arbeitsrechtliche Maßnahmen, die, bewährten sie sich, im Westen übernommen wurden....



Nachtrag:
... die Rolle des Pinochet-Chiles sozusagen als Brechstange und Experimentierfeld der neoliberalen Bewegung. Die Denkweisen und Redensarten der Gegner des Umlageverfahrens und Förderer der Privatvorsorge sind bis heute beachtlich geprägt von Pinochets V-Mann für die Privatrente. ...
Albrecht Müller

Im Übrigen gehört dieses Generalsfressenfoto in die Reihe der Fotos, die die politische Ikonographie des 20. Jahrhunderts ausmachen.
Ein schönes Wort von Tucholsky dazu:

Die Militaristen irren. Es ist gar nicht die Aufgabe der Pazifisten, sie zu überzeugen - sie sollen vielmehr in einem Kampf, der kein Krieg ist, besiegt, nämlich daran gehindert werden, über fremdes, ihnen nicht gehöriges Leben zu verfügen. Man mache sie unschädlich; einzusehen brauchen sie gar nichts. Ich bin für militaristischen Pazifismus. (1931)

Nachtrag zum 11. September 1973
beziers140973 LA MARSEILLAISE – Grand Quotidien regional de la democracie – sprich : die Zeitung der KPF der Region Languedoc vom Samstag, 15. September 1973, bringt auf der Seite 5 – Lokalseite Béziers – u.a. ein Foto von der Demonstration vom Vortag. Ich kann mich bis heute auf dem Foto erkennen (wer sie kannte, mag auch HP B.- der schon lange tot ist- und Johanna erkennen; die anderen, die dabei waren – Paul und Gabi , Hans -der auch schon lange tot ist- und Kathrin – finde ich auch bei größter Auflösung nicht).
Weshalb der alte Zeitungsausschnitt wichtig ist: Der Frankreich-Urlaub mit der MSB-Truppe war wahrscheinlich deshalb nachhaltig eindrucksvoll und prägend, weil eben am 11. September 1973 die Generäle unter Führung Pinochets in Chile putschten, die Moneda bombardieren ließen, das Stadion von Santiago zum KZ machten ... (Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm. Bruno Heck, Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung (1968-1989). In: Süddeutsche Zeitung, 18.10.1973)
Das wussten wir da noch nicht; Pete Seeger zitiert später Victor Jaras letztes Gedicht.
Wir saßen zusammen, übersetzeten die französischen Zeitungen und hatten Hoffnungen, dass General Schneider, der als Allende-loyal galt – warum vergisst man das nicht? – auf Santiago marschieren würde ... die Bilder der zusammengeschossenen Moneda kannten wir ja noch nicht .... So war es selbstverständlich, nach Béziers zu fahren und bei der Demo mitzumachen und im Büro der KPF zu fragen, was wir machen könnten.
Ich glaube, die KPF wusste das auch nicht ...

Internationale Finanzmärkte, Private Equity, Hedgefonds etc.

Interessante Grafiken und Daten - Jörg Huffschmid
Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik [PDF - 348 KB]

Ungleichheit als Projekt

Vom 24. – 26 November findet in Frankfurt ein Kongress des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) zum Thema „Ungleichheit als Projekt“ statt.
Christpoh Butterwegge untersucht in seinem Referat (vorab auf den NachDenkSeiten) das neoliberale Reformprojekt in der BRD:

Die als neoliberale Modernisierung frontal gegen das Projekt sozialer Gleichheit gerichtete Spielart der Globalisierung führt zu Ausdifferenzierungs- bzw. Polarisierungsprozessen in fast allen Bereichen von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. Genannt und anschließend grob skizziert seien:

