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...

... and a Postcard from The Golden Age of Wirtschaftswunder & Cold War



Herzliche Grüße aus Berlin 1960. (Das geht übrigens so wie in Midnight In Paris - Talking About Love And Death With Ernest Hemingway, - hier aber mittags um 12: High Noon in Berlin!)
Ich habe gerade im Kranzler den SPIEGEL 27/1960 gelesen: Interessanter Artikel über Castro:

Vor anderthalb Jahren stieg er - den Revolver in der Hand - aus den unwegsamen Bergwäldern der Sierra Maestra hinab in die Ebene, um das Land vom Tyrannen zu befreien.
In diesem Frühsommer kehrte er im Cadillac - eine Maschinenpistole auf dem Schoß, 5000 Soldaten hinter sich aus seiner Hauptstadt Havana in dieselben Dschungelberge zurück, um aufständische Feinde des eigenen Regimes zu töten.
Weniger als zwei Jahre haben ausgereicht, um Kubas Freiheitshelden Fidel Castro zu einem Protagonisten der jahrhundertealten Tragödie aller Revolutionen werden zu lassen: Der Rebell, der auszog, eine Gewaltherrschaft zu stürzen, hat eine neue Diktatur errichtet. Mit 31 Jahren verkörperte er Tugend und Tapferkeit einer Nation. Mit 32 Jahren ist er vom Genuß der Macht bis ins Mark vergiftet.
Das letzte große Abenteuer dieser Generation - der Sieg einer Handvoll verwegener Träumer über die raffinierte Maschinerie eines modernen Polizeistaats - hat sich in ein geschichtliches Drama verwandelt: Aus dem von Menschen Gejagten wurde ein Menschenjäger; aus dem Ritter der Revolution ein Prediger von Haß, Gewalt und Sozialismus; aus dem Idol der Teenager Amerikas ein Flirt des Kreml.
Fidel Castro, unehelicher Sohn einer ehemaligen Haushälterin und geliebter Diktator der kubanischen Massen, hat im Hinterhof der Vereinigten Staaten die erste Volksrepublik der westlichen Erdhälfte etabliert. Durch die kubanische Pforte, hinter der vor fast fünfhundert Jahren Kolumbus die Neue Welt entdeckte, droht heute der revolutionäre Sozialismus in die amerikanische Hemisphäre einzubrechen....

[Erstaunlich, wie sich eine Zeitung über die Jahrzehnte treu bleiben kann. Damals Castro, heute Putin ...]

Ich fürchte, das wird in absehbarer Zeit auch militärisch eskalieren!! I hope we' ll meet again ...


From Stanley Kubrick's "Dr. Strangelove, Or How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" (1964). The song is "We'll Meet Again," introduced in World War II by Vera Lynn.

Vgl unbedingt: Archäologie (CCCI): Dr. Strangelove (1964) - The War Room Scene. Aus akutellem Anlass - zur Erinnerung an Cold War 1.0

My hovercraft is full of eels - Oder: ‘The world is an absurd and silly place’

This phrase is used in a sketch about a badly translated English-Hungarian phrasebook from the British TV comedy show, Monty Python's Flying Circus. There's a video of the sketch on youtube.

My hovercraft is full of eels in many languages

Michael Palin: ‘The world is an absurd and silly place’
This summer’s Monty Python reunion was joyous, says Michael Palin. But that doesn’t mean he wishes he had stuck to comedy – or Hollywood .Stephen Moss, The Guardian, Saturday 6 September 2014
...
Travelling to Work: Diaries 1988-1998 is published on 11 September by Weidenfeld & Nicolson.
http://images.bwwstatic.com/columnpic6/2970677AE-93D3-FFA5-C6C92ACAF299E469.jpg

Update Ukraine (XXIII): Die anomische Herrschaft der Rackets und der verwilderte Leviathan - Nachrichten aus den befreiten Gebieten. Lüge in Kriegszeiten ...

Ukrainisches Todesroulette - Mit aller Macht versuchen Kiews Truppen eine Entscheidung im ukrainischen Bürgerkrieg herbeizuführen - und begehen dabei immer öfter Massaker an der Zivilbevölkerung. Deutsche Massenmedien wollen von all dem aber nichts wissen*
Tomasz Konicz, tp 30.07.2014

Schwache Staaten schaffen - Destabilisierung von strategischen Regionen als Ansatz westlicher Außenpolitik
Malte Daniljuk, tp 31.07.2014

"Demokratisierung ist eher ein Kollateralnutzen" - Die Politikwissenschaftlerin Mária Huber über die US-Einflussnahme in der Ukraine
Uwe Krüger, tp 31.07.2014

Lüge in Kriegszeiten. Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda - sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer
Mathias Bröckers, tp 29.07.2014
    Wir wollen den Krieg nicht.

    Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.

    Der Führer des Gegners ist ein Teufel.

    Wir kämpfen für eine gute Sache.

    Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.

    Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.

    Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.

    Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.

    Unsere Mission ist heilig.

    Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Vgl auch:
deutschlandfunk.de, 01.03.2013 – „Zweierlei Maß?”

___________________________________
* Als Beispiel ein schöner Durchhaltebericht der taz aus dem "befreiten" Dnjepropetrowsk : Die Stadt wird von dem Oligarchen Igor Kolomojskij, der eine Privatarmee finanziert, und der lokalen Mafia regiert, die "Ruhe und Ordnung" schaffe. Ein "Milliardär, der der keine Einmischung duldet", schaffe in der Stadt "Frieden, Wohlstand und Vielfalt", so die Tageszeitung:

"Willkommen in der Hauptstadt der Mafia", begrüßt eine Kellnerin den Gast aus Deutschland. In Dnjepropetrowsk sei die Welt noch in Ordnung, hier könne man in Ruhe leben und arbeiten. Und das liege vor allem an der Mafia. Es gebe drei große Clans, die die Geschicke der Stadt bestimmen. "Doch die Mafia lässt mich in Ruhe, solange ich nur kellnere und mich nicht in deren Geschäfte einmische", meint sie. Überhaupt sei das Leben in Dnjepropetrowsk besser als in Kiew oder gar in Donezk. Die Bewohner seien in ihrer überwiegenden Mehrheit Einheimische.

Die Auflösungstendenzen ukrainischer Staatlichkeit (Der gescheiterte Staat von nebenan) werden somit von der Taz als ein Zukunftsmodell gepriesen!

