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Carla del Ponte acusa de tráfico de órganos al líder de Kosovo

Un libro de la ex fiscal de la ONU
denuncia que la guerrilla kosovar de Thaçi arrancó
vísceras a presos serbios

RODRIGO CARRIZO - Ginebra - 13/04/2008 - El Pais

En el verano de 1999, entre 100 y 300 prisioneros serbios en manos de
la guerrilla del Ejército de Liberación de Kosovo (UÇK, en sus siglas
albanesas) fueron llevados en camiones a una casa de Burrel (Albania),
con la complicidad del actual primer ministro kosovar y ex líder
guerrillero Hashim Thaçi. Una vez allí, se les extirpaban diversos
órganos para ser utilizados en el tráfico internacional, hasta que los
prisioneros perdían la vida...

Carla del Ponte, ex fiscal del tribunal de la ONU para la ex Yugoslavia
Übersetzung von Ulrich Fischbach:
Unter Beihilfe des aktuellen Premierministers Hashim Taçi wurden im Sommer 1999 zwischen 100 und 300 serbische Gefangene in den Händen der Guerrilla-Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK in albanesischen Buchstaben) mit Lastwagen zu einem Haus in Burrel (Albanien) gebracht. Dort angekommen, entfernte man ihnen diverse Organe, die für den internationalen Organhandel gebraucht wurden, bis die Gefangenen ihr Leben verloren.
Solche Behauptungen sind Teil des Buches Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher, veröffentlicht in italienisch von Carla Del Ponte, Ex-Staatsanwältin des Internationalen Strafgerichtshofs für das Ex-Jugoslawien, der vom UNO-Sicherheitsrat eingerichtet worden war, um über die Verbrechen jenes Krieges zu richten.
Das Werk, das in Zusammenarbeit mit Chuck Sudetic entstand, dem ehemaligen, regionalen Korrespondenten der New York Times, wurde diese Woche in Mailand veröffentlicht und rief unmittelbar Polemiken hervor.
Del Ponte erzählt in dem Buch, dass das von ihr geleitete Büro des Gerichtshofs für Jugoslawien „erstmalig im Sommers 1999 Informationen über ca. 300 Personen erhielt, die in Lastwagen über die Grenze in Richtung Nord-Albanien transportiert worden seien (…) Die jüngsten, gesunden, starken und gut ernährten Gefangenen verschonte man mit Schlägen. Sie wurden von medizinischem Personal betreut und später in andere Haftbedingungen in Burrel überführt. Dort wurden sie in einem gelben Haus untergebracht, das als heimlicher Operationssaal diente, wo ihnen Organe entfernt wurden.“
Sobald sie entfernt waren, wurden diese Organe „ins Ausland verschickt, um sie Kliniken zu übergeben, wo zahlungskräftige Patienten auf sie warteten (…) Nachdem man ihnen eine Niere entfernt hatte, wurde einige Gefangene zurück ins Gefängnis gebracht bis zu dem Augenblick, in dem man ihnen andere lebenswichtige Organe entfernte, und man so schließlich den Tod herbeiführte.“
Die Autoren des Buches schreiben auch, dass „der Organhandel mit Wissen und aktiver Billigung der hochrangigen Offiziere der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) betrieben wurde.“

... [weiter<a href="UCK-Organhandel (pdf, 79 KB)">]
UCK-1999

Ob Frau del Ponte den Prozess gegen Slobodan Milosevic nochmal überdenken müsste??? Siehe auch: Wie die albanische Mafia mit deutscher Hilfe zur UCK wurde ...