1. die soziale Polarisierung zwischen Zentrum und Peripherie, d.h. Metropolen und Entwicklungsländern, wie innerhalb jeder einzelnen Gesellschaft;
2. die Aufspaltung des Gemeinwesens entwickelter Industrieländer in einen Wohlfahrtsmarkt und einen Wohltätigkeitsstaat, welcher Menschen auf einem Minimalniveau versorgt, die keine Chance haben, ihre Lebensbedürfnisse und Sicherheitsinteressen als Käufer/innen auf jenem zu befriedigen;
3. die Herausbildung einer Doppelstruktur der Armut („underclass“ und „working poor“);
4. die Dualisierung des Prozesses transkontinentaler Wanderungen in Experten- bzw. Elitenmigration einerseits und Elendsmigration andererseits;
5. die Ausdifferenzierung der Migrationspolitik in positive Anreize für Erstere sowie Restriktionen und negative Sanktionen für Letztere;
6. eine Krise bzw. ein Zerfall der Städte, bedingt durch die soziale Marginalisierung und siedlungsräumliche Segregation von (ethnischen) Minderheiten;
7. die Modernisierung und Fraktionierung des organisierten Rechtsextremismus durch Ausdifferenzierung des Nationalismus (in einen völkischen und einen Standortnationalismus).

Tod durch Erhängen

Wenn wir diesen schrecklichen Mann hängen, hoffen wir, besser auszusehen als er und die Iraker daran zu erinnern, ihr Leben sei jetzt besser als es unter Saddam war. Auch wenn die Katastrophe grauenhaft ist, die wir über den Irak gebracht haben. Denn die Iraker leben jetzt schlechter, der Tod sucht heute mehr Menschen heim - wir können nicht einmal moralische Überlegenheit beanspruchen.

Wenn Saddams Bosheit der Maßstab ist, um über Frevel und Verbrechen zu richten - was geschieht dann mit uns? Wir haben doch bloß Gefangene sexuell missbraucht und ein paar von ihnen getötet, und wir sind illegal in ein Land eingedrungen, was den Irak läppische 600.000 Leben gekostet hat. "Mehr oder weniger", wie George Bush meinte, als er erklärte, es seien nur 30.000. Saddam war viel schlimmer. Uns kann man nicht vor Gericht stellen. Uns kann man nicht hängen.

Erinnern Sie sich des Händedrucks? Vor Gericht war es Saddam verboten, seine Beziehung zum jetzigen Verteidigungsminister Rumsfeld zu beschreiben. Ebenso wenig durfte er über den Beistand durch George Bush senior reden. Kein Wunder, dass irakische Offizielle behaupten, die Amerikaner hätten sie genötigt, Saddam unbedingt vor den US-Kongresswahlen zu verurteilen. Tony Snow, Sprecher des Weißen Hauses, tat kund, das Urteil gegen Saddam - wohlgemerkt, er sprach nicht vom Prozess selbst - sei "gewissenhaft und fair".

Um so mehr eine kleine Auswahl der Themen, zu denen Saddam nichts sagen durfte: Am 25. Mai 1994 verfasste das "Komitee für Bankwesen, Wohnungswesen und Städtebau" des US-Senats einen Bericht mit dem Titel Mit der chemischen und biologischen Kriegsführung der Vereinigten Staaten verbundene Exporte in den Irak mit doppeltem Verwendungszweck und ihre möglichen Einflüsse auf die gesundheitlichen Folgen (sic) des Golfkrieges. Gemeint war der Krieg von 1991. Der Report informierte über von der US-Regierung bewilligte Verschiffungen von biologischen Wirkstoffen, die von US-Firmen seit 1985 oder früher in den Irak dirigiert wurden. Dazu gehörte der Bacillus anthracis, der Anthrax erzeugt. Auch wurde festgestellt, die USA versorgten Saddam mit Material, das für sein Chemie- und Biologie-Waffenprogramm sowie sein Raketensystem nützlich gewesen sei.
....

weiter:
Robert Fisk im FREITAG 45

Frisks Text erinnert an "Der Präventivschlag" von Erich Fried - eine faszinierende kleine Erzählung.