Archäologie (CCCXXXIV): Rockpalast - Roger McGuinn's Thunderbyrd

Roger McGuinn's Thunderbyrd (feat. Rick Vito) - Rockpalast - July 23rd/24th 1977

Die anomische Herrschaft der Rackets (VIII): Libyen - Alles auf der Flucht. Oder: Wie man einen einen Staat zerlegt ... Nebst einer intelligenten Analyse der Katastrophe westlicher Politik, frühzeitig vorgetragen von einem gewissen Herrn Putin

  • Die Regierung ist kollabiert, gegen die überhandnehmenden Machtkämpfe zwischen Milizen ist noch kein Rezept gefunden; westliche Regierungen evakuieren ihre diplomatischen Vertreter
    Es liegt nahe, dies als Metapher für den Zustand des ganzen Landes zu nehmen: Ein Treibstofflager in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Tripoli ist von Raketen getroffen in Brand geraten. Laut der staatlichen Ölgesellschaft National Oil Corporation (NOC) befinden sich im Speicherbehälter sechs Millionen Liter Benzin. Bedrohlich sei die Lage aber auch durch daran angrenzende Tanks mit mehr als 90 Millionen Litern Fassungsvermögen. Weil auch ein benachbarter Ergassspeicher Feuer fangen könnte, fürchtet man "eine gewaltige Explosion", die in einem Umkreis von bis zu fünf Kilometern schwere Schäden anrichten könne.
    Es ist nicht die einzige brisante Nachricht aus einem Konfliktgebiet, das vom Krieg im Osten der Ukraine, vom Gazakrieg und von den kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und im Irak an den Rand der öffentlichen Aufmerksamkeit gedrängt wurde. 97 Tote und mehr als 400 Verletzte gab das libysche Gesundheitsministerium gestern als Bilanz eines zweiwöchigen Milizenkriegs in Tripoli bekannt.
    Aus Bengasi, im Osten Libyens, werden mindestens 38 Tote aus Auseinandersetzungen am Wochenende gemeldet. Die meisten davon seien Soldaten, wie Jeune Afrique berichtet, die gegen islamistische Gruppierungen kämpften. Libyen sei ins Chaos getaucht, so die afrikanische Publikation. Auch der Lagebericht des britischen Guardian hilft sich mit dem Wort Chaos.
    Die Machtverhältnisse in Libyen sind unübersichtlich, ebenso die Art der Zweckbündnisse und Loyalitäten zwischen den Milizen und der Regierung (siehe dazu Von der EU aufgebaute "Grenzschutztruppen" in Libyen verselbständigen sich und Putschversuch im libyschen Schlamassel) - feststeht nur das gegenwärtige Motto so gut wie aller Ausländer.
    "Rauskommen sei erstmal das Wichtigste", wird ein ausländischer Offizieller in Libyen vom Guardian zitiert. Erklärungen, warum alles so schief läuft und wer dafür die Verantwortung trage, müssten warten.
    (Thomas Pany, tp 28.07.2014)
Eine Erklärung, warum alles so schief lief und wer dafür Verantwortung trägt, versuchte seinerzeit der aktuell viel geschmähte Herr Putin. Ich kann in der Analyse keine groben Fehler entdecken (und nehme insofern den Wahrheits-Zirkus des Uploaders hin):



Vgl. auch: Bye Bye Mu’ammar Abu Minyar al-Qaddhafi (VI): Reinhard Merkel - Die Intervention der NATO in Libyen. Völkerrechtliche und rechtsphilosophische Anmerkungen zu einem weltpolitischen Trauerspiel

+ »Die anomische Herrschaft der Rackets«

Bevor die Kultursanktionen kommen: Live at St. Petersburg’s “White Nights” Festival - Ingolf Wunder: TCHAIKOVSKY & CHOPIN



Ingolf Wunder und Vladimir Ashkenazy ist eine fantastische Liveaufnahme gelungen, - meint der ndr. Ingolf Wunder teams up with the supreme musicianship of the St. Petersburg Philharmonic Orchestra under the baton of legendary Vladimir Ashkenazy. Was anders ist im Vergleich zur definitiven Interpretation Richters vermag ich nicht zu sagen, faszinierend ist die neue Aufnahme auf jeden Fall: irgendwas Neues ist da ... vielleicht Wunders unbedarftes, naives Herangehen ...

Zum Vergleich also die Referenz-Aufnahme : Sviatoslav Richter plays Tchaikovsky Piano Concerto No. 1 in B-flat minor, op. 23 with Leningrad Academic Philharmonic Symphony Orchestra, directed by Yevgeny Mravinsky, 1959.



Dazu passt - weil wir in Leningrad resp. Petrograd sind - irgendwie auch:

Shostakovich Symphony No.12 In D Minor Op.112 I. El Petrogrado Revolucionario

Das Teresa Carreño Youth Symphony Orchestra dirigiert von Gustavo Dudamel:



Wenn das so ist, werde ich mir das nochmal überlegen: Ich hatte ja gesagt, solange die Stadt nicht wieder Leningrad heißt, fahre ich da nicht mehr hin.
Die Musik, die Bilder und die neue Russophobie lassen mich an diesem doch eher fundamentalistischem Beschluss zweifeln!


Eine ebenfalls empfehlenswerte Neuerscheinung - nicht so sehr weit weg vom Thema:

Ute Lemper Sings The Love Poems Of Pablo Neruda



Ich war nie ein großer Bewunderer der Lemper, aber das ist wirklich großartig!

Juli 1914: "A Dream Turns Sour" [+ "Russians"] - The Tiger Lillies fuck the Media

A Dream Turns Sour. For this new performance, the band are transforming British and German first world war poetry — by the likes of Arthur West, John McCrae, Noel Hodgson and Wilfred Owen — into a haunting, angry, lyrical set of songs. Expect a startling mixture of opera, Gypsy song and Left-Bank Paris in a spectacular musical finale to After a War. (Hörprobe hier)
Martyn Jacques had this to say about the new work:
'I decided to look at all the poets from the Great War who actually died. There were a lot in fact, most poets seemed to die in action. They expressed deep sorrow, anger, irony and bitterness in beautiful and heartfelt ways. It was very easy for me to set that to music. It was also very easy to shed tears for their suffering... theirs after all was a death sentence...'


Weird Album Review: The Tiger Lillies, “A Dream Turns Sour”

Wenn Sie also mal zu "1914" etwas anderes hören wollen als die aufgewärmte "Schlafwandler"-Bratze: Tiger Lillies !!!

Und auch zum Verständnis der Lage im Juli 2014 tragen die Tiger Lillies mehr bei als 99% der Kommentare unser Qualitätspresse im Drogenrausch (Uthoff):

Russians

It's pissing down with rain
The dogs they all do howl
Just beneath the surface, the faces all do scowl
Selling off an empire, they sell it by the pound
The Russians in the market square

Give him 15 Deutschmarks for an old red hat
He will sell you the coat off of his back
And he's looking handsome and he's looking sad
The Russian in the market square

The Russian in the market
The Russian in the market
The Russian in the market square

He'll tell you stories about his past
He'll tell you stories if you ask
And he's looking handsome and he's looking sad
The Russians in the market square

Yes, the Russian in the market
Yes, the Russian in the market
Yes, the Russian in the market square

Yes, the Russian in the market
Yes, the Russian in the market
The Russian in the market square

Yes, the Russian in Frankfurt Square




... wie der des SPIEGEL von morgen: Missbrauch von Opferbildern, verbunden mit einem kriegstreiberischen Aufruf

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Albrecht Müllers These: Die ideologische Basis der Vernichtung von mindestens 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangenen findet sich in den aktuellen Feindseligkeiten gegenüber Russland wieder.
Vgl. Hans-Adolf Jacobsen: „Kommissarbefehl und Massenexekutionen sowjetischer Kriegsgefangener“, in: Anatomie des SS-Staates (1965)