Lohnnebenkosten: Bretto und Nutto


Schon wieder via NDS: Volker Pispers erklärt, was Lohnnebenkosten sind (hier eine weitere Hörprobe). Gut sind auch Pispers Links, u. a. auf diese Seite eines ganz großen Satirikers (das ist der Unterschied zu Pispers, der eigentlich nur ein Erklärer mit eingestreuten Witzen ist - aber immerhin - wer kann heute schon noch erklären?!):
matthias-beltz-start
Moral auf der Bühne [1998]
Und jetzt etwas ganz anderes. Pro domo, contra malum. Für mich und gegen das Schlechte. Kabarett und Moral bilden keine Einheit, aber ein Thema.
Der Kabarettist ist ein vorwärtsgewandter Historiker. Mit dem Material der Gegenwart, in der sich die Geschichte zwischenlagert, gibt er Prognosen ab für die Zukunft. Dabei kommt es auf Genauigkeit an und nicht auf Werturteile. Die gehören zum Material und sind modeabhängig und gestaltbar. Also brauchen wir Märchen, Mythen und Gleichgültigkeit statt den unabdingbaren Wunsch zur Veränderung der Welt. Das tut die auch ohne unser Zutun. Kabarett will nicht beschleunigen, sondern legt eine Atempause ein.
Ein Werturteil ist bloß ein Ton in der Tanzmusik, ein Werturteil ist die Entscheidung des Freiers, überhaupt des Kunden. Bei Aldi werden zu Recht Werturteile gefällt, nicht auf der Bühne, da werden sie nur vorgeführt. Kabarett entspricht eher der Tragödie als der Komödie und beschäftigt sich mit Politik.
Politik ist der ewige Kampf um kulturelle Normen, die das Zusammenleben regeln sollen: Was ist gut, was böse, darf man Sterbewillige umbringen, welche Gewalt ist prima, welche pfui, wen darf man unter welchen Umständen verletzen, mit wem darf man sich wie vergnügen? Dieser Kampf wird vorübergehend durch Gesetze geregelt. Aber auch das Gesetz ist nur eine Übergangslösung. Jede Generation träumt sich ihre Kultur wieder neu, und die Überlieferung aus alten Zeiten ist nicht mehr heilig, sondern steht zur Disposition. So schräg sind die Zeiten.
Nicht dem Pathos und der Erhebung der politisch Handelnden in den Heldenstand dient das Kabarett, es benutzt Schadenfreude und Verachtung jeglicher Schwäche als Mittel, um in diesem Jahrhundert noch einmal herauszubekommen, was dran ist an den Menschen. Spießer und Massenmörder, Arschgesichter und Langweiler, Nachbarn und Verwandte – sie sind trotz alledem Menschen, und das gilt es immer wieder darzustellen.
Erst muß er fertiggemacht werden, der Mensch, und zur Sau, zerlegt in alle Einzelteile seiner historischen Überflüssigkeit, da soll kein gutes Haar dran bleiben, und wenn er dergestalt zerstört und auf den Hund gekommen ist, dann wird er schnell wieder neu zusammengesetzt, und übrig bleibt nach der intellektuellen Einsicht in die absolute Unmöglichkeit von Freiheit und Sozialismus, die gerade ad hominem demonstriert wurde, überraschend die frohe Erwartung auf die Verbesserung Gesamteuropas.
Doch vorher muß der ganze Humanismus und Idealismus zerstört werden und der Traum von Menschenrechten, da bleibt keine Moralvorstellung übrig. Denn nichts ist normaler, als daß Menschen sich Unrecht antun und Gemeinheit, die Welt ist ein Schlachthaus, wir lachen nicht trotz Auschwitz, sondern wegen des europäischen Massenmordes an den Juden. Wir lachen, weil der Mensch so komisch ist und zu jeder Schandtat bereit, selbst zu der, die wir uns noch gar nicht ausdenken können. Und wir finden die alten Nazis auf der Bühne und im Publikum, heute abend tarnen sie sich als zivilisierte Kulturmenschen, aber nur ein Ruck, der durchs Volk geht, ist nötig, um uns alle zu reißenden Wölfen oder SS-Männern zu machen. Das ist überhaupt nicht lustig, aber enorm komisch. Komisch ist es, wenn Heinrich Himmler einmal zum Lobe seiner vom Staate angestellten Mörder gesagt hat: »Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen zusammenliegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei ... anständig geblieben zu sein« – das sei »ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.«
Die Komödie grenzt so was aus, das Kabarett aber hat nur ein Thema: Lachen nach Auschwitz.
Daher kann es kein Niveau geben, unter dem das Publikum lacht. Es sind die Armen im Geiste, die sich nach einer Vorstellung beklagen, sie hätten sich unter ihrem Niveau amüsiert. Da liegt ein Irrtum vor. Unter diesen Menschen ist kein Niveau, nur der Fußboden, auf dem sie zu stehen vermeinen. Die beherrschenden Figuren des 20. Jahrhunderts, Kleinbürger und Kleinbürgerin, aber rufen nach Instanzen, nach Autoritäten, die Moral vermitteln sollen. »Werte, wir wollen Werte«, rufen die Leute, was nichts anderes heißt, als: »Wir wollen nicht wertlos sein.«
Da steht der Kleinbürger vor seinesgleichen, erkennt sich in den anderen, und weiß nicht, ob er weinen soll aus Mitleid oder Schamgefühl.
Beides falsch. Geh ins Kabarett, du Lump, damit du nicht versinkst in Selbstbeweihräucherung und ziellosen Anklagen gegen die anderen, die immer schuld sind.
Kabarett ist also ein Abbruchunternehmen mit eingebauter Wiederaufbauleistung.

Archäologie XXII - 11. April 1968

Dutschke-Zit
... Ein paar Schritte vom SDS-Zentrum entfernt sah ich eine Menschenmenge auf dem Bürgersteig, am Straßenrand Kreidestriche. Kaum war ich zuhause angekommen, rief eine Freundin an: Attentat auf Rudi. Das Radio meldete, er läge schwerverletzt im Krankenhaus. Bald wurde hinzugefügt: der Täter sei ein junger Arbeiter aus München. In dem Gemisch aus maßloser Trauer und Wut überwog der Schmerz.

