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Gotenhafen revisited - ein Seelischer Stunt

Vorbemerkung: Aus aktuellem Anlass wird hier ein Eintrag vom 6.4.07 wiederverwertet. Die Lohnschreiber verwerten ja auch ihre Wiederverwertung der ZDF-Pressemappen anlässlich der Ausstrahlung wieder! Dass sich seitdem nichts geändert hat (wie auch?), beweist Grimm heute: Es war die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte und lange Zeit eine kaum vernarbte Wunde in der Seele der Deutschen, ein deutsches Trauma, das bisher erst einmal verfilmt wurde („Nacht fiel über Gotenhafen“ von 1959) und dann 2002 wieder ans Licht geholt wurde durch Günter Grass’ Novelle „Im Krebsgang“. Sein Buch löste damals eine überfällige Debatte über Deutsche als Opfer des selbstverschuldeten Krieges aus.
Die „Gustloff“ – das war ein Sehnsuchtsort für Tausende. „Gustloff“ hieß: Die letzte Chance auf Rettung. Ein großer Film hätte das werden können. Doch Regisseur Joseph Vilsmaier, sonst ausgewiesener Fachmann für die Kriegszeit – von „Rama Dama“ (1991) bis zu „Stalingrad“ (1993) und „Der letzte Zug“ (2006) –, lässt die Chance aus, das Schiff als mystischen Ort zu inszenieren, als Ziel von verzweifelten Hoffnungen. Es liegt einfach im Hafen, von der ersten Filmminute an.
Schiff als mystischer Ort kommt gut, einfach im Hafen liegen ist doof = Filmkritik. Seinerzeit also schrieb ich:

Gerade bricht die Gräfin auf dem Eis ein (Tabu) und ich denk noch, Ferch spielt den Kapitän der Wilhelm Gustloff, da wird schon wieder endlich ein Tabu gebrochen und

Valerie Niehaus spielt die Marinehelferin Erika Galetschky, Kai Wiesinger den „Gustloff“-Kapitän Hellmut Kehding. (HAZ, 04.04.07)
Gotenhafen-revisited

Und Herr Grimm von der HAZ wird langsam zum Lordsiegelbewahrer des neudeutschen Tabubruchs (oder auch zum Herrn der Minen*):

„Flucht und Vertreibung“ (so der von der ARD ursprünglich geplante Titel) – das ist politisch vermintes Gelände, noch immer. ... (Grimm in der HAZ am 28.02.07)

Jahrzehntelang war das Drama nicht nur „politisch brisant“, wie ZDF-Redakteur Klaus Bassiner sagt. Es war politisch vermint. (Grimm in der HAZ am 04.04.07)

gotenhafen_hdg
(Langsam schwant mir auch, wer die Minenleger gewesen sein müssen: Wenn Wisbar Nacht fiel über Gotenhafen 1959 drehen und 1960 aufführen konnte, muss das ja in den 60ern passiert sein ... Und seitdem war alles tabuisiert, was deutsches Leid thematisieren wollte: Keine Flakhelfer-Kurzgeschichten von Böll, keine Borchert-Schmonzetten in deutschen Lesebüchern mehr!?** - Nur gut, dass die Vertriebenenverbände über all die Jahre gerettet werden konnten!)

Nun weiß Grimm aber ganz viel über das Projekt, u.a. dass Heinz Schön, der live dabei war und schon Wisbar beraten hat (seitdem gilt der heute 81-Jährige als „Lordsiegelbewahrer der ,Gustloff‘-Geschichte“...), auch diesmal wieder - den Drehbuchautor Rainer Berg - inspirierend tätig war:
„Wir haben viele Tage und Nächte zusammengesessen“, sagt Berg. Die „Gustloff“ sei „der Untergang eines Traumschiffes als Sinnbild für den Untergang des Dritten Reiches“.
Wollen wir an diesen Satz mal ran? Da hat offenbar der alte KdF-Siegelbewahrer dem Berg so zugesetzt, dass ihm Satzbau und alle Metaphern verrutscht sind. Oder- fast wahrscheinlicher - die Tabubrecher denken so:
Einen der Kapitäne, Hellmut Kehding, spielt Wiesinger. „Das ist schon sehr starker Tobak“, sagt der 40-jährige Hannoveraner. „Es gibt Rollen, die spielen sich von alleine. Das ist hier anders.“ „Meine Großmutter hat sich mit meiner Mutter im Arm aus einem unter Beschuss stehenden Zug in den Wald gerettet“, erzählt Valerie Niehaus. „Wir alle haben diese Geschichten in unseren Seelen. Und wir dürfen und müssen uns damit beschäftigen.“ Ein „seelischer Stunt“ sei dieser Film. „Hier geht es um Herz und Mut.“

Stunt kommt aus dem Englischen und heißt soviel wie „besonders geschicktes oder gewagtes Kunststück“. Das Wort ist jedoch schon sehr eingedeutscht und wird vorrangig im Bezug auf Filmaufnahmen verwendet, bei denen die gefährlichen Szenen, die den Stars nicht zugemutet werden sollen, durch Stuntmen oder Stuntwomen erledigt werden.
Es gibt viele verschiedene Arten von Stunts. Die häufigsten sind:
* Stürze, z. B. von Treppen oder Gebäuden
* Sprünge z. B. aus Fenstern
* Inszenierte Kämpfe, auch mit (Schuss-) Waffen...
* Stunts mit Fahrzeugen z. B. Unfälle, Trickfahren
Die Stuntfirmen bieten meist komplette Leistungen an, als sogenannte 2nd Unit (Second Unit).