Jetzt reicht es, wenn man Bilder wie dieses oder die in der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Magazins Newsweek sieht, die den russischen Präsidenten Putin zeigen. Die Visagen aus dem "Schweigen der Lämmer" sind nichts dagegen. Newsweek nimmt damit rechtzeitig zur Erinnerung an die einhundertste Wiederkehr des Kriegsausbruches 1914 eine Tradition auf, die sich auch schon einmal den deutschen Kaiser Wilhelm II vorgenommen hatte. (Gastkommentar des ehemaligen verteidigungspolitischen Sprechers der CDU/CSU und Ex-Vizepräsidenten der OSZE, Willi Wimmer, zum Ukraine-Konflikt)
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... wo es vor kurzem in NEWSWEEK noch hieß:
The Art of Financial Warfare: How the West Is Pushing Putin’s Buttons
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Da ist wohl etwas dazwischen gekommen: Putin schmiedet Energie-Allianzen (Wolfgang Pomrehn tp 25.07.2014). Nicht nur das, - auch dies dürfte schwer beunruhigen, was wiederum die Aufregung erklären mag:
Gegen den Dollar: Brics-Staaten gründen Alternative zu Weltbank und IWF

Wo doch alles so spannend ist, schließt der SPIEGEL das Russland-Forum schon nach drei Stunden - Spiegel-Cover: "Stoppt Putin jetzt!" und das Ergebnis einer Umfrage. Alexander Dill, tp 27.07.2014

Archäologie (CCCXXXIII): Making It Look Easy - James Garner

Through many films and two influential television series, Maverick and The Rockford Files, James Garner, who has died aged 86, developed a persona with a subtly different appeal. It began as original and accrued familiarity over the course of four decades: a coward who was the soul of honour, a hero likely to ride away, stick his finger up the barrel of his opponent's gun or get winded in a fight and complain of damage to his dentistry....

Wunderbar die Verfolgungsjagden mit diesen fahrtechnisch wahrscheinlich überhaupt nicht beherrschbaren US-Schlurren der 80er Jahre. Hier Rockford Car Chase: 9



In Memory of the Rockford files: Rockford Files Intro

Ganz großartig fand ich James Garner in Blake Edwards' Sunset - Dämmerung in Hollywood
Whilst making a silent film about the life of the legendary lawman Wyatt Earp, veteran actor 'Tom Mix' (Bruce Willis) discovers that the real Earp ('James Garner') is on the film set as a technical advisor. The two become friends, but when a murder takes place, the two become partners and set about tracking down the killer.

Update Ukraine (XXII): Die anomische Herrschaft der Rackets und der verwilderte Leviathan - „Separatisten“

Jens Berger (NachDenkSeiten 24.07.) wirft einen näheren Blick auf die „Separatisten“, ihre Hintermänner und Vordenker, der zeigt, dass auch hier Differenzierung angebracht wäre. Im Donezbecken hat auf „prorussischer“ Seite vor allem eine ultranationalistische Soldateska die Fäden in der Hand, von der eine direkte Linie zu den Vordenkern der neuen Rechten in Russland führt. Der Einfluss von Putin auf diese Gruppe ist ziemlich gering. Gestärkt werden ihre Ideologen vor allem von der Konfrontationspolitik des Westens und dem massiven Militäreinsatz der Kiewer Machthaber.

... Die Separatisten im Donbass sind ein Spielball der Ultranationalisten rund um den Isborsky Club, der erst vor wenigen Tagen in Donezk seine erste „Außenstelle“ eingeweiht hat. Putin selbst hat auf sie keinen nennenswerten Einfluss, ihr Einfluss auf Putin ist umgekehrt jedoch auch marginal. Genährt werden die Ultranationalisten vor allem durch die Konfrontationspolitik des Westens. Wenn man sich den Kampf zwischen den Ultranationalisten und den Nationalliberalen wie ein Pendel vorstellt, dann bewirkt jede Sanktion, jede einseitige Schuldzuweisung und jede konfrontative Geste, dass das Pendel stärker zu den Ultranationalisten ausschlägt. Sie sind die eigentlichen Nutznießer der Konfrontationspolitik. Nun haben die Ultranationalisten den „Beweis“ dafür, dass der Westen Russland aggressiv unterjochen will, Verträge nicht eingehalten werden und Russland alleine dasteht – zumindest sehen dies viele Russen so. Das Kunststück, das nun von Nöten ist, wäre ein Ende der Eskalations- und Konfrontationsspirale. In Moskau wird dieser Wunsch bei allen, die den Ultranationalisten nicht nahe stehen, auf offene Ohren stoßen. Es ist allerdings am Westen, dieses Signal auszusenden. Bleibt es aus, droht eine weitere Stärkung der Ultranationalisten. Fragt sich, ob wir die Geister, die wir riefen, dann noch einmal loswerden?
Lesebefehl!!

Lesebefehl
auch für die letzten Artikel von Pepe Escobar (Asia Times - Hongkong):

A chessboard drenched in blood
The MH17 tragedy may have been a horrendous mistake, but it may also have been a desperate gambit by the Kiev minions of the Empire of Chaos. Washington has been quick off the blocks to ignite and in theory win the spin war to persuade the world that Russia's hand was wittingly or otherwise behind the downing of the civilian aircraft. Moscow, more rationally, is seeking the facts first, before pointing fingers of blame. - Pepe Escobar (Jul 23, '14)

It was Putin's missile!

Here's the spin war verdict on the latest Malaysia Airlines tragedy. It's "terrorism" perpetrated by "pro-Russian separatists" in Ukraine, and Russian President Vladimir Putin is the main culprit. End of story. Anyone who believes otherwise, shut up. Why? Because the CIA said so. Unlike the United States, Russia will take its time to know the basic facts of what, where, and who, and engage on proving the truth to Washington's spin. - Pepe Escobar (Jul 19, '14)

- »Update Ukraine«
- »Die anomische Herrschaft der Rackets«
- Die Suche nach »Pepe escobar« hat 21 Resultate geliefert.

MH 4, MH 17 und der Gott des Gemetzels (II): Flugrouten

Alternative-Flugroute-der-Malaysia-Airlines_-Umleitung-ausgerechnet-ueber-Syrie
Tagesschau: Alternative Flugroute der Malaysia Airlines Umleitung - ausgerechnet über Syrien; Stand: 22.07.2014 09:52 Uhr



- Flightradar: Wo ist welches Flugzeug? | flightradar24.com

- Letzter Stand der Dinge - und hier muss man telepolis und namentlich Florian Rötzer für eine sachliche Berichterstattung loben:
Druck auf härteres Vorgehen des Westens gegen Russland wächst; Florian Rötzer, tp 22.07.2014

mutmaßlich, mutbrünstig

mutmaszlich, adj. und adv. nach mutmaszen, dem mutmaszen eigen oder gemäsz: muthmaszlich, conjecturabilis, suspicax. Steinbach 2, 53; namen und vaterland verberge sie, eben um des rufs willen, der denn doch am ende meistentheils weniger wirkliches als muthmaszliches enthalte. Göthe 21, 76; der mutmaszliche thäter; der mutmaszliche einbrecher ist ein junger bursche; mutmaszlich ist bei diesem unglück niemand verletzt.

mutmaszung, f. das mutmaszen, mhd. muotmâʒunge, schätzung Lexer 1, 2247 (von 1471), vergl. dazu unter mutmasze und mutmaszen; mtmassung, divinatio, conjectura, das durch mtmassung geschicht, conjecturalis. Dasyp.; conjectura, mutmassung, abnemmung. Sattler teutsche orthogr. und phraseologey 509; muthmassung, conjectura, auf muthmassungen ankommen, in conjectura positum esse, aus muthmassungen abnehmen, conjectura augurari quid, in seiner muthmassung fehlen, conjectura aberrare. Frisch 1, 678b; von dem jahre 1672. hatte er folgende muthmassung. Chr. Weise erzn. 137 Braune; an statt ächter nachrichtungen .. leere muthmassungen. Bünau 1, 5; dasz sie ... noch scharfsinnigere und gelehrtere ergänzungen, verbesserungen, muthmaszungen, zeitrechnungen und wortableitungen zu machen wüszten. Wieland 6, 308; es stehet nur zu wünschen, dasz .. ihre und meine nur allzu gegründeten muthmaszungen, blosze muthmaszungen bleiben mögen! Eva König bei Lessing 13, 342; eine bange muthmaszung jagt die andere. Gotter 3, 115; seine muthmaszungen von der zukunft galten bei dem spanischen staatsrath fast für profezeiungen. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 117; endlich durchfuhr Thiennette die muthmaszung, dasz sie die gelähmte ... umarmen sollte. J. Paul Qu. Fixl. 130.


Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

Dass jemand (also Putin) Schuld sei an einem mutmaßlichen Abschuss, wie heute gemeldet wurde, scheint mir streng logisch eine gewagte Behauptung zu sein. Es sind wohl die Damen und Herren Berichterstatter und Kommentatoren eher

mutbrünstig, adj. in beherzter stimmung brennend, höchst beherzt: wie nun dieselben 600. knecht hinab gen Varnsperg kamend, zu den andern eidgnossen von Bern, Lucern und Solotorn, so daselbs lagend, waren si all mutbrünstig, wild, freudig, und wol gemut. Tschudy 2, 422a.

"I believe in the god of carnage" - MH 17 und der Gott des Gemetzels: "Mutmaßlich" war es Putin. Die Akte Lockerbie ist geschlossen.

Updated: Die anomische Herrschaft der Rackets: Blackwater im Irak - The Contractors

Robert Greenwald: Iraq For Sale - The War Profiteers



Die anomische Herrschaft der Rackets (VII): Blackwater im Irak - The Contractors. Who is in Command and in Control?

"I believe in the god of carnage" - MH 17 und der Gott des Gemetzels: "Mutmaßlich" war es Putin. Die Akte Lockerbie ist geschlossen.

Wenn Sie heute Abend (nochmal) Polanskis genialen Film Der Gott des Gemetzels im Ersten gesehen haben, ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass sich das Drama als Parabel lesen lässt - auf das, was gegenwärtig z.B. in der Ukraine abgeht:
    That's different! Your son brutalized our son!
    They're young, they're kids,
    kids roughhouse in the playground.
    Always have always will, it's a rule of nature.
    - No it isn't!
    - Sure it is.
    It takes a little education to substitute
    the rule of law for violence.
    The origin of law, of course you know,
    is brute force.
    Maybe for cavemen, not in this world.
    - Tell me about this world!
    - Boring! This conversation is boring.
    Penelope, I believe in the god of carnage.
    The god whose rule has been
    unchallenged since time immemorial.
    You're interested in Africa, right?
    - What's the matter?
    - Don't worry about me.
    - Nancy!
    - I'm just fine.
    See, I just got back from the Congo. They got
    kids there, trained to kill at the age of eight.
    In the course of their childhood, they might
    kill hundreds of people.
    They'll kill with a machete, a shotgun,
    a Kalash, a thumper.
    So obviously when my kid busts some other
    kid's tooth, even two teeth,
    with a bamboo switch by the sandbox,
    I'm not quite as shocked and indignant as you are.

    - Well you should be.
    - Thumper.
    - Yes, that's why they call a grenade launcher.
    - That's what I call it.
    - You all right?
    - Just fine.
    - What's wrong with her?
    - It's bile, nothing.
    Don't you tell me about Africa! I know
    all about suffering in Africa.
    I don't doubt it.
    That's all I've been thinking about for months!
    Don't get her started on this, please!
    - You know I'm actually starting to like you.
    - Shut up!
    - Talk about commitment to world peace and stability.
    - Shut the fuck up, Michael!
    - You sure about that?
    - Very sure. Do me some good.
    We live in New York. We don't live in Kinshasa!
    We live in New York City!
    With the customs of western society.
    What happens in a Brooklyn playground is
    about western values!
(Carnage (2011) Movie Script)



Ein sehr interessantes Modell zur Konflikteskalationsanalyse: Setzen Sie für die Figuren die Akteure ein, die gegenwärtig von außen in der Ukraine mitmischen, - dann haben Sie einen ersten Erklärungsansatz dafür, warum es keinen Versuch der Deeskalation gibt: Politiker/innen verhalten sich offenbar nicht anders als alte Ehepaare, - was tief eingelagerte Verletzungen und ihre Reaktionen darauf angeht. Müssten sie aber!

Wie aber geht man hier mit dem Absturz der MH 17 um ( vgl. Kritik und Kunst: MH 17)?

Angesichts des Leids der Opfer des Flugzeug-Absturzes und dem ihrer Angehörigen sollten eigentlich alle Propagandamaschinen schweigen. Doch der Medienmainstream schweigt zumeist vornehm nur von den vielen, vielen zivilen Toten, die der "Kampf gegen den Terror" der Poroshonko-Regierung in der Ost-Ukraine hinterlässt. So kann, schon der widerlichen Instrumentalisierung der Opfer des Flugzeugabsturzes wegen, nicht geschwiegen werden. Zumal es in diesem Propaganda-Kampf auch um künftige Tote geht: Unmittelbar nach dem Absturz hat der "Rechte Sektor", jene ukrainische Faschisten-Organisation, von der die Strukturen der "Nationalgarde" und der Milizen bestimmt werden, dem ukrainischen Präsidenten ein Angebot gemacht: Wenn man 5000 Maschinengewehre und Munition erhalte, würde man den Krieg in zwei Wochen beenden (Link sieh unten) Der Präsident hat bisher nicht nein gesagt. Auch hat die FAZ noch keine Mutmaßungen über das Angebot angestellt. Überhaupt wird diese großzügige Geste des Nazi-Sektors - am 19. 07. 2014 von der staatlichen Nachrichten-Agentur UKRINFORM publiziert - in den deutschen Medien bisher beschwiegen. Wahrscheinlich der Ausgewogenheit wegen
. (Rationalgalerie)