Die Wut entlud sich, als sich am Abend der erste Zug zum Springerhaus formierte. Diese Stunden haben viele Beteiligte verändert. Bommi Baumann formulierte in seiner Reinickendorfer Proll-Diktion: "Bei dieser Demonstration auf dem Weg zur Kochstraße ist bei mir mein ganzes Leben, alles nochmal abgelaufen, verstehst du. Alle Schläge, die ich gekriegt habe, was du so erlebst, was du als Ungerechtigkeit empfindest ... Als ich denn über die Strasse bin und diese Fackeln und dieses rufen Ru-di Dutsch-ke, das war eben für mich eine Verkörperung der ganzen Geschichte. Die Kugel war genauso gegen dich, da haben sie das erste Mal voll auf dich geschossen." ...

aus: Eckhard Siepmann: Drei Kugeln auf Dutschke ... im Freitag. Lesen!





Als Alternative steht vielleicht Barbarei
Ende 1967 interviewte Günter Gaus in seiner Reihe "Zu Protokoll" Rudi Dutschke:


Teil 2 - 3 - 4 - 5 - der Text des Gespräches hier.

Irgendwie schon klar: Im Vergleich zum 27jährigen Soziologie-Studenten D. ( fallen vierzig Jahre später gleichaltrige Analysten oder BWL-Absolventen, die sowas absondern
(: Gründung einer speziellen Emissionsgesellschaft durch die TSI Services GmbH oder einen sonstigen Dritten; Verkauf von Forderungen des Originators an die Emissionsgesellschaft/Zweckgesellschaft; Zweckgesellschaft refinanziert aus Emissionserlösen (Emission von so genannten Asset-Backed Securities) den Erwerb der Forderungen; Den Investoren der ABS Wertpapiere stehen ausschließlich die Zahlungsansprüche aus dem Forderungspool für ihre eigenen Ansprüche zur Verfügung)
etwas ab und man versteht, warum so viel getan wird, die Erinnerung zu vernichten!

Im April 1968 im BeatClub: This Wheel's On Fire

CasinoKapitalismus - hier: TSI

Im Anschluss an mehrere Beiträge („Ramschhypotheken, etc. …“ vom 7.4., „Die Verantwortung des Steinbrück-Ministeriums…“ vom 6.4. und die „Verstaatlichung …“ vom 7.4.)
schickt uns einer unserer Leser einen „weiteren Beleg für
die Verantwortung des BMF für die Finanzkrise in Deutschland. Im
Mittelpunkt steht dabei wieder mal Ministerialdirektor Jörg
Asmussen.“ Albrecht Müller

2004 wurde die Lobbyorganisation True Sale International GmbH (TSI) gegründet.
Das Ziel der Initiative war und ist es, Verbriefungsgeschäfte * und
Co. in Deutschland zu fördern und zu etablieren. Also genau das,
was die US-Finanzkrise -nach Deutschland getragen hat.

Die Gesellschafter und Partner der TSI sind die Creme de la Creme der deutschen Kapitalbranche.
Besonders auffällig: Zwei Landesbanken, die Bayern LB und der West
LB, sind beteiligt - genau die beiden Landesbanken, welche besonders
von der Finanzkrise betroffen sind.
risikocontrolling
Die KfW ist natürlich auch dabei. Und jetzt erklären die
Verantwortlichen, dass sie von den Verbriefungsgeschäften
eigentlich nichts gewusst haben wollen!

Ein Mitglied der TSI ist übrigens die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die ja bis vor kurzem
jahrelang die Berichte der IKB als völlig in Ordnung abgezeichnet
hatte.

Nun wird es richtig interessant:
Auf der Website der TSI kann man eine Briefesammlung [PDF - 1.8 MB]
von 2006 abrufen, in der die TSI und der BDI gemeinsam Finanzminister
der Länder, Staatsekretäre des Bundes und diverse
Bundestagsabgeordnete (außer Linke) mit der Bitte anschreiben,
Verbriefungsgeschäfte doch von der Gewerbesteuer zu befreien.

Tja, und was schreibt Ministerialdirektor Asmussen denn in seinem Aufsatz von 2006, der schon auf den NDS thematisiert wurde:

Auch das BMF wird nach der für 2007 geplanten
Unternehmenssteuerreform erneut prüfen, ob eine Änderung der
Rechtslage (Erweiterung der in § 19 Abs. 3
Gewerbesteuerdurchführungsverordnung in 2003 neu eingeführten
Regelungen für Bankkredite auf andere Finanzierungen –
insbesondere jedoch auf die Verbriefung von Mezzanine-Kapital)
erforderlich und machbar sein wird.