Entrepreneurs

Die Zahl der von privaten Sicherheitsunternehmen
angestellten Soeldner im Irak uebersteige gegenwaertig die
Zahl der britischen Truppen im Land um das Dreifache,
berichtet Richard Norton-Taylor. Ueber die Aktivitaeten
dieser Unternehmen gebe es kaum Informationen. "The
government admits that private security companies are here
to stay, and that their operations are likely to increase
further as pressures on the armed forces increase. (...)
Critics say the main problem is that they are
unaccountable. Non-Iraqi employees of private security
companies in Iraq were protected from prosecution under
Order 17 of the Coalition Provisional Authority, issued
shortly before it handed over power in 2004."
...
Hired guns

British private security companies have contracts in Iraq and Afghanistan worth £1bn. There are 48,000 employees of private security firms in Iraq - 21,000 of them British - according to War on Want. The total has now dropped to 10,000, British companies say. Aegis, which won a multimillion pound contract from the Pentagon to provide security in Iraq, saw its turnover increase from £500,000 in 2003 to £62m last year. ArmorGroup, a British company, trebled its turnover from £37m in 2001 to £122m. In Afghanistan, 150 employees of the US company DynCorp are protecting president Hamid Karzai. Blackwater has won contracts in Iraq and to combat opium cultivation in Afghanistan. Control Risks has contracts with UK and US agencies, including the Foreign Office, to provide security in Iraq.

Source: War on Want
(Guardian vom 31.10.2006)
Vgl. auch: http://worldcontent.twoday.net/

Interessant auch hier:
U.S. Department of Defense
Office of the Assistant Secretary of Defense (Public Affairs)
Contracts


Nachtrag:
oder auch hier!