Hartmut Finkeldey hat sehr schön dokumentiert, wie die deutschen Medien mit dem - bisher selten seriös hier und da noch noch Absturz genannten - Vorfall umgehen.
Was man heute wissen bzw. einigermaßen verantwortlich vermuten kann:
... So sind jetzt erst die niederländischen Experten an der Unglücksstelle eingetroffen. Angeblich sind sie, wie Roland Oliphant, ein Journalist des Telegraph berichtet, positiv von den Bergungsarbeiten angetan. Auch andere Journalisten berichten ähnliches.
Man muss sich auch fragen, was die Separatisten, wenn sie, wie manche unterstellen, auch im Auftrag von Moskau Spuren beseitigen würden, denn tatsächlich verschleiern könnten. Die Flugschreiber scheinen gefunden zu sein, sie sollen einem internationalen und unabhängigen Untersuchungsteam übergeben werden. Das scheint angesichts der weiterhin stattfindenden Kämpfe und den Versuchen aller Seiten, die Verantwortung der jeweils anderen Seite zuzuschieben, nicht unvernünftig zu sein. Dass Leichen und Leichtenteile in einen Kühlzug verbracht wurden, ist angesichts des warmen Wetters auch nicht unvernünftig. Auch hier ließe sich fragen, was die Separatisten verbergen könnten. Man könnte jedenfalls viele der Aktionen auch als getrieben von Angst verstehen, dass andere etwas manipulieren könnten. Der Separatistenführer Borodai begründete dies aus durchaus nachvollziehbaren Gründen so: "Wir können unseren Feinden, die an einer objektiven Untersuchung der Tragödie nicht interessiert sind, keine Beweisstücke übergeben."
Noch ist es nur eine These, wenn auch eine hochwahrscheinliche, dass das Flugzeug abgeschossen wurde. Dass keine Probleme mit der Maschine vorlagen, könnten die Flugschreiber beweisen, mehr aber nicht. Um herauszufinden, wer für den Abschuss verantwortlich ist, müsste man Teile der Rakete finden und diese zurückverfolgen können. Fragt man, welche Motive diejenigen gehabt haben können, die für den Abschuss verantwortlich sind, so wäre wohl der wahrscheinlichste Grund, dass das Flugzeug von den Separatisten oder den ukrainischen Streitkräften irrtümlich abgeschossen wurde, weil sie es für eine Militärmaschine oder etwa eine russische Drohne hielten. Oder aber das Flugzeug wurde in barbarischen Anschlag gezielt abgeschlossen, um den Konflikt anzuheizen, eine Partei zu beschuldigen und/oder Verbündete mit hineinzuziehen. Aber solche Spekulationen sind müßig, solange nicht klar ist, was geschehen ist....

(Kämpfe in Donezk, Waffenstillstandszone um den Absturzort, Florian Rötzer, tp 21.07.2014)

Im Übrigen empfehle ich einen Rückblick:
Die Akte Lockerbie ist geschlossen (ZEIT ONLINE 22.8.2009):

Video "Todesflug Pan Am 103 - Das Rätsel von Lockerbie" abspielen.
(3SAT Todesflug Pan Am 103 – Das Rätsel von Lockerbie)

... Wenige Monate vor Lockerbie wurde eine 16 Mann starke Zelle der Terrororganisation in Deutschland verhaftet; bei der Razzia entdeckte die Polizei etliche Zeitzünderbomben, versteckt in Kassettenrekordern. Wenige Wochen vor Lockerbie ließ das Bundeskriminalamt die meisten der Terroristen aber wieder frei. Die Gründe dafür sind unbekannt.
Doch der abrupte Kurswechsel dürfte auf die veränderte geostrategische Interessenlage des Westens zurückgegangen sein. Ende 1990 waren die USA und Großbritannien dabei, eine Allianz gegen Saddam Hussein zu schmieden, unter Einschluss Syriens. Auch brauchte man Teheran und Damaskus, um westliche Geiseln im Libanon frei zu bekommen. Libyen unter Oberst Gaddafi war da der ideale Sündenbock, ohne Freunde, isoliert selbst in der arabischen Welt.
Hinzu kommen andere Gründe, um den wahren Ablauf der Ereignisse nicht zu enthüllen. Über Frankfurt liefen offenbar verdeckte Drogenoperationen der US-amerikanischen Drug Enforcement Agency. Laut Time Magazin habe es sich dabei um eine Gegenleistung gehandelt für die Befreiung westlicher Geiseln, die von Ahmed Jibril allerdings unterlaufen und dazu benutzt worden sei, um einen Sprengsatz an Bord zu schmuggeln. In den Trümmern des Pan-Am-Jets fand man große Mengen von Drogen und Geld. Niemand weiß, was in den Papieren stand, nach denen CIA- und FBI-Agenten in Lockerbie fieberhaft suchten und sie schließlich vom Tatort wegbrachten....


Die deutsche Spur
Rund zwei Monate vor dem Attentat durchsuchte die deutsche Polizei 18 Wohnungen und Geschäfte in Neuss, Hamburg und Berlin und nahm 13 mutmaßliche Terroristen einer Splittergruppe der Volksfront zur Befreiung Palästinas fest.
In Neuss wurde eine Bombe gefunden, die genauso konstruiert war wie die in Flug Pan Am 103. Bei späteren Durchsuchungen fand die Polizei drei weitere Sprengsätze – einen fünften, von dem der Bombenbastler sprach, tauchte nie auf. Es könnte die Lockerbie-Bombe gewesen sein.

Gaza = Die Hölle, wieder einmal. Warum deutsche Kritik israelischer Politik sich (fast immer) den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen muss.

Wenn Dr. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, heute in einem offenen Brief schreibt:

In diesen Tagen erleben wir alle eine schreckliche, schockierende Explosion von Antisemitismus in diesem Land.
Auf deutschen Straßen hören wir antisemitische Slogans von übelster und primitivster Natur. Niemals im Leben hätte ich mir vorgestellt, dass wir so eine Hetze gegen Juden in Deutschland wieder hören könnten....


... dann vermute ich, dass eine Mehrheit hierzulande wenig Bereitschaft zeigen wird, Dieter Graumann freundschaftlich zu unterstützen - mit der Begründung, es müsse doch wohl möglich sein ...

Einen Erklärungsansatz, warum gerade diese Rede vom angeblichen Tabubruch ein Symptom des hierzulande verbreiteten Antisemitismus ist, habe ich seinerzeit in Auseinandersetzung mit der Frage, ob Herr A. ein Antisemit ist zu finden versucht:

Adorno hat den in einer - kritisch, auch menschenrechtlich argumentierend daherkommenden - Auseinandersetzung mit der Poltik des Staates Israel verborgenen Trick schon 1962 in seinem Vortrag "Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute" entlarvt:
    "Ein besonders hintersinniges Argument ist: 'Man darf ja gegen Juden heute nichts sagen.' Es wird sozusagen gerade aus dem öffentlichen Tabu über dem Antisemitismus ein Argument fuer den Antisemitismus gemacht: wenn man nichts gegen Juden sagen darf, dann - so läuft die assoziative Logik weiter - sei an dem, was man gegen sie sagen könnte, auch schon etwas dran. Wirksam ist hier ein Projektionsmechanismus: daß die, welche die Verfolger waren und es potentiell heute auch noch sind, sich aufspielen, als wären sie die Verfolgten. Dem kann man nur dann begegnen, wenn man nicht etwa idealisierend, wenn man nicht etwa Lobreden auf grosse jüdische Männer hält oder hübsche Bilder von israelsichen Bewässerungsanlagen oder Kibbuz-Kindern dort vorführt, sondern eben die jüdischen Züge, auf welche die Antisemiten deuten, erklärt, ihr Recht und ihren Wahrheitsgehalt darstellt." (Werke Bd. 20 S. 368)
Was den Wahrheitsgehalt dessen zu prüfen angeht, worauf die Kritiker Israels, die ja erstmal nur möglicherweise Antisemiten sind, deuten, ist eine historische Einordnung unverzichtbar, und die muss den spezifisch westdeutschen Antiimperialismus in den Blick nehmen, ohne den die deutsche Israel-Kritik nicht zu verstehen ist. Sehr hilfreich ist dabei:
Stephan Grigat: Befreite Gesellschaft und Israel
Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus

Auszüge:
    Bei Horkheimer heißt es 1960 in einem Brief an Oscar Gans hinsichtlich der Zunahme offen nazistischer Manifestationen in der BRD: "Entscheidend ist, daß die Angelegenheit nicht auf Deutschland beschränkt ist, vielmehr in ihr eine Mächtekonstellation sich ankündigt, deren Modell Herr Nasser und die alten Nazis in Kairo bilden. Wenn der anti-israelische Slogan bei der Einigung der Araber seine Dienste tut, so soll (…) der antijüdische ein Bündnis der unterentwickelten Orientalen mit anderen Teilen der Welt, die von den Angelsachsen, wie den Kommunisten, sich emanzipieren wollen, vorbereiten. In zukünftigen Krisen, die denen vom Ende der zwanziger Jahre gar nicht so unähnlich zu sein brauchten, könnte es geboren werden." (1949-1973: 458f.)