Ein Blick
ins Gesetz zeigt, dass sich § 19 tatsächlich um
Gewerbesteuerbefreiungen dreht. So viel Gehorsam seitens der Politik
gegenüber der Finanzindustrie ist bemerkenswert. Das kann aber
einen nicht überraschen, wenn man perplex feststellen muss, dass
Asmussen Mitglied im Gesellschafterbeirat der TSI ist...


via NachDenkSeiten

(+ eigene Links)

* Schöne Erklärung auch hier--> gehe zu Lesezeichen: Verbriefungsverfahren
Im Übrigen: Casinokapitalismus: Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus
Hauke Fürstenwerth, Geld arbeitet nicht - wer bestimmt über Geld, Wirtschaft und Politik?

Archäologie XXI - 4. April 1968

Forty years ago today, Reverend Martin Luther King Jr. was tragically
shot and killed at the Lorraine Motel in Memphis. King was in
Memphis to lead that city's 1300 sanitation workers in a strike,
eventually settled in favor of the workers, over the right to
unionize. In the aftermath of the assassination, riots erupted in
over 100 cities though somehow not in King's hometown of Atlanta.
This page features a sampling of how the streets of Chicago looked after two days of tumult. In 1991, the former Lorraine Motel was converted to the National Civil Rights Museum.

via WFMU


Faust II revisited

Allüberall wird heuer festgestellt, dass Goethes Faust deshalb aktuell ist, weil erstmals 1808 zu Ostern – im Rahmen der Gesamtausgabe – erschienen. So rankt sich manches um das Ostermotiv : sehr schwurbelig in der ZEIT mit Frau von Thadden, klarer schon bei Seibt in der SZ, aber weshalb es wirklich lohnen könnte, gerade jetzt im "Faust" zu lesen, bleibt dabei eher verborgen:
Interessanter als die allzumenschliche Streberei ist Goethes im Faust II poetisch entfaltete Theorie gesellschaftlicher Entwicklung: Nachdem Faust und Mephisto die kleine Welt (und das doofe Gretchen) hinter sich gelassen haben, geht es um Einsichten in den Verlauf der Geschichte (u. a. der Finanzmärkte!) … ---- die viel aktueller sind, als die Schreiberlinge des bundesdeutschen Feuilletons, die offenbar so weit weg sitzen von der Wirtschaftsredaktion, zu erkennen vermögen. Im „Faust“ findet sich eine Erklärung für den aktuellen Crash, der nicht so genannt, nur umschrieben werden darf …
Goethe lesen!

kaiser
Ich grüße die Getreuen, Lieben,
Versammelt aus der Näh' und Weite; -
Den Weisen seh' ich mir zur Seite,
Allein wo ist der Narr geblieben?

junker
Gleich hinter deiner Mantelschleppe
Stürzt' er zusammen auf der Treppe,
Man trug hinweg das Fettgewicht,
Tot oder trunken? weiß man nicht.

zweiter junker
Sogleich mit wunderbarer Schnelle
Drängt sich ein andrer an die Stelle.
Gar köstlich ist er aufgeputzt,
Doch fratzenhaft, daß jeder stutzt;
Die Wache hält ihm an der Schwelle
Kreuzweis die Hellebarden vor -
Da ist er doch, der kühne Tor!

mephistopheles
Was ist verwünscht und stets willkommen?
Was ist ersehnt und stets verjagt?
Was immerfort in Schutz genommen?
Was hart gescholten und verklagt?
Wen darfst du nicht herbeiberufen?
Wen höret jeder gern genannt?
Was naht sich deines Thrones Stufen?
Was hat sich selbst hinweggebannt?

kaiser
Für diesmal spare deine Worte!
Hier sind die Rätsel nicht am Orte,
Das ist die Sache dieser Herrn. -
Da löse du! das hört' ich gern.
Mein alter Narr ging, fürcht' ich, weit ins Weite;
Nimm seinen Platz und komm an meine Seite.

gemurmel der menge
Ein neuer Narr - Zu neuer Pein -
Wo kommt er her? - Wie kam er ein? -
Der alte fiel - Der hat vertan -
Es war ein Faß - Nun ist's ein Span -

kaiser
Und also, ihr Getreuen, Lieben,
Willkommen aus der Näh' und Ferne!
Ihr sammelt euch mit günstigem Sterne,
Da droben ist uns Glück und Heil geschrieben.
Doch sagt, warum in diesen Tagen,
Wo wir der Sorgen uns entschlagen,
Schönbärte mummenschänzlich tragen
Und Heitres nur genießen wollten,
Warum wir uns ratschlagend quälen sollten?
Doch weil ihr meint, es ging' nicht anders an,
Geschehen ist's, so sei's getan.