Seelischer Stunt, Herz und Mut ... so redet sie und so glotzt sie auch, die deutsche Marinehelferin von der Second Unit der Ufa ("inspiring people")

Nachträge:

* Bei "Minen" fällt mir immer Boris Vians "Die Ameisen" ein:
Ich stehe immer noch auf der Mine. Heute morgen sind wir auf Patrouille gegangen, und wie immer ging ich als letzter, sie sind alle daran vorbei gelaufen, aber ich habe das Klicken unter meinem Fuß gehört und bin sofort stehengeblieben. Die Dinger gehen erst los, wenn man seinen Fuß wegnimmt. Ich habe den anderen zugeworfen, was ich einstecken hatte und habe ihnen gesagt, sie sollen weggehen. Ich bin ganz allein. Ich soll warten, bis sie wiederkommen, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollen nicht wiederkommen, und ich könnte versuchen, mich flach auf den Bauch zu werfen, aber ich habe Angst, dann vielleicht ohne Beine leben zu müssen. Ich habe nur mein Notizbuch und den Bleistift behalten. Ich werde sie wegwerfen, bevor ich mich auf das andere Bein stelle, und das muß ich, weil ich den Krieg satt habe und weil mir die Ameisen kommen.
[frz: j' ai les fourmilles = mir schläft (hier: das Bein) ein]
Vian verdient eine eigene Würdigung - hier erstmal dieser Hinweis und der Anfang der Geschichte. Ich kann das nicht genau rekonstruieren, aber vermutlich ist diese Geschichte der eigentliche Auslöser für meine Kriegsdienstverweigerung gewesen. Kennen gelernt habe ich Vian durch Werner Rosenthal, den Vater eines Freundes, der ein großer Kafka-Verehrer war und daher den Wagenbach-Verlag gut kannte; - in den 60er Jahren in Schule und Medien eher ein Tabu, Herr Grimm! Vian ist wohl auch ein gutes Beispiel dafür, dass Krieg literarisch anders zu verarbeiten ist als in deutscher Larmoyanz. Aber vielleicht braucht man dafür auch die Gnade der nicht-deutschen Geburt ...

** Jan Philipp Reemstma hat in einem bemerkenswerten Aufsatz (in einem bemerkenswerten Heft : Mittelweg 36 zum Thema "Aspekte der Nachkriegsliteratur", 1992) am Beispiel von Borcherts "Draußen vor der Tür" die adoleszente Geschwätzigkeit und den Kitsch der deutschen Nachkriegsliteratur nachgewiesen. Hier ein Auszug.

NadelUndHirn weist auf einen interessanten Text hin:
Chotjewitz, Peter O.: Mord als Katharsis, in: Kreuzer, Helmut [Hg.]: Emil Ludwig und Peter O. Chotjewitz: Der Mord in Davos. Texte zum Attentatsfall David Frankfurter, Wilhelm Gustloff, Herbstein 1986, S. 119-209.

Rolf Lyssy hatte schon 1974 in «Konfrontation» anhand von Gerichtsakten den Fall rekonstruiert, der 1936 weit über die Schweizer Grenze hinaus Aufmerksamkeit erregte. Der Rabbinersohn David Frankfurter, der sein in Deutschland begonnenes Medizinstudium an der Universität Bern weiterführt, ist bestürzt über die nationalsozialistische Judenverfolgung. Um ein Zeichen zu setzen, erschiesst er am 4. Februar 1936 in Davos den Leiter der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, Wilhelm Gustloff. Der Prozess in Chur findet unter starkem Druck aus Deutschland statt. Latenter Antisemitismus durchzieht die Verhandlungen, das Gericht lässt weder politische noch psychologische Motive gelten und verurteilt Frankfurter zu 18 Jahren Zuchthaus und anschliessender Landesverweisung. 1945 erfolgt die Begnadigung, danach wandert Frankfurter nach Israel aus, wo er am Schluss des Films interviewt wird. Er bereut nichts.

wilhelmg8 Traumschiff in Gotenhafen



Bei Gotenhafen fällt mir ein, dass Robert Harris in "Vaterland" eine Karte des Großdeutschen Reiches in den Grenzen von 1964 hat (... sollten doch die Krim Gotenland und Sewastopol Theoderichshafen heißen... Das war schon so fertig wie die Nummernschilder der DDR-Kreise sofort nach dem Beitritt!)