    Hier liegt die Aktualität Kritischer Theorie leider deutlich auf der Hand. Horkheimer hat das unmenschliche Wesen des Antiimperialismus früh erkannt. Deutschland hatte und hat mit seiner spezifischen Variante eines antiwestlichen Antiimperialismus als Form nachholender Entwicklung, bei der man "seine Rückständigkeit kurzerhand als Avantgardeposition nutzt und ein antibürgerliches Kapitalverhältnis installiert, das auf dem Kurzschluß von Ressentiment und Legalität, von Volksmobilisierung und Staat basiert" (Nachtmann 2004b: 56) ein attraktives Modell für den trikontinentalen Antiimperialismus geliefert, mit dessen arabischen Ausprägungen schon das nationalsozialistische Deutschland das Bündnis gesucht und gefunden hatte.

    Horkheimers Antizipation eines möglichen Bündnisses zwischen Deutsch-Europa und den zu kurz gekommenen Staaten des Trikont, das sich zwangsläufig gegen Israel wenden muß, ließt sich wie eine Beschreibung der Entwicklung der letzten Jahre, bei der Deutschland, mal in Kooperation, mal in Konkurrenz zu Frankreich seine Kontakte in die arabische Welt ausbaute, einen Art Kalten Krieg niederer Intensität gegen die USA eröffnet hat und stets, gegen den ausdrücklichen Willen Israels und der USA, an Arafat als Verhandlungspartner festhielt.

    Eine Differenzierung wäre allerdings hinsichtlich der antiimperialistischen und antikolonialistischen Bewegungen der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre notwendig. Man kann Ho Chi Min und Pol Pot, Fidel Castro und Idi Amin nicht in einen Topf schmeißen. Jede Form des Antiimperialismus ist durch den positiven Bezug auf Staat und Nation wesenhaft antiemanzipatorisch. Dennoch lohnt es sich in Erinnerung zu rufen, daß dieser Antiimperialismus das eine mal zur partiellen Emanzipation der Frauen, zu Alphabetisierung, sozialer Absicherung und humanistischer Gesinnung geführt hat, während er ein anderes mal in Völkermord, Intellektuellenverfolgung, Rassismus und Antisemitismus seine Erfüllung fand. Ebenfalls lohnt es sich, den traditionalistischen Antiimperialismus Leninscher Prägung mit seinem positiven Bezug auf die Russische Revolution von jenem "Antiimperialismus des Djihadismus" (Krug 2003a: 9) zu unterscheiden, mit dem die Sowjetunion im Afghanistan der 80er Jahre in einen blutigen Konflikt geraten ist. Bei all seiner staatssozialistischen Borniertheit beinhaltete der traditionelle Antiimperialismus immer auch ein Element der Befreiung, daß in den trikontinentalen Entwicklungsdiktaturen, die sich an der Sowjetunion orientierten, Ansätze jener emanzipativen Entwicklungen hervorgebracht hat, gegen die sich der djihadistische Antiimperialismus wendet.

    Mit dem Wegfall des zweiten Weltmarktes der RGW-Staaten ist es allerdings vorbei mit diesen überschießenden Elementen, und die nationale Befreiung offenbart überall dort, wo sie in Erscheinung tritt, ihr barbarisches Wesen.
    Die Unterscheidung zwischen einem leninistischen und einem djihadistischen Antiimperialismus ist heute nahezu obsolet. Das zeigt sich unter anderem in den weltweiten Solidaritätserklärungen linker Gruppierungen und Bewegungen mit den islamistischen und panarabistisch-faschistischen Massenmördern im postba'athistischen Irak und in der Fraternisierung des castristischen Kubas oder der venezuelanischen Regierung unter Hugo Chavez mit dem islamistischen Klerikalfaschismus im Iran.

    Doch sollte man nicht aus den Augen verlieren, daß auch die israelische Staatsgründung in formaler Hinsicht ein antiimperialistischer und antikolonialistischer Akt war. Das drückte sich zum einen im linkssozialistisch-zionistischen Selbstverständnis aus, das sich zeitweise auf antikolonialistische Theoretiker wie Frantz Fanon berief (vgl. Diner 1969: 9ff.). Zum anderen sahen auch gar nicht wenige der antikolonialistischen Bewegungen, insbesondere in Afrika, Israel - trotz der ökonomischem und militärischem Kalkül geschuldeten zeitweiligen Unterstützung der israelischen Politik für die Bekämpfung antikolonialistischer Befreiungsbewegungen - als einen erfolgreichen, und daher vorbildhaften Fall von Entkolonialisierung. Viele dieser Bewegungen haben, nachdem sie die Macht erobert hatten, eng mit Israel kooperiert und in Afrika wimmelte es lange Zeit insbesondere in den links orientierten neu gegründeten Staaten von israelischen Agrarberatern. Das änderte sich erst 1973 und hatte weniger mit dem Wesen des antikolonialistischen Kampfes als vielmehr mit dem Druck der antisemitischen arabischen Regimes zu tun (vgl. Meir 1975: 339ff.).

    Im Jom Kipur-Krieg bekam Israel einen Eindruck davon, wie es mit dem emanzipatorischen Potential der weltweiten "Befreiungsbewegungen" bestellt war. In einer Situation, als Israel sich an den Rand einer Niederlage gedrängt sah, von der jeder wußte, daß sie die Vernichtung des Staates der Shoahüberlebenden und der Mehrzahl seiner jüdischen Bewohner bedeutet hätte, und die nur durch die massiven US-amerikanischen Waffenlieferungen abgewendet werden konnte, schickten fast sämtliche "Befreiungsbewegungen" Solidaritätsadressen an die angreifenden arabischen Staaten und wünschten ihnen alles Gute im antiimperialistischen Feldzug gegen den zionistischen Feind. Daß der israelische Staat diese "Befreiungsbewegungen" in der Zukunft wie Todfeinde behandelt hat, ist nicht sehr verwunderlich. ...
Vgl. auch: Stephan Grigat – Kritik des Antisemitismus (hier der Audio-Mitschnitt der Vorlesung)
Vgl. zum Verständnis dessen, was Antisemitismus ist, auch Grigats Auseinandersetzung mit Götz Aly:
Ökonomie der "Endlösung"?
Antisemitismustheorie zwischen Funktionalismus und Wertkritik

(und dort den Hinweis auf Moishe Postones Versuche, den Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Auschwitz auf der einen und Wertgesetz und Warenförmigkeit auf der anderen Seite zu untersuchen!)