schatzmeister
Wer wird auf Bundsgenossen pochen!
Subsidien, die man uns versprochen,
Wie Röhrenwasser bleiben aus.
Auch, Herr, in deinen weiten Staaten
An wen ist der Besitz geraten?
Wohin man kommt, da hält ein Neuer Haus,
Und unabhängig will er leben,
Zusehen muß man, wie er's treibt;
Wir haben so viel Rechte hingegeben,
Daß uns auf nichts ein Recht mehr übrigbleibt.
Auch auf Parteien, wie sie heißen,
Ist heutzutage kein Verlaß;
Sie mögen schelten oder preisen,
Gleichgültig wurden Lieb' und Haß.
Die Ghibellinen wie die Guelfen
Verbergen sich, um auszuruhn;
Wer jetzt will seinem Nachbar helfen?
Ein jeder hat für sich zu tun.
Die Goldespforten sind verrammelt,
Ein jeder kratzt und scharrt und sammelt,
Und unsre Kassen bleiben leer.



kaiser
Sag, weißt du Narr nicht auch noch eine Not?



mephistopheles
Wo fehlt's nicht irgendwo auf dieser Welt?
Dem dies, dem das, hier aber fehlt das Geld.
Vom Estrich zwar ist es nicht aufzuraffen;
Doch Weisheit weiß das Tiefste herzuschaffen.
In Bergesadern, Mauergründen
Ist Gold gemünzt und ungemünzt zu finden,
Und fragt ihr mich, wer es zutage schafft:
Begabten Manns Natur- und Geisteskraft.

mephistopheles
Daran erkenn' ich den gelehrten Herrn!
Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern,
Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar,
Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr,
Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht,
Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht.

kaiser
Dadurch sind unsre Mängel nicht erledigt,
Was willst du jetzt mit deiner Fastenpredigt?
Ich habe satt das ewige Wie und Wenn;
Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn.

mephistopheles
Ich schaffe, was ihr wollt, und schaffe mehr;
Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer;
Es liegt schon da, doch um es zu erlangen,
Das ist die Kunst, wer weiß es anzufangen?
Bedenkt doch nur: in jenen Schreckensläuften,
Wo Menschenfluten Land und Volk ersäuften,
Wie der und der, so sehr es ihn erschreckte,
Sein Liebstes da- und dortwohin versteckte.
So war's von je in mächtiger Römer Zeit,
Und so fortan, bis gestern, ja bis heut.
Das alles liegt im Boden still begraben,
Der Boden ist des Kaisers, der soll's haben.
…..

157864-featInzwischen – während des „Heiteren Fests“ - sind aus der blinden Bereitschaft des Kaisers und seines Hofes, das müßige Leben weiterzuführen und auf Schein-Reichtümer zu bauen, auf Mephistos Initiative, aber doch nur im Sinne des Hofes die praktischen Konsequenzen gezogen worden.
Der Schatz, den der Kaiser noch vor dem Mummenschanz sofort ausgraben wollte, ist schon gehoben: Es ist das Papiergeld. Das Papiergeld, das als allgemeines Äquivalent schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist, beginnt seinen Siegeszug als Mittel des kapitalistischen Kredits mit John Law zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die Bedeutung des Kredits für die Ankurbelung der kapitalistischen Wirtschaft und damit den positiven Zusammenhang zwischen Papiergeld und sich entwickeln dem Kapitalismus wird Goethe kaum durchschaut haben. Er sieht in der Zeit der Französischen Revolution nur die viel auffälligeren Gefahren des Kreditsystems (Inflation, Spekulation), nicht auch dessen belebende ökonomische Wirkung und begreift deshalb - gemäß seinen Erfahrungen - das Papiergeld in erster Linie als Mittel des Parasitentums. In diesem Verständnis geht es in den »Faust« ein. Wenn Mephisto das Papiergeld erfindet, so führt er nicht etwas am Kaiserhof Fremdes ein, sondern gibt ihm ein Mittel zum parasitären Genuss an die Hand, das seinem Wesen gemäß ist. Das Papiergeld bescheinigt hier einen Wert, der nicht erarbeitet, also gar nicht vorhanden ist. Es verlängert das müßige Leben des Kaiserhofs, ohne dass jemals die Absicht bestünde, dem Vorschuss tatsächliche Arbeit folgen zu lassen.
In der Fastnacht hat der Kaiser - so erfahren wir jetzt - als großer Pan im Vertrauen darauf, dass im Boden seines Reiches Schätze verborgen liegen, die man nur auszugraben braucht, durch seine Unterschrift den Wert dieser Schätze auf ein Blatt Papier übertragen und damit »alles Weh in Wohl verwandelt« (6056). Das »schicksalschwere Blatt« (6055) wurde noch in der Nacht »durch Tausendkünstler schnell vertausendfacht« (6072) und zur Begleichung ausstehender Zahlungen unter die Leute gebracht. Und schon herrscht, wie die Minister freudig meinen, überall im Lande eine neue Prosperität.
(Heinz Hamm: Goethes Faust – Werkgeschichte und Textanalyse, Berlin (Volk und Wissen) 1977, S. 165 ff.)

