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Anschlussverwendung und Konversion: Schlecker-Märkte zu Kitas

Ich frage mich, warum nicht offensiver die Idee vertreten wird, die bereits oder in Kürze
leerstehenden Schlecker-Märkte zu Kitas zu machen! Die Kitaplatzgarantie2013 wäre damit sofort eingelöst (for you vor Ort), die "Schleckerfrauen" (eine der widerlichsten Wortkotzeschöpfungen der letzten Zeit!) hätten sofort eine Anschlussverwendung, könnten ohne weitere Fortbildung die Kleinen beim Aufräumen in der Filiale anleiten (--> Förderung der sozialen Kompetenzen) und gemeinsam die Umgestaltung zur Kita in Angriff nehmen (--> Förderung der kreativen Kompetenzen), dabei mit ihnen sprechen (--> Förderung der fremd- und mutterprachlichen Kompetenzen und der interkulturellen Kompetenz) und dabei ihre neuen Herausforderungen reflektieren (--> Förderung der personalen Kompetenzen). Das wär doch relativ billig zu haben mit Facility Management: Gebäude, Liegenschaften und betriebliche Abläufe werden im FM ganzheitlich betrachtet. Ziel der koordinierten Abwicklung von Prozessen ist dabei, die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten dauerhaft zu senken, Fixkosten zu flexibilisieren, die technische Verfügbarkeit der Anlagen zu sichern sowie den Wert von Gebäuden und Anlagen langfristig zu erhalten...

Logik-Studie: 20 Jahre lang beobachteten Forscher die Entwicklung von 200 Kindern:
 „Wir hatten nicht erwartet, dass so viel in der Entwicklung bereits sehr früh festgelegt ist. Wir haben die intellektuellen Fähigkeiten der Kinder ebenso untersucht wie ihr soziales Verhalten, haben die Feinmotorik geprüft und nach dem Moralverständnis gefragt. Und über fast alle Persönlichkeitsbereiche hinweg stellte sich heraus, dass die Unterschiede zwischen den Kindern, die wir mit 3 oder 4 Jahren gemessen haben, mit 23 Jahren immer noch weitgehend bestanden... Wir müssen die frühe Phase des Lebens sehr viel ernster nehmen. Die Jahre vor der Schule sind die prägendsten für die Entwicklung eines Menschen. Hier müssen wir Defizite erkennen, hier muss Förderung einsetzen. Geschieht das nicht, scheinen die Pfade des Lebens ziemlich vorbestimmt.“
Prof. Dr. Stefan Sell - FH Koblenz ▪ Institut für Bildungs- und Sozialpolitik (ibus):
Zur Rendite frühkindlicher Bildungsqualität und ihrer Bedeutung für die Finanzierung der Kindertagesbetreuung
DLF: "Wir müssen deutlich mehrere Milliarden in die Hand nehmen". Sozialökonom kritisiert Zehn-Punkte-Plan zum Kita-Ausbau (30.05.2012)

Update: Vgl. unbedingt auch ad sinistram: Verfüg-, verschiebbares Humankapital

Die Karte des Monats

... von Le Monde diplomatique zum Lesen!
lmdkarte2012_6

Siehe auch Archäologie LX: Historische Karten

Einstürzende Nachrichten: markets' targets: WFKATGWOT and The God of Hellfire

1. Was Märkte stört: Frauenquote auf Regierungstisch
Liegen Pkw-Maut, Mindestlohn oder Frauenquote noch auf dem Regierungstisch? fragt meine Lieblings-HAZ nach einem gewissen "Gipfel" vom vergangenen Wochenende. Anwortet ein Herr Döring: Nein. Das Ansehen der Koalition leidet stark, wenn einzelne Teile immer wieder die Bürgerinnen und Bürger mit strittig bleibenden Themen plagen. Das macht keinen Sinn. Wir sollten alles unterlassen, was die Märkte stört. 05.06.2012 / HAZ Seite 2 Ressort: POLI
Und was ist Bedeutung von dieses?

2. Was Märkte fördert: Teppichkauf

FDP-Generalsekretär Patrick Döring etwa sah darin ein Beispiel bester liberaler Politik. "Der Kollege Niebel hat nach Ende des offiziellen Programms die Zeit genutzt und wollte einen Basar besuchen. Davon hat ihm die Botschaft aus Sicherheitsgründen abgeraten. Und er hat daraufhin entschieden, dass er Mittelstand und Handwerk in dem Land unterstützen will", sagte Döring.