Ich gestehe, es ist schwer, das alles zu entwirren und mitzubedenken, wenn es um eine Auseinandersetzung mit der Politik des Staates Israel geht. Was also den Wahrheitsgehalt dessen angeht, worauf die Kritiker Israels deuten, so wäre zu fragen, ob sie bereit sind, diese historischen Zusammenhänge mitzudenken.
Das ist ein Gebot intellektueller Redlichkeit. Es geht - wie gesagt - um eine Haltung und eigentlich möchte ich
bei meiner Aussage bleiben, dass nach der industriell betriebenen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas die Angehörigen dieses Rechtsnachfolgervolkes jedes Recht verwirkt haben, jemals wieder etwas über Juden und ihren Staat zu sagen ...

Ansonsten:
Da ließ der Herr Schwefel und Feuer auf Sodom und auf Gomorrha
regnen und zerstörte beide bis auf die Grundmauern und
ebenso die ganze Gegend mit all ihren Bewohnern und aller
Vegetation. Wohin auch der Blick fiel, nur Ruinen, Asche
und verbrannte Körper. Lots Frau aber missachtete die An-
weisung, blickte zurück und erstarrte zu einer Salzsäule. Bis
zum heutigen Tag kann niemand verstehen, wofür sie so ge-
straft wurde, wo es doch ganz natürlich ist, wissen zu wol-
len, was in unserem Rücken geschieht. Mag sein, dass der
Herr ihre Neugier bestrafen wollte, als handelte es sich um
eine Todsünde, doch auch dies spricht nicht gerade für seine
Intelligenz, man denke nur daran, was mit dem Baum der Er-
kenntnis geschah, hätte Eva nicht Adam die Frucht zu essen
gegeben und hätte sie selbst nicht auch davon gegessen, be-
fänden sie sich noch immer im Garten Eden mitsamt der
Langeweile, die darin herrschte. Auf dem Rückweg hielten
sie zufällig für einen Moment dort inne, wo Abraham mit
dem Herrn gesprochen hatte, und da sagte Kain, Es gibt so
einen Gedanken, der mich nicht loslässt, Welchen Gedan-
ken, fragte Abraham, Ich denke, dass es in Sodom und in den
anderen Städten, die verbrannt wurden, Unschuldige gab,
Hätte es sie gegeben, dann hätte der Herr sein Versprechen
gehalten und ihr Leben verschont, Die Kinder, sagte Kain, die
Kinder dort waren unschuldig, Mein Gott, murmelte Abra-
ham, und seine Stimme klang wie ein Stöhnen, Ja, vielleicht
ist er dein Gott, aber der Gott der Kinder war er nicht.

(José Saramago: Kain vgl. Archäologie (CCCXVIII): Monotheismus und Gewalt: Das anthropomorph-patriarchalische Scheusal ...)

Archäologie (CCCXXXII): Angriff aus dem All. Wo ist die Raumpatrouille heute?

Entgegen einer anderslautenden Alphaorder landet McLane auf dem Saturnmond Rhea. Da er schon in der Vergangenheit mehrfach disziplinarisch wegen Befehlsverweigerung belangt wurde, wird er nun mit der kompletten Mannschaft zur Raumpatrouille strafversetzt. Zusätzlich erhält er eine „Aufpasserin“ des Galaktischen Sicherheitsdienstes, Tamara Jagellovsk, zur Seite, die ihn an weiteren Eskapaden hindern soll.
Auf ihrem ersten Routineflug am nächsten Tag soll die Mannschaft Bewegungen in einem Raumsektor überwachen. Die vorgeschobene Außenbasis MZ-4 antwortet auf Anfragen jedoch nicht, vielmehr erhält die Orion einen unbekannten Code, sogenannte Dreiergruppen. Der Orion-Besatzung ist bekannt, dass ein Laborkreuzer automatisch gesteuert MZ-4 anfliegt und von dort eine Kurskorrektur erhalten soll. Als McLane auf der Basis nach dem Rechten schauen will, kommt es zum ersten Krach mit Jagellovsk. McLane setzt sich jedoch durch und schickt Sigbjörnson und Shubashi zur Station. Sie bemerken, dass es dort keinerlei Sauerstoff mehr gibt. Die gesamte Besatzung ist tot und wurde mitten in der Bewegung eingefroren. In den Gängen sehen sie plötzlich schemenhafte Wesen, die gegen die Strahlen aus ihren Laserwaffen immun sind – sie gehen einfach durch sie hindurch. Zur gleichen Zeit wird die Orion von fremden Raumschiffen angegriffen. Jetzt ist klar, dass es sich um feindliche Außerirdische handelt. Jagellovsk befiehlt die Basis zu zerstören, auch wenn Atan und Hasso dabei sterben würden. Als McLane diesen Befehl ausführen will, stellt man fest, dass die Energie der Energiewerfer blockiert wird. Man entschließt sich zum Rücksturz zur Erde, um die Raumbehörden zu warnen. Dort verhindert Oberst Villa trotz der Bitte Kublai Krims die Zerstörung von MZ-4 durch die galaktische Flotte, da man vor dem Eintritt in größere Kampfhandlungen mehr über die Absichten und Möglichkeiten der Fremden wissen müsse.
(Raumpatrouille - Wikipedia)



Zum Gedenken an Dietmar Schönherr, - der da nicht mitgemacht hätte:
Aufrüstung, Militarisierung der Außenpolitik, Konfrontationskurs gegenüber Moskau - diese Schlussfolgerungen ziehen viele deutsche Medien aus der Tragödie des Fluges MH17 (Mehr Krieg wagen - Tomasz Konicz tp 21.07.2014)
http://www.nicaraguaportal.de/fileadmin/np/images/aktivitaeten/kunst_kultur/schoenherr_pan_arte.jpg

Explorations (IV): A Better Answer - Stephen Dale Petit

Warum hat mich nie jemand darauf aufmerksam gemacht, dass - the fine art of playing the guitar - ein Stephen Dale Petit am Werke ist?



Ansonsten ist das eher Amazing blues from Stephen Dale Petit, vgl. seine Alben Guitararama (2008) und Cracking The Code (2013), - z. B. Alexis Korner Says oder auch diesen interessanten Auftritt mit Ronnie Wood, Mick Taylor and Dick Taylor (The Pretty Things, s. u.) at the 100 Club:

Archäologie (CCCXXXI): PHIL MAY - Balboa Island

Phil May the renowned singer and and mainstay (along with Dick Taylor) of one of Britain's longest running bands The Pretty Things tells about their classic album 'Balboa Island'


Die GBlog-Suche nach »Pretty Things« hat 22 Resultate geliefert.

Zur Theorie und Strategie des Friedens

Wir möchten die Leser der NachDenkSeiten heute auf einen ca. 30-minütigen Vortrag des Psychologen Erich Fromm mit dem Titel „Zur Theorie und Strategie des Friedens“ aus dem Jahr 1969 hinweisen, der bei youtube nachzuhören ist (Teil 1 und Teil 2).
Der Vortrag setzt mit seiner Gedankenführung zwar bei der damaligen Konstellation der gegenseitigen atomaren Bedrohung des kalten Krieges („balance of terror“) an, ist in seiner Darstellung der Erkenntnisse Fromms über die Herkunft und Motive menschlicher Aggression aber auch und gerade für die aktuelle Lage höchst relevant.