Lustgarten


kaiser
Welch gut Geschick hat dich hieher gebracht,
Unmittelbar aus Tausend Einer Nacht?
Gleichst du an Fruchtbarkeit Scheherazaden,
Versichr' ich dich der höchsten aller Gnaden.
Sei stets bereit, wenn eure Tageswelt,
Wie's oft geschieht, mir widerlichst mißfällt.

marschalk
Durchlauchtigster, ich dacht' in meinem Leben
Vom schönsten Glück Verkündung nicht zu geben
Als diese, die mich hoch beglückt,
In deiner Gegenwart entzückt:
Rechnung für Rechnung ist berichtigt,
Die Wucherklauen sind beschwichtigt,
Los bin ich solcher Höllenpein;
Im Himmel kann's nicht heitrer sein.

heermeister
Abschläglich ist der Sold entrichtet,
Das ganze Heer aufs neu' verpflichtet,
Der Landsknecht fühlt sich frisches Blut,
Und Wirt und Dirnen haben's gut.

kaiser
Wie atmet eure Brust erweitert!
Das faltige Gesicht erheitert!
Wie eilig tretet ihr heran!

schatzmeister
Befrage diese, die das Werk getan.

faust
Dem Kanzler ziemt's, die Sache vorzutragen.

kanzler
Beglückt genug in meinen alten Tagen. -
So hört und schaut das schicksalschwere Blatt,
Das alles Weh in Wohl verwandelt hat.
"Zu wissen sei es jedem, der's begehrt:
Der Zettel hier ist tausend Kronen wert.
Ihm liegt gesichert, als gewisses Pfand,
Unzahl vergrabnen Guts im Kaiserland.
Nun ist gesorgt, damit der reiche Schatz,
Sogleich gehoben, diene zum Ersatz."

kaiser
Ich ahne Frevel, ungeheuren Trug!
Wer fälschte hier des Kaisers Namenszug?
Ist solch Verbrechen ungestraft geblieben?

schatzmeister
Erinnre dich! hast selbst es unterschrieben;
Erst heute nacht. Du standst als großer Pan,
Der Kanzler sprach mit uns zu dir heran:
"Gewähre dir das hohe Festvergnügen,
Des Volkes Heil, mit wenig Federzügen."
Du zogst sie rein, dann ward's in dieser Nacht
Durch Tausendkünstler schnell vertausendfacht.
Damit die Wohltat allen gleich gedeihe,
So stempelten wir gleich die ganze Reihe,
Zehn, Dreißig, Funfzig, Hundert sind parat.
Ihr denkt euch nicht, wie wohl's dem Volke tat.
Seht eure Stadt, sonst halb im Tod verschimmelt,
Wie alles lebt und lustgenießend wimmelt!
Obschon dein Name längst die Welt beglückt,
Man hat ihn nie so freundlich angeblickt.
Das Alphabet ist nun erst überzählig,
In diesem Zeichen wird nun jeder selig.

kaiser
Und meinen Leuten gilt's für gutes Gold?
Dem Heer, dem Hofe gnügt's zu vollem Sold?
So sehr mich's wundert, muß ich's gelten lassen.

marschalk
Unmöglich wär's, die Flüchtigen einzufassen;
Mit Blitzeswink zerstreute sich's im Lauf.
Die Wechslerbänke stehen sperrig auf:
Man honoriert daselbst ein jedes Blatt
Durch Gold und Silber, freilich mit Rabatt.
Nun geht's von da zum Fleischer, Bäcker, Schenken;
Die halbe Welt scheint nur an Schmaus zu denken,
Wenn sich die andre neu in Kleidern bläht.
Der Krämer schneidet aus, der Schneider näht.
Bei "Hoch dem Kaiser!" sprudelt's in den Kellern,
Dort kocht's und brät's und klappert mit den Tellern.

mephistopheles
Wer die Terrassen einsam abspaziert,
Gewahrt die Schönste, herrlich aufgeziert,
Ein Aug' verdeckt vom stolzen Pfauenwedel,
Sie schmunzelt uns und blickt nach solcher Schedel;
Und hurt'ger als durch Witz und Redekunst
Vermittelt sich die reichste Liebesgunst.
Man wird sich nicht mit Börs' und Beutel plagen,
Ein Blättchen ist im Busen leicht zu tragen,
Mit Liebesbrieflein paart's bequem sich hier.
Der Priester trägt's andächtig im Brevier,
Und der Soldat, um rascher sich zu wenden,
Erleichtert schnell den Gürtel seiner Lenden.
Die Majestät verzeihe, wenn ins Kleine
Das hohe Werk ich zu erniedern scheine.