3. Drohnen
Der Freitag kümmert sich in dieser Woche darum, wie Deutschland lernt, die Drohne zu lieben. Das klingt nach aufgerüsteter Postdemokratie, aber wenigstens haben die deutschen Drohnen noch einigermaßen erträglich Namen wie Luna, KZO, Heron1 oder Aladin. In dieser Ausgabe berichtet Konrad Ege mit Bezug zu den Veröffentlichungen der NYT über des US-Präsidenten regelmäßigen Terror-Drohnen-Dienstag. Hintergründe hier: Der American Way of War - von Andrew Bacevich
Die Vereinigten Staaten stecken nun schon im zweiten Jahrzehnt einer „era of persistent conflict”, wie das Pentagon zu formulieren beliebt. Vormals als „Antiterror-Weltkrieg“ bekannt – „the war formerly known as the global war on terrorism“ (hier inoffiziell abgekürzt als WFKATGWOT) – erscheint dieser Krieg zunehmend fragmentiert und diffus. […] im aktuellen Heft der Blätter ...

Zurück zu den putzigen Namen der deutschen Drohnen. Das klingt eher nach Operette (wobei KZO schon grenzwertig ist; oder?!). Die amerikanischen heißen Reaper und Predator - und sind mit Hellfire-Raketen ausgerüstet. Ich finde, das ist eher Pop. Klingt doch nach Arthur Brown (I'm The God Of Hellfire) oder nach Heavy-Metal-Band oder TAFKAA (The artist formerly known as Arnie) ... Früher hatten amerkanische Waffen nicht so Pop-mäßige Namen: USS Corpus Christi oder Enola Gay und Little Boy oder Bockscar und Fat Man - und die sowjetischen hatten so profane Bezeichnungen wie SS 20! Eigentlich sind wir jetzt ja vollgedrohnt wieder im Tierreich (wo die Deutschen mit ihren Panther, Tiger, Leopard schon immer waren).

Drohnenschlacht

4. Der bewachte Kriegsschauplatz
Im nächsten letzten Krieg wird das ja anders sein ... Aber der vorige Kriegsschauplatz war polizeilich abgesperrt, das vergißt man so häufig. Nämlich:

Hinter dem Gewirr der Ackergräben, in denen die Arbeiter und Angestellten sich abschossen, während ihre Chefs daran gut verdienten, stand und ritt ununterbrochen, auf allen Kriegsschauplätzen, eine Kette von Feldgendarmen. Sehr beliebt sind die Herren nicht gewesen; vorn waren sie nicht zu sehen, und hinten taten sie sich dicke. Der Soldat mochte sie nicht; sie erinnerten ihn an jenen bürgerlichen Drill, den er in falscher Hoffnung gegen den militärischen eingetauscht hatte.

Die Feldgendarmen sperrten den Kriegsschauplatz nicht nur von hinten nach vorn ab, das wäre ja noch verständlich gewesen; sie paßten keineswegs nur auf, daß niemand von den Zivilisten in einen Tod lief, der nicht für sie bestimmt war. Der Kriegsschauplatz war auch von vorn nach hinten abgesperrt...

Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.


Das konnte Tucholsky nicht wissen: Es braucht im Zeitalter der Drohnen keine Soldaten mehr. Die bringen sich jetzt selbst um.
D. h. -------------------------- sind Mörder.

Nachtrag:
Die Politik der gezielten Tötungen durch US-amerikanische Drohnen in Pakistan, Afghanistan und Jemen eskaliert. Allein in den letzten beiden Wochen wurden in der pakistanischen Provinz Nordwaziristan durch Drohnenangriffe 27 Menschen getötet.
Le Monde diplomatique Nr. 9821 vom 8.6.2012

CRISIS , WHAT CRISIS ? (XLIX): Was sind Schulden? DDR-Schulden als Spekulationsobjekt?!

Zum Zusammenhang der gegenwärtig "Schuldenkrise" genannten Krise mit der Übernahme der DDR-Schulden und ihrer Bewertung im Zuge der schlagartigen Einbeziehung der DDR-Wirtschaft in den D-Mark-Wirtschafts- und Währungsraum:

Die fiktiven Schulden der DDR
Alexander Dill tp 30.05.2012

... Artikel 10 des Vertrages über die Wirtschafts- und Währungsunion verlangte von der Noch-DDR jedoch die sofortige Einführung eines "marktwirtschaftlichen Kreditsystems". Die Umstellung "aller Forderungen und Verbindlichkeiten" zum Fantasiekurs von zwei DDR-Mark für eine Westmark widersprach zwar einer marktwirtschaftlichen Bewertung - die wäre bei 1:5 gelegen - bot aber Geschäftsmodelle ohne Ende.