Harris hatte die geniale Idee, die Geschichte 1942 anzuhalten und ihr eine andere Wendung zu geben, derzufolge die deutsche Wehrmacht nicht in Stalingrad steckenblieb, sondern bis in den Kaukasus und den Ural weitermarschierte. Dort allerdings wird sie in einen aufreibenden, von den Amerikanern unterstützten Partisanenkampf verwickelt. Die europäischen Länder haben längst ihre Souveränität verloren, und was heute als europäische Idee in langwierigen Verhandlungen nur zäh vorankommt, hat Deutschland unter seiner Vormachtstellung schon längst verwirklicht. Grossdt-Reich-1964Im gesamten Reich ist Deutsch Unterrichtssprache, die Reichsmark ist die Einheitswährung und der Volkswagen das Auto für den kleinen Mann. Das Europaparlament hat seinen Sitz in Berlin, wo Albert Speer seine gigantischen Pläne verwirklicht hat und sich das Empire State Building wie Spielzeug ausnimmt. Der St. Peters-Dom, wird dem staunenden Touristen erzählt, paßt sechzehn Mal in den Dom von Speers Großer Halle. (hier weiter zu dem Roman und der Geschichte seiner (fast nicht) Veröffentlichung)
Nachtrag zu der Karte:
Interessant, dass sie den Balkan fast so abbildet, wie er (jedenfalls was Serbien angeht) bald aussieht!

Was die Öffentlich-Rechtlichen so anbieten:
Reich bebilderte Informationen zur Wilhelm Gustloff und ihrer letzten Reise und ihren Passagieren auf den Seiten von Radio Bremen

Nützliches Wissen III - Geld II

Mittel gegen Depressionen

Hätten die Experten der internationalen Finanzwelt im Juni 2002 den Beitrag des KONKRET-Chefanalysten Stefan Frank gelesen, stünden sie jetzt vielleicht nicht da wie die Kuh, wenn's donnert.

"Amy Wong ist geschockt. Ihr Blick ruht auf der höchsten Kreditkartenabrechnung seit Monaten. "Ich weiß nicht, woran es liegt", stöhnt sie und blickt wieder verstört auf das Blatt. Amerikas Ökonomen freuen sich insgeheim über solche Probleme. Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in ihre Wirtschaft ist zurückgekehrt".

"Handelsblatt", April 2002

"The fundamental business of the country, that is, production and distribution of commodities, is on a sound and prosperous basis".

US-Präsident Herbert Hoover, Oktober 1929

Eine Rezession erkennt man daran, daß der Aufschwung sich ankündigt. Kündigt er sich sehr häufig an, ist es eine sehr schwere Rezession. Weil dann alle deprimiert sind, spricht man auch von einer Depression.

Ein Patient, dem der Arzt sagt, er brauche sich keine Sorgen zu machen, sollte fragen: "Ist es wirklich so ernst?" Doch wenn der Patient unter dem narkotisierenden Einfluß der Wirtschaftspresse steht, fragt er das nicht mehr. "U.S. economy roars ahead at 5,8 % rate." Diese Botschaft stand kürzlich in großen Buchstaben auf der Titelseite einer amerikanischen Tageszeitung. "Roars" klingt wie das Motorengeräusch eines großen Autos, und 5,8 Prozent sind sehr viel.

Käme es in den USA zu einer Depression, wären darüber alle so traurig, daß es in Deutschland gleich auch eine gäbe, vielleicht käme sie sogar bis nach Hannover. Deshalb ist es wichtig, daß "wir alle aufpassen" (Gerhard Schröder) und das verhindern.

Depressionen in den USA bekämpft man am besten, indem man das Borgen von Geld erleichtert. Dr. Greenspan senkt die Zinsen dann in geraden Monaten um 0,25, in ungeraden um 0,5 Prozentpunkte, oder aber je nach Wetter. Für die, denen das noch zu wenig ist, vergißt er dabei nie anzukündigen, daß sie durchaus noch weiter ermäßigt werden können. Im letzten Jahr fielen die Leitzinsen um insgesamt 4,75 Prozentpunkte. Als sie das letzte Mal so niedrig waren, war Kennedy noch nicht tot.

Niedrige Zinsen führen dazu, daß Amerikaner anfangen, Häuser zu kaufen. Deshalb stiegen die Immobilienpreise im vergangenen Jahr um durchschnittlich 5 bis 10 Prozent, in Kalifornien sogar um über 20 Prozent, obwohl dort im Sommer immer der Strom ausfällt. In diesem Jahr werden wohl 6 Millionen Immobilien ihren Besitzer wechseln. Häuser kaufen kann jeder. Dafür gibt es Baufinanzierer: "Bay Area Lending: No verification of your stated income. No verification of your stated assets. First mortgages, no limit." Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! No limit! Um 10 Prozent auf 5,4 Billionen Dollar stieg die Hypothekenschuld der privaten Haushalte im vergangenen Jahr. Damit konnte die Unternehmensverschuldung (5 Billionen Dollar) knapp überflügelt werden.

[...]