Der entleerte Blick hinter der Kamera

Wehrmachtsfoto
















... Diese Fotos sind aus einer Perspektive der Entsubjektivierung aufgenommen. Sie setzen ein Auge voraus, das keine Beziehung zum leiblichen Ich des Fotografen hat und nach dem Blick aus einem zeit- und raumlosen Nirgendwo sucht. Kants Idee der reinen Interesselosigkeit, allerdings nun ohne» Wohlgefallen«, scheint im Blick durch diese Kameras ein unbestimmtes Leben zu gewinnen. Dieser Blick aus dem Nirgendwo läßt sich vielleicht als die letzte Steigerung im Prozeß der Rationalisierung des Blicks verstehen, den Erwin Panofsky mit der Erfindung der Zentralperspektive in der frühen Neuzeit beginnen sieht. In dieser Abstrahierung läßt sich gleichzeitig auch die Umkehrung des Blicks auf den Nirgendort der literarischen Tradition erkennen. Die idealisierten Gesellschaften der Utopien setzten politisch-moralische Positionen und die Idee der guten Gesellschaft voraus. Im Blick auf den imaginierten Ort schuf sich das vertrauensstarke Ich der frühen bürgerlichen Gesellschaft einen konturierten Raum, in den sich diese Inhalte projizieren ließen.
Der Blick aus dem Nirgendwo kann dagegen nur unter der Voraussetzung eines entleerten Ichs entstehen, das sich in einer ebenso entleer- ten Welt sieht und von dem Bedürfnis geleitet wird, seine eigene Identität zu sichern. Fotografie dient als Mittel dazu. Vor den Szenen der unglaublichen Gewaltsamkeit suggeriert der entleiblichte Blick aus dem Nirgendwo eine Macht, nicht über das Geschehen vor dem Objektiv, sondern über die gefährdete Identität des Ichs hinter dem Sucher. Solange eine Wirklichkeit, die alles Erwartete und bis dahin Gesehene sprengt, die alle Ideale von Humanität und alle Bilder vom Menschen widerlegt, dem organisierenden Blick aus der interesselosen Maschine Fotoapparat unterstellt werden kann, scheint das Ich von diesem Anblick nicht unmittelbar betroffen zu sein und kann sich der Hoffnung hingeben, über die Zeit hinweg seine eigene Konsistenz zu bewahren. Bei allen zukünftigen Zweifeln läßt sich auf die mimetische Macht der Fotografie zurückgreifen, deren Bilder eine gerahmte und perspektivische Ordnung herstellen. Der Auslöser wird mit der Erwartung betätigt, daß später der Blick auf das mechanisch produzierte Analogon die von subjektiven Unsicherheiten freie Gewißheit schaffe, wieder und wieder zu sehen, wie es wirklich gewesen ist.
Die ichstabilisierende Trennung in ein beobachtendes Subjekt und das Objekt einer fremden Bildwelt scheint sich durch die dokumentierende Kamera bestätigen zu lassen. Die mit dem Blick aus dem Nirgendwo auf- genommenen Bilder entstanden in der Hoffnung, mit der Kamera eine Welt konstruieren zu können, zu der der Fotograf nicht gehört, sondern der er gegenübersteht und zu der ihn die Kamera auf Distanz hält. Die Hoffnung darauf, dem eigenen Ich einen Raum zu erhalten, der von dem des dokumentierten Grauens unbeschädigt bleibt, schafft die Notwendigkeit zur» Entleiblichung« des Blicks. Qual, die nur leiblich erfahren werden kann, wird auf die andere Seite dieser zweigeteilten Welt geschoben. Die bevorzugten Fotos der Eigenrepräsentation zeigen Soldaten in lockeren, aber ordentlichen Reihen vor Gebäuden oder Treppen, mit sauberen Uniformen, entschlossenen Blicken und fester Haltung. Im Gegensatz zu den offenen Landschaften mit den Massen der Opfer, deren Körperkonturen oft unscharf verschwimmen, schaffen diese Auf- nahmen das Bild einer Welt militärischer Disziplin, die durch architek- tonische Konturen, Maschinen oder andere feste Strukturen eines äußeren Systems affektlos geordnet wird.
Das Zusammenwirken von Furcht vor dem Verlust und Hoffnung auf die Erhaltung der Macht über das Ich durch die Stabilisierung von Erinnerung schafft mit dem entleiblichten Blick gleichzeitig eine moralische Indifferenz gegenüber dem Abgebildeten. Nicht Bedürfnisse des» Motivs«, sondern die Ansprüche der entleerten Subjektivität lenken den Blick durch den Sucher und später den auf das Foto. Der Fotograf befindet sich gegenüber seinem Objekt prinzipiell in einer privilegierten Position der Macht. Sie ist im Fall der Fotografen von Gewalt gegen die Opfer im Weltanschauungskrieg und der Judenvernichtung unbegrenzt gesteigert. Die Fotografen scheinen dafür kein Gespür gehabt zu haben. Ihre Bilder zeigen nie Zeichen von Scham oder Beklemmung, und ihre sprachlichen Zeugnisse zeigen selten Andeutungen von Hemmung. Den Sinn für die soziale Situation, für den Zusammenhang, den der Blick zwischen dem Fotografen und seinem Objekt stets herstellt, scheinen diese Fotografen verloren zu haben. Das Auge hinter dem Sucher verhärtet sich in Analogie zum Objektiv selbst.22
Es gibt zahlreiche Fotos von nackten Menschen vor den Grubenrändern bei Massenerschießungen oder von nackten Frauen, die eine »Straße« im Lager Auschwitz hinuntergehetzt werden. Unter den Fragen, die diese Aufnahmen nahelegen, ist die nach der Person hinter der Kamera besonders bestürzend. Wer kann angesichts solcher letzten Entwürdigung des Menschen die Kamera zücken? Die moralische Frage ist gleichzeitig eine ästhetische Frage: Was haben diese Fotografen eigentlich gesehen, daß sie in der Lage waren, ein solches Geschehen im Leben zu einer Szene für die fotografische Abbildung zu machen? Wie haben diese Fotografen gesehen? Ihr Blick mußte mit einer herkömmlichen Vorstellung von »Sehen« gebrochen haben und kann eher das Anwenden des Auges als neutrales Instrument auf einen Fall von Körperbewegung verstanden werden. Für diese Instrumentalisierung des Sehens war die Kamera das geeignete Mittel der Distanzierung, und es lassen sich technische Spekulationen über die Bedeutung der Optik der Sucher von Kameras dieser Zeit anstellen. Fotografieren verstehen wir, selbst in seiner veräußerlichten Form des touristischen Schnappschusses, doch immer noch als eine Art, visuelle Erfahrungen zu machen. Die gesehene Wirklichkeit verändert sich in der Wahrnehmung durch das Auge des Fotografen und wird von einem Objekt zu einem Teil des Selbst. Er sieht sie als ein ausgeschnittenes Bild und stellt sich die Frage, wie es einmal auf dem Abzug oder als Dia »wirken« wird. Diese Erfahrung durch den Akt des Fotografierens scheint mir für die Fotografie der Massaker ausgeschlossen zu sein. Sie entstammen nicht dem »bösen Blick«, nicht dem verständnisvollen und schon gar nicht dem mitfühlenden, sondern einem entleerten Blick...


aus aktuellem Anlass aus:
Bernd Hüppauf: Der entleerte Blick hinter der Kamera -
Der entleiblichte Blick
in: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hg.) Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944. Hamburger Edition HIS 1995
Vgl. auch: Kathrin Hoffmann-Curtius: Trophäen in Brieftaschen – Fotografien von Wehrmachts-, SS- und Polizei-Verbrechen


Wir sind nicht so tief gesunken, wie wir glaubten, meinte Sigmund Freud über das Erschrecken angesichts der Bestialität des Ersten Weltkriegs, weil wir auch nicht so hoch gestiegen waren, wie wir glaubten. Wer immer meinte, eine Bundeswehr im Einsatz sei etwas anderes als die Wehrmacht, die US-Army oder irgendeine andere Mörderbande, steht so dumm da wie die Beisitzer in meinem Anerkennungsverfahren als Kriegsdienstverweigerer im Jahre 1969 ...
. ..Es ist nicht irgendein ekliges Spiel, das hier aufgeführt wird, sondern ein Kriegsspiel. Es ist der Krieg, der solch eklige Rituale des Sieges und der Männlichkeit, eine solche Kultivierung des Martialischen hervorbringt...
(Thomas Steinfeld in der SZ vom 26.10.06)

Nachtrag: Einige Hintergrundinformationen zum Krieg in Afghanistan finden sich in meinen WeltUNOrdnungs-Blog.

Nachtrag 29.12.:
... ich zeig Ihnen mal wie richtiges Theater geht, und zwar Welttheater.Also da brauchen Sie erst einmal ein anständiges Kostüm. Und zwar eins, mit dem sie heutzutage in jedem Land der Welt eintreten, ich mein natürlich: auftreten können. Und dann brauchen Sie eine schockierende Requisite. Irgendeine blutige Sauerei, eine provokante Tabu-Verletzung, am Besten einen abgeschlagenen Kopf. Das muss jetzt nicht unbedingt der Kopf des Propheten sein, da können sie auch einfach nur irgendeine herumliegende Leiche schänden. So, und jetzt das ganze noch in ein morbides Zwielicht getaucht und dann geht's los:„Schwein oder nicht Schwein, das ist hier die Frage! Ob's edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks zu dulden, oder sich wappnend gegen eine See von Plagen durch Schabernack sie enden!"Ja, das ist schon ganz großes Theater, das unsere Jungs da in Afghanistan aufführen. Hamlet am Hindukusch!...
Der komplette Text:
Wilfried Schmickler in den Mitternachtsspitzen

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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