Wie gegenwärtig in Griechenland zu beobachten, führt dies zu dem paradoxen Anreiz, Altschulden möglichst mit hohen Zinssätzen immer weiter umzuschulden - und damit die eigenen Bilanzen durch angebliche "Forderungen" zu entlasten: Ost-Schulden trugen so zur Sanierung von Westbilanzen bei ....


Ich wüsste gern mehr über die Tricks bei der Schuldenbewertung und die Möglichkeiten, damit Milliarden umzuverteilen und dem Volk anschließend vermitteln zu lassen, es habe über seine Verhältnisse (Variante West) bzw. in einem gescheiterten Wirtschaftsystem (Variante Ost) gelebt; - um die gleiche Nummer dann nochmal mit den Südstaaten der Union abzuziehen ...

... Eine nachhaltige Konsolidierung der Staatsfinanzen muss die Interaktion aller Sektoren berücksichtigen. Ihre Finanzierungssalden verhalten sich wie kommunizierende Gefäße: Der öffentliche Sektor kann sein Defizit nur dann ohne Schaden für die Gesamtwirtschaft senken, wenn die Politik Sorge trägt, dass der Unternehmenssektor sein Defizit ausweitet und/oder die Haushalte ihre Überschüsse senken. Werden diese systemischen Restriktionen ignoriert, so vertieft eine Sparpolitik die Krise immer weiter.

Genau dies wird der Fiskalpakt bewirken. Denn er orientiert sich nur am Verhalten eines Sektors, des Staates, nach dem Motto „Der Schuldner ist schuld“. Deshalb hat die Sparpolitik sowohl in der Weltwirtschaftskrise als auch jüngst in den EU-Ländern die Schuldenquoten steigen lassen. Die neue Zielgröße des Fiskalpakts ist das strukturelle Defizit.

Stephan Schulmeister: Gegen den Fiskalpakt ist Hartz IV eine Lappalie - FR


„Beutezug Ost" – Sarrazin, die Treuhand und die Abwicklung der DDR


CRISIS , WHAT CRISIS ? (IX): Aus der Geschichte lernen - DDR/BRD 1989
Aus dem Bericht der Deutschen Bundesbank:
Die Zahlungsbilanz der ehemaligen DDR 1975 - 1989, Frankfurt/Main 1999, S. 58f.

NATO occupies sweet home Chicago: Lesen Sie Pepe Escobar! - Oder: Onshela and the Supreme Taliban of Austerity

Pepe Escobar (May 18, '12) Asia Times Online

The North Atlantic Treaty Organization hopes that If you can't beat them in Pashtunistan, you can at least corral them in the home of the blues, with NATO's Chicago summit planned to instill in members the "common values" behind drone warfare and base expansion. As riot police lock down the city, some partners likely fear they've married into the mob...

One wonders what kind of "common values" are inbuilt in a bogus fight against a ghostly "al-Qaeda" in Afghanistan - which has meant in fact NATO getting its ass kicked for interminable 11 years by hordes of enraged nationalistic Pashtuns with Kalashnikovs and rocket launchers.

And what kind of "common values" were packaged in the "humanitarian" bombing of Libya by the NATO/AFRICOM combo - when the end product, NATO rebel-controlled Libya, turns out to be a racist, hardcore Islamist heaven-cum-militia hell, now exported to neighbors such as Mali.

Not to mention that NATO adamantly refuses to acknowledge it killed scores of civilians in Libya as part of its R2P (responsibility to protect) mission on behalf of ... civilians...



Empfehlenswert auch: Will 'Onshela' save Europe? - Pepe Escobar (May 16, '12)

... At home, "Onshela" is secure her austerity mantra is popular (61%, according to the latest polls). Yet she lost another regional election last weekend, in heavily urbanized Nordrheim-Westfalen, the fourth largest urban concentration in Europe after London, Paris and Moscow - now suffering from deindustrialization and high unemployment. And this after losing in rural Schlewig-Holstein, near the Danish border.

What's fascinating is that all this had nothing to do with Europe - and the messy fate of the eurozone with the strong possibility of Greece leaving the euro. German voters couldn't give a damn. They are first and foremost worried about their own eroding purchasing power.