faust
Das übermaß der Schätze, das, erstarrt,
In deinen Landen tief im Boden harrt,
Liegt ungenutzt. Der weiteste Gedanke
Ist solchen Reichtums kümmerlichste Schranke;
Die Phantasie, in ihrem höchsten Flug,
Sie strengt sich an und tut sich nie genug.
Doch fassen Geister, würdig, tief zu schauen,
Zum Grenzenlosen grenzenlos Vertrauen.

mephistopheles
Ein solch Papier, an Gold und Perlen Statt,
Ist so bequem, man weiß doch, was man hat;
Man braucht nicht erst zu markten, noch zu tauschen,
Kann sich nach Lust in Lieb' und Wein berauschen.
Will man Metall, ein Wechsler ist bereit,
Und fehlt es da, so gräbt man eine Zeit.
Pokal und Kette wird verauktioniert,
Und das Papier, sogleich amortisiert,
Beschämt den Zweifler, der uns frech verhöhnt.
Man will nichts anders, ist daran gewöhnt.
So bleibt von nun an allen Kaiserlanden
An Kleinod, Gold, Papier genug vorhanden.


07_cover_mSchon deutlich, dass man schon 1808, spätestens aber nach einer genaueren Analyse des so genannten "fiktiven Kapitals" aus dem späteren 19. Jahrhundert wissen konnte, dass das Drucken von Papier nur bei einigen wenigen Reichtum zu erzeugen vermag- und dass man Mephistos Ironie verstehen können muss, sonst fällt man auf ihn als Anlageberater herein - wie der Kaiser, der ja eigentlich eher der Realökonomie vertrauen möchte ... aber nichts weiß; - wie die Kanzleramtsökonomen einschließlich des unglaublichen Ackermann heute.

Archäologie XVII - 16. März 1968

My_Lai_massacre

Am Morgen des 16. März 1968, gegen acht Uhr Ortszeit, werden mehrere Kompanien der US-Sondereinheit Task Force Barker auf dem Gebiet des Gemeindeverbandes My Lai abgesetzt, um dieses Terrain in der mittelvietnamesischen Küstenprovinz Quang Ngai zu durchkämmen. Man vermutet dort ein Aufklärungsbataillon der Nationalen Befreiungsfront (FLN), im Westen seinerzeit "Vietcong" (VC), von den amerikanischen Frontsoldaten "Charly" genannt.

Als die Helikopter knapp drei Stunden später, gegen elf Uhr, zurückkehren, um die Männer abzuholen, ist Son My ausradiert. Etwa 500 Tote liegen in Wassergräben und Reisfeldern, auf Feldwegen oder im Dorf selbst - Frauen und Kinder, Männer mittleren Alters, Greise und Säuglinge. Die C-Kompanie unter dem Kommando des Leutnants William Calley hat keinen Vietcong aufgespürt, keine Waffen gefunden, keine Verluste erlitten, keine Gefangenen gemacht, aber einige tausend Schuss abgefeuert.

Ronald Haeberle, Fotograf für die Armeezeitung Stars & Stripes, ist von Anfang an dabei. Was er sieht, wird ihn nicht wieder loslassen, er wird seinen Job aufgeben und ein Jahr danach über diese drei Stunden schreiben, er habe es als Soldat nicht fertiggebracht, seine Kameraden beim Töten zu fotografieren. "Ich fotografierte nur ihre Opfer."

Haeberle wird zum Chronisten des Grauens, er wird es auch wegen der knappen Kommentare, mit denen er seine Bilder versieht. Wer das Massaker nacherleben, wer es rekonstruieren will, muss sich daran halten. In Haeberles Bildlegenden ist zu lesen: "Frauen und Kinder werden zusammengetrieben. In Todesangst sehen sie, dass die Soldaten ihre Gewehre auf sie richten." - "Um das Feuer anzufachen, wirft ein Soldat Strohmatten, die zum Trocknen von Reis benutzt werden, über die Toten." - "Der Körper vor dem brennenden Haus zuckt noch. Ein GI sagt mir, er sehe seither Gespenster."

Als Haeberle ein Jahr nach dem Massaker, inzwischen aus der Armee entlassen, öffentliche Vorträge hält und dabei Bilder aus My Lai zeigt, die bis dahin niemand außer ihm gesehen hat, hört er den Vorwurf, Handlanger des Vietcong zu sein und Fälschungen zu verbreiten. Doch beschreibt Ron Ridenhour - als Soldat 1968 in Mittelvietnam stationiert - zur gleichen Zeit in ungezählten Briefen und Petitionen an Kongressabgeordnete, Senatoren und Journalisten immer wieder, was ihm Calleys Männer über den 16. März 1968 erzählt haben - bis auch die Army einräumt, dass an jenem Tag "die Dinge etwas aus dem Ruder gelaufen sind". Sie ringt sich zu halbherzigen und zähen Recherchen durch, bei denen zu guter Letzt ein Einzeltäter übrig bleibt: Leutnant William Calley, kein monströser Killer, sondern ein überforderter junger Offizier, wie es heißt, dem einfach die Sicherungen durchgebrannt seien und mit ihm den Soldaten der C-Kompanie. Vorsätzliche Tötung gewiss, aber kein Mord, werden später beim Calley-Prozess die Richter sagen

"Wir hatten einen Weg gefunden, wie wir uns keine Vorwürfe zu machen brauchten", räsoniert Captain Willard in Francis Coppolas Vietnam-Film Apocalypse Now über den Umgang mit Zivilisten in Vietcong-Gebiet, "wir zerhackten sie mit Maschinengewehren in zwei Hälften und legten ihnen dann einen Verband an."