Ich sag's doch immer: Jeder (Bank-) Vorstand sollte sich einen guten marxistischen Ökonomen halten ...

Das Bürgertum zerfällt

Mehr als ein Jahrhundert unterstützten die akademischen Eliten verlässlich zunächst liberale, dann konservative Parteien. Der säkulare Wechsel der politischen Einstellung in dieser Klasse kultureller Deuter, die den Zeitgeist prägt, ist eine der folgenreichsten Zäsuren in der Geschichte des deutschen Bürgertums. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass zunächst rot-grüne Mehrheiten entstanden und nun Rot-Rot-Grün eine (mindestens) arithmetische Majorität besitzt. Zugleich hat die politische Neuorientierung eines Teils des Bürgertums wesentlich zum Zerfall des altbürgerlichen Lagers beigetragen.
Auch die Landtagswahlen des Jahres 2008 sind von dem Zerfall des Bürgertums geprägt. In Hessen, Niedersachsen und Hamburg fiel die Distanz zur „bürgerlichen“ CDU in keiner anderen Gruppe derart signifikant groß aus wie bei den Wählern mit Abitur und Hochschulabschluss, vor allem bei solchen weiblichen Geschlechts. Da es sich hier um wesentliche Fermente der Wissensgesellschaft handelt, ist diese Entwicklung für die CDU sehr gefährlich...


Nicht zuletzt deshalb scheint das altbürgerliche Lager aus CDU/CSU und FDP seit einiger Zeit und auf mittlere Sicht - trotz einer leicht besseren Resonanz in der Generation der in den siebziger Jahren Geborenen - auf der nationalen Ebene strukturell mehrheitsunfähig zu sein. Darin mag es begründet sein, dass die Themen dieser Monate nicht aus dem Erzählungsrepertoire der Unionsparteien stammen.
Die Republik diskutiert über den Mindestlohn und die Verlängerung des Arbeitslosengeldes für die Älteren, wettert über die Schere bei den Einkommen, zu hohe Gehälter für Manager und deren Steuerhinterziehung. Ein bürgerlicher Diskurs ist das nicht. Und es fällt schon ins Auge, wie wenig Bundeskanzlerin Merkel, die noch vor vier Jahren mit dem Anspruch durch das Land zog, Werte und Einstellungen prägen zu wollen, in der Lage ist, einer genuin christlich-demokratischen Interpretation des gesellschaftlichen Handlungsbedarfs den Weg zu bahnen. Doch wozu braucht man dann die CDU? Die Antwort kann gewiss nicht allein koalitionspolitisch ausfallen.

Professor Dr. Franz Walter lehrt Politikwissenschaft an der Universität Göttingen, hier via faz.net

- eine der intelligenteren Analysen des status praesens des bundesrepublikanischen Parteiensystems! Lesenswert!

Botschaft des Comandante en Jefe

080219granma
„Es ist meine tiefste Überzeugung, dass die Antworten auf die heutigen Probleme der kubanischen Gesellschaft, die ein durchschnittliches Bildungsniveau von 12 Schuljahren, knapp eine Million Hochschulabgänger und die reale Studienmöglichkeit für alle seine Bürger ohne jegliche Diskriminierung aufweist, mehr Antwortvarianten für jedes konkrete Problem benötigen, als die auf einem Schachbrett enthaltenen. Kein einzelnes Detail kann unberücksichtigt bleiben und es ist kein leichter Weg, wenn die Intelligenz des menschlichen Wesens in einer revolutionären Gesellschaft über seine Instinkte herrschen soll.“

„Es ist meine elementare Pflicht, mich nicht an Ämter zu klammern, und erst recht nicht den Weg für jüngere Menschen zu versperren, sondern Erfahrungen und Ideen beizutragen, dessen bescheidener Wert aus dem außerordentlichen Zeitabschnitt stammen, der meinem Leben entsprach.“
Der vollständige Text hier.
Fidelyoung

Der Springerpresse fiel zur Ankündigung Fidel Castros, von allem Ämtern zurückzutreten, keine sachlichere Schlagzeile ein als "Der brutale Mann aus Kuba" (Welt, 20.2.2008). In KONKRET 08/2006 wagte Sarah Wagenknecht bereits vor Castros Erkrankung ganz nüchtern einen Ausblick auf die Post-Castro-Ära (KONKRET 08/2006).
Aktuell * Hugo Velarde: Erbe eines Mythos - Wollte die kubanische Revolution eine Zukunft haben, müsste sie sich von ihren sakralen Elementen befreien

Propaganda - jetzt: Wahrnehmungsmanagement

"Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag." - Adolf Hitler, „Mein Kampf“ 1943, 851.-855. Aufl., S. 198

Nicht dass ich Frau Wegner und ihre Einlassungen mag, aber wie die Hinrichtung inszeniert wird, ist schon interessant. Man schaue sich den Panorama-Spot genauer an:


... oder wie man von Zumwinkel zum roten Winkel kommt...

Billig ... - in jeder Hinsicht ...