So for the first time the Supreme Taliban of austerity, German Finance Minister Wolfgang Schauble, has admitted in public that a general wage freeze - one of the pillars of the new, neo-liberal "German miracle" - should be revised. Even the Financial Times has admitted that consumption in Germany is "anemic". Schauble now says that wage increases might help.

The heart of the matter is that whatever "German miracle" is good for Germany's robust banking and financial system, is not good for a vast majority of its workers. Plus this neo-liberal miracle simply can't be sold anywhere else in the world. ..


Empfehlenswert, wenn auch schon älter: Letter from Islamophobistan
Last Saturday, German Chancellor Angela Merkel stunned the world by declaring, in front of young members of her party, the Christian Democratic Union (CDU), that multiculturalism - or multikulti, as it is known in Germany - was dead... Oct. 2010, The Huffington Post
The Best of Pepe Escobar bei Asia Times
Stories by Pepe Escobar bei AlterNet
GLOBALISTAN: How the Globalized World Is Dissolving Into Liquid War by Pepe Escobar (Leseprobe)
Globalistan weaves three parallel and intersecting themes: globalization, energy wars and the Long War. It shows how globalization is not proceeding according to the myth of "everyone profits": instead, it is fragmenting the world into even more explosive inequality, into "stans" - some stans configured as fortresses, some stans at war with others. Energy wars, and the multiple intersections of globalization and war, only increase the polarization. Globalistan argues that the world is being dissolved into Liquid War - a natural consequence of "liquid modernity," a concept formulated by Polish sociologist Zygmunt Bauman. The book is 80% based on reportage - from China to Central Asia and Russia; before, during and after the wars in Afghanistan and Iraq; in Iran and in the Middle East; in Western Europe, Western Africa and South America. It is also an Atlas - with maps - of the world in conflict. (Nimble Books 2007)

Ivanow_globalistan
GENNADIY V. IVANOV - Casino GLOBALISTAN

Laut gelacht: Zippert über G8

Die WELT zu kaufen käme mir nicht in den Sinn, aber Zippert zappt kann man ja auch online lesen; - z. B. diesen gelungenen Beitrag:

Merkel entlässt Obama, Pofalla übernimmt
Mit Unterstützung von Horst Seehofer hat Kanzlerin Merkel auf dem G-8-Gipfel wichtige Personalentscheidungen durchgesetzt. François Hollande bleibt vorerst im Amt, muss sich aber in Acht nehmen ...

Unter beifälligem Kopfnicken Seehofers ließ Merkel ausrichten, ein Präsident, der so heiße wie ein anderes EU-Land, sei als Führer der Franzosen möglicherweise nicht so gut geeignet. Man solle sich nur mal vorstellen, der Staatschef von Russland hieße Drafi Deutscher...
WELTonline 19.05.12 "Zippert zappt"

Nato-Abwehrschirm funktioniert: Heute noch keine einzige Rakete in Europa eingeschlagen

Chicago, Ramstein, Istanbul (dpo) - Im Zuge ihres Gipfels in Chicago hat die Nato heute feierlich den europäischen Raketenabwehrschirm gestartet – mit Erfolg: Seit heute Morgen ein in der Türkei stationiertes Frühwarnradar mit Abfangraketen mit einem US-Kreuzer im Mittelmeer und einem Nato-Gefechtsstand in Ramstein vernetzt wurde, ist in Europa keine einzige feindliche Rakete mehr eingeschlagen.
Der Postillon

Demokratieentleerung II: How To Squeeze Greece II

Strategisches Ziel der Spin Doctors für den 17. Juni:
Demoralisieren, so dass statt 65% nur noch 49% wählen, - dann könnte es reichen für eine große Bailout-Coalition ... Ansonsten: Was ist eigentlich aus Gladio geworden? Müsste man nicht über eine neuerliche Operation Prometheus nachdenken?
Eine differenzierte Wahlanalyse von Niels Kadritzke finden Sie bei nds.
Vgl. auch: CRISIS , WHAT CRISIS ? (XX): How To Squeeze Greece
    Update 22.05. Vor der Neuwahl in Griechenland debattieren die deutschen Eliten unterschiedliche Gewaltszenarien zur Sicherung der Kontrolle über Athen. Diskutiert werden neben der Errichtung eines Protektorats auch ein Putsch sowie die Entsendung von "Schutztruppen" in den südeuropäischen Staat.
Der letzte Wurf des Präsidenten
14.05.2012, 19:11 Uhr, aktualisiert 15.05.2012, 06:44 Uhr

Es ist wohl die letzte Möglichkeit, Griechenland doch noch eine Regierung zu geben. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias versucht das Unmögliche: Er will eine Regierung aus Experten formen.
Das Handelsblatt formuliert hier etwas salopp: Unter dem letzten Wurf des Präsidenten stelle ich mir irgendwie was anderes vor, - und dass die Formung einer Regierung aus Experten das Unmögliche sei, will mir nicht recht einleuchten:

eurozone-graphic

Es werden noch Wetten entgegengenommen, dass der Ober-Experte, den der griechische Präsident findet, im Laufe seiner Karriere, die ihn als solchen ausweist, auch mal bei Goldman Sachs beschäftigt war ...

Update 08.06.:
Die Absahner - Who's who in Hochfinanz und Politik
von Geoffrey Geuens - Le Monde diplomatique

... Die routinemäßige Beschimpfung der Finanzmärkte ist eine von PR-Strategen ersonnene politische Rhetorik, die drastisch klingt, in der Praxis aber folgenlos bleibt. Wie schon Barack Obama, der den Verursachern der Krise in den USA die präsidentielle Absolution erteilt hat, werden auch die europäischen Politiker die "gierigen" Spekulanten, die sie noch unlängst an den Pranger gestellt haben, ziemlich rasch begnadigen. Sie kommen nicht umhin, das Image der "ehrenwerten" Vertreter der Oligarchie wiederherzustellen, das zu Unrecht gelitten habe.
Das geht so: Man beruft diese Leute in genau jene Ausschüsse, die mit der Ausarbeitung eines neuen Verhaltenskodex beauftragt werden. Paul Volcker (JPMorgan Chase), Mario Draghi (Goldman Sachs), Jacques de Larosière (AIG, BNP Paribas), Lord Adair Turner (Standard Chartered Bank, Merryll Lynch Europe) und Baron Alexandre Lamfalussy (CNP Assurances, Gortis) - all diese Schlüsselfiguren, die jetzt einen Ausweg aus der Finanzkrise finden sollen, waren direkt mit den großen Unternehmen der Branche verbandelt. Unterstützt von den Medien und einigen Intellektuellen, die noch vor kurzem die Selbstgefälligkeit und blinde Gier der Banker wortmächtig gegeißelt haben, mutieren die "Verantwortungslosen" von gestern plötzlich zu neuen "Wirtschaftsweisen"...

If voting changed anything, they'd make it illegal.

Emma Goldman

r2p: collateral damage in Libyen - 76 > 0

Human Rights Watch: Die NATO hat Dutzende zivile Opfer, die durch Luftangriffe* während des Einsatzes in Libyen 2011 verursacht wurden, nicht bestätigt. Zudem wurden möglicherweise rechtswidrige Angriffe nicht untersucht.
Der 76-seitige Bericht „Unacknowledged Deaths: Civilian Casualties in NATO’s Air Campaign in Libya” untersucht im Einzelnen acht Luftangriffe der NATO in Libyen, durch die 72 Zivilisten starben, darunter 20 Frauen und 24 Kinder.
...

Im März hatte bereits Amnesty International die NATO für den Tod von 55 Zivilisten verantwortlich gemacht, darunter 16 Kinder und 14 Frauen. Sie starben demnach bei Luftangriffen in der Hauptstadt Tripolis sowie in Sliten, Majer, Sirte und Brega. Die Mitarbeiter von Human Rights Watch hatten für ihren Bericht acht Orte besucht, die von der NATO bombardiert wurden*.

Die NATO erklärte zu dem neuen Bericht, sie bedauere jeden zivilen Todesfall, den sie verursacht haben könnte. NATO-Sprecherin Oana Lungescu erklärte in Brüssel, das Militärbündnis sei Vorwürfen hinsichtlich ziviler Opfer stets nachgegangen. Überprüfungen hätten aber ergeben, dass sich die Angriffe nur gegen "legitime militärische Ziele" gerichtet hätten. Zwar habe die NATO in Libyen alles dafür getan, "um das Risiko für Zivilisten zu minimieren". Es könne in so einem komplexen Einsatz aber nie "auf null" reduziert werden.
der standard.at