...
Hier weiterlesen:
Lutz Herden: Ausflug nach Pinkville - MY LAI 1968 * US-Truppen säubern in Südvietnam ein Vietcong-Gebiet
democracy_vietnam_mylai03

Vgl. auch: Über My Lai und besondere Morde im Krieg


Erich Fried
Antiquitätenladen in Saigon


Durchbrochene Elfenbeinkugeln
geschnitzt noch im alten Annam
umschließen kleinere Kugeln
die wieder Kugeln umschließen
alle vielfach durchbrochen
und frei beweglich
ineinander geschnitten
in mühsamer Arbeit
aus einem Stück
ohne erkennbaren Zweck
Auch der Krieg in Vietnam
ist vielfach durchbrochen
und durch die Löcher
bestaunt man kleinere Kriege
umschlossen vom großen
im Inneren frei beweglich
und hört sie rasseln
alle von Menschenhänden
in mühsamer Arbeit geschnitten
aus einem Stück

....
Sie berechnen die Masse des Nichts den Kurswert der Explosionen und die Halbierungsperiode der Intelligenz und die Transformationen von Menschen in strahlenden Staub zur Erhaltung der Energie der bestehenden Ordnung ...
Erich-Fried

Bodycount

Schon über 60 Tote beim aktuellen Militäreinsatz der israelischen Armee in Gaza. Das ist ganz und gar nicht schön.
„Schlimmer als der Holocaust“, sagt Mahmoud Abbas und hat damit vollkommen Recht, wenn man wie er davon ausgeht, dass der Holocaust gar nicht stattgefunden hat.
„Es handele sich um die höchste Opferzahl bei einem israelischen Militäreinsatz seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967“, stellt die EU-Ratspräsidentschaft erschrocken fest.
Und tatsächlich: Noch mal so viele Tote, und das
Massaker“ erreicht die Ausmaße des von der Hamas initiierten „Bruderkampfes“ vor knapp einem Jahr in Gaza, als sich Palästinenser gegenseitig abknallten.

Seitdem herrscht die Hamas über Gaza. Täglich wird von dort aus die israelische Zivilbevölkerung beschossen. Und in Israel wird seit Jahr und Tag darüber diskutiert, wie man darauf reagieren solle. Erste Option: militärisch eingreifen oder, zweite Option: den Forderungen der Gaza-Palästinenser entgegenkommen?
Letzteres ist gar nicht so einfach, weil keine Forderungen bekannt sind.
„Ende der Besatzung“? Gibt es schon seit drei Jahren. Und eine Öffnung der Grenzen kann ja wohl kaum eine Forderung der Palästinenser sein, wenn ihr Hauptziel ein souveräner eigener Staat ist. Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Raketenangriffe auf israelische Bürger hatten und haben nur einen Sinn: Die israelische Armee zum Eingreifen zu zwingen. Also bitte, Ziel erreicht. Israel hat sich letztlich doch für die zweite Option entschieden.

Quelle: Planet Hop
vom 2. März 2008

2 Tipps

1. Open Source Jahrbuch 2008 kostenlos downloaden
Die Technische Universität Berlin hat das neue Nachschlagewerk "Open Source Jahrbuch 2008" zum kostenlosen Download ins Netz gestellt. Unter dem Motto "Zwischen freier Software und Gesellschaftsmodell" haben die Fach-Autoren wieder interessante Kapitel zu den ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten des Phänomens Open Source und freier Content verfasst.

2. Am 26. Februar diskutierten in der Reihe SWR2-Forum Otto Depenheuer, Reinhard Merkel und Herbert Prantl das Thema "Werden die Grundrechte ausgehölt?"(mp3).
Ich bewundere Herrn Prantl dafür sehr, dass er bei den Ausführungen von Herrn Depenheuer die Contenance waren konnte. Mir hat es teilweise bei dessen Äußerungen kalte Schauer über den Rücken gejagt. So weit sind wir also schon wieder? Unbedingt anhören, diese Diskussion hilft beim Aufwachen und beim Sinne schärfen.

via Interessante Zeiten

Subprime in a nutshell

subprime

via NachDenkSeiten

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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