Eine klare Analyse von Georg Fülberth in Konkret 3/08:
Neues Deutschland? - Was die Wahlerfolge der Linkspartei bewirken
.

Update:
Wahrnehmungsmanagement bei Nemeticos Politblog
via Opablog

Menschlichkeit in Zeiten der Cholera




Ein Dokument des allseitigen Versagens, des herrschenden Zynismus und bunzdummer Presse:
Was melden wir denn hier? Dass einer "so einige Ideen" hat? Dass einer gerade noch mit
LTW2008_Grossflaechen_Bildung
eigentlich Verantwortung übernommen hat - für die größte Bratze, die bildungspoltiisch jemals in einer Legislaturperiode in Niedersachsen veranstaltet wurde. Hat man das nicht alles vorher wissen können? Was soll die Rede von Lehrplänen, eines angesichts der KMK-Bildungsstandards und der selbst zu verantwortenden, mit heißer Nadel hingelegten und in jeder Hinsicht unzulänglichen CuVo obsoleten Begriffs (der andererseits die Praxis dessen, was man in den Schulen angerichtet hat, gut beschreibt)? Was soll der anbiedernede, gleichzeitig erbarmungslos deutlich das eigene Unwissen offenbarende Hinweis auf "neue Lernformen", - eine Sau, die bereits jeder durch das Dorf geritten hat ...?

Noch unerträglicher ist der Kommentar eines Herrn Kallmeyer, der das alles hochschreibt. Man müsste ihm das Archiv der HAZ um die Ohren hauen, in dem zu lesen ist, wie er das abfeierte, was er heute als vom gleichen Personal schwer bedenkenswert empfunden wiederum feiert - nur andersrum. Eine Wortkotze ohnegleichen ...:
Der dilettantische Start in das achtjährige Gymnasium sollte eine Lehre sein: Bildung hat zwar viel mit Zahlen zu tun, Erfolg in der Bildung lässt sich aber nicht mit mathematischen Gleichungen erzielen. Erschreckender als die Klage, dass die Kinder im Unterricht überfordert werden, ist die Frage von Eltern, wo zwischen Deutsch, Englisch, Physik und Förderstunden denn die Kindheit bleibe. Kinder müssen jenseits von Klassenzimmern Erfahrungen sammeln können – beim Sport, in Cliquen oder eben auch beim „Rumhängen“ mit Altersgenossen.

Rumhängen mit Altersgenossen kann leicht zu schweren Verletzungen bei Angehörigen des Prekariats führen: aber "voll schwul" ist ja bei Bertelsmann als Stigmatisierung von Losern inzwischen akzeptabel:
7006_Du_bist_Deutschland
Schon egal!! Finden wir "dufte"!

Interessante Anmerkungen zum sozialen Hintergrund der neuen Kampagne zum Diebstahl der Kindheit a. B. Hessen von Frank Hoffmann: Bildung als Hausaufgabe:
Auszug:
... Seit in den zum Abitur führenden Schulen in Hessen flächendeckend die Matura nach 12 und nicht mehr nach 13 Schuljahren abgelegt werden muss, sind Kinder wie Eltern überfordert und verzweifelt. Die zunächst von gar nicht so wenigen Eltern begrüßte verkürzte Schulzeit sorgt in allen Bundesländern, in denen sie eingeführt wurde (so etwa im Bayerischen), für erhebliche Verwerfungen. Wegen jener gerade von Konservativen gepflegten deutschen Ideologie, die Familie sei der Hort der Persönlichkeitsentwicklung, wird die Freizeit der Jugendlichen privat im Familienkreis und in den Vereinen organisiert. Das geht von der Ballettschule bis zu den Roten Falken, vom Sportverein bis zu den Pfadfindern, von den Reitstunden bis zum Konfirmandenunterricht, von der Jugendmusikschule bis zu abendlichem Sprayen von Graffitis. Die oftmals persönlichkeitsprägenden außerschulischen Aktivitäten, die in zivilisierten Ländern wie etwa England oder Frankreich zu einem großen Teil von den Schulen, die dort Ganztagsschulen sind, abgedeckt werden, entfallen nun zugunsten eines beschleunigten Lernens von praxisorientiertem und beruflich verwertbarem Wissen.

In Hessen ist dieses Projekt dermaßen schlampig und überstürzt umgesetzt worden, dass die Wut in der Mitte der Gesellschaft angelangt ist. Eltern, die für ihre Kinder einen ähnlichen Schulabschluss wie den ihren erwartet hatten, müssen plötzlich die Abende mit dem Pauken der in der Schule nur vorgestellten Lernstoffe verbringen. Bei weitem nicht in jeder weiterführenden Schule wird ein finanzierbares Essen angeboten, das diesen Namen verdiente, teure Klaviere bleiben unbespielt, das Ballettröckchen hängt nur noch im Schrank. Kurz: Das Handtuch brennt im hessischen Reihenhäuschen.