Kommt mir irgendwie bekannt vor:
“We regret any loss of life that this may have caused because our policy remains to minimize collateral damage.” Jamie Shea quote
Shea war als NATO-Spokesperson während des sog. Kosovo-Krieges der Erfinder dieses zynischen newspeak für die Tötung von Zivilisten.
Amnesty International - Report - EUR 70/18/00
Nato/federal Republic of Yugoslavia. “Collateral Damage” or Unlawful Killings? Violations of the Laws of War by NATO During Operation Allied Force

Vgl. auch Archäologie C: Kunduz, 4. September 2009
______________________________
* 26.000 Lufteinsätze auf fast 6.000 Ziele

Splitter: -Parteien VII

... warten wir also auf De Laputenes Berechnung des aktuellen Legitimations-Index. Es sieht nicht gut aus:

nrw-wahl-2012

Na, da ist er doch schon:
Montag, 14. Mai 2012


Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wählten...

... 40,4 Prozent aller Wahlberechtigten niemanden.
... 23,0 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 15,5 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
... 6,7 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 5,1 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 4,6 Prozent aller Wahlberechtigten die Piraten.
... 1,5 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
... 0,8 Prozent aller Wahlberechtigten ungültig.

Die rot-grüne Koalition hat sich eine absolute Mehrheit gesichert. Sie kann mit dem Rückhalt von 29,7 Prozent aller Wahlberechtigten regieren. Nicht mal ein Drittel. Selbst eine fiktive Große Koalition käme nur auf 38,5 Prozent aller Wahlberechtigten. 25,2 Prozent aller Wahlberechtigten machen die Opposition aus. Der größte Posten mit 40,4 Prozent, findet keine Berücksichtigung.


Abgesehen vom Legitimationsdefizit ist vielleicht dies interessant: Wenn's nicht recht vorangeht mit dem neuen Projekt oder wenn Hannelore ruft, kehrt der abtrünnige Sozialdemokrat denn doch wieder zur Mutter zurück. Und der Wähler auf der Suche nach dem alternative chic geht dann lieber zu der Johnny-Depp-Truppe. Was aber suchen die 10000 Ex-Linke-Wähler bei Lindner? Dass 20000 einfach zuhause bleiben, kann ich noch verstehen, aber dass die anderen 20000 bei pronrw gelandet sein könnten, macht mir Angst ...

nrw_linke

Rechtsextremismus und gesellschaftliche Selbstentlastung

Wilhelm Heitmeyer - in : Aus Politik und Zeitgeschichte - Nr. 18 / 30.04.2012 - Thema: Rechtsextremismus

Die öffentliche Debatte und die Auseinandersetzung in den politischen Institutionen hat sich anlässlich der Aufdeckung der Morde durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) der sogenannten Zwickauer Zelle aufschlussreich entwickelt. Es sollte daher auch die Frage aufgeworfen werden, ob es sich um einen selbsttäuschenden Duktus handelt, der statt auf Selbstaufklärung eher auf gesellschaftliche Selbstentlastung hinausläuft. Diese wäre etwa gegeben, wenn im öffentlichen und politischen Diskurs eine Abtrennung der verbrecherischen Terrorzelle von einer ansonsten als „intakt“ dargestellten Gesellschaft betrieben würde.

Die erste Frage lautet also: Wird eine solche Abtrennung durch die Betonung eines Kontrollparadigmas betrieben? Eine heute viel gehörte Meinung lautet nämlich: Wären nur die Kontrollen effizienter gewesen, hätten die dramatischen Probleme vermieden werden können. Meine These lautet, dass es in den Diskursen und agierenden Institutionen die Ausrichtung auf ein dominierendes Kontrollparadigma gibt.

Die zweite Frage geht dahin, ob damit eine Vernachlässigung des gesellschaftlichen Entstehungs- und Radikalisierungsparadigmas einhergeht. Meine These lautet, dass es eine solche Vernachlässigung gibt...


Weiterlesen oder runterladen!

Wise Man Says

"Es gibt so viele Arschloch-Typen wie es menschliche Funktionen, Tätigkeiten und Interessengebiete gibt. Und auf jedem Gebiet kann das Verhältnis von AQ zu IQ ein anderes sein. Kein noch so kopfdenkerisches Verhalten bei einem Thema bietet Gewähr dafür, dass nicht schon beim nächsten der Arschdenk mit voller Wucht einsetzt." Charles Lewinsky, Der A-Quotient

Wise Man Says II

"The illusion of freedom will continue as long as it's profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater." Frank Zappa

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