Zum anderen sei im Hinblick auf die akuelle Dronen-Debatte erinnert an:
Lars und der "ethische Gouverneur" - LARs and the Ethical Governor

Explorations (III): Jordan Rudess - Explorations for Keyboard and Orchestra

The first song from mr. Jordan Rudess' fantastic new album "Explorations" (Hörproben hier):



Hintergründe zu Explorations for Keyboard and Orchestra

Vgl. Wow!! Levin Minnemann Rudess (The Fine Art Of Playing The Drums VII)

Archäologie (CCCXXX): It was Fifty Years Ago These Days - A Hard Day’s Night

Vorbemerkung zur Zeitwahrnehmung und zur Konstruktion von Historizität:
Es ist ja zur Zeit überall von der Juli-Krise 1914 und vom Ersten Weltkrieg die Rede. Wenn man Zeitläufte selbst miterlebt, scheint es einem, als sei zB das Erscheinen von A Hard Days Night doch so lange noch gar nicht her. Wenn man aber das als halbe Distanz zum 1. Weltkrieg und als nicht einmal 20 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wahrnimmt, relativiert sich der Eindruck, man habe hier doch eigentlich in friedlichen Zeiten gelebt ...

Hi-Res-Images-From-World-War-II-9-

On July 10, it was 50 years since The Beatles released their A Hard Day’s Night LP in the UK (the US version, with a different tracklisting, followed two weeks later). It was a landmark event for pop music, not because the music was especially innovative, but because here a pop group released an album including only own compositions. In 1964, this was very unusual indeed.
And this even more remarkable when one considers just how busy the group was at the time, with all the touring and US television appearances (as documented here), filming the movie and recording even more music that didn’t make it on to the album. In their writing, John Lennon and Paul McCartney were so prolific that they could give away pretty good songs to other artists, such a Peter & Gordon, Cilla Black and Billy J Kramer. The creative pressure showed on the follow-up, Beatles For Sale, which was released later in 1964 and included several covers (and also a few stone-cold Beatles classics).
A Hard Day’s Night was very much Lennon’s work. He wrote the title track, I Should Have Known Better, Tell Me Why, Any Time At All, I’ll Cry Instead, When I Get Home and You Can’t Do That, most of If I Fell and I’ll Be Back, and contributed to McCartney’s I’m Happy Just To Dance With You. But Paul’s three other contributions are probably the strongest: And I Love Her, Things We Said Today and Can’t Buy Me Love.
A Hard Day’s Night was also the first Beatles album to rely on the Beatles’ unique sound. Where the previous two LPs included several covers of rock & roul and R&B songs, and many songs recalled the various influences from which the group drew, this was the first album on which The Beatles totally owned their sound. Nobody sounded like them.
(Any Major Dude With Half A Heart)

Der Dude hat sich ein schönes A Hard Day’s Night – Recovered-Album ausgedacht:
A Hard Day's Night Recovered- front
Eine sehr gelungene Auswahl, die das unglaubliche Potenzial der Lennon-McCartney-Songs erkennen lässt ( - wie z.B. auch das Album Motown Meets The Beatles von 1995). Man könnte sich selbst auch ein Hard-Day's-Night-Album basteln mit den Originalen und ausgewählten Bearbeitungen.... Viel Spaß dabei ...

Explorations (II): Europa geht durch mich - find a new strasse

It's a wet weekday night in Brussels. Blacked-out cars are criss-crossing the city as European leaders gather for what amounts to a post-election crisis summit. Nigel Farage will soon be in town, to meet the Italian comedian-turned-politician Beppe Grillo to discuss what news reports call "a potential alliance of Eurosceptic parties in the European parliament". The newspapers that litter the city's Eurostar terminal are full of angst about the pan-European triumph of parties of the populist right (and left), and another crisis for an already troubled EU.
At the 1,800-capacity Ancienne Belgique, meanwhile, something quite remarkable is afoot: five musicians, on a stage bedecked with two Welsh flags, performing a song so at odds with the political moment that it sounds like a work of consummate bravery.
Its title is Europa Geht Durch Mich (translation: Europe Passes Through Me), and it was originally titled European Miracle. The pre-recorded chorus is delivered by the German film star Nina Hoss, and much of its lyric seems to be an awestruck tribute to ideas that now seem to be fragmenting as never before: "European skies/ European desires/ European roads/ European hopes/ European sons/ European love." Only one couplet sounds a slightly more troubled note: "European dreams/ European screams."
Such are the latest creative adventures of the
Manic Street Preachers ... [Manic Street Preachers: Eurostars find a new strasse; John Harris, The Guardian, Thursday 26 June 2014]



Empfehlenswert: Track by track: Manic Street Preachers - Futurology: Europe, Berlin, Bowie, revolution - a review + guide to the Manics' new album

...

The primary role of the government is to protect property from the majority and so it remains ... A slave begins by demanding justice and ends by wanting to wear a crown ...

The Masses Against The Classes Lyrics - Manic Street Preachers

Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ... (V): Zäune hochziehen

- Amnesty International beklagt die Abschottungspolitik der EU gegen Flüchtlinge. Zwischen 2007 und 2013 habe die EU fast zwei Milliarden Euro für Zäune ausgegeben. Für Flüchtlinge betrugen die Ausgaben hingegen 700 Millionen Euro.

- Der Verband kritisiert, dass nur Italien Bootsflüchtlinge im Mittelmeer rette. Außerdem kooperiere die EU mit Nachbarstaaten, in denen Flüchtlinge verhaftet oder gar gefoltert würden. [Süddeutsche, 9. Juli 2014 : Bericht von Amnesty International]

- und immer und immer wieder: Asian Dub Foundation - Fortress Europe


"Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen aus diesen ausgeplünderten Staaten im Süden Europas dann auf ein Millionenheer junger Arbeitsloser trifft - dann können wir froh sein, dass wir zwei Flugstunden davon entfernt in tiefstem Frieden leben und damit Gott sei Dank nichts zu tun haben."
+ Wenn ein Millionenheer von Flüchtlingen ... (IV): Pushed Back
+ Frontex und Exterritoriale Lager

+ Fragen dazu aus aktuellem Anlass, was die strategischen Interessen der BRD angeht:
Was ist eigentlich aus den Exterritorialen Lagern der EU in den Pufferstaaten Libyen (??) und der Ukraine (!?) geworden?
Gibt es die Lager noch, wer bertreibt sie, wer sichert sie - angesichts des progredierenden Verfalls dieser Staaten, die offensichtlich Vertragspartner in Sachen Flüchtlingsabwehr waren/sind??
- vgl. Nsoh, Christopher: Exterritoriale Lager. Libyen und die Ukraine als Pufferstaaten der EU, in: Bürgerrechte & Polizei/CILIP 89 (1/2008), S. 26-33
Gibt es Analysen der deutschen Ukraine-Politik, die diesen Aspekt verfolgen?? - Bisher habe ich nichts dazu lesen können.

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

Haftungsausschluss

The music featured on this blog is, of course, for evaluation and promotion purposes only. If you like what you hear then go out and try and buy the original recordings or go to a concert... or give money to a down on his luck musician, or sponsor a good busker, it may be the start of something beautiful. If your music is on this blog and you wish it removed, tell us and it shall be removed.

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