Die Verantwortung, Lernziele auch zu erreichen, bleibt bei den Familien. Ganz im Sinne der oben erwähnten deutschen Ideologie. Es sind nicht die Schulen, die dafür zu sorgen haben, dass das von ihnen geforderte Programm auch erfüllt wird, sondern die Eltern und Familien. Und da Familien in den hessischen Großstädten inzwischen eine eher verschwindende Minderheit sind, liegt diese neue Verantwortung für einen höheren Bildungsabschluss vor allem bei der allein erziehenden Frau. Dass sie das verstanden haben, ließen vor allem die weiblichen Wähler die Kultusministerin wissen.

Die Niedersächsin braucht da etwas länger, so kann sich hier der Ministerpräsident selbst an die Spitze der Bewegung stellen, bevor ihm die Klientel der bildungsnahen Modernisierungsgewinner wegläuft, weil sie merkt, dass für eigenen Kinder nicht mehr viel drin ist. Wann merken die, dass nur die wenigsten derer, die jetzt zum Abitur getreten werden, nach dem Bachelor nicht auch noch den Master machen dürfen ... Auch dazu: Frank Hoffmann im Freitag!

Wahl-Mathematik

Ein Vergleich der Ergebnisse der bisher üblichen Zählweise mit denen auf der Grundlage aller Wahl-Berechtigten, also auch der Nichtwahlwilligen oder -fähigen (in Klammern die offiziellen, amtlichen Zahlen):

Hessen:
CDU 23,7 (36,8); SPD 23,6 (36,7); FDP 6,1 (9,4); Grüne 4,8 (7,5); Linke 3,3 (5,1); Sonstige 2,8 (4,4); Nichtwähler 35,7 (0,0) Prozent.

Niedersachsen:
CDU 24,2 (42,5); SPD 17,3 (30,3); FDP 4,7 (8,2); Grüne 4,6 (8,0); Linke 4,0 (7,1); Sonstige 2,2 (3,9); Nichtwähler 43,0 (0,0) Prozent.


NachDenkSeiten

Auch farbig zu haben:
niedersachsen_2008
Interessante Zeiten!

Guten Tag

Hier ein paar Informationen über "Rußland". Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

Gert Meyer

Rußland: Ergebnisse der gesellschaftlichen Transformation. 30 Tabellen

via Georg Fülberth in KONKRET 2/2008

Robustest möglicher Schwachsinn // geändert in: Pack

FAZ-Mitherausgeber
Schirrmacher: Jugendkriminalität und muslimischer Fundamentalismus
sei potentiell wie Nationalsozialismus

Die feine,
großbürgerliche FAZ begibt sich auf BILD-Niveau und
schürt Ängste und Agressionen gegen Ausländer. Unter der
Überschrift „Junge Männer auf Feindfahrt“
attackiert Frank Schirrmacher die „deutschfeindlichen
Äußerungen“ ausländischer Schläger und baut
feuilletonistisch ziseliert selbst ein unglaubliches Feindbild auf: Er
stellt „Jugendkriminalität mit muslimischem Fundamentalismus
vermischt“ auf eine Stufe mit dem staatlich organisierten
Massenmord Hitlers.
Mehr…

via nachdenkseiten


Update 23.01.:
Dazu sehr schön Herr Gremliza im Februar-Heft von konkret:
... Wer kein Rassist im engeren Sinn ist und also die Türken nicht prinzipiell für einen Volksstamm hält, dessen Blagen sich die Zeit am liebsten mit Totschlägerei vertreiben, sah sich vor die Frage gestellt, wo anders die Ursache der Gewalttaten von Jugendlichen »mit migrantischem Hintergrund« liegen könnte. Die allzu beliebte Übung, dieses Übel wie alle auf den Islam zu schieben, kollidierte leider mit der Nachricht, daß in Istanbul die Jugendkriminalität weit geringer ausfallt als in New York, London, Paris oder Berlin. Oft zwar leistet, hier wie dort, zu diesem und jenem, Religion ihren unseligen Beitrag, der Grund allein aber ist sie für so gut wie gar nichts. Marx behält recht mit dem Satz vom bestimmten Bewußtsein (das seinerseits auf das Sein zurückwirkt, wenn das arme Schwein Trost in einer Religion sucht, die ihn zur krummen Sau weiterbildet, korrekt?).
Vergessen wir mal eben Allah und die Seinen und schauen statt auf den türkischen Deutschen auf den amerikanischen Schwarzen. In den Gefängnissen der USA saßen im letzten Jahr 2.385.213 Menschen. Nur vierzig Prozent von ihnen waren Weiße. Von 100.000 männlichen Weißen waren 487 in Haft, von 100.000 Schwarzen 3.042. Wer nun die Ansicht, daß der Neger eben nicht nur gern »schnackselt« (Gloria von Thum und Taxis), sondern auch gern mördelt, nicht teilen mag, wird sich die Verhältnisse ansehen, unter denen Schwarze in ihren Gettos aufwachsen, arbeits-, obdach-, bildungs-, hoffnungslos, direkt vis-a- vis einem ebenso ungeheueren wie für immer unerreichbaren Reichtum. Was anfangen mit einem Leben, in dem schon mit vierzehn Jahren nichts drin ist außer materieller Erbärmlichkeit und psychischer Erniedrigung? Elvis hat nicht nur besser gesungen als ein Parteienforscher*.
Tatsächlich hat es der damalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani geschafft, die Kosten, die bei der Verwertung von Kapital anfallen: Raub, Mord und Totschlag, von 1993 bis 2004 um die Hälfte zu reduzieren. Gerhard Schröder, dem Piech die Optimierung der Verwertungsbedingungen des deutschen Kapitals aufgetragen hatte, ist damals zur Konkurrenz nach New York geflogen, um zu studieren, was man mit dem Menschenmüll, der bei seiner »Agenda 2010« anfallen würde, am besten an- finge, und war von seinem Freund Rudy, der einfach jeden zehnten schwarzen New Yorker einsperren ließ, im Wiederholungsfall af immer, ganz begeistert, wollte es aber noch besser machen: Warum alle einsperren, wenn man die Hälfte auch aussperren kann. Im Wahlkampf 1998 hetzte er hinzu: „Wer das Gastrecht missbraucht, für den gibt’s nur eins: raus, aber schnell.“
...
  • And his hunger burns
    so he starts to roam the streets at night
    and he learns how to steal
    and he learns how to fight
    In the ghetto

    Then one night in desperation
    a young man breaks away
    He buys a gun, steals a car,
    tries to run, but he don't get far

NATO wollte gegen Italienische KP putschen

Wie die in London erscheinende Tageszeitung "The Independent" unter
Berufung auf offengelegte Dokumente des britischen
Außenministeriums (Foreign Office) berichtet, plante die NATO 1976
einen Putsch in Italien, um dadurch zu verhindern, dass die
Italienische Kommunistische Partei (PCI) nach den Wahlen vom 20. Juni des Jahres die Regierung des südeuropäischen NATO-Mitglieds
übernehmen könnte. Die Dokumente, deren Geheimhaltung 30
Jahre nach den Ereignissen ausgelaufen war, wurden von einem
italienischen Forscher in den Regierungsarchiven in Kew, Surry,
entdeckt.

1976, inmitten des Kalten
Krieges, hatten immer mehr Italiener genug von den korrupten und damals seit 30 Jahren ununterbrochen regierenden Christdemokraten. Die von Enrico Berlinguer geführte und einen gemäßigten Kurs folgende Italienische Kommunistische Partei hatte die besten Aussichten, die Christdemokraten an der Regierung abzulösen und nach den Wahlen eine Koalitionsregierung zu bilden.

In einem geheimen Memorandum des britischen Außenministeriums vom 6. Mai 1976 - keine drei Jahre nach dem Putsch gegen die Regierung von Salvador Allende in Chile - wurde unter dem Titel "Italy And The Communists: Options For The West" (Italien und die Kommunisten: Optionen für den Westen) diskutiert, "Aktionen in Unterstützung eines Staatsstreichs oder anderer subversiver Aktivitäten" durchzuführen. Die Verfasser räumten ein,
dass ein Putsch in Italien "unvorhersehbare Folgen" haben würde,
zugleich rechnete man "in der einen oder anderen Form" mit der
Unterstützung "der rechten Kräfte, der Polizei und der
Armee". Obwohl die Möglichkeit eines Putsches als "attraktiv"
bezeichnet wurde, wurde sie letztlich als "wenig realistisch" verworfen.

Die
zunehmende Stärke der italienischen Kommunisten hatte die
westlichen Regierungen bereits seit längerer Zeit beunruhigt. Im
Januar 1976 hatten der damalige US-Außenminister Henry Kissinger
und der frühere deutsche Bundeskanzler Willy Brandt, damals
Präsident der Sozialistischen Internationale, über die
Situation in Italien beraten. Dabei hatte Kissinger erklärt, der
"politische Charakter" der NATO werde sich verändern, wenn die
Kommunisten in einem Mitgliedsland der Allianz an die Macht kämen.
Die übrigen NATO-Regierungen teilten Kissingers Sorge: Trotz ihrer
reformistischen Linie wurde die PCI als der Sowjetunion nahestehend
betrachtet. Der damalige britische Verteidigungsminister
äußerte deshalb die Sorge, dass "sensible Dokumente in
Moskau enden" könnten.


Die PCI erreichte bei der
Wahl am 20. Juni 1976 mit 34,3 Prozent nur den zweiten Platz hinter den Christdemokraten, die auf 38,7 Prozent der Stimmen kamen.
Dazu beigetragen haben dürften auch die Terroraktivitäten der
geheimen NATO-Truppe "Gladio", die erst 1991 aufgedeckt wurde.


"Gladio" ist italienisch und bedeutet "Kurzschwert". Es war Guilio Andreotti, der langjährige christdemokratische Ministerpräsident
Italiens, der sich in den 90er Jahren als Pate der Mafia vor Gericht
verantworten mußte, der die Existenz von "Gladio" öffentlich
machte, nachdem in Rom mysteriöse Dokumente aufgefunden worden
waren, was einen pflichtbewussten Staatsanwalt, Felice Casson, sowie
eine Handvoll Parlamentarier zu unbequemen Fragen animierte. Die
heissen Papiere wurden ausgerechnet in jener Wohnung sichergestellt, die den von den Geheimdiensten unterwanderten "Roten Brigaden" nach der Entführung des christdemokratischen Ministerpräsidenten Aldo Moro im April 1978 als Versteck gedient hatte. Moro wurde nach 55 Tagen Gefangenschaft ermordet, sein Leichnam in einem Auto deponiert, das auf halbem Wege zwischen den Parteizentralen der Christdemokraten und der Kommunisten im Zentrum Roms abgestellt war.

Aldo Moro war ein
Unterstützer des von Berlinguer vorgeschlagenen "historischen
Kompromisses" zur Bildung einer stabilen neuen Regierung unter
Einschluss der Kommunisten. Die PCI hatte mit dem "historischen
Kompromiss" versucht, die Lehren aus dem blutigen Putsch der CIA und der Generäle um Pinochet gegen den vom Volk gewählten
chilenischen Präsidenten Salvador Allende vom 11. September 1973
zu ziehen.
cadaveri2
Die Mörder Aldo Moros seien von der
italienischen Justiz schon lange rechtskräftig verurteilt, aber
die Auftraggeber und Hintermänner dieses Verbrechens seien nie
ermittelt worden und erfreuten sich noch immer ihrer Freiheit, sagte
1998 der damalige italienische Staatspräsident Oscar Luigi
Scalfaro bei einer Sondersitzung des italienischen Parlaments zum 20.
Jahrestag des Mordes.

In Italien ist seit langem
gerichtsnotorisch, dass die "Roten Brigaden" und ihr Umfeld bereits zu
einem frühen Zeitpunkt durch die Geheimdienste infiltriert waren
und der zivile wie der militärische Geheimdienst Italiens in eine
ganze Reihe schwerster Verbrechen wie Morde, Bombenattentate,
Putschvorbereitungen und Erpressungen verstrickt ist und Teil von
"Gladio" war. Seit den 50er Jahren hatte dieses geheime NATO-Netzwerk die Staaten Westeuropas umspannt. Die gesamte Aktivität von "Gladio" unterstand einer geheimen Kommandozentrale im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Für "Gladio" existierten (und
existieren) keine gesetzlichen Grundlagen, so sich die Organisation
auch jeder demokratischen Kontrolle.

"Gladio" wird als treibende Kraft hinter der sogenannten "Strategie der Spannung" vermutet.
die-macht-lino
Unter dieser Bezeichnung wird eine Serie von Anschlägen und Morden
verstanden, die von italienischen Faschisten verübt wurden, um sie
dann linken Gruppen in die Schuhe zu schieben. Zu diesen Verbrechen
gehört am 12. Dezember 1969, als die Massenbewegung der
StudentInnen und ArbeiterInnen auf ihrem Höhepunkt war, die
Explosion einer Bombe in der Landwirtschaftsbank Mailands, die 16
Menschenleben fordert und 84 verletzt. Im Rahmen der Ermittlungen kommt es zum “zufälligen Tod eines Anarchisten” (Titel des
Theaterstückes von Dario Fo) als Giuseppe Pinelli während
eines Polizeiverhörs aus dem Fenster “fällt”.
Heute wird ein Mitglied der faschistischen “Ordine Nuovo als
Täter genannt.

Am 28. Mai 1974 explodiert während
einer antifaschistischen Demonstration in Brescia eine Bombe, die neun Tote und 90 Verletzte fordert. Nur gut zwei Monate später, am 4.
August 1974, explodiert eine Bombe im Schnellzug Florenz-Bologna, 12 Menschen sterben, 48 werden verletzt.

Am 2. August 1980 detoniert eine Bombe im Bahnhof von Bologna und richtet dort ein Blutbad an: 85 Menschen sind tot, 200 verletzt. Anfänglich wird
wieder die Linke beschuldigt, letztlich aber werden zwei Mitglieder der
faschistischen “Bewaffneten Revolutionären Kerne”
(NAR) zu lebenslanger Haft verurteilt, zwei Offiziere des
Militärgeheimdienstes SISMI werden des Legens falscher Spuren zu
mehrjährige Haftstrafen verurteilt, die mutmaßlichen
Auftraggeber Licio Gelli - vom politischen Arm des "Gladio"-Netzwerks,
der Loge "Propaganda Due" - und der CIA-Agent Francesco Pazienza werden zu je 10 Jahren Haft verurteilt.


die-macht

: berichtet der
Likedeeler.
Und wie mussten wir uns immer empören ob des Einmarsches der WTO in der CSSR ....

Und was konnte man ahnen oder wissen, wenn man einen Film wie "Die Macht und ihr Preis" von Francesco Rosi gesehen hat